Thema:Bergsteigen

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Dieser Artikel bietet grundliegende Informationen rund um das Thema Bergsteigen mit Bergwandern und Klettersteigen, und wendet sich vornehmlich an Interessierte, die sich noch kundig machen wollen. Darüber hinaus gibt es eine Liste von Artikeln zu den Aktivitäten in den verschiedenen Regionen.

Klettersteig Zugspitze
Klettersteig Zugspitze

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriffe

Piz Buin/ Silvrettagruppe
Piz Buin/ Silvrettagruppe
Kilimandscharo: Uhuru Peak
Kilimandscharo: Uhuru Peak

Die folgenden Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch oftmals begriffsüberschneidend verwendet, die Beschreibungen sind daher nur als Orientierung zu sehen.

  • Bergwandern ist allgemein die streckenorientierte Fortbewegung in den Bergen. Für Bergwanderungen in den Alpen außerhalb des Talbereiches wird in der Regel unterstellt, dass gelegentliche Kletterstellen bis zum zweiten Schwierigkeitsgrad (die Nutzung der Hände wird zur sicheren Fortbewegung erforderlich) vom Wanderer auch in ausgesetzten (= steilen) Bereichen sicher gemeistert werden. Diese Kletterstellen bis zum zweiten Schwierigkeitsgrad werden daher in Tourenbeschreibungen nicht gesondert erwähnt.
  • Bergsteigen unterscheidet sich vom Bergwandern durch den erforderlichen Gebrauch von technischen Hilfsmitteln wie Seil, Steigeisen oder Skiern (Skibergsteigen).
  • Skibergssteigen ist das Bergsteigen über Schnee und Gletscher auf Skiern.
  • Trekking ist das Höhen-Bergwandern von Lager zu Lager in den außereuropäischen Hochgebirgsregionen, in der Regel ohne technische Hilfsmittel, wobei Höhen von 6000 m nicht überschritten werden.
  • Höhenbergsteigen ist das gipfelorientierte Bergsteigen in Höhen über 6000 m in den Anden oder im Himalaya (auch daran erkennbar, dass die zuständigen Verwaltungen und Regierungen für diese Berge ein spürbares Permit abkassieren).
  • Klettersteig ist die Fortbewegung im Felsengelände entlang einer fest vorgegeben Route, die an den schwierigen Bereichen mit permanent vorhandenen Seilen, in der Regel Stahlseile (Via Ferrata) abgesichert ist. Die Klettersteiggeher selbst sind mit einer Klettