Thema:Hess. Radfernweg R1: Fulda-Radweg
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Der etwa 200 km lange Fulda-Radweg führt vom südlichen Teil der Wasserkuppe in der Rhön entlang des Flusstals bis nach Hann. Münden. Auf dieser Route lernt man das urgemütliche Hessen kennen. Romantische Fachwerkstädte wie Schlitz, Rotenburg an der Fulda und Melsungen laden zum "Rad-Stop" ein. Geschäftig geht es dagegen am alten Bischofssitz Fulda und in der nordhessischen "Documenta-Stadt" Kassel zu.
Der Hess. Radfernweg R1 beginnt in der Hauptvariante im fränkischen Bad Neustadt an der Saale. Dort verläuft er entlang der Brend nach Bischofsheim an der Rhön. Die Variante R1a beginnt an der Ulsterquelle, wo auch der Ulstertal-Radweg in Richtung Norden zur Werra beginnt. In Gersfeld trifft er auf den Hauptweg R1. Nördlich von Kassel in Hann. Münden vereint sich die Fulda mit der Werra zur Weser. Der R1 führt noch weiter entlang der Weser bis Bad Karlshafen und ist damit dann etwa 260 km lang. Der R 1 ist übrigens auf fast der gesamten Streckenlänge Teil der D-Route 9.
Wer möchte, kann mit dem nordöstlich verlaufenden Werratal-Radweg,dem Ulstertal-Radweg und dem Milseburgradweg zu einer abwechslungsreichen Rundtour starten. Kürzere Rundtouren sind möglich, wenn man eine der zahlreichen Querverbindungen zwischen Fulda und Werra nutzt, z. B. den Hess. Radfernweg R5 in Rotenburg, den Waldhessen R15 in Blankenheim oder die Mittelland-Route D4 in Bad Hersfeld. Nach Westen sind Touren zum Edersee attraktiv. In Guxhagen startet der Eder-Radweg, in Beiseförth zweigt der Hess. Radfernweg R5 ebenfalls Richtung Edersee ab. Nördlich der Stadt Fulda zweigt der Hess. Radfernweg R2 Richtung Vogelsberg ab. In Lauterbach kann man auf dem Vulkanradweg wieder zum R1 zurück.
Seit Mai 2009 hat der Fuldaradweg übrigens eine neue Attraktion: Die Fahrradseilbahn zwischen Binsförth und Beiseförth.
| Tourenprofil | |||
| Höhe | km | Hm | |
|---|---|---|---|
| Wasserkuppe: | 802/846 | 0 | |
| Gersfeld: | 492 | 11 | |
| Fulda: | 248 | 41 | |
| Bad Hersfeld: | 200 | 90 | |
| Melsungen: | 166 | 145 | |
| Kassel: | 140 | 175 | |
| Hann. Münden: | ca. 120 | 205 | |
| Übersicht
| |||
Inhaltsverzeichnis
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[Bearbeiten] Streckenprofil
- Länge: etwa 205 - 278 km
- Hess. Radfernweg R1: 257 km (Bischofsheim - Bad Karlshafen)
- Entlang der Fulda: rund 205 km (Wasserkuppe - Hann. Münden)
- Ausschilderung: guter normgerechter Standard der hessischen Radfernwege
- Steigungen: Auch wenn die Route ein Flussradweg ist, so ist die Strecke zum Teil doch recht hügelig. Richtig eben ist eigentlich nur der Abschnitt Kassel - Hann. Münden, wobei Hutzdorf - Bad Hersfeld ebenfalls sehr geringe sportliche Ansprüche stellt.
- Wegzustand: gut ausgebaut; Über 85 % der Strecke sind asphaltiert oder betoniert; der Rest sind meist gut fahrbare Schotterwege (zwischen Kassel und Fuldatal /Simmershausen allerdings etwa 10 km zum teil groberer Schotterweg, der bei Regen teileise auch etwas schlammig wird). Ein Ausbau dieser Strecke ist geplant, aufgrund von Finanzierungproblemen kommt der Ausbau in absehbarer Zeit aber wohl nicht.
- Verkehrsbelastung: weitgehend verkehrsfrei; z. T. werden wenig bis mäßig befahrene Ortsverbindungsstraßen genutzt.
- Geeignetes Fahrrad: Am besten Tourenrad mit bergtauglicher Schaltung, (mindestens 7 Gang-Nabenschaltung), da es schon einige anspruchsvolle Hügel gibt.
