Thema:Essen und Trinken in Kambodscha
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[Bearbeiten] Trinken
Kaum ein Getränk wird in Kambodscha ohne Eiswürfel zu sich genommen. Glücklicherweise kann man den fremden Besuchern die Angst vor Montezumas Rache nehmen. Eiswürfel werden in Kambodscha prinzipiell aus gereinigtem Trinkwasser hergestellt. Auch auf abgelegenen Dörfern gibt es keinen Grund den Genuss von Eiswürfeln abzulehnen.
[Bearbeiten] Nicht alkoholische Getränke
- Wasser - Allein schon wegen des warmen Klimas verbraucht man eine Menge an Wasser. Man sollte immer eine gewisse Menge an Wasser dabeihaben. Trinkwasser in Flaschen kann man überall im Land kaufen, im Regelfall sogar gekühlt, da eine Kühlbox in jedem Geschäft obligatorisch ist.
- Soft Drinks - Die bekannten Softdrinks sind überall im Land erhältlich.
- Zuckerrohrsaft - Vielen Besuchern werden die kleinen Wagen mit der großen Kurbel auffallen. Dies sind Zuckerrohrpressen. Für einen viertel Dollar bekommt man ein wirklich erfrischendes kühles Getränk im obligatorischen Plastikbeutel, oder wer umweltbewusst ist, der trinkt es vor Ort aus einem Glas.
[Bearbeiten] Alkoholische Getränke
Obwohl bei Parties natürlich auch Alkohol zu sich genommen wird, gehören alkoholische Getränke in Kambodscha bei weitem nicht auf den täglichen Tisch.
- Bier - Bier ist in Kambodscha nahezu überall erhältlich. Am beliebtesten sind die traditionelle in Sihanoukville gebraute kambodschanische Marke Angkor Beer und das Anchor Beer. Darüber hinaus gibt es noch das Klang und Bayon sowie das starke Stout ABC. Gezapftes Bier hat in Kambodscha keine Tradition ist aber mittlerweile in einigen auf Touristen eingestellte Gaststätten verfügbar. Kambodschaner selbst trinken das Bier aus der Dose. Es ist für Kambodschanische Verhältnisse vergleichsweise teuer. So kostet eine Palette kleiner Dosen Angkor Bier 10-13 Dollar. Eine einzelne Dose ist für KHR 3000 zu haben. Angkor Bier gibt es auch in 0,67l und neuerdings auch in schicken 0,33l Flaschen. Abseits der Touristenkneipen sollte sich der Besucher des Landes darauf einstellen, dass das Bier nicht gekühlt gelagert wird. Kambodschaner trinken das Bier - entgegen jeglicher westlicher Bierkultur - mit Eiswürfeln. Das wirkt für einige wahrscheinlich auf den ersten Blick erschreckend, stellt sich aber als recht erfrischend heraus. Manchmal kann es sogar noch passieren, dass man einen Strohhalm dazu bekommt. In den typischen kambodschanischen Großrestaurants kümmert sich immer eine Bedienung am Tisch um volle Gläser. Bier und Eis wird permanent nachgeschenkt.
- Wein - Wein hat in Kambodscha keine Tradition. Gaststätten in touristisch frequentierten Orten haben in der Regel eine kleine Auswahl an importierten Weinen im Angebot.
- Schnaps und Likör - Es gibt in Kambodscha einen Ginseng Wine, ein schwarzes Gebräu, welches allerdings mehr Alkohol als normaler Wein besitzt. Eine Art kambodschanischer Kräuterschnaps ist der Muscle Wine.
