Vierzehnheiligen (Oberfranken)

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Die Basilika Vierzehnheiligen, erbaut nach Plänen von Balthasar Neumann, ist eine weithin über dem Tal des Obermains bei Staffelstein sichtbares Wahrzeichen für die gesamte Region, eine Glanzstunde des Rokoko und eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen Deutschlands.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

verschnittene ovale Gewölbeschalen des Kirchenschiffs über dem Gnadenaltar (mit Deckenfresko)
verschnittene ovale Gewölbeschalen des Kirchenschiffs über dem Gnadenaltar (mit Deckenfresko)

Die wiederholte Erscheinung eines Kindes im Jahre 1455 war der Grund für einen ersten Kapellenbau durch den Abt des Klosters Langheim an der Stelle der jetzigen Basilika. Ablässe förderten im Spätmittelalter die schnelle Entwicklung zum Wallfahrtsort. Die Gebäude der Wallfahrt gingen dann in den Wirren der Bauernkriege 1525 und während des folgenden 30jährigen Krieges wiederholt in Flammen auf, wurden jedoch immer wieder neu noch grösser gebaut und mit wehrhaften Kirchenburganlagen versehen. Die Verehrung der Wallfahrt galt von Anfang an der heiligen Maria und einer Gruppe der vierzehn Nothelfer nach einer im Mittelalter populären Zusammensetzung für alle Gefährdungen von Leib und Seele. Nach einem Niedergang der Wallfahrt in der Reformationszeit erfolgte im Zuge der Gegenreformation die Wiederbelebung im 17. Jahrhundert. Die vorhandenen Bauwerke entsprachen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr den Erfordernissen der Zeit, Unstimmigkeiten zwischen dem Kloster Langheim und dem Bischof von Bamberg hatten jedoch bis dahin einen Neubau der Wallfahrtskirche verhindert.

Im Jahre 1743 sollte dann ein Neubau nach Plänen von Balthasar Neumann mit dem Konzept eines kreuzförmigen Kirchenraums und dem Gnadenort zentral angeordnet in der Vierung unter einer Kuppel, begonnen werden. Die Bauausführung erfolgte zunächst durch den sächsisch-weimarischen Baumeister Gottfried Heinrich Krohne, der das Konzept Neumanns jedoch nicht übernahm (möglicherweise aus Wirtschaftlichkeitsgründen nach Abstimmung mit dem Klosterabt) und den ganzen Bau etwas am Berghang verschob, sodass der Gnadenaltar nicht mehr in der Vierung, sondern im Langhaus angeordnet gewesen wäre.

Zum Zeitpunkt des Erscheinens Neumannns auf der Baustelle waren die Arbeiten an den Gründungskörpern schon so weit fortgeschritten, dass eine nachträgliche Änderung dieser Bauteile nicht mehr möglich war.

Die architektonische Leistung Neumanns liegt nun darin begründet, dass er zu dem bereits gebauten Kirchensockel mit einem vorgegebenen nahezu streng rechteckigem Grundriss zwei freistehenden Säulenreihen im Langhaus einführte, und über diese Säulenreihen mehrere im Grundriss ovale und untereinander verschnittene freitragenden Schalen als Kirchendecke wölbte. Es entstand damit wieder der Grundtyp einer dreischiffigen Basilika, jetzt jedoch mit einer schwingenden Raumwirkung im Stil des Rokoko. Der Gnadenaltar rückte wieder in das Zentrum der Kirche als eine Mischlösung aus Längs- und Zentralbau.

Nach Verzögerungen im Siebenjährigen Krieg erfolgte die weitere Ausführung nach der Entlassung Krohnes im Jahre 1743 vermutlich durch den Staffelsteiner Baumeister Jahann Thomas Nißler (1713-1769), der auch am Bau des benachbarten Klosters Banz mitwirkte.

Die Einweihung erfolgte am 14. September 1772 durch den Bamberger Bischof Adam Friedrich von Seinsheim.

Im Jahre 1897 wurde die Kirche durch Papst Leo XIII. zur Basilika erhoben.

