Thema:Fotoausrüstung
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[Bearbeiten] Allgemeine Hinweise
Wer heutzutage noch mit analogem Material fotografiert, gehört wahrscheinlich zu einer langsam aussterbenden Spezies, die diese Seite wahrscheinlich niemals lesen wird. Daher sind diese Tipps eher für jene gedacht, die sich selbst mehr in der Ecke der Gelegenheitsknipser und Urlaubsfotografen sehen und über eine digitale Fotoausrüstung verfügen. Nicht desto trotz findet sicher auch der ambitionierte Amateur hier einige Tipps und Ratschläge.
[Bearbeiten] Vor dem Kauf
Ein altes Sprichwort sagt sinngemäß, dass die Bilder nicht von der Kamera gemacht werden, sondern von dem, der sie bedient. Treffend ist auch der Spruch: "Das wichtigste Teil einer Kamera ist das Auge des Fotografen". Daher ist es erstmal ohne Belang, ob die Kamera nun ein 50 € Modell vom Discounter um die Ecke oder eine viele hundert Euro teure Spiegelreflexkamera ist. Zuerst muss man sich überlegen, was man mit der Kamera machen will. Ein Allroundgerät gibt es (noch) nicht.
Will ich brilliante Farben, höchste Schärfe, höchste Auflösung und auch in der Dunkelheit noch klare und scharfe Fotos machen, dann bleibt bisher meist nur die digitale Spiegelreflexkamera. Dafür muss man aber oftmals auf ein geringes Gewicht verzichten. Die neueren Modelle der digitalen Spiegelreflexkameras bieten mittlerweile den von Kompakten bekannten "Liveview" (also das farbige bewegte Bild am Monitor). Eine Videofunktion ist allerdings auch hier (noch) nicht enthalten.
Will ich eine "Immer-dabei"-Kamera im Bereich 200g, so kommt nur eine kleine Kompakte in Frage. Dies erkauft man sich oft mit "matschigen" Bildern durch zu kleine Optik, starkes Rauschen bei Dunkelheit und mangelnde Abbildungsqualität bei starken Kontrasten. Bei besonders preiswerten Modellen kommt oft noch eine schlampig programmierte Software hinzu, hoher Stromverbrauch und geringes Tempo bei der Bildverarbeitung.
Der Kauf einer Kamera ist also immer ein Kompromiss und stellt gerade Anfänger vor oft unüberwindbare Hindernisse. Hier ein paar Tipps, die die Auswahl erleichtern sollen:
- viele Megapixel sind nicht so wichtig, statt dessen sollte das Augenmerk auf dem Folgenden liegen:
- eine gute Optik ist sehr wichtig. Die Linsen sind die allerwichtigsten Bauteil einer Kamera. Daher ist es ratsam eine Kamera zu kaufen, die mit Objetiven von einem namhaften Hersteller ausgerüstet ist.
- Bei Zoom-Modellen darauf achten das es sich um ein Optische Zoom handelt. Vielfach werden auch noch Modelle nur mit digitalem Zoom ohne optischen Zoom (= das Objektiv kann nicht Ein- und Ausfahren) angeboten. Hier ist vom Kauf abzuraten, denn der digitale Zoom ist nichts anderes als die Ausschnittvergrößerung wie sie selbst die allereinfachste Bildbearbeitung bietet.
- ein guter Anfangswert für eine lichtstarke Optik ist F2,8 oder niedriger, je kleiner destso besser, je höher desto schlechter.
- die Brennweite sollte etwa bei 35 mm Kleinbildäquivalent beginnen, gute Kompaktkameras beginnen bei 28 mm. (Achtung! analog = digital Umrechnungsfaktor beachten)
- der Telebereich liegt in der Regel mindestens bei 3-fach, was einem Kleinbildäquivalent von 84 bis 105 mm entspricht. Die Lichtstärke im Telebereich sollte ca. 4 betragen. Weniger ist wieder besser und mehr ist schlechter .
