Thema:Lahn-Camino
Aus Wikivoyage
Der ca. 150 km lange Lahn-Camino (ein Teilabschnitt des deutschen Jakobsweges) führt von Wetzlar über Weilburg, Villmar, Diez, Obernhof und Bad Ems nach Lahnstein.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Hintergund
Allgemeine Beschreibung des Lahn-Camino
142 km weit führt der Lahn-Camino weitgehend auf dem Lahnhöhenweg auf der Taunus-Seite (links) vom Wetzlarer Dom bis nach Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet.
Die historische Grundlage ist fraglich, dennoch könnte die Streckenführung durchaus einem mittelalterlichen Jakobsweg entsprechen. In der St. Kastor Kirche in Dausenau (auf der Westerwaldseite) wurde auch bei Ausgrabungen eine Jakobsmuschel als Grabbeigabe gefunden. Die Flussniederungen waren meist morastig und schlecht passierbar, deshalb wird auch der Reisende des Mittelalters die Höhen von Taunus oder Westerwald bevorzugt haben.
Etappen
- Wetzlar (145 m) - Wetzlar-Nauborn - Laufdorf - Solms-Oberndorf - Braunfels - Weilburg-Hirschhausen - Weilburg/ Lahn (280 m) 25 km
- Weilburg-Schiffstunnel (180 m) - Freienfels - Weinbach - Elkerhausen (315 m) - Langhecke - Villmar (160 m) 26 km
- Villmar - Runkel (160 m) - Eschhofen (140 m) - Limburg/ Lahn (125 m) - Diez/ Lahn 23 km
- Diez/ Lahn (150 m) - Balduinstein (115 m) - Gabelstein (240 m) - Obernhof (120 m) 26 km
- Obernhof - Nassau/ Lahn (90 m) - Misselberg (260 m) - Hof Mauch (370 m) - Bad Ems (100 m) 24 km
- Bad Ems - Hoher Malberg (310 m) - Miellen (140 m) - Hof Aspich ( 243 m) - Lahnstein (70 m) 22 km
Markierung
Lahn-Camino: gelbe Muschel auf blauem Grund Lahnhöhenweg: weißes L auf schwarzem Grund, gelegentlich nur weißes L Zwischen Kloster Arnstein und Nassau Europäischer Fernwanderweg E1: weißes Andreaskreuz (liegendes X) auf schwarzem Grund Verkehrsverbindung
Wetzlar und Lahnstein sind über das Streckennetz der Deutschen Bahn leicht erreichbar. Die durch das Lahntal führende Bahnverbindung (Koblenz - Gießen), ermöglicht eine einfache Unterteilung in Tagesetappen. Jede Tagesetappe endet in einem Ort mit Bahnanschluss. Sie können damit rechnen, dass die Züge auf der Lahntalstrecke mindestens alle 60 Minuten, zu Stosszeiten alle 30 Minuten fahren. Aber auch alle anderen Orte sind durch den Öffentlichen Nahverkehr verbunden - Busse fahren jedoch manchmal nur am frühen Vormittag und am späten Nachmittag (Berufsverkehr). Die Internetseite des Rhein-Main-Verkehrsverbundes www.rmv.de macht Ihnen die Planung leicht.
Unterkunft
Die Unterkünfte und Anlaufstellen sind nur für die Tagesziele genannt. Auf die Nennung von Privatquartieren haben wir bewusst verzichtet, da Etappenpilger sich i.d.R. lieber für bis zu einer Woche an preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten orientieren. Wenn Sie als Langzeitpilger dennoch ein Privatquartier suchen, wenden Sie sich bitte an den Autor oder an die örtlichen Pfarrämter (jeweils bei den Tageszielen genannt). Durch die Eröffnung des ökomenischen Pilgerweges (Elisabethweg) nach Marburg wird derzeit eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut, die jedoch noch sehr lückenhaft ist (Januar 2007).
Hotels und Pensionen: in allen größeren Orten vorhanden. Jugendherbergen: Wetzlar, Weilburg, Limburg, Diez, Bad Ems, Koblenz (Festung Ehrenbreitstein) Campingplätze: Braunfels, Weilburg (Zeltplatz), Runkel (Zeltplatz), Limburg, Diez, Obernburg (Kloster Arnstein), Nassau, Dausenau, Bad Ems, Nievern/ Fachbach, Lahnstein
Versorgung
In allen Gemeinden am Weg problemlos im "Tante-Emma-Laden" oder im Supermarkt möglich.
Literatur und Karten
Wanderkarten mit einem eingezeichneten Lahn-Camino konnten wir noch nicht finden (Januar 2007 - über Hinweise zum Erscheinen sind wir sehr dankbar). Siehe auch "Markierung". Für erfahrene Wanderer sind Karten im Massstab 1:50.000 ausreichend, da die Beschilderung fast lückenlos und eindeutig ist.
siehe Literatur
Anforderungen
Der gesamte Lahn-Camino stellt an den einigermassen fitten Pilger keine besonderen Anforderungen. Dem untrainierten oder in Wetzlar startenden Pilger raten wir, einige der Tagesstrecken -insbesondere Diez - Oberhof beenden Sie besser in Laurenburg - mit Hilfe der Karte zu reduzieren. Dies ist in der Regel problemlos in allen Ortschaften möglich, da die Gegend durch den öffentlichen Nahverkehr gut erschlossen ist.
[Bearbeiten] Vorbereitung
[Bearbeiten] Anreise
Die Anreise nach Wetzlar ist problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto möglich.
[Bearbeiten] Etappen
[Bearbeiten] Wetzlar - Weilburg ca. 28 km
Wetzlar (145 m) - Wetzlar-Nauborn - Laufdorf - Solms-Oberndorf - Braunfels - Weilburg-Hirschhausen - Weilburg/ Lahn (280 m) ca. 28 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Besichtigungen in: Wetzlar, Braunfels, Weilburg
Zeitbedarf: ca. 7 Stunden (bei 4 km/ Stunde), zzgl. Pausen und Besichtigungen
Wetzlar
Allgemeines: Wetzlar liegt an der Lahn, im Bundesland Hessen und ist die Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises. Die Einwohnerzahl belief sich am 31.12.2005 auf 52.473.
Anlaufstellen: Katholische Domgemeinde, Goethestrasse 3, 35578 Wetzlar, Telefon 06441-42493, eMail kath.domgemeinde@dom-wetzlar.de, Evangelische Dom-Kirchengemeinde, Kornblumengasse 11, 35578 Wetzlar, Telefon 06441-9443-12, eMail ev.domgemeinde@dom-wetzlar.de, Tourist-Information, Domplatz 8, 35578 Wetzlar, Telefon 06441-99-7750, eMail tourist-info@wetzlar.de
Übernachtung: Jugendherberge Wetzlar, Richard-Schirrmann-Strasse 3, 35578 Wetzlar, Telefon 06441-71068, eMail wetzlar@djh.de
Der Lahn-Camino beginnt am Wetzlarer Dom und folgt im Wesentlichen dem linksseitigem Lahnhöhenweg, auch, wenn auf manchen Etappen die Lahn so gut wie gar nicht ins Blickfeld gerät. So auch auf dieser Etappe von Wetzlar nach Weilburg. Die Anforderungen dieser Etappe sind nicht besonders hoch, für den Wochenend-Pilger durchaus geeignet - und für den in Wetzlar startenden Langzeitpilger eine gute Gelegenheit, sich einzulaufen.
In der Altstadt von Wetzlar ist der Jakobsweg mit der gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund gut ausgezeichnet. Wenn Sie aus dem Dom heraustreten, wenden Sie sich nach rechts in die Schwarzadlergasse. Vorbei an der Kanzlei des ehemaligen Reichskammergerichts. Links geht es in die Krämerstrasse, überqueren Sie den Eisenmarkt und dann folgen Sie der Silhöfer Strasse. Nach Überqueren des Schillerplatzes wenden Sie sich nach rechts und gehen durch die Silhöfertorstrasse bis zur viel befahrenen Schützenstrasse und Ernst-Leitz-Platz. Gehen bis nach unten zum Ernst-Leitz-Platz. Sie passieren in der Altstadt viele schöne, historische Fachwerkhäuser. Die historisch bedeutsamen sind durch Tafeln beschrieben - so z.B. die ehemalige Kanzlei des Reichskammergerichts und das Wohnhaus von August Bebel in seiner Wetzlarer Zeit. Das ehemalige Reichskammergericht, das Jerusalem-Haus, die Sammlung Lemmers-Danforth (Europäische Wohnkultur von Renaissance bis Barock - eine der reizvollsten Privatsammlungen Deutschlands) liegen jeweils links von Ihnen, immer nur ein paar Schritte vom Lahn-Camino entfernt. Wenn Sie nicht schon am Vorabend einen Stadtrundgang durch Wetzlar unternommen haben sollten, dann bekommen Sie auf diesem kurzen Weg sicher Appetit auf einen längeren und ausgiebigeren Aufenthalt.