- Familieneignung: durchgängig nicht für Familien mit kleineren Kindern geeignet. Die familienfreundlichsten Abschnitte sind die weitgehend verkehrfreien Strecken Gersfeld nach Fulda, Kassel nach Hann. Münden und Rotenburg nach Morschen, insbesondere, wenn man westlich der Bahnlinie bleibt (Alternativstrecke). Die schöne und ruhige Strecke Guxhagen - Dennhausen ist ebenfalls sehr zu empfehlen.
- Mit Kinder ab etwa 10 Jahren, die das Fahrrad sicher beherschen, ist die Strecke aber durchgängig ab Gersfeld gut zu befahren (auf den Ortsverbindungsstraßen fährt am besten immer ein Eltenteil vorne). Interessant für Familien ist z. B. besonders die Fahrradseilbahn bei Beiseförth.
- Inlinereignung: auf kürzeren Abschnitten zum Teil gegeben, durchgängig aber nicht.
[Bearbeiten] Hintergrund
Alles Wissenswerte zum Fluss kann im Wikipediaartikel Fulda nachgelesen werden. Die Herkunft des Namens "Fulda" ist übrigens noch ungeklärt.
Im November 2011 erhielt die Route als "ADFC-Qualitätsradroute" 4 von maximal 5 möglichen Sternen. Die größte Problemstelle der Route im Bereich Kassel-Wolfsganger bis Simmershausen (z. T. enger und bei / nach Niederschlägen matschiger Weg) ist übrigens auch trotz "4-Sternestandard" noch nicht behoben worden.
[Bearbeiten] Anreise
[Bearbeiten] Bahn
Überregionale Bahnknotenpunkte am Fulda-Radweg sind Fulda, Kassel und Bebra.
Fast das gesamte Fuldatal wird ab Gersfeld von der Bahn begleitet. Eine Ausnahme bildet lediglich der Abschnitt Fulda - Bad Hersfeld. Alle größeren Orte besitzen einen Regionalbahnhalt.
[Bearbeiten] Fahrrad-Busse
- Hochrhönbus − In der Bayrischen Rhön verkehrt an Samstagen, Sonn- und Feiertagen vom 1. Mai bis 3. Oktober der Hochrhönbus aus Bad Neustadt und Fladungen. Eine Fahrradmitnahme ist möglich. · www.hochrhoenbus.de, Infobroschüre 2011, Streckenplan, Fahrplan 2011
- Der RhönRadBus fährt an Sonn- und Feiertagen vom 1. Mai bis 3. Oktober von Fulda entlang dem Milseburgradweg über Hilders und der Wasserkuppe nach Gersfeld. · Streckenplan, Fahrplan 2011
[Bearbeiten] Fahrrad
- über den Rhön-Radweg zum Rotes Moor in der Rhön (hier Anschluss an den R1a).
- aus dem Rhein-Main-Gebiet über den Hess. Radfernweg R3 nach Fulda.
[Bearbeiten] Auto
Die Anreise per KFZ ist nicht so praktikabel, da der Fulda-Radweg keine Rundtour ist. Da das Tal allerdings fast komplett per Bahn erschlossen ist, kann man so wieder problemlos zum Standort des eigenen Autos zurück kommen.
[Bearbeiten] Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Strecken in der Rhön bis Gersfeld
[Bearbeiten] Wasserkuppe - Fuldaquelle - Gersfeld: 9 km
Mit 950 m Höhe hält die Wasserkuppe zwei Rekorde: Sie ist der höchste Berg Hessens und gleichzeitig die höchste Erhebung der Rhön. Der Gipfel wird gern besucht. Die Fuldaquelle liegt südlich des Gipfelplateaus der Wasserkuppe in 850 m ü. NN an der Straße nach Gersfeld bzw. Ehrenberg.
Über geschotterte Wege kann man entlang der jungen Fulda direkt nach Gersfeld abfahren. Das Gefälle beträgt durchgehend 4 - 9 %.
[Bearbeiten] R 1a: Ulsterquelle - Rotes Moor - Gersfeld: 11 km
Start ist die Landstraße Wüstensachsen - Oberelsbach (810 m), wo der Rhön-Radweg verläuft. Nach 1,6 km beginnt der Ulstertal-Radweg (815 m) in Richtung Norden. Hier ist die Ulsterquelle, die in die Werra mündet. Der R 1a steigt nach Westen auf 846 m ü. NN hinauf und wieder hinab. Nach 2 km erreicht man das Rote Moor. Hier macht es Sinn den Aussichtsturm und den Moorsee zu besuchen. Stärken kann man sich im "Haus zum Roten Moor".