- Der Sucher ist, besonders beim Einsatz im Außenbereich, wichtig. Die Hersteller verzichten oft bei einfacheren Modellen aus Kostengründen auf den teuren optomechanischen Sucher zugunsten eines etwas größeren Displays. Aber selbst auf den hellsten Displays ist bei direkter Sonnenbestrahlung nicht mehr viel zu erkennen. Und das ist der Regelfall, wenn mit der Sonne fotografiert wird, also die Einstrahlung von hinten kommt.
- bei Discounterangeboten sehr genau hinschauen und vorher ein paar Testberichte lesen.
- wenn man die Wahl hat, zwischen einer unbekannten Marke mit vielen Megapixeln und einem etwas teureren Markengerät mit ein paar Megapixeln weniger, so gebe man lieber ein paar EUR mehr aus und nehme das Markengerät.
- Faustregel ab 3 Megapixel ist eine Fotoentwicklung bereits auf A4-Format möglich und auch bei größeren Formaten muss man nur kleine Qualitätsabstriche machen.
- mehr Megapixel sind "Nice to have" und erlauben nachträgliche Auschnittvergrößerungen ohne Qualitätsabstriche. Allerdings hat alles seine Grenzen: für Kompaktkameras sind das ca. 6 Megapixel, bei Werten darüber vergrößert sich zwar noch die Auflösung, einhergehend aber mit einem überproportionalen Qualitätsverlust infolge Bildrauschen. Bei den Spiegelreflexkameras sind es ca. 20 Megapixel, das ist der sinnvolle obere Grenzwert für sehr gute Objektive. Siehe hierzu auch hier: www.6mpixel.org.
- Auch nicht zu verachten ist Einschaltzeit und Auslöseverzögerung. Hier je schneller desto besser.
- Ein optischer Bildstabiliator, den immer mehr Kameras eingbaut haben, macht das Fotografieren komfortabler. Bei digitalen Spiegelreflex-Kameras gibt es auch Objektive mit Bildstabilisator, diese kosten jedoch ein paar Hundert Euro mehr als ihre "normalen" Brüder.
- Bei den digitalen Spiegelreflex-Kameras sind Modelle mit einer automatischen Sensorreinigungvorrichtung zu bevorzugen. Denn im Gegensatz zum Kamerafilm wo das Staubkorn auf dem Film haften bleibt und somit nur ein Foto beeinträchtigt, sind allfällige Staubkörner auf dem Sensor auf allen Fotos sichtbar. Diese Staubkrümmel fallen auch erst bei der Nachbearbeitung auf, denn der Kameradisplay ist zu klein dies festzustellen. Für Kameras ohne Reinigungssystem empfiehlt sich ein Hand-Blasebalg, spezielle Reinigungssysteme für den Sensor sind teuer (bis über 100€). Linsenreinigungssysteme sind hier nicht geeignet, da das verwendete Reinigungsmittel oft nicht rückstandsfrei verdunstet (Schlieren auf dem Sensor). Professionelle Sensor-Reinigungsdienste verlangen ca. 25€ pro Reinigung. Für den Objektivwechsel empfiehlt sich unbedingt ein staubfreies Umfeld.
[Bearbeiten] Vorbereitungen vor der Reise
Während man früher mit 3 bis 4 Filmen in 2 Wochen Urlaub problemlos auskam, schaffen es manche Digitalfotografen heutzutage problemlos auf 500 Bilder pro Tag. Der Platz auf der Speicherkarte ist ja schier endlos und kostet nichts und zu Not kann man ja auch löschen. Angesichts ständig fallender Preise für digitale Speicherkarten ist dies ein zu vernachlässigender Kostenfaktor geworden. Allerdings gibt es genügend Gegenden auf dieser Welt, wo man nicht mal eben eine nachkaufen oder Ersatz für eine defekte Karte beschaffen kann. Ein wenig muss man sich also schon Gedanken zum Thema machen. Eine 5 Megapixel-Kamera benötigt bei normaler Komprimierung etwa 2 Megabyte Speicherplatz pro Bild. Bei 100 Photos pro Tag ist bereits nach 5 Tagen 1 Gigabyte verbraucht. Bei Benutzung von Serienbildfunktion, Belichtungsreihen oder Video fallen natürlich noch mehr Daten an. Speicherkarten sind zwar recht robust, aber trotzdem handelt es sich um mechanische Bauteile, die auch kaputt gehen. also lieber mehrere kleinere Karten kaufen, als eine Große.