Am Ernst-Leitz-Platz angekommen, sehen Sie schräg gegenüber das neue Rathaus und vor sich das Verwaltungsgebäude der Firma Leica. Im dritten Stock des neuen Rathauses ist die Sammlung der historischen Mikroskope von Leitz untergebracht. Die Öffnungszeiten des Rathauses sind Montag - Freitag von 8 - 18 Uhr. Die viel befahrene Strasse unterqueren Sie durch den Fussgängertunnel, wenden sich unten nach links und folgen der Schützenstrasse in Richtung Nauborn.
Nach wenigen Schritten am Friedrich-Ebert-Platz, wo sich auch die Phantastische Bibliothek befindet, biegen Sie rechts in den Laufdorfer Weg ein und gehen dann geradeaus weiter auf der Solmser Strasse Richtung Nauborn. Wenn Sie noch einen Abstecher auf den Kalsmunt mit dem herrlichen Blick auf Wetzlar machen wollen, folgen Sie einfach den Hinweisschildern. Der Kalsmunt wurde von Friedrich I. (Barbarossa) zum Schutz der Stadt Wetzlar in Auftrag gegeben und wohl 1170 - 1180 erbaut. Da die Burg niemals angegriffen wurde, verfiel sie später zur Ruine, weil sie ihre strategische Bedeutung verloren hatte.
Immer geradeaus, entlang der Solmser Strasse, der Industriestrasse und des Solmser Weges, führt der Lahn-Camino nun nach Nauborn. Am Ende des Solmser Weges wenden Sie sich nach links, folgen der stark befahrenen Wilhelm-Will-Strasse ein paar Schritte, überqueren diese und biegen links in die Theutbirgstrasse ein. Am Ende dieser Strasse führt Sie der Jakobsweg dann endlich in den Wald, am Wetzbach entlang in Richtung Schöffengrund ins Sieben-Mühlen-Tal. An der ersten Mühle, der Dickesmühle, schliesslich überqueren Sie erneut die Strasse und der Weg führt Sie dann endgültig aus Wetzlar hinaus.
Gleich, wenn Sie in den Wald hineinkommen, sehen Sie auf der linken Seiten ein hölzernes Hinweisschild zur Theutbirg-Basilika. Nach ein paar Schritten stehen Sie vor den Grundmauern der im Jahr 1927 entdeckten und wohl schon vor 778 errichteten Kirche. Im Kloster Lorsch gibt es ein Dokument, in dem die Schenkung einer Frau Theutbirg (Teutbirg = die Gott geweihte) eben dieser Kirche an das Kloster bestätigt wird. Rund um die Kirche fanden die Archäologen einige Gräber und ein Stück Ackerland, auf dem Scherben und eine Eisenaxt entdeckt wurden. Trotz mehrfacher späterer Erwähnung wird die Kirche wohl kaum das 9. Jahrhundert erlebt haben - Nauborn entwickelte sich schon ein gutes Stück weit weg, so dass die Kirche ins Abseits geriet und verfiel. Neben dem Chor ist der Klausenanbau zu erkennen, es wird vermutet, dass Frau Theutbirg in dieser kleinen Kammer neben der Kirche gelebt hat. Im Winter ist es für uns moderne Menschen besonders schwer vorstellbar, wie hier jemand gelebt haben kann. Aber sicher werden Sie noch so manches Mal auf Ihrem Lahn-Camino an die Einsamkeit von Frau Theutbirg zurückdenken.
Der Lahn-Camino führt Sie jetzt durch den Wald bis nach Laufdorf. In und um Laufdorf sind Siedlungen seit dem Ende der letzten Eiszeit nachgewiesen, insbesondere keltische Siedlungen. Insbesondere die Eisenverhüttung in keltischer Zeit war hier von Bedeutung. Heute ist im Ort und am Lahn-Camino nichts mehr davon zu sehen. Der Weg ist wieder gut ausgeschildert durch den Ort geführt und geht dann wieder auf die Höhen. Er führt uns jetzt nach Oberndorf. Überqueren Sie die Strasse und wenden Sie sich nach links, vorbei am Solmser Hof, dann wieder nach rechts und dann führt Sie der Weg leicht ansteigend in Richtung Braunfels.
Braunfels
Allgemeines:
Anlaufstellen: Kath. Pfarramt St. Anna, Hubertusstrasse 8, 35619 Braunfels, Telefon 06442-4244, Evangelisches Pfarramt, Kirchenzentrum, Gartenstrasse 25, 35619 Braunfels, Telefon 06442-5771, Tourist-Info, Fürst-Ferdinand-Strasse 4a, 35619 Braunfels, Telefon 06442-9344-0, eMail touristinfo@braunfels.de
Der Pilgerweg führt Sie auf einem kleinen Stadtrundgang durch Braunfels, vorbei am Kurpark, dem historischen Postamt mit den Wappen der Zollern und Solmser auf den Marktplatz. Die sehenswerten Fachwerkhäuser sind nach dem verheerenden Schloßbrand im Jahr 1679 im Jahr 1696 auf Geheiss von Graf Wilhelm Moritz auf dem da noch unbebauten Vorgelände des Schlosses errichtet worden. Es sollten die Häuser "eines wie das andere 60 Schuh lang und 40 Schuh in der Breite gebaut werden".
Cafés und Restaurants laden Sie ein, hier ein Rast einzulegen und den Marktplatz und den Ausblick auf das Schloß zu geniessen. Wenn noch Zeit ist, besichtigen Sie noch das Schloß, es sind von der "untersten Pforte" nur wenige Schritte bis hinauf in den Schloßhof. Im Winter ist eine Besichtigung nur durch Gruppen nach Voranmeldung möglich - das Familienmuseum ist aber auch einen Besuch wert und täglich geöffnet.
Um dem Lahn-Camino weiter nach Weilburg zu folgen, wenden Sie sich vor dem Solmser Hof stehend nach rechts in die Weilburger Strasse. Dieser folgen Sie immer geradeaus, den Schloßberg hinunter bis zur Landstrasse. Dort gehen Sie ein kurzes Stück nach links weiter, bis Sie auf der rechten Seite das Schild zum Campingplatz sehen. Dort überqueren Sie die Strasse und folgen der Strasse "Weihermühle", linker Hand liegt der grosse und schön gelegene Campingplatz, auf der rechten Seite passieren Sie die romantisch gelegene Weihermühle. Der Weg führt sanft nach oben aus dem Tal heraus, immer fast parallel zur Landstrasse.
Vom Weg aus ist sehr gut in einiger Entfernung die Burg Philippstein zu erkennen. Philippstein, heute Ortsteil von Braunfels, und der zugehörige Bergbau gehörten zur Grafschaft Nassau-Weilburg Saarbrücken. Graf Philipp I. liess die Schildmauer- und Frontturmburg im Jahr 1390 in Sichtweite der Braunfelser Burg zum Schutz seines Territoriums vor den Solms-Braunfelsern errichten. Der Amtmann räumte die Burg im 16. Jahrhundert und zog in den Ort Philippstein - daraufhin verfiel der nutzlose Verwaltungssitz und wurde im 19. Jahrhundert von den Anwohnern als Steinbruch genutzt. Dem sehr engagierten, örtlichen Burgvereines ist es zu verdanken, dass Teile der Burg restauriert und die Anlage heute für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden kann.
Eine weitere Burg dieses Typus wird uns auf der Etappe von Weilburg nach Villmar mit der Burgruine Freienfels erneut begegnen. Dann direkt am Weg und mit der Möglichkeit der mühelosen Besichtigung.
Der Lahn-Camino führt dann weg von der Landstrasse in den Wald hinein. Die Beschilderung ist, wie auf der gesamten Strecke, sehr gut mit der Jakobsmuschel und/ oder dem L für Lahnhöhenweg. Deshalb sparen wir uns die Wegbeschreibung durch den Wald. Auf schönen breiten Wegen geht es hier weiter, vielleicht begegnen Ihnen ja galoppierende Kaltblüter. Ein schönes Schauspiel.
Nach wenigen Kilometern treten Sie aus dem Wald heraus und sehen vor sich Hirschhausen liegen. Der heutige Weilburg Ortsteil wird je nach Literatur 1397 oder 1466 erstmalig urkundlich erwähnt. Erwähnenswert ist die achteckige Kirche aus dem Jahr 1763, die von 27 Hirschhäuser Familien erbaut wurde. Die Haupterwerbsquelle von Hirschhausen lag, wie in so vielen Ortschaften und Gemeinden an unserem Weg, hauptsächlich im Eisenerzbau. Viele Orte erinnern daran mit Loren oder ähnlichen Erinnerungsstücken an zentralen Punkten. Am Ziel unseres Tages heute, in Weilbau, gibt es ein Bergbaumuseum.