Die nächsten 3,5 km geht es durch den Wald nur mäßig bergab (750 m). Durchs offene Feld geht es 4 km lang mit bis zu 9 % Gefälle nach Gersfeld (492 m). Im Ort sind es sogar 11 % Gefälle.
[Bearbeiten] R1: Bischofsheim (Bayern) - Gersfeld: 14 km
Vom Anschluss des Rhön-Radweg in Unterweißenbrunn (407 m ü. NN) bis Bischofsheim an der Rhön (444 m) sind es 2 km. Es steigt nun mit bis zu 10 % auf 5,4 km nach Oberweißenbrunn (615 m). Bis zum höchsten Punkt des Radwegs (724 m), gleich hinter der Landesgrenze von Bayern nach Hessen, sind es 2,3 km. Dann geht es 3,7 km mit bis zu 8 % Gefälle bergab nach Gersfeld.
[Bearbeiten] Gersfeld - Fulda: ca. 30 km
Ab Gersfeld (Endpunkt der Rhönbahn) ist die Strecke des hess. Radfernweg R1 eine beliebte Familienroute über Ebersburg und Bronnzell (Standort des klassizistischen Jagdschlosses Fasanerie) bis nach Fulda. Die Route führt weitgehend verkehrsfrei und eben bis in die Domstadt Fulda. Der Weg ist allerdings zum Teil geschottert. Im oberen Streckenabschnitt merkt man aufgrund des Gefälles noch, das man talwärts fährt.
- → wer Schloss Fasanerie (Info) besuchen will, kann dies von Bronnzell aus tun. Dieser Weg empfiehlt sich nicht nur Flussaufwärtsradlern. Offiziell ausgeschildert ist ein Weg über Eichenzell, der allerdings nicht so schön ist. Auf jeden Fall geht es einen Berg hoch.
Südlich von Fulda passieren wir rechts die Propstei Johannesberg (Info Wikipedia). Später verläuft der Radweg in der recht ausgedehnten Flussniederung der Fulda.
Neben Schloss und Dom gibt es in Fulda auch einiges Sehenswertes in der barocken Altstadt zu entdecken. Dabei ist zu beachten, dass das Radwegenetz im Stadtgebiet selbst noch ausbaufähig ist; Radreisende in der Stadt Fulda müssen also straßentauglich sein. Zudem wird in der Altstadt Kopfsteinpflaster verwendet, das den Fahrkomfort beeinträchtigt.
[Bearbeiten] Fulda - Bad Hersfeld: etwa 50 km
Im Stadtgebiet Fulda verläuft der Radweg zunächst durch die Flussniederung der Fulda; dann werden die nördlichen Stadtteile Gläserzell, Kämmerzell und Lüdermünd erreicht.
Der Radweg erreicht das Stadtgebiet Schlitz - aber nicht den Ort! - in einem landschaftlich besonders schönen Teil des Fuldatals. Allerdings müssen einige Hügel überwunden werden. Zwischen Fulda und Hutzdorf gibt es weder Bahn noch Bundesstraße, daher ist es sehr ruhig.
- Pfordt - Fachwerkdorf
- → anschließend verläuft die Route durch ein Waldstück. Wenn man rechts eine Holzbrücke (Foto) sieht, dann kann man dort nach Fraurombach abbiegen. Der ausgeschilderte Radweg führt alternativ nach Hünfeld oder Burghaun. Fraurombach verfügt mit dem Hofcafé Pletschmühle über ein bekanntes Gartenlokal.
- → Haunetal-Abstecher oder Fulda-Haune-Rundtour: In Burghaun oder Hünfeld erreicht man den Haunetal-Radweg, dem man bis Bad Hersfeld folgen kann. Dort trifft man wieder auf den R1. Radelt man wieder flussaufwärts, gelangt man zum Ausgangspunkt bei Schlitz. Zwischen Hünfeld und Burghaun kann man auch den Kegelspiel-Radweg fahren, wobei der Haunetal-Radweg in Burghaun deutlich (200m?) tiefer verläuft (Verbindungen zwischen den Radrouten sind ausgeschildert). Der Haunetal-Radweg ist nur teilweise asphaltiert.
- Abstecher zur Schlitzer Altstadt: Das historische Zentrum der Burgen- und Fachwerkstadt Schlitz liegt nicht direkt an der Route, der Abstecher lohnt aber auf alle Fälle. Vom Fulda-Radweg fährt man etwa 2,5 km einfach ab der Brücke am Nebenfluss Schlitz (liegt südlich von Hutzdorf) eben entlang das Flüsschens in das Zentrum. Hier bei 50° 40' 58" N 9° 35' 19" O beginnt auch die Ausschilderung des Vulkanradwegs. Diese Anbindung ist auch als Hess. Radfernweg R7a ausgeschildert.