Ähnliches gilt natürlich auch für Akkus. Ein Ersatzakku ist auf jeden Fall Pflicht. Besonders wenn man nicht jeden Abend die Möglichkeit hat seine Akkus zu laden. Darüberhinaus kann man so die Kamera weiter benutzen während ein Akku lädt und pflegt seinen Akku da man ihn bis zum letzten Elektron benutzen kann, bevor man ihn lädt. Damit ist der Memoryeffekt minimiert. Besitzt man mehrere Akkus, ist die Mitnahme eines zweiten Ladegerätes unter Umständen vorteilhaft, hier aber nicht vergessen neben dem eventuell notwendigen Adapterstecker auch ein Mehrfachstecker mitzunehmen. Sinnvoll ist auch ein Ladeadapter für 12V am KFZ-Zigarettenanzünder. Ein Nachkauf eines Akkus vor Ort ist häufig teurer und dieser muss nach dem Kauf noch geladen werden.
Allgemeiner Hinweis: Hier erhältliche Zubehörteile zu Digitalkameras, sind im Ausland oftmals nicht immer problemlos erhältlich, auch nicht an häufig von Touristen frequentierten Orten.
[Bearbeiten] Nützliches und reisetaugliches Zubehör
Jemand der einen Berg der 5000er Kategorie besteigen will oder einige Tagesmärsche durch die Wüste machen möchte, der ist um jedes Gramm dankbar, welches er nicht mitschleppen muss. Aber auch für Reisen in tropische Gebiete oder arktische Gegenden gibt es einiges an nützlichem Zubehör. Bei Aufnahmen in der Abenddämmerung, in Höhlen oder Tempeln bringt der eingebaute Blitz natürlich nichts, weil dessen Reichweite oft auf wenige Meter beschränkt ist und der gesamte Hintergrund in Dunkelheit versinkt. Ein Stativ ist unerlässlich, aber oft tut es auch ein kleines Säckchen gefüllt mit Reis oder getrockneten Erbsen, auf den die Kamera platziert wird und sich so in ziemlich viele Richtungen neigen lässt. Den Blitz kann man oft mit einem kleinen Stückchen Papier, Alufolie oder Plastik in Richtung der Decke des Raumes umleiten. Ist diese nicht zu hoch und hell, so vergrößert sich die Reichweite des Blitzes ein wenig und der Vordergrund wird nicht so stark überstrahlt. Das muss jeder individuell ausprobieren. Der Vorteil der Digitalfotografie ist ja, dass man das Ergebnis sofort betrachten und gegebenenfalls das Foto mit veränderten Bedingungen wiederholen kann. Zum Schutz vor Feuchtigkeit, etwa in tropischen Gebieten während der Regenzeit, bieten sich wasserdichte Taschen an, die je nach Kamera unterschiedlich viel Geld kosten und meist sogar für den Tauchausflug bis zu 30 m tiefe wasserdicht sind. Für extremere Touren kann man auch entsprechende Boxen nehmen (z.B. Pelibox). Einfach mal im Fachhandel nachfragen. UV-Filter und ähnliche Vorsatzlinsen kann man getrost zu Hause lassen, es sei denn man steigt tatsächlich auf einen Berg, der deutlich über 3.000 hoch ist. Zum Schutz des Objektivs hat man in der Regel den Objektivdeckel. Aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden, da es manchmal bequemer ist einen solchen Filter zu benutzen. Insbesondere dann, wenn man sich in staubiger Umgebung bedient aber ständig "schussbereit" sein will (Wüstentouren mit offenem Fenster, Fotosafaris vom Auto aus bei staubiger Umgebung). Hier empfiehlt sich eventuell eine gummierte Schutzhülle (Kondom für die Kamera), die es für zahlreiche digitale Spiegelreflexkameras gibt und die die Stoßresistenz erhöhen.