Der über 400 Jahre alte Tiergarten der nassauischen Grafen und Fürsten in Weilburg liegt in Hirschhausen. Nachdem Sie die Treppenstufen von der Kirche zur Stasse hinuntergestiegen sind, wenden Sie sich nach links. Bald schon geht der Fussweg in einen asphaltierten Wirtschaftsweg über, der Sie an der 3.800 m langen und bis zu 2 m hohen Mauer entlang bis zum Parkplatz am Eingang des Tiergarten führt.
Der gesamte Tierpark umfasst 93 Hektar mit drei Teichen, die ca. 1,7 ha Wasserfläche haben. Nachdem der herrschaftliche Tierpark ab 1816 nur noch forstwirtschaftlich genutzt wurde, entschloss sich die Hessische Forstverwaltung 1969 zur erneuten Anlage eines Tiergartens, der dann 1979 eröffnet wurde.
Überqueren Sie den Parkplatz und dann am Ende die Strasse. Von hier führt der Weg durch den Weilburger Stadtwald und die Felder bis zum Windhof (Beschreibung siehe Stadtrundgang Weilburg). Vom Windhof geht es dann immer bergab hinunter zur Lahn. Wir verlassen jetzt den Lahn-Camino und machen einen kleinen Stadtrundgang durch die ehemalige Nassauische Residenz.
Weilburg
Allgemeines: Weilburg liegt an der Lahn, zwischen Taunus und Westerwald, im Bundesland Hessen, Landkreis Limburg-Weilburg auf einer Höhe zwischen 129,5 m und 370,1 m. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 aus insgesamt 14.178.
Anlaufstellen: Katholisches Pfarramt Heilig Kreuz, Frankfurter Strasse 8, 35781 Weilburg, Telefon 06471-4923-0, eMail pfarramt(@)katholischesweilburg.de, Evangelische Kirchengemeinde-Schlosskirche, Bogengasse 3, 35781 Weilburg, Telefon 06471-30309, Tourist-Info, Mauerstrasse 6/8, 35781 Weilburg, Telefon 06471-31467, eMail tourist-info@weilburg.de, Öffnungszeiten Mo-Frei 9 - 16 Uhr, Sa 10 - 12 Uhr
Übernachtung: Jugendherberge Weilburg-Odersbach, Am Steinbühl, 35781 Weilburg, Tel: 06471/7116, Fax: 06471/ 1542, Ü/ F ab 19 Euro, Hotel Am Schiffstunnel, Ahäuser Weg 4, 35781 Weilburg, Telefon 06471-61872, Ü/ F ab 30 Euro im DZ, in der ersten Etage des Bahnhofes entsteht bis 2008 ein Biker und Kanuten-Hotel, nähere Angaben sind noch nicht bekannt, Jugendzeltplatz, 4 Euro pro Person, Campingplatz Weilburg-Odersbach, ca. 4 km lahnabwärts - Privatunterkünfte mit Pilgerpass (Stand: Februar 2007): Gabi Strommen und Ka-Jo Schäfer, Erbstollen 2, 35781 Weilburg, Telefon 06471/ 506088, 1 AÜF, 2 Personen
[Bearbeiten] Weilburg - Villmar ca. 26 km
Weilburg-Schifffahrstunnel (180 m) - Freienfels - Weinbach - Elkerhausen (315 m) - Langhecke - Villmar (160 m) 26 km
Schwierigkeitsgrad: mittel
Besichtigungen: Freienfels, Elkerhausen, Villmar
Zeitbedarf: ca. 6,5 Stunden (bei 4 km/ Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Die Tages-Etappe beginnt am Weilburger Schiffstunnel. Wenn Sie vom Bahnhof kommen, nehmen Sie den Aufzug oder die Treppe hinauf zum Landtor und dann gleich am Landtor wieder den Mühlberg hinunter zur Lahn. Das gilt auch, wenn Sie in der Stadt übernachtet haben. Schon am Landtor ist der Lahn-Camino deutlich mit der Jakobsmuschel ausgeschildert. Unten wenden Sie sich nach links und dann erreichen Sie den Ausgang des Schiffstunnel mit der Doppelschleuse. Ein kleines Stück weiter beginnt der alte Leinpfad oder Treidelpfad, auf dem in früheren Zeiten die Schiffe die Lahn aufwärts gezogen (getreidelt) wurden. Da sich hier auf einem kurzen Stück der Lahn-Camino und der Lahntalradweg die Strecke teilen, sollten Sie besonders in der Zeit von Frühjahr bis Herbst besonders an den Wochenenden mit starkem Fahrradverkehr rechnen und darauf gefasst sein, dass sich nicht alle Fahrradfahrer rechtzeitig ankündigen. Bei schönem Wetter, besonders an Wochenenden, werden Ihnen die vielen Kanus und Kajaks auf der Lahn auffallen. Dieser Fluss bietet die ideale Gelegenheit zum Wasserwandern - gleich, ob eine Tages- oder Wochentour geplant ist. Zahllose Vermietstationen machen dies zu einem relativ preiswerten Vergnügen. Vielleicht haben Sie ja auch Lust, eine der Etappen auf, statt neben, der Lahn zu pilgern. Eine der besten Adressen im Raum Weilburg ist der Kanadier-Willi aus Weinbach-Fürfurt, der auch eine Station in Weilburg unterhält (Telefon 06474-278).
Der Leinpfad verläuft parallel zur Lahntalbahn und wenn Sie nach rund zweihundert Metern an der ersten Eisenbahnunterführung nach links abbiegen und dann ein paar Schritte zurückgehen, sehen Sie auf der rechten Seite in einiger Höhe die Gedenktafel zur Strandung des Zeppelin ZII im Jahr 1910. In dem gelben Haus, das Sie vor sich sehen, können Sie als Pilger vom Autor Tipps für den weiteren Weg und einen guten Kaffee erhalten. Für viele Pilger mag dies eine zu frühe Rast sein, aber die Einladung gilt natürlich auch für den Vorabend.
Wieder zurück auf dem Camino überqueren Sie die Weilmündung, einen Bach, der im hohen Taunus entspringt und Weilburg den Namen gab. Noch ein paar hundert Meter weiter verlässt der Lahn-Camino den Leinpfad, führt unter der Lahntalbahn durch, wendet sich nach rechts und überquert dann die Strasse. Der kurze, aber steile Anstieg auf die Taunus-Höhen beginnt gleich gegenüber, direkt neben dem Mäuerchen.
Obwohl dieser schmale Pfad schon bald in einen Waldweg übergeht, sollten Sie sich diesen Anstieg bei schlechtem Wetter oder nach mehreren Regentagen ersparen. Wenn Sie an der Strasse entlang zurückgehen und sich an der Guntersau (italienisches Restaurant) nach rechts wenden, gelangen Sie auf den gut ausgebauten Weiltalrad- und wanderweg, der Sie ohne Steigungen immer entlang der Weil direkt bis nach Freienfels führt.
Wenn Sie den steilen Anstieg geschafft haben, wenden Sie sich auf dem Waldweg nach links. Jetzt geht es in Windungen, immer dem Höhenzug folgend, in Richtung Freienfels. Hier oben werden Sie die Ruhe des Waldes geniessen und an manchen Stellen auf die Weil und den begleitenden Weilwanderweg herunterblicken können.
Wenn Sie aus dem Wald wieder heraustreten, liegt gleich der Weinbacher Ortsteil Freienfels vor Ihnen. Die Burgruine hoch über der Weil können Sie auch schon erkennen. Am Waldrand entlang führt der Lahn-Camino wieder nach unten bis auf die alte Trasse der Weiltalbahn, auf der der Weiltalwanderweg verläuft. Daher auch der Freienfelser Bahnhof - heute ein, zumindest an den Wochenenden, beliebtes Ausflugslokal. Getreu des rund 100 Jahre alten Gebäudes hat der Besitzer viele Erinnerungsstücke an die Bahnfahrten vergangener Jahrzehnte zusammengetragen und als Höhepunkt vor ein paar Jahren mit grossem Aufwand einen alten, originalen Salonwagen der Bundesbahn hinter den Bahnhof gestellt. Dieser wird zur Zeit restauriert und soll mit in das Lokal integriert werden. Eine tolle Idee. Der Bahnhof Freienfels ist immer einen kleinen oder grösseren Besuch wert. Öffnungszeiten finden Sie unter www.bahnhof-freienfels.de.