Bis Unterschwarz verläuft der Fulda-Radweg weiter auf verkehrsfreien Wegen. In Unterschwarz links ab über die Fuldabrücke Richtung Ober-Wegfurth, gleich danach rechts abbiegen auf die alte Bahntrasse Richtung Bad Hersfeld, die zum Radweg ausgebaut wurde.
Die Strecke im weitem Tal von Niederaula nach Asbach verläuft seit August 2011 auf einem neuen Weg abwechselnd links und rechts der nur noch als Güteranschluss genutzten Bahnstrecke. Hier wurden mit großem Aufwand landwirtschaftliche Wege asphaltiert bzw. betoniert. Damit gehört eines der größten Problemstücke des R 1 auf den Landestraßen in diesem Talabschnitt der Vergangenheit an. Die neue Trasse verläuft zwar in Hörweite der Bundesstraße, aber der Verkehrslärm hält sich in Grenzen, da zur B 62 ein Abstand von 80 bis 100 m eingehalten wird. Am neuen Weg zwischen Niederaula und Asbach gibt es auch zwei Rastplätze mit Bank-Tisch-Kombinationen: Den ersten besonders empfehlenswerten bei 9° 38' 35" N 50° 49' 1" O unter einer schönen alten Eiche und den zweiten 1,5 km vor Kohlhausen bei 9° 39' 37" N 50° 49' 38" O.
Ab Kohlhausen geht es dann die restlichen 6-7 km meist direkt im Bereich der Fulda über betonierte Wirtschaftswege nach Bad Hersfeld. Unterwegs kann man noch einen Blick in den sehenswerten Fachwerkinnenhof des Schlosses Eichhof werfen. Das schlossartige Gutshaus, das zum Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen gehört, ist einen kurzen Stopp wert (Schlossartikel in der Wikipedia).
[Bearbeiten] Bad Hersfeld - Melsungen: etwa 55 km
Diese Etappe führt entlang der mittleren Fulda. Hier gibt es viel Fachwerk zu entdecken.
- → Bad Hersfeld wird auf dem Solztal-Radweg verlassen, dem man bis hinter die Fuldabrücke folgt. Linksseitig zweigt man ab von der Bahntrasse durch ein waldiges Naturschutzgebiet. Es folgt ein recht kurzer Abschnitt auf einer Nebenstraße nach Friedlos. Entlang der lauten B27 geht es nach Breitenbach. Der recht hoch geführte Radweg erlaubt einen schönen Blick über das hier recht breite Fuldatal.
- Ab Breitenbach besteht abseits der Route Anschluß nach Bebra - Wer einen Bahnhalt sucht, wird hier am Bahnhof Bebra fündig, der eine guten Bahnanschluß insbesondere im Nahverkehr bietet. Das Stadtzentrum von Bebra mit Bahnhof liegt aber nicht direkt am R1. Bebras große Zeit als Eisenbahnerstadt und wichtiger Eisenbahnknoten im Fernverkehr ist allerdings schon lange vorbei. Der heute viel zu groß wirkende Bahnhof ist dringend sanierungsbedürftig. So besitzt der Bahnhof mit Datenstand 04-2012 noch nicht einmal Aufzüge oder Rampen. Die schon lange überfällige Sanierung soll aber angeblich zeitnah in Angriff genommen werden.
- → Von Breitenbach führt die Route aber nicht über Bebra, sondern direkt weiter links an der Fulda entlang. Man fährt durch einen teils dicht bewaldeten, landschaftlich schönen Abschnitt nach Rotenburg. Unterwegs findet man am Südufer des "Forbachsee" (NSG) noch einen überdachten Vogelbeobachtungsstand mit Seeblick.
- Rotenburg an der Fulda lädt mit seiner Fachwerkaltstadt zur Pause und je nach Etappenplanung natürlich auch zur Übernachtung ein.
- → Von Rotenburg führt die Route auf asphaltieren Wirtschaftswegen abseits des KFZ-Verkehr landschaftlich schön am Fluß entlang. Das Dorf Brach wird links liegen gelassen.
- Baumbach - wichtiger Hinweis: Der Bahnhof Baumbach besteht nicht mehr.
- → Östlich Baumbach Flußquerung auf Radweg an der Kreisstraße. Am Sportplatz geht es links aber sofort wieder weg vom Verkehr in die weiten Felder.