[Bearbeiten] Essen
[Bearbeiten] Allgemeines
An der kambodschanischen Küche scheiden sich etwas die Geister. Manch einer sagt, die Küche ist bei seinen drei Nachbarn zusammengeklaut, nur schlechter. Eine kulinarische Rundreise durch die vier Länder mag das bestätigen. Viele Gerichte findet man wirklich in ähnlicher Form in Thailand, Laos und Vietnam. Dort sind sie tatsächlich meistens etwas raffinierter zubereitet, angerichtet und mit mehr Kräutern versehen. Das macht die Khmer-Küche aber nicht schlecht oder weniger schmackhaft. Im Regelfall wird weniger scharf und allzu exotisch gekocht wie beim thailändischen Nachbarn. Wer mit Kambodschanern speist, wird merken, dass eher dezent gewürzt wird. Kleine Schälchen mit Chili, Fischsauce oder Prahok ergänzen die Mahlzeit.
[Bearbeiten] Kambodschanische Gerichte
- Kuay Teaw - Ein Klassiker zum Frühstück. Die Reisnudelsuppe ähnelt der bekannten vietnamesischen Phở. Gereicht wird sie im Regelfall mit Rindfleisch (seik ko). Schweinefleisch (seik tschiru) wird eher selten dazu gereicht. Ergänzt wird die Suppe mit etwas Gemüse und einem Salatblatt. Man bekommt sie in den unzähligen Straßenrestaurants. Für einen dreiviertel Dollar hat man so einen guten Start in den Tag.
- Amok - Auch die Khmer haben ein klassisches Currygericht mit Kokosmilch. Wie auch bei den thailändischen Nachbarn ist man bei der Wahl des Inhaltes flexibel - es wird mit Fleisch, Fisch oder Garnelen angeboten. Serviert wird das Amok meistens in einer ausgehöhlten Kokosnuss. Man trifft es auch, dann in einer etwas dickeren Konsistenz in Bananenblättern angerichtet, an.
- Lok Lak - Eine der verbreitetsten Mahlzeiten im Land ist dieses Rindfleischgericht. Kleine Rindfleischstückchen werden in einer speziellen Sauce gebraten und über Salatblättern auf einem Zwiebelbett angerichtet. Dazu gehört zusätzlich ein Spiegelei. Zum Gericht gibt es ein Schälchen mit einer Sauce aus Zitronensaft und Pfeffer.
- Saich Moan Char Trop - Ein rührgebratenes Gericht mit Hünchenfleisch und Auberginen.
- Saik Ko Tirk Krote - Pikantes Gericht aus gebratenem Rindfleisch mit frischenm Salat sowie einer süß-scharfen Orangensauce.
- Saiong Jayk Mien Snoul - Frittiertes, in Bananenblüten gewickeltes Schweine- und Hühnchenfleisch.
- Salor Kari Sap - Veghetarisches Curry mit Tofu, Auberginen, Kartoffeln und Zitronengrass mit Kokosmilch.
[Bearbeiten] Kurioses
Die Khmer sind immer gern für einen Snack zwischendurch zu haben. Hier findet man Sachen, die für den mitteleuropäischen Magen eher ungewohnt sind. Das braucht allerdings niemanden davon abzuhalten das eine oder andere Tier, welches zu Hause sicherlich nicht auf dem Tisch landet, zu probieren.
- Taranteln - Das dürfte wohl den meisten westlichen Touristen die größte Überwindung abverlangen. In der Region nördlich von Phnom Penh (und nur dort) findet man überall Schüsseln mit einer ganzen Menge dieser frittierten Achtfüßer. Bekannt für das große Angebot dieser Krabbeltiere ist sicher die Stadt Skun. Die Spinnen selbst leben in Bäumen, welche in dieser Region des Landes heimisch sind. Spinnen waren während des Krieges eine erlaubte Nahrung, die wohl nur wenig den Hunger gelindert hatte.
- Schildkröten - Wer zum Beispiel Phnom Penh in Richtung Kampong Chhnang verlässt, findet am Straßenrand Händler, die Schildkröten zum Verzehr feilbieten. Die Tiere sind gegart und hinterher wieder "zusammengesetzt". Dazu findet man noch zwei, drei gelbe Kugeln, die Eier der Schildkröten. Das ganze zu essen, macht etwas Arbeit, da größere Stücke zarten Fleisches eher selten sind. Wer mal einen Panzer "auspulen" will, sollte ruhig mal zugreifen.