Auf dem Weiltalradweg überqueren Sie die Strasse und können wenig später auf der rechten Seite das Hinweis-Schild zur Burgruine erkennen. Dieser Pfad führt zwar steil nach oben, ist aber auch bei schlechtem Wetter gut zu laufen. Die Alternative ist die vorher überquerte Strasse rechts hoch zu gehen und dann die erste Strasse links Richtung Burg - wenig später treffen Sie wieder auf den Lahn-Camino, dem sie rechts folgen. Die Strasse ist nicht minder steil angelegt, deshalb folgen Sie besser dem Fussweg zur Burg, der Sie dann oben durch den dorfseitigen Halsgraben zum Eingang der Burg führt.
Vermutlich ist Burg Freienfels um 1300 herum von den Grafen von Diez-Weilnau erbaut worden, um dem Expansionsstreben des Grafen Adolf von Nassau etwas entgegenzusetzen. 1327 wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt und schon 1331 an die Nassauer verkauft. Damit ist es Graf Gerlach von Nassau gelungen, die Burg auszuschalten. Damit ging auch die militärische und strategische Bedeutung der Burg verloren. Im 15. Jahrhundert wurde dann die niemals zerstörte Burg an die von Schönborns und später an einen dänischen Freiherren verkauft. 1724 gelangt sie wieder in den Besitz der Nassau-Weilburger, verfällt Ende des 18. Jahrhunderts und wird von den Freienfelsern als Steinbruch genutzt.
Der Grundriss der Burg ist fast quadratisch, die Angriffsseite zum Dorf hin, wird durch einen 20 m breiten Halsgraben und einer Schildmauer geschützt. Die anderen drei Seiten fallen steil ab. Die Mauern sind bis zu 3,5 m stark und 19 m hoch. Noch heute sind Kaminstellen am nördlichen Palas zu erkennen, der Dreiviertel-Schalenturm wurde wohl später zu Wohnzwecken genutzt, wie ein herausgebrochenes Fenster mit Sitzbänken vermuten lässt. Insgesamt zeigt die Burg sehr deutlich, dass militärische Sicherheitsbestrebungen bei der Erbauung im Vordergrund standen.
Heute gehört die Burgruine dem sehr regen Förderverein Burg Freienfels e.V., der jedes Jahr zu Sainsonbeginn (April/ Mai) mit den Ritterspielen Freienfels (www.ritterspiele-freienfels.de) einen der grössten Mittelalter-Märkte in Deutschland organisiert und veranstaltet. Im Jahr 2007 haben sich 1800 Akteure und 20 Ritter zu Pferd angemeldet.
Nachdem Sie den wunderschönen Blick ins Weilttal von der Aussichtsplattform genossen haben, führt der Lahn-Camino Sie weiter in Richtung Weinbach. Folgen Sie der Strasse und wenden Sie sich nach links, wenn es geradeaus nicht mehr weiter geht. Durch die Felder geht es auf asphaltierten Wirtschaftswegen in Richtung Weinbach. Dort können Sie, falls Sie das noch nicht in Weilburg getan haben, mit Tagesverpflegung versorgen. Achten Sie darauf, dass Sie die Abzweigung nach rechts nicht verpassen (Beschilderung Lahnhöhenweg). Dieser Weg bringt Sie hinunter nach Weinbach. Wenden Sie sich im Ort am Supermarkt nach links und am Ende des Ortes wieder nach rechts. Wenig später führt der Weg linker Hand Sie wieder auf die Taunushöhen in Richtung Elkerhausen.
Durch den Wald kommen Sie in den Weinbacher Ortsteil Elkerhausen. Unten im Ort können Sie mit einem kleinen Umweg die um 1500 errichtete Burg der Ritter von Elkerhausen, einem schon im Jahr 1191 erstmalig genannten und später weit verzweigten Adligen-Geschlechts, entdecken. Die an dieser Stelle früher existierende Wasserburg wurde schon 1352 von Erzbischof Balduin von Trier zerstört. Die Ritter von Elkerhausen, von denen sich einige als sehr kampfeslustige Raubritter hervortaten, gerieten in scharfen Gegensatz zu den Grafen von Nassau. Von Neuelkerhausen auf dem Schwartenberg aus zerstörten die Ritter von Elkerhausen die gegenüberliegende nassauische Gegenburg, Steuerburg. Erst 1396 gelang den Nassau-Saarbrückenern die Zerstörung von Neuelkerhausen.
Heute ist die ehemalige Wasserburg im Privatbesitz und beherbergt das ansehnliche private Kunstmuseum von Frau Dr. Ingrid Krupp. Die Sammlung beherbert ungezählte Gemälde, Aquarelle und Skulpturen zeitgenössischer Künstler von 1950 bis heute. Auch ein Hundertwasser und ein Miro gilt es zu entdecken. Ausserdem wird die Geschichte der Freiherren von Elkerhausen mit vielen Funden, die während der Restaurierung der Renaissance-Bauten gemacht wurden, dargestellt. Geöffnet ist das Museum und die Galerie an Wochenenden, ausserhalb dieser Zeiten sind Sie herzlich eingeladen, einfach am Haus die Klingel zu betätigen. Telefonisch erreichen Sie das Museum unter 06474/ 8390.
Selbst wenn Sie den Umweg zur Burg nicht gemacht haben, ist die Beschilderung des Lahn-Camino hier in Elkerhausen nicht so ganz eindeutig (Stand Januar 2007). Wenden Sie sich unten im Ort an der Durchgangsstrasse nach links in Richtung Blessenbach. An der Strasse entlang führt der Pilgerweg bis zum Abzweig rechts nach Klein-Weinbach. Folgen Sie dieser Strasse noch ein paar Schritte, dann erkennen Sie den nächsten Hinweis, es geht rechts nach oben, am Rand der Wiese. Oben am Waldrand gelangen Sie wieder auf einen Weg, der Sie in den Wald führt. An der "Eisernen Hand" gehen Sie nach links. Fast schnurgerade führt der Weg Sie jetzt weiter, und nachdem Sie noch einmal nach rechts abgebogen sind, passieren Sie bald die ersten aufgegebenen Schieferbrüche von Langhecke.
Langhecke, erstmalig um 1380 erwähnt, entwickelte sich durch Silber- und Eisenfunde in der Umgebung, zu einer bedeutenden Bergarbeitersiedlung. Im 19. Jahrhundert exportierte Langhecke den wasserfesten Dachschiefer. Schon Goethe, aber schon viel früher der Schinderhannes, schätzten das versteckte Walddorf. Sie passieren hier das Hotel "Zum grünen Wald", das zu einer Tasse Kaffee oder, wenn Sie flott gegangen sind, auch zu einem Mittagessen einlädt.
Gegenüber dem Hotel, nach überqueren der Strasse, führt einer steilen Weg wieder in den Wald hinauf. Dies war die letzte grosse Steigung auf dem Weg zum heutigen Tagesziel, Villmar. Immer geradeaus und nach Überqueren der Kreisstrasse K468 können Sie gut zur linken Hand die keltischen Hügelgräber erkennen. Kurz vor Villmar biegt der Pilgerpfad noch einmal nach links ab - bitte achten Sie auf die Wegmarkierung, denn ca. 500 m biegt ein anderer Wanderweg auch nach links ab. Am Galgenberg kommt der Lahn-Camino aus dem Wald heraus. An dieser Stelle steht eine Schutzhütte und mehrere Tische und Bänke, die zu einer letzte Rast vor dem asphaltierten Weg hinunter in den Ort einladen.
Villmar
Allgemeines: Villmar liegt an der Lahn, im Bundesland Hessen und im Landkreis Limburg-Weilburg. Die Einwohnerzahl belief sich am 31.12.2005 auf 7.384.