- NSG Kiesgrube nordöstlich Baumbach - Die ehemalige Kiesgrube ist schon lange renaturiert und heute ein wertvolles Biotop für Vögel. Direkt am R 1 findet man bei 51° 1' 56" N 9° 40' 9" O hier eine überdachte Beobachtungkanzel (bietet auch gut Schutz vor einem Regenschauer).
- → Weiter radelt man durch die Felder Richtung Heinebach. Hier gibt es im Bereich der Route wieder einen Bahnhalt ("Alheim-Heinebach"; erreichbar ab dem Verzweig R 1 / Kreisstraße über die Bahnhofstraße nach rund 200 m).
- In Morschen (Bahnhalt "Morschen-Altmorschen" im Ort nahe des R 1) bietet sich ein Stopp am Kloster Haydau an, an dem der R 1 in Ortslage direkt dran vorbeiführt.
- →Direkt hinter der Straßenbrücke über die Fluda, die Altmorschen und Neumorschen verbindet, lohnt es den R 1 nach rechts zu verlassen. Mit der lokalen Radwegweisung R 18 kann man Neumorschen abseits des KFZ-Verkehr auf gut fahrbaren Asphaltwegen umgeben (nur geringer Umweg). Nach etwa 1 km führt der lokale R 18 wieder auf den Fuldaradweg. Hier dominiert nun die imposante Bahnbrücke der Hochgeschwindigkeitsstrecke Fulda-Kassel das Tal. Hinter der Brücke muß man noch rund 1 km die etwas stärker befahrene Ortsverbindungstraße bis Binsförth nutzen.
- →Zwischen Binsförth und Beiseförth kann man seit 2009 die neue Fahrradseilbahn nutzen, oder weiter die Straße mit dem größeren Hügel befahren.
- In Beisförth findet man übrigens Hessens einziges Korbmachermuseum.
- → Bei Malsfeld wurde ein kurzes Stück Radweg Richtung Melsungen neu ausgebaut. Dort überquert die stillgelegte Strecke der "Kanonenbahn" das Fuldatal.
- → Die Durchfahrt der historischen Fachwerkstadt Melsungen folgt inzwischen dem Fuldaverlauf abseits der B83.
- Etappenstadt Melsungen - Auch wer hier nicht übernachtet, sollte sich zumindest die sehenswerte Fachwerkaltstadft zwischen Bartenwetzerbrücke und Markplatz einmal näher ansehen. Gastronomie lädt in der Fußgängerzone zur Einkehr ein. Wahrzeichen von Melsungen ist das Fachwerkrathaus, das natürlich am Marktplatz zu finden ist.
- - Fahrradparken und WC in Melsungen: Im nördlichen Teil des Besucherparkplatzes "Am Sand" bei 51° 7' 59" N 9° 32' 43" O finden sich Fahrradboxen zum vandalismus- und diebstahlsicheren Abstellen von Rädern mit Reisegepäck. Von hier sind es zu Fuß nur wenige Schritte bis zur Bartenwetzerbrücke und zum Marktplatz mit Rathaus. Parkgebühr: 50 Cent für 24 Stunden, die am Parkscheinautomat zu zahlen sind. Der Parkschein wird dann von innen in ein Sichtfensterchen an der Box als Beleg hinterlegt (07-2010). Am Parkplatz gibt es auch ein öffentliches WC. Eine weitere Toilette liegt an der nördlichen Seite des Rathauses.
[Bearbeiten] Fahrradseilbahn
Deutschlandweit einmalig: Die neue Fahrradseilbahn zwischen Binsförth und Beiseförth
Das ungewöhnliche Transportmittel über die Fulda ist seit dem 21. Mai 2009 in Betrieb. Die Seilfähre erschließt ein neues, landschaftlich sehr schönes Stück des R1 in der Fuldaschleife zwischen Binsförth und Beiseförth. Mit der 50 m langen muskelkraftbetriebenen "Fahrradseilbahn" kann die recht gefährliche Straße zwischen Binsförth und Beiseförth am westlichen Fuldaufer umgangen werden. In der Straße gibt es auch eine steile Kuppe, die nun ebenfalls nicht mehr bewältigt werden muss. Die neue Attraktion (zu finden bei 51° 4' 21" N 9° 33' 22" O) wurde als Ersatz für eine angedachte Fahrradbrücke über die Fulda errichtet, die bedeutend mehr gekostet hätte (750.000 €). Auch ein Radweg an der Bundesstraße am östlichen Ufer wäre bedeutend teurer als die Seilbahn gekommen. Die Anlage hat den Anliegergemeinden Morschen und Malsfeld insgesamt 134 000 Euro gekostet. [1] 70 % der Kosten hat das Land Hessen als Zuschuss übernommen.