Vierzehnheiligen ist auch heute noch überregional bedeutendes Wallfahrtsziel mit mehr als einer halbe Millionen Besuchern pro Jahr. Die Wallfahrt wird, nach der Aufhebung des Klostes Langheim, seit 1839 von den Franziskanern betreut.

Seitenansicht
Seitenansicht

[Bearbeiten] Anreise

Die Basilika liegt ca. 25 km nördlich von Bamberg auf einem Höhenzug südlich des Mains.

[Bearbeiten] mit dem Auto

Zufahrt auf der autobahnähnlichen Bundesstrasse 173, Abfahrt Bad Staffelstein-Nord, und weiter, wie ausgeschildert, über Grundfeld bis zum Parkplatz ca 10-15 Gehminuten unterhalb der Kirche.

[Bearbeiten] Mobilität

Anstieg vom KFZ-Parkplatz zur Kirche in ca. 10-15 min. Direkte Anfahrt mit Taxi möglich

[Bearbeiten] Sehenwürdigkeiten

Gnadenaltar, im Hintergrund: "schwingende" Säulenreihe
Gnadenaltar, im Hintergrund: "schwingende" Säulenreihe
Gnadenaltar: Nothelfer Dionysius
Gnadenaltar: Nothelfer Dionysius

Die Kirche ist tagsüber frei zugänglich, Kirchenführungen nur nur nach Vereinbarung mit dem Wallfahrtsbüro. Im Gegenzug für den freien Eintritt freuen sich die Franziskaner über eine Spende zum Erhalt der Basilika.

Franziskanerkloster; Vierzehnheiligen 2; D-96231 Bad Staffelstein; Tel.: +49 (0)9571/ 9508-23, Fax. +49 (0)9571/ 9508-50

[Bearbeiten] Kirchenraum

Das Stilelement der im Grundriss verschnittenen ovalen Schalen des Kirchengewölbes erzeugt eine Schwingen des gesamten Innenraums der Kirche, der sich selbst nach außen hin in der Form der Doppelturmfassade mit ihren gegeneinandergesetzten konkaven und konvexen Flächen wiederspiegelt.

Die Zahl Vierzehn für die Nothelfer wiederholt sich in der Zahl der Kirchensäulen.

Der Innenraum und der Gnadenaltar wurde durch Wessobrunner Künstler, dem Brüderpaar Feichtmayer und Johann Georg Üblher ausgestaltet, die Fresken wurden durch Ignaz Appiani, und die Außenskulpturen vom Nürnberger Bildhauer Johann Christoph Berg geschaffen. Von 1848 bis 1871 ersetzte Augustin Palme sämtliche Fresken durch eigene Werke im nazarenischen Stil, zum Teil mit massiven Zerstörungen am Werk Appianis.

Im Ersten Weltkrieg erfolgte eine Restaurierung im Stile Appianis, die letzte Restaurierungsphase fand von 1983 bis 1990 statt.

[Bearbeiten] Gnadenaltar

Im Zentrum des Kirchenraums ist der freistehende Gnadenaltar mit den vierzehn Nothelfern im Stil des Rokoko. Der Altar ist für die Wallfahrer von allen Seiten zugänglich und bietet die Möglichkeit, um ihn herumzuziehen.

[Bearbeiten] Respekt

Das Kirchengebäude ist für gläubige Besucher eine Stätte der Andacht und der Religiösität. Ein entsprechend dezentes und störungsfreies Verhalten aller Besucher ist erwünscht, das Herumlaufen und Photografieren während der Gottesdienste ist unerwünscht.

[Bearbeiten] Unterkunft

[Bearbeiten] Küche

Gasthof Goldener Hirsch (Vierzehnheiligen 7, 96231 Bad Staffelstein, Tel.: 09571/9268, Fax: 09571/926699, goldener-hirsch-14heiligen@erzbistum-bamberg.de )

Brauerei Trunk (Vierzehnheiligen 3, 96231 Bad Staffelstein, Tel.: 09571/3488, geöffnet: Täglich von 10 - 20 Uhr, Brotzeitausgabe bis 19 Uhr)  - Wenige Meter oberhalb der Basilika gibt es die Brauerei

[Bearbeiten] Ausflüge

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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