Anlaufstellen: Katholisches Pfarramt, Peter-Paul-Str. 3, 65606 Villmar, Tel.: 0 64 82 / 42 97 , Evangelisches Pfarramt, Pfarrhausstrasse 4, 65606 Villmar-Seelbach, Telefon 06474-325, Fremdenverkehrs-Information, Frau Ingrid Pohl, Standesamt, König-Konrad-Str. 12, 65606 Villmar, Tel.: 06482-607720, E-Mail: ingrid.pohl@villmar.de
[Bearbeiten] Villmar - Diez ca. 23 km
3. Etappe Villmar - Runkel (160 m) - Eschhofen (140 m) - Limburg/ Lahn (125 m) - Diez/ Lahn (110 m) 23 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Besichtigungen: König-Konrad-Denkmal, Runkel, Limburg, Diez
Zeitbedarf: ca. 6 Stunden (bei 4 km/ Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: "Wenn einer alleine träumt, dann bleibt es ein Traum. Wenn wir aber alle gemeinsam träumen, dann wird es Wirklichkeit." (Dom Helder Camara, 1909-1999)
Wenn Sie in Villmar übernachtet haben oder mit dem Zug angereist sind geht es für Sie erst einmal wieder hoch, bis zum Ortsrand in Richtung Bachborn. Bald schon können Sie wieder das gewohnte L für den Lahnhöhenweg und die Jakobsmuschel entdecken. Der Weg führt Sie nach rechts, für ein kurzes Stück gemeinsam mit dem Fahrradweg. Bei schönem Wetter empfehlen wir Ihnen, diesem Fahrradweg auf der Höhe bis hinunter nach Enkirch zu folgen. Viele Beispiele der Volksfrömmigkeit begegnen Ihnen an diesem Wegstück, darunter auch ein Wegkreuz aus dem 16. Jahrhundert. Der Nachteil: hier oben sind Sie relativ ungeschützt und der Wind peitscht Ihnen den Regen regelrecht um die Ohren. Der Lahn-Camino biegt gleich nach ein paar hundert Metern rechts von dem Fahrradweg ab, auf einen unbefestigten Wirtschaftsweg. Dann ist die Markierung nicht mehr eindeutig. Sie müssen sich an der Gabelung nach rechts unten orientieren, wenn Sie links gehen, erreichen Sie wieder den Fahrradweg.
Parallel zur Strasse und zur Lahn kommen Sie schon bald zum König-Konrad-Denkmal auf dem Bodenstein, einem fast senkrecht zur Lahn abfallendem Felsen. Der Blick hinunter zur Lahn ist atemberaubend, den sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Ursprünglich sollte dieses Dekmal Ende des 19. Jahrhundert in Weilburg errichtet werden, dort konnte man sich aber nicht über den Standort einigen, woraufhin die Initiatoren das Denkmal in Villmar errichten liessen.
Dann geht es, immer oberhalb der Lahn, weiter nach Runkel.
Runkel
Allgemeines: Runkel liegt an der Lahn, im Bundesland Hessen und im Landkreis Limburg-Weilburg. Die Einwohnerzahl belief sich am 31.12.2005 auf 9.974.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt, August-Gerhardt-Str. 18, 65594 Runkel, Telefon 06482 4758 , eMail info@pfarramt-runkel.de, Evangelisches Pfarramt Runkel, Adresse Schadecker Str. 7A 65594 Runkel Telefon 06482 9 10 77 Fax 06482 9 10 79 , Städtischen Fremdenverkehrsamt Burgstraße 4, 65594 Runkel Telefon 06482-9161-27, Fax 9161-44
Übernachtung: Lahntour Campingplatz, Telefon 06482 - 911022,
Von Runkel führt der Lahn-Camino weiter auf dem Fahrradweg über die Blücher-Schanze und dann verlässt der Lahn-Camino den Fahrradweg und führt durch den Wald und durch Felder nach Eschhofen, dabei schneidet der Weg die Dehrner Lahnschleife ab und erlaubt einen schönen Blick auf die katholischen Lubentiuskirche, hoch auf dem Felsen an der Lahn. Den Spitznamen der Eschhofener erklärt eine schöne Sage. Die Geschichte besagt, dass ein Herzog eine Apfelernte für sich beanspruchte und der Landmann diese auch im folgenden Jahr zustellen wollte. Diese Ernte war aber nicht gerade die beste gewesen und nur drei Äpfel waren übrig. Diese brachte der Landmann zum Herzog und gab sie ihm. Der Herzog fing sofort an die Äpfel zu essen und biss ein einen hinein. Der Bauer aber schälte den Apfel zuerst. Der Herzog fragte nach, warum er das denn machen würde. Ganz einfach, sagt der Landmann: „Einer dieser Äpfel ist in einen Kuhfladen gefallen, nur weiß ich jetzt nicht mehr, welcher es war und deshalb schäle ich meinen Apfel.“ Der Herzog war erbost und schimpfte den Landmann „Eschiwer Schäß“. An der Lahn entlang, unter der ICE-Trasse und der vielbefahrenen Autobahn hindurch führt der Weg Sie hinauf zum Greifenberg. Von dort haben Sie einen eindrucksvollen Blick in das Lahntal, auf Limburg und den Limburger Dom. Sie gehen jetzt zunächst wieder hinunter und kommen nahe der alten Stadtbefestigung nach Limburg hinein. Wenden Sie sich nach rechts, gehen durch die Unterführung und über die Strasse, wenden sich wieder nach rechts, um dann wieder auf die Lahn zu stossen. Dort gehen Sie nach links weiter, immer zwischen Lahn und Stadtbefestigung entlang.
Limburg/ Lahn
Allgemeines: Limburg liegt an der Lahn, zwischen Taunus und Westerwald, Bundesland Hessen und im Landkreis Limburg-Weilburg. Die Einwohnerzahl belief sich am 31.12.2004 auf 33.842.
Anlaufstellen: Bischöfliches Ordinariat, Roßmarkt 4, 65549 Limburg, Telefon (0 64 31) 2 95 - 0, E-Mail ordinariat@bistumlimburg.de, Öffnungszeiten der Pforte Roßmarkt 4, Mo - Do 8:30 - 12:15 Uhr und 13:45 - 16:00, Fr :30 - 13:00 Uhr, Verkehrsverein Limburg Tourist Information Hospitalstraße 2 65549 Limburg a. d. Lahn Telefon Tourist Information : 0 64 31/ 61 66 Raum : A 413 FAX : 0 64 31/32 93 E-Mail : vvv-limburg@t-online.de Telefon Brigitte Scharff und Jutta Bendel : 0 64 31/ 20 32 22
Übernachtung: Campingplatz Albert, I., Schleusenweg 16, 65549 Limburg, Tel: (06431) 226 10, Jugendherberge Auf dem Guckucksberg, 65549 Limburg, Tel: 06431/ 41493, Fax: 06431/ 43873, E-Mail: limburg@djh-hessen.de, Ü/ F ab Euro 17,80
Sie sind vom Greifenberg über den Weg "Tal Josphat" unter der Eisenbahnunterführung und dann rechts abbiegend bis zum Roßmarkt und Am Buttig gekommen. Folgen Sie jetzt dem Weg zwischen der Altstadt und der Lahn, unterhalb des mächtigen Schloß- und Domfelsen. Sie kommen an der Obermühle vorbei und dem gegenüberliegenden neu errichtetem Wasserrad der ehemaligen Tuch- und Farbenfabrik. Nach wenigen Schritten passieren Sie den Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Hochwasserzeigers. Bezeichnenderweise war der jemals gemessene Hochwasserstand am 27. Juli 1344, dem Jakobustag. Der Weg wird als "Am Steiger" weitergeführt. Kurz vor der alten Lahnbrücke können Sie zu einem Stadtrundgang nach links in die Strasse Erbach abbiegen. Zunächst führt uns der Weg ziemlich steil und teilweise über Treppen zum Dom. Folgen Sie einfach, vorbei am Hof des Kloster Eberbach (um 1300) mit der heute evangelischen St. Johannes-Kapelle von 1322, den Bronzetafeln zum Dom. Sie kommen auch am Haus Römer 2-4-6 vorbei, einem der ältesten, erhaltenen Fachwerkhäuser Deutschlands und kommen in etwa in Höhe des Diözesan-Museums mit der Dom-Schatzkammer auf den Domplatz. Besonders ist ein Kreuzreliquiar hervorzuheben, eine byzantinische Arbeit aus der ersten Hälte des 10. Jahrhunderts. Nehmen Sie sich einige Zeit für den Dom, dieses spätromanische Kleinod ist es allemale wert. Im Dom stossen Sie auf die bei der jüngsten Innenrestauration des Domes zwischen 1975 und 1991 entdeckten spätromanischen Originalfresken. Diese Wandgemälde mit Heiligendarstellungen sind einmalig in Europa und ein unermesslicher kulturhistorischer Schatz. Auf der linken Seite können Sie durch ein Fenster in die Sakramentskapelle schauen und erkennen am Altarsockel eine überdimensionale Jakobsmuschel. Ein paar Schritte weiter, gegenüber dem Marienaltar, ist der Stammbaum Jesu dargestellt. In der untersten Reihe, unter Zebedäus erkennen Sie auch einen Knaben, der mit Jakobus maj. - Jakobus der Ältere - bezeichnet ist. Die detaillierte Beschreibung des Domes würde den Umfang dieses Büchleins sprengen, ich lege Ihnen eine, durch die Schwestern durchgeführte, Dombesichtigung, die Sie dann auch auf die Empore führt, ans Herz.