Der offizielle Name der Bahn lautet übrigens "Seilfähre". In den Medien und unter den Radreisenden hat sich jedoch der Name "Fahrradseilbahn" etabliert. Unter diesem Begriff ist die Anlage auch in der Wikipedia beschrieben .
Funktion und Bedienung: Die Gondel der frei zugänglichen Selbstbedienungsbahn fasst 4 Personen jeweils mit Fahrrad. Der Transportkorb besitzt eine mechanische Überlastsicherung, die die Bahn bei mehr als 400 kg Zuladung blockiert. In der Gondel ist ferner ein Notrufmelder montiert, mit dem eine rund um die Uhr besetzte Servicestelle alarmiert werden kann. Auch eine Handynummer, die man im Notfall anrufen kann, ist angegeben. Die Fahrt über die Fulda in 1,5 bis 2 m Höhe dauert etwa 5 Minuten, bei der die Gondel von zwei Passagieren per Handkurbel vorwärts bewegt werden muss. Der Rekord liegt laut Christian Schäffer vom Ingenieurbüro Intium übrigens bei 3 Minuten (dann schmerzen allerdings die Schultern)[2]. Falls man Pech hat, muss man allerdings erst die leere Gondel per Handkurbel vom anderen Ufer hinüber holen (dann benötigt man mehr als 5 Minuten für die Passage).
Bei der Passage selbst ist erhöhter Krafteinsatz gefragt. Dies gilt besonders, wenn man die Überfahrt als Einzelperson absolviert. Auf die Handkurbeln muss laut Pressemeldung von NordHessen Touristik ein Druck von etwa 15 kg ausgeübt werden.[3] Bei voller Gondel ist das Kurbeln recht mühsam. Probleme bereiteten 2009 teilweise die Kupplungen der beiden Antriebskurbeln in der Gondel. Die Kurbeln mussten zum Körper hingezogen werden, damit sie einrasteten. Das Kurbeln mit dem gleichzeitigen Hinziehen zum Körper war nicht gerade ergonomisch. Beim Drehen kuppelte sich die Kurbel schon mal öfter aus und man drehte ins Leere. Dann musste man die Kurbel erst wieder einrasten. Im Jahr 2010 wurden an der Bahn neue Kurbeln in Form von Schwungrädern installiert. Ob damit die oben geschilderten Probleme gelöst wurden ist nicht konkret bekannt. Allerdings kurbelt man sich an den neuen Rädern "fast zu Tode." Es fehlt eine Gangschaltung.
Sonst kurbelt es sich am Anfang der Passage sehr leicht, da das Trageseil der Bahn etwas durchhängt. Dafür muss man am anderen Ufer mit viel Krafteinsatz wieder etwas bergauf. Erfahrungen von Nutzern der Bahn sind übrigens auch hier auf der Diskussionsseite zu finden.
Geplant und gebaut wurde die Bahn vom Ingenieurbüro Intium in Melsungen zusammen mit Seilbahnspezialisten aus Österreich (der Firma Reisch) sowie der Firma Metallbau-Schmidt aus Malsfeld.
Betriebszeiten: Die Seilbahn kann vom 1. April bis zum 1. November tagsüber genutzt werden. Bei Gewitter, Sturm, starkem Nebel und Hochwasser ist eine Nutzung nicht gestattet. Boote auf der Fulda haben Vorfahrt. Am gegenüberliegenden Ufer sieht man ein Schild mit einem waagerechten Balken. Falls der Balken im Wasser ist darf die Bahn aufgrund von Hochwasser nicht benutzt werden. Wenn bei sehr starkem Nebel das andere Ufer nicht zu sehen ist, besteht ebenfalls ein Nutzungsverbot.
Bei schönem Ausflugswetter am Wochenende kann es an der Anlage schon mal zu längeren Wartezeiten kommen. Wer es eilig hat, kann dann natürlich weiterhin die Straße nutzen. Wer von Binsförth kommt, kann bei Wartezeiten oder Hochwasser problemlos auf die Straße wechseln und so die Anlage umgehen. Falls man von Beiseförth kommt, muss man jedoch etwa 1,3 km wieder zurückfahren, falls die Anlage bei Hochwasser außer Betrieb ist (siehe auch Lagekarte oben).
[Bearbeiten] Melsungen - Kassel: 37 km
Die Strecke Melsungen - Kassel kann problemlos an einem halben Tag zurückgelegt werden. Man kann zeitlich auch problemlos bis Hann Münden durchfahren. Sonst bleibt nachmittags noch Zeit für die Stadtbesichtigung von Kassel. Wer Kassel allerdings richtig kennenlernen möchte sollte mindestens einen Aufenthaltstag einlegen. Karlsaue, Bergpark Wilhelmshöhe und die Museumslandschaft laden zum Besuch ein.