[Bearbeiten] Praktische Fototipps
Man sollte starke Kontraste vermeiden. Zum Beispiel eine helle Hauswand mit einem dunklen Durchgang, in dem sich Kopfsteinpflaster oder eine Wandmalerei befindet, sieht zwar bei starkem Sonnenlicht gut aus, aber nur die wenigsten digitalen Kameras können dieses Motiv befriedigend darstellen. Meisst wird die Hauswand total weiß überstrahlt und der Tunnel ist nur ein rabenschwarzes Loch. Der Kontrastumfang ist einfach zu groß. Hier sind analoge Kameras mit chemischen Filmen nach wie vor leicht im Vorteil. Wenn man mit dem Gedanken spielt Nachtaufnahmen zu machen, so nutze man die Zeit kurz nach Sonnenuntergang. Das ist die sogenannte "blaue Stunde". Hier hat man noch ein wenig Restlicht. Direkt in finsterster Nacht hat hat man meist Probleme noch Kontrast ins Bild zu bekommen und meist überstrahlen einige wenige helle Objekte (Straßenlaternen) die Szenerie. Darauf achten, daß die Kamera den Iso-Wert niedrig hält. Das ist der Wert für die Empfindlichkeit des Chips (Films). Bei vielen kompakten Digitalkameras lässt sich das nicht beeinflussen und das Ergebnis ist ein starkes Farbrauschen in dunklen Bildbereichen. Rauschen nennt man das Phänomen, wenn eigentlich schwarze Bildbereiche auf dem Foto nicht schwarz sind, sondern eher grau wirken und aus einem Brei an farbigen Einzelpixeln bestehen. Dafür ist ein zu hoher Isowert verantwortlich. Am besten die ISO-Automatik ausschalten und auf ISO 100 oder ISO 200 stellen. Höhere Werte sind eher schlecht für die Bildqualität, helfen aber bei Aufnahmen in dunklen Umgebungen Verwacklungen zu vermeiden.
[Bearbeiten] GPS und Kamera
Mittlerweile gibt es für Kameras Zubehör auf dem Markt, das in der Lage ist, die zurückgelegte Wegstrecke aufzunehmen, so dass man später feststellen kann, wo welches Foto aufgenommen wurde.
Nikon bietet ein Extragerät an, dass auf den Blitzschuh geschoben und mittels Kabel direkt an die Kamera angeschlossen wird. Die Geo-Daten werden dabei direkt in die EXIF-Informationen des Bildes geschrieben. Für diese Technik ist nicht jede Nikon-Kamera geeignet und man sollte sich vor dem Kauf informieren, ob das kleine Gerät zu seiner Kamera paßt.
Ein Ähnliches, allerdings universell einsetzbares Gerät namens photoGPS wurde von der Firma Jobo auf der PMA in Las Vegas 2007 vorgestellt und sollte 2008 in den Handel kommen. Allerdings wird auch hier der Blitzschuh genutzt (weitere Infos hier)
Wenn man bereits ein GPS Gerät besitzt, das in der Lage ist einen Track aufzuzeichnen, kann man sich den Kauf eines Zusatzgerätes sparen. Stattdessen kann über Software die GPS Position in die EXIF Daten eingeschrieben werden. Wichtig dabei ist, dass die Uhrzeit in beiden Geräten aufeinander abgestimmt ist.
[Bearbeiten] Weblinks
- gps photo linker - Software zum Geotagging für MAC
- grazer - frei Software zum Synchronisieren eines gpx files mit Bildern
- picopolo - freies (für Privatanwender) Bildverwaltungs- und Bearbeitungs- und Georeferenzierungsprogramm