Wenn Sie den Dom verlassen und sich nach links wenden, erreichen Sie das Limburger Schloß mit dem spätromanischen Mittelbau, errichtet Anfang des 13. Jahrhunderts. Vom Schloß gehen Sie wieder ein kleines Stück zurück und beginnen einen kleinen Stadtrundgang. Einen solchen intakten, mittelalterlichen Stadtkern gibt es nur noch selten in Deutschland. Gehen Sie nach links die Treppenstufen hinunter. Der Weg führt Sie bis zum Roßmarkt mit dem Bischöflichen Ordinariat und der um 1300 errichteten Dompfarrkirche St. Georg. Gleich gegenüber dem Hauptportal können Sie durch die enge Barfüßerstrasse weitergehen. Vergessen Sie nicht, sich hin und wieder umzudrehen, denn manche Kostbarkeiten werden Sie sonst wegen der Enge verpassen. Aufwändig verziertes Fachwerk ist in der ganzen Altstadt zu entdecken. Von der Salzgasse wenden Sie sich nach rechts zum Fischmarkt. Hier steht gleich links ein typisches gotisches Hallenhaus, errichtet um 1350. Wenn Sie sich nach rechts und dann wieder nach links wenden, kommen Sie an einem weiteren Hallenhaus, dem Nassauer Haus aus der Zeit um 1300 vorbei. Sie passieren eine moderne Skulptur mit dem Titel "Tanz" und stehen dann in der Fahrgasse, dem alten Handelsweg zwischen Köln und Frankfurt, vor dem Walderdorffer Hof. Dieses Haus, errichtet von dem Wiener Fürstbischof Walderdorff, war bis 1989 im Privatbesitz der Familie. Ein kleines Stückchen nach links, am Haus Kleine Rütsche 4, war im Mittelalter die engste Stelle der Stadt Limburg. Die Breite der Strasse wurde am Heumarkt in Köln für die Fuhrleute angegeben. Wenn Sie sich hier wieder umdrehen, können Sie am Ende der Fahrstrasse ein Schild "Zur Lahnbrücke" erkennen. Folgen Sie der Strasse und am Erbacher Hof kommen Sie wieder auf den Jakobsweg. Wenden Sie sich nach links und unterqueren Sie die Steinerne Brücke.
Von hier aus geht der Weg ins rheinland-pfälzische Diez immer an der Lahn entlang. Folgen Sie einfach dem Radweg bis Sie kurz vor Diez die Lahn verlassen und Sie die letzte Steigung des Tages hinauf zum Schloß Oranienstein und den Stadtwald Hain erwartet. Für die Besichtigung des Barockschlosses (eines der Stammhäuser der Nassau-Oranier, dem niederländischen Königshaus) sollten Sie am nächsten Tag ein wenig Zeit einplanen. Jetzt führt uns der Weg erstmal durch den beliebten Stadtwald und die Christianenstrasse hinunter in die Stadt, wo unsere heutige Tagesetappe endet.
Diez/ Lahn
Allgemeines: Diez liegt an der Lahn, im Bundesland Rheinland-Pfalz und im Landkreis Rhein-Lahn. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 10.936.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt Herz Jesu, Ernst-Scheuern-Platz 6, Diez, Telefon 06432 2562
eMail herz-jesu-diez@t-online.de, Stiftskirchengemeinde, Schloßberg 13, Diez, Fon 06432 2406, Tourist-Information Diez Wilhelmstr. 63, 65582 Diez / Lahn Tel. 06432 / 501-275 Fax 06432 / 924275
E-Mail mail@urlaubsregion-diez.info
Übernachtung:
- Campingplatz Oranienstein / Mohr, 65582 Diez, Tel: 06432 2122, Fax: 06432 2122, post@camping-diez.de
- Jugendherberge im Grafenschloss, Ü/ F ab Euro 17,50, eMail diez@diejugendherbergen.de, Telefon 06432/ 2481
[Bearbeiten] Diez - Obernhof ca. 26 km
4. Etappe Diez/ Lahn (150 m) - Balduinstein (115 m) - Gabelstein (240 m) - Obernhof (120 m) 26 km
Schwierigkeitsgrad: schwer
Besichtigungen: Balduinstein, Schaumburg, Kloster Arnstein
Zeitbedarf: ca. 7 Stunden (bei 4 km/ Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: "Der Mensch kann sich nicht umschaffen, ohne zu leiden, denn er ist beides, der Marmor und der Bildhauer." (Alexis Carrel)
Lahn Camino
Die heutige Tagesetappe von Diez nach Obernhof stellt an Ihre Kondition einige Anforderungen. Wenn Sie nicht besonders trainiert sind, ist es vielleicht besser, die Etappe schon in Laurenburg zu beenden. Zwar geht es von der Lahn kaum auf über 300 m hoch, jedoch ist die Vielzahl der Anstiege eine besondere Herausforderung. Besonders der letzte Anstieg an den Häuserhöfen hat es in sich und fordert Sie auf den letzten Kilometern noch einmal besonders.
Aus der Stadt Diez geht es an der Kirche zunächst einmal auf die Höhen, dort durch ein Wohngebiet und dann an der Strasse entlang auf einem Fussgängerpfad in Richtung Fachingen. Hier oben können Sie schon eines der heutigen Tagesziele in einiger Entfernung erkennen: die Schaumburg. Nach ein paar Kilometern geht es auf einem steilen Weg, der bei schlechtem Wetter durchaus unangenehm werden kann, wieder hinunter zur Lahn in das kleine Örtchen Fachingen. Aus diesem Ort kommt das berühmte Staatl. Fachingen Mineralwasser. Schon im 18. Jahrhundert erzählte man sich von einem Kölner Schiffer, der nach dem Trinken des heilsamen Wassers von seinem Verdauungsleiden befreit wurde.
Schon bald geht es wieder nach oben und nach etwa 2 km erreichen Sie Balduinstein mit der Burg. Unterwegs bieten sich Ihnen einige wunderschöne Ausblicke auf die Lahn. Erzbischof Balduin von Trier begann im Jahr 1319 mit dem Bau der Burg unterhalb der Schaumburg und übergibt sie 1335 an den Ritter von Staffel. Nachdem sie im 14. und 15. Jahrhundert ausgebaut wurde, verfällt die Burg ab dem 17. Jhdt.immer stärker, so dass schliesslich nur noch die Mauern standen. Seit 1974 wird die Burg Balduinstein von der bündischen Jugend als Jugendburg genutzt. Ein weiteres interessantes Bauwerk ist der, nahe der Lahn gelegene, achteckige Port-Turm. Hier gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen, lange vor der Burg errichteten, Templerturm handelt. Nie führte durch diesen, in die Stadbefestigung integrierten Turm, eine Pforte oder ein Tor. Ausserdem hatten die Templer eine Vorliebe für die Zahl 8. Dieser Turm gibt heute den Historikern viele Rätsel auf.
Vorbei an der Burg geht es mit einem Blick zurück auf Balduinstein wieder hinauf. Am Ende dieses Anstieges wartet die Schaumburg, die vermutlich schon im Jahre 915 erbaut wurde. Die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen aus dem Jahr 915. Von 1847 bis 1867 gehörte die Schaumburg Erzherzog Stefan von Österreich die Schaumburg, der sie ab 1850 aufwändig zu dem neugotischen Schloss umbauen liess, in der sie heute noch erscheint. Nachdem sich nach 1983 die Planung eines Hotels mit Goilfplatz zerschlagen hat, verfällt das Schloss mitsamt dem Inventar zusehends. Lediglich die Schloßkapelle ist in einem guten Zustand. Das von der Decke herabhängende Jerusalemkreuz soll der älteste Gegenstand im Schloss sein und sich dort seit der Grundsteinlegung befinden. Teilweise kann das Schloss in den Sommermonaten besichtigt werden, von Juni bis September täglich ausser Montag. Der Eintritt beträgt 2 Euro.
Weiter führt der Weg zunächst an der Strasse entlang, aber schnell wieder im Wald, auf den Lahnhöhen nach Steinsberg, vorbei an einigen Schutzhütten, die wieder einen schönen Blick ins Lahntal bieten. Nach dem Überqueren der L 323 führt der Weg wieder steil nach oben zur Schönen Aussicht. Nach dem Abstieg führt der Lahn-Camino am Bahnhof von Laurenburg vorbei. Hier empfiehlt es sich für den untrainierten Pilger, diese Etappe zu beenden und am nächsten Tag die Pilgerwanderung mit einer Besichtigung von Burg und Schloß Laurenburg (auf der rechten Lahnseite) fortzusetzen. Die Übernachtung auf dem Campingplatz kostet Euro 4,50 pro Person, im Gasthof "Zum Lahntal" die Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer pro Person Euro 20,--. Die Anschrift: Gasthof "Zum Lahntal", Inh. Fam Ehrich, Lahnstr. 5, 56379 Laurenburg, Tel.: 0 64 39 / 76 20, E-mail: webmaster@gasthofzumlahntal.de.