Streckenverlauf an der Fulda: Melsungen - Röhrenfurth - Lobenhausen - Körle - Wagenfurth - Grebenau - Büchenwerra -Guxhagen -Edermünde - Baunatal-Guntershausen - Baunatal-Rengershausen - Dittershausen - Dennhausen - Fuldabrück-Bergshausen - Kassel
Zur Strecke: Zwischen Melsungen und Guxhagen nutzt der R1 auf einigen Kilometern kleinere Ortsverbindungsstraßen.
Vor der Fuldaschleife bei Guxhagen enthält die Strecke noch einmal einen richtig "sportlichen" Hügel (min. 10 % mit ca. 40 Höhenmetern). Dieser ist auf der Straße zwischen Wagenfurt und Grebenau zu finden.
Die Fuldaschleife bei Guxhagen kann von eiligen Radlern ab Grebenau abgekürzt werden. Es handelt sich hier allerdings um einem steilen Hügel (ca. 10 %). Dieser muss auf einer 1 - 1,5 km langen, sehr stark befahrenen Straße bezwungen werden. Achtung: Die sehr stark auch von LKW befahrene Straße besitzt keinen Radweg. Auch für Fußgänger ist nur ein sehr schmaler Pfad (ca. 60- 70 cm breit) vorhanden. Dieser verläuft eingekeilt zwischen Leitplanke und dem Geländer der Stützmauer. Das Schieben eines Rades ist hier nicht möglich.
Zwischen Fuldabrück und Kassel gibt es 2 Alternativen: Die linke Variante (links der Fulda) führt bereits an der neuen Neue Mühle wieder über die Fulda, die rechte über das Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau, wobei vorher neben der vierspurigen B83 zu radeln ist.
- Fahrradparken - Möglichkeiten um Reiseräder mit Gepäck in Kassel im Bereich der Orangerie /Stadtmitte sicher abzustellen gibt es mit Stand 02-2012 nicht.
[Bearbeiten] Kassel - Hann. Münden: etwa 30 km
Die letzte Etappe ist ebenfalls recht kurz. Man kann so den Nachmittag zur Rückfahrt per Bahn nach Hause nutzen, oder noch etwas Zeit in Kassel bzw. Hann. Münden verbringen. Wer gern in der Stadt weilt kann auch mehrere Nächte in Kassel bleiben und die Fahrt nach Hann. Münden als Ausflug absolvieren.
Zur Strecke: Ab Kassel ist die Fulda schiffbar. Mehrere Staustufen regulieren den Fluss und erlauben den Betrieb größerer Fahrgastschiffe.
Der Fulda-Radweg führt ab Kassel auf längeren Strecken direkt ganz nett am Fluss entlang. Zwischen Kassel-Wolfsanger und Fuldatal-Wahnhausen ist er geschottert.(etwa 8 km Strecke). Achtung: Hier findet man nach Regen teilweise auch diverse Pfützen, Matsch und punktuell liegt auch Grobschotter auf dem Weg. An einigen Punkten ist der Weg auch recht schmal (nur 1,20 bis 1,50 m), so dass man beim Begegnungsverkehr zum Teil acht geben muss. Ein Ausbau des Weges in diesem Problembereich ist geplant. Detaillierte Daten zum Bauzeitpunkt liegen mit Stand 02-2012 aber nicht vor. Ab Fuldatal-Wahnhausen geht es dann sicher und komfortabel auf Asphalt bis nach Hann. Münden.
Zwischen Fuldatal-Simmershausen und Hann. Münden verläuft die Strecke parallel zur stärker befahrenen Bundesstraße 3. Der Radweg ist teilweise etwas von der Straße zur Fulda hin abgesetzt, so dass man den Verkehr nicht immer mitbekommt. Unterwegs kann man in wilhelmshausen noch die sehenswerte Basilika besichtigen. Obwohl nur eine Dorfkirche, wirkt der sehr alte Bau wie ein kleiner "Dom".