- Heuschrecken und Wanzen - Diese kleinen proteinreichen Krabbeltierchen bekommt man als Snack an den vielen klienen mobilen Garküchen.
- On Krong - Das Gericht besteht aus einer Mischung verschiedener geflügelter Ameisen.
Einige der in Kambodscha angebotenen Tierarten fallen unter den Artenschutz. Hier könnte etwas Zurückhaltung förderlich sein.
[Bearbeiten] Essen gehen
[Bearbeiten] Garküchen
Fast überall in den Orten gibt es kleine lokale oder mobile Stände die Essen anbieten. Die Auswahl ist vielfältig. Vom Obst über Baguettes bis zu gebratenen Nudeln oder gebackene bzw. frittierte Leckereien. Für ein paar Riel bekommt man an jeder Ecke etwas für den kleinen Hunger.
[Bearbeiten] Straßenrestaurant
An vielen Stellen findet man landestypische einfache Restaurants. Gemeinsam haben sie ein meist etwas steriles gefliestes Ambiente sowie einen permanent laufenden Fernseher. Zu den Stoßzeiten am Morgen und mittags sind sie in der Regel von den Einheimischen gut besucht. Auf dem Tisch stehen Besteck sowie Standardwürzmittel wie Knoblauch und Chili. Eine Kanne einfachen Tees gehört meist auch kostenfrei dazu. Manche besitzen sogar eine einfache englische Speisekarte mit ein paar typischen Gerichten. Für Europäer eher ungewohnt ist die kambodschanische Sitte, allen Abfall auf den Fußboden zu werfen. Nach den Essenszeiten ist solch ein Restaurant schon mal mit benutzten Papierservietten übersät. Dadurch macht sich das eher nüchterne Fliesenambiente bezahlt. In einer Minute ist man bereit für die nächsten Gäste.
[Bearbeiten] Großrestaurants
Kambodschaner legen nicht sehr viel Wert auf ein stilvolles Ambiente. Die großen Restaurants ähneln eher einer Bahnhofshalle. Wichtiger Bestandteil eines solchen Restaurants ist die Bühne für Livemusik und Karaoke. Ohne Unterhaltung ist ein Abendessen nicht vollständig. Auffällig ist die recht große Anzahl von Bediensteten. So wird man in der Regel während des ganzen Besuches umsorgt. So werden bereits nach einigen Schlucken die Gläser wieder mit Bier und Eis aufgefüllt. Das Angebot an Speisen ist recht groß. Fisch, Schwein, Rind, Huhn oder Frosch. Es ist in der Regel alles im Angebot. Auch das kambodschanische Barbecue.
[Bearbeiten] Westliche Restaurants
In den bekannten Städten gibt es auch ein großes Angebot an Restaurants, die westliche Küche anbieten. Viele dieser Restaurants haben eine Standardauswahl an Gerichten. So findet man auf den Speisekarten immer ein paar typische Khmergerichte, Sandwiches, Pizza, Pasta und ein paar Fleischgerichte. Wer etwas außerhalb dieses Einheitsangebots sucht, wird nicht so schnell fündig. Es gibt in Phnom Penh eine Reihe guter Spezialitätenrestaurants. So kann man dort zum Beispiel sehr gut nepalesisch essen. Allerdings befinden sich diese Restaurants nicht immer an den touristischen Hot Spots. In Siem Reap findet man ein paar an der Pub Street und Walking Alley.
[Bearbeiten] Literatur
- Ghillie Basan : Die Küche aus Vietnam & Kambodscha. Christian, Februar 2007 (1. Auflage), ISBN 3884727249, 256 Seiten (Deutsch).
- Longteine de Monteiro, Katherine Neustadt : The Elephant Walk Cookbook: The Exciting World of Cambodian Cuisine from the Nationally Acclaimed Restaurant. Houghton Mifflin, November 1998, ISBN 0395892538, 362 Seiten (Englisch).