Im Jahr 1093 wird die Burg Laurenburg erstmalig urkundlich erwähnt. Dudo Comes de Lurenburch gilt als Erbauer. Seine Söhne haben schon im Jahr 1124 mit dem Bau der Burg Nassau begonnen und nannten sich dann Grafen von Nassau. Wie es zur Zerstörung der Burg kam, ist weitgehend unbekannt. 1643 hat Reichsgraf von Holzappel die verfallene Laurenburg erworben. 1985 hat Horst Wienberg die Burg gekauft und es sich zur Aufgabe gemacht, die Ruine zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie ist ganzjährig täglich, ausser dienstags, von 10 - 18 Uhr geöffnet. Zur Burg gehört auch ein kleines Militär-Museum.
Das Alter des Schlosses Laurenburg liegt im Dunkeln. Im 14.Jhdt. gibt es urkundliche Erwähnungen eines Hofes an dieser Stelle. Die Fürsten von Anhalt-Bernburg nutzten es im 18. Jhdt.als Sommerresidenz. Durch Erfolge gelangte es an Erzherzog Stephan von Österreich (siehe auch Schaumburg), der es seinen Bediensteten als Altersruhesitz überliess. Nach mehreren Besitzer-Wechseln gelangte das Schloss schliesslich in den Besitz der Evangelischen Kirche Nassau-Hessen und wird heute als Pflegeheim genutzt.
Wir gehen aber weiter auf der linken Lahnseite, auf dem Weg neben der Bahntrasse. Wenn die asphaltierte Strasse über die Bahngleise zur Lahn führt, bleiben Sie bitte links der Bahn. Evtl. müssen Sie sich hier einen Weg bahnen, zum Zeitpunkt unserer Begehung im Januar 2007 war der Weg hier weder ausgeschildert, noch vom Gestrüpp und hohem Gras befreit. Hinter dem verlassenen Haus wenden Sie sich nach links. Hier folgt der letzte heftige Anstieg des Tages. Aber auch hier erreichen Sie nach einigen 100 m die Höhen. Auf gut ausgebauten und ausgeschilderten Wegen geht es jetzt in Richtung Obernhof und Kloster Arnstein.
Schon lange bevor Sie das Kloster sehen können, hören Sie die Glocken der Kirche. Und bevor Sie in den Ort hinuntergehen, sollten Sie erst noch diese alte Wallfahrtstätte besuchen.
Obernhof und Kloster Arnstein
Allgemeines: Obernhof liegt an der Lahn und gehört zur Verbandsgemeinde Nassau, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 387.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Margareta, Kloster Arnstein, Obernhof, Telefon 02604-1412, eMail s.nonn@bistum-limburger.de
Übernachtung:
- Privatpension Klose, Hauptstrasse 35 Tel 02604/ 62 71 Fax 02604/ 95 15 25, Mit 3 Sternen klassifizierte Pension. Gesamtbettenzahl: 4, B/ D/ T/ L/ Gt/ TV/ Radio, Übernachtung mit Frühstück: ab 18.-/Tag, www.fewo-klose.de.vu, H-M.Klose@web.de
Unterhalb des Klosters passieren Sie die Klostermühle, die in früheren Zeiten dem Kloster zur Fertigung der Lebensmittel diente, heute aber die Bibelschule der evangelikalen Missionsgesellschaft der Fackelträger beherbergt. Dann geht es entweder die Strasse, oder, wenn Sie noch Kraft haben, den schmalen Trampelpfad hinauf zum Kloster. Die Geschichte reicht zurück bis in die 2. Hälfte des 10. Jahrhundert 1139 hat Graf Ludwig III. seine Burg Arnstein in ein Prämonstratenser-Kloster umgewandelt, 1145 bestätigt Konrad III. die Abtei als reichsunmittelbar. Als die Nassauer zum Protestantismus übertraten, unterstellte sich das Kloster dem Erzbistum Trier. 1919 bildeten die Arnsteiner Patres hier das erste Konvent auf deutschem Boden. Seit 1924 gibt es die Arnsteiner Herz-Jesu-Wallfahrt.
[Bearbeiten] Obernhof - Bad Ems ca. 18 km
5. Etappe Obernhof - Nassau/ Lahn (90 m) - Dausenau - Bad Ems (100 m) 18 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Besichtigungen: Nassau, Dausenau, Bad Ems
Zeitbedarf: ca. 4 Stunden (bei 4 km/ Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: "Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe!" (1 Kor 13, 13)
Lahn-Camino
Ich hoffe, Sie konnten sich in der letzten Nacht wieder gut erholen und haben gut geschlafen. Dennoch ist die heutige Tagesetappe kürzer und bequemer als der gestrige Tag. Wir verlassen den Lahnhöherweg auf der Taunusseite (linke Lahnseite) und wechseln in Nassau auf den Höhenweg der Westerwaldseite, um der Jakobsmuschel in Dausenau einen Besuch abstatten zu können.
Zunächst gehen Sie aus dem Ort wieder in Richtung Kloster Arnstein. Wenn es gestern mit der Besichtigung und mit einem Gebet in der Wallfahrtskirche nicht mehr geklappt hat, bietet sich jetzt die Gelegenheit dazu. Im Kloster befindet sich übrigends heute eine Jugendbildungsstätte - es handelt sich um ein Selbstversorgerhaus, die personelle Ausstattung erlaubt es dem Konvent nicht mehr, einen Komplett-Service anzubieten.
Gegenüber dem Hoftor führt der Lahn-Camino auf einem asphaltierten Fahrweg über oberhalb der Lahn sanft nach unten. Bitte folgen Sie nicht der Beschilderung des Lahnhöhenweges, dieser macht einen weiten Boden in den Taunus hinein in Richtung Singhofen, um dann nach rund 8 km in Nassau wieder auf die Lahn zu treffen. Folgen Sie hier dem liegendem Andreaskreuz des Europäischen Fernwanderweges E1. Auf der anderen Lahnseite können Sie jetzt das über 750 Jahre alte Wasserschloss Langenau erkennen. Wenn Sie aus dem Wald treten, können Sie schon bald den nassauer Kirchturm und wenig später rechter Hand auf dem Felsen die Nassauer Burg erkennen.
Im Ort gibt es viele Wegweiser zur Burg, die hoch über der Lahn liegt.
Nassau
Allgemeines: Nassau, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 4.899.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Bonifatius, Emser Str. 18, Telefon 02604-942212, eMail st.bonifatius.nassau@t-online.de, Evangelische Kirchengemeinde, Bahnhofstr. 14, Telefon 02604-1820, eMail ev.kirchengemeinde.nassau@ekhn-net.de, Tourist-Information Nassauer Land e.V., Günter-Leifheit-Kulturhaus, Oberstrasse 9a, Nassau, Telefon 02604-951991, eMail info@nassau-touristik.de
Übernachtung: Campingplatz "Auf der Au", Telefon 02604-4442, www.camping-nassau.de, Privatpension Kreidel, Ackerweg 6,Telefon 02604-5750, Ü/ F im Doppelzimmer 17 Euro
Um zum Stein'schen Hof zu gelangen, mussten wir über die Brücke auf die rechte Seite der Lahn. Hier treffen Sie auf den Lahnhöhenweg der Westerwaldseite, bezeichnet mit einem scharzen L. In Richtung Krankenhaus und Schützenhäuser führt Sie der Weg auf die Westerwaldhöhen durch die Stadt in Richtung Dausenau. Nach einigen schönen Aussichtsplätzen kommen Sie beim Schieferturm in den Ort Dausenau hinein.
Beidseitig eines kleinen Nebenbaches der Lahn hat sich der 1234 erstmalig erwähnte Ort gebildet. Der alte Ortkern ist noch von einer weitgehend intakten,mittelalterlichen Ringmauer umgeben. Sehenswert sind die beiden noch erhaltenen Türme der Stadtbefestigung, der Tortum und der Schiefe Turm. Dieser neigte sich im 19. und 20. Jhdt. und musste schliesslich 1950 um ca. 7,50 m abgebrochen werden. Von weiteren 5 Türmen sind nur noch die Stümpfe erhalten. Direkt neben dem Torturm sehen Sie die 1100 Jahre alte Gerichtseiche des Ortes.