"Abkürzung Fuldaschleife Simmershausen:" Die Fuldaschleife bei Fuldatal-Simmershausen kann übrigens auf der östlichen Flussseite abgekürzt werden. Dazu muss man ab Kassel den R1 verlassen und Richtung Niestetal-Sandershausen radeln (Am Hafen vorbei). Von hier geht es über Spiekershausen zur Fuldaschleuse bei Fuldatal-Simmershausen. An der Straße zwischen Sandershausen und Spiekershausen gibt es einen schönen asphaltierten Radweg, der direkt an der Fulda verläuft. Im Bereich der Fuldaschleife geht es von der Straße zum Gut Kragenhof steil zu Schleuse hinunter (sehr steiler Serpentinenweg: ca. 40 - 50 Höhenmeter bei etwa 15 - 20 % Gefälle) Dieses steile und schlechte Wegstück ist für Räder mit Anhänger nicht zu empfehlen.
Die Südrampe des Hügels ist hingegen unproblematisch, da hier die Straße von Spiekershausen nach Landwehrhagen mitbenutzt wird.
Zeitlich lohnt sich die Abkürzung nur für sportliche Radtouristen, die auf Asphalt richtig "Gas" geben und den großen Hügel trotz Gepäck "locker wegstecken". Radler mit Anhänger, Familien und Genussradler wählen besser die bergfreie Variante auf dem R 1.
[Bearbeiten] Zielpunkt Hann. Münden
Die Fachwerkstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten lädt zu einem gemütlichen Tourenausklang ein. Über den regionalen Bahnverkehr besteht Anschluss in Richtung Kassel und Göttingen.
- → Hier beginnnen/enden der Werratal-Radweg und der Weser-Harz-Heide-Radfernweg. Reinschnuppern lohnt sich vor allem bei der Werra.
[Bearbeiten] Hann. Münden - Bad Karlshafen: 42 km
Während die Fulda in Hann. Münden in die Weser mündet, führt der Hess. Radfernweg R1 noch auf der Westseite der Weser über Reinhardshagen und Oberweser weiter bis Bad Karlshafen. (Beschreibung der Strecke siehe Weserradweg)
[Bearbeiten] Weiter geht's
- Weserradweg · von Hann. Münden oder Bad Karlshafen über Bremen zur Nordsee
- Werra-Radweg · am Schwesterfluss entlang zum Thüringer Wald
- Hess. Radfernweg R4: Von Dornröschen zu den Nibelungen im Odenwald
- Diemel-Radweg · über Warburg zum Diemelsee
[Bearbeiten] GPS - Daten
- Routenprofil mit GPS-Daten und Google Earth KMZ-Datei im Radreise-Wiki
[Bearbeiten] Literatur- und Kartenhinweise
[Bearbeiten] Bücher und Karten
- Bikeline-Führer "Fulda-Radweg" mit Karten im Maßstab 1:50.000, 80 Seiten, ISBN 978-3-85000-086-4, 4. überarbeitete Auflage Juli 2009; Preis: 10,90 €; umfangreiche Infos zur Route und den Sehenswürdigkeiten, Übernachtungverzeichnis, weiteres siehe Verlag Esterbauer
- Kompakt-Spiralo "Fulda-Radweg" 1:50000, ISBN 978-3-87073-419-0, 9,95 €, · weiteres siehe Bielefelder Verlag
- Günther Pöpperl: Fulda - Werra Wander- und Radtour (Rundkurs ca. 211 km); Books on Demand; ISBN 978-3839168639
[Bearbeiten] Digitale Karten
Auf den folgenden Seiten finder man frei zugängliche Karten zur Route:
- Streckenverlauf R1 im Radroutenplaner Hessen - offizielle Seite des Landes Hessen zum Radroutennetz in Hessen.
- Zoombare Karte mit Route bei OpenStreetMap - stark hinein zoomen und Karte immer mittig auf Mitteleuropa zentrieren, dann wird die Route sichtbar.
- Routenkarte Kassel–Fulda per Rad, Fulda-Radweg mit einzelnen Alternativen · (private Seite eines Reiseradlers aus Bremen; die Karte kann als PDF-Datei heruntergeladen werden).
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Artikel in der FAZ vom 20. Mai 2009
- ↑ Artikel SPIEGELONLINE vom 20. Mai 2009
- ↑ Pressemeldung von NordHessen Touristik vom 16.06.2009
[Bearbeiten] Weblinks
- Radroutenplaner Hessen - offizielle Seite des Landes Hessen. Die Route ist im Menue links unter "Themenrouten" zu finden.
- offizielle Fahrradinformationen zu Hessen auf www.hessen-tourismus.de - eine seperate, offizielle Seite zum Fuldaradweg gibt es nicht.
- fuldaradweg.de - private, auch kommerziell genutzte Seite zum Fuldaradweg mit Unterkünften; enthält ein paar Infos zum Radweg (u. a. diesen Wikivoyageartikel).