Der Grund für unseren Abstecher vom Lahn-Camino ist jedoch die St. Kastor-Kirche. Der romanische Turm wurde im Jahr 1179, die frühgotische Hallenkirche mit drei Schiffen, Staffel und Empore entstand in den 20er Jahren des 14. Jahrhunderts. Die Wandmalereien, 1902 rekonstruiert, stammen aus dem 14.und 16. Jhdt. Sie stellen die Leidensgeschichte Jesu und die Apostel dar. St. Jakobus ist noch nicht als Pilger mit Hut, Stab und Jakobsmuschel dargestellt, sondern noch in seiner ursprünglichen Gestalt, mit Buch (Evangelium) und die linke Hand auf das Schwert gestützt. Im Jahre 44 wurde Jakobus der Ältere im Heiligen Land mit dem Schwedrt hingerichtet. Er soll nach der Missionierung Spaniens dahin zurückgekehrt sein. Der Flügelaltar aus der Zeit um 1500 ist ein besonderes Kleinod. Er zeigt Patrone und Tafelbilder aus dem Marienleben. Im linken Kirchenschiff entdecken Sie eine unscheinbare Vitrine. Sie enthält Gegenstände, die bei Ausgrabungen im Jahr 1991 in der Kirche gefunden wurden. Unter anderem auch Teile einer Jakobsmuschel, die darauf schliessen lassen, dass sich ein Pilger im 14. oder 15. Jahrhundert auf den beschwerlichen Weg von Dausenau nach Santiago de Compostela gemacht hat und wohlbehalten mit der Jakobsmuschel zurückkehrte. Diesem unbekannten Pilger war die Muschel so wichtig, dass sie ihm mit ins Grab gegeben wurde. Die Besichtigung der evangelischen St. Kastor-Kirche ist von Ostern bis zum Erntedankfest jeweils sonntags von 14 - 17 Uhr möglich. Ausserhalb dieser Zeiten rufen Sie bitte 02603-6256 an oder senden Sie eine eMail an ugschdausenau@aol.com.
Von Dausenau ist es nicht mehr weit bis zum Ziel unserer heutigen Tagesetappe, Bad Ems. Der Weg führt noch einmal hinauf Richtung Höhenhaus und Concordiaturm, von wo sich ein schöner Blick auf die Stadt bietet. Dann geht der Weg hinunter in die Stadt Bad Ems.
Bad Ems
Allgemeines: Verbandsgemeinde Bad Ems, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2006 auf 9.452.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Martin, Gartenstr. 4, Telefon 02603-2573, eMail kath.pfarramt.ems@onlinehome.de, Evangelische Kirchengemeinde, Kirchgasse 15-17, Telefon 02603-50126, eMail evkirchebadems@web.de, Tourist-Information, Bahnhofplatz, Telefon 02603-9415-0, eMail info@bad-ems.info
Übernachtung: Jugendherberge,Alte Kemmenauer Str. 41, Telefon 02603-2680, eMail bad-ems@diejugendherbergen.de, Ü/ F ab 17 Euro, Campingplatz Obere Lahnstrasse, Telefon 02603-2679, Pension Haus Rheingau, Fam.Cajan, Bahnhofstr. 4, Telefon 02603-4481, Ü/ F im Doppelzimmer Euro 15-20 p.P.
Sehenswerte Gebäude in Bad Ems: Kurhaus und barockes Badeschloß, die Brunnenhalle, das Kursaalgebäude mit Marmorsaal (heute Sitz der Bad Emser Spielbank), die Malberbahn und die Kurwaldbahn zum Bismarckturm, die neugotische, katholische St. Martinskirche, gebaut 1866 bis 1882, darin eine Sandnerorgel aus dem Jahr 1995, die evangelische Martinskirche aus einer ursprünglich romanischen Basilika, die evangelische Kaiser-Wilhelm-Kirche imneo-romanischen Stil, die russisch-orthodoxe Kirche aus demJahr 1876, der Quellenturm aus dem Jahr 1907, der Limeswsehrturm, das Künstlerhaus Schloß Balmoral, der Bismarckturm, der Concordiaturm (an dem Sie auf demWeg in die Stadt vorbeigekommen sind), das Glockenspiel amalten RFathaus und das Kaiser Wilhelm Denkmal im Kurpark.
[Bearbeiten] Bad Ems - Lahnstein ca. 22 km
6. Etappe Bad Ems - Hoher Malberg (310 m) - Miellen (140 m) - Hof Aspich ( 243 m) - Lahnstein (70 m) 22 km
Schwierigkeitsgrad: mittel
Besichtigungen: Lahnstein
Zeitbedarf: ca. 5 1/2 Stunden (bei 4 km/ Stunde) zzgl. Pausen und Besichtigungen
Tagesmotto: "Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern. Reinigt die Hände, läutert euer Herz, ihr Menschen mit zwei Seelen! (1 Jak 4, 8)
Heute geht es wieder zurück auf die linke Lahnseite und damit auf den Lahn-Camino. Den Einstieg in den Lahnhöhenweg finden Sie auf der linken Lahnseite in der Nähe des Bahnhofs. Der Weg führt durch die Bebauung und später dann in Serpentinen hinauf auf den 317 m hohen Malbergskopf. Wenig später führt der Weg wieder hinunter und bleibt dann etwas oberhalb der Bahnstrecke auf diesem Niveau. Der Weg folgt dem Lahnbogen, vorbei an den Ortschaften Nievern und Miellen. Am Ortsausgang von Miellen wenden Sie sich nach links, es geht jetzt hinauf, vorbei am Hohen Scheidskopf, durch das Schweizertal in den kleinen Ort Frücht auf 248 m Höhe. Hier in Frücht passieren Sie die Kapelle, unter der sich die Stein'sche Familiengruft befindet und wo auch Carl Freiherr vom und zum Stein bestattet wurde. Von Frücht geht es weiter zum ehemaligen Bergbaudorf Friedrichssegen. Hier gibt es ein interessantes Bergbaumuseum, im Jahr 2000 eröffnet. An der Strasse gehen Sie bitte nach links und folgen ihr für ein paar Meter. Hinter den Häusern führt der Lahn-Camino wieder in den Wald und hält den letzten Anstieg des Tages, hinauf zum Hof Aspich auf 243 m für Sie parat. Von hier aus geht es vorbei an einigen schönen Aussichtspunkten über Friedland hinunter nach Oberlahnstein. Der Lahn-Camino verliert sich in der Stadt - von hier aus sind es noch 2.200 km bis nach Santiago de Compostela. Verpassen Sie nicht die versteckt in der Nähe des Bahnhofs liegende Hospitalkirche. Hier haben sich in früherer Zeit die Jakobspilger für ihre Reise entlang des Rheins oder entlang der Mosel in Richtung Trier gesammelt.
Lahnstein
Allgemeines: Stadt Lahnstein, im Bundesland Hessen und im Rhein-Lahn-Kreis. Die Einwohnerzahl belief sich am 30.06.2005 auf 18.439.
Anlaufstellen: Pfarrbüro Kath. Pfarramt St. Martin, Pfarrgasse 6, Telefon 02621-40006, eMail lahnstein.pfarrei.stmartin@t-online.de, Evangelische Kirchengemeinde Oberlahnstein, Lahneckstr. 8, Telefon 02621-2236, Tourismusbüro, Kirchstr. 1, Telefon 02621-914171, eMail touristinformation@lahnstein.de
Übernachtung: Campingplatz Burg Lahneck, Telefon 02621-2765, Hotel Zum Roten Ochse, Brunnenstrasse 9, Telefon 02621-4511
Ganz in der Nähe des Bahnhofs liegt etwas versteckt die St. Jakobus-Hospitalkapelle, ein gotischer Bau. Hier wurde bei der Renovierung in den Jahren 1985 bis 1989 das 4. Pilgergrab in Deutschland mit Resten einer Jakobsmuschel gefunden. Die Kirchentür ist mit Pilger-und Jakobsmuschelsymbolen verziert. Die Fresken im Inneren zeigen den Patron der Kirche und der Wallfahrt, den Heiligen Jakobus d.Ä. Über dem Portal können Sie ein Tuffsteinrelief entdecken mit der Darstellung des Heiligen Jakob, einem Pilgerschiff im Hintergrund und dem Wallfahrtsziel: der Kathedrale von Santiago de Compostela.
[Bearbeiten] Literatur
- "Lahn-Dill Nord und Süd" 1:50.000 Landesvermessungsamt Hessen, ISBN 3-89446-288-4
- "Lahn-Naturpark Nassau" 1:50.000 Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz ISBN 3-89637-305-6
- "Der Jakobsweg von Wetzlar nach Lahnstein. Ein Pilgerwanderführer für den Lahn-Camino" von Karl-Josef Schäfer, bei BoD, Norderstedt, Mai 2007, Taschenbuch: 116 Seiten, Auflage: 2 (Oktober 2007), Sprache: Deutsch, ISBN 3-83349-475-8, Größe und/ oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1 cm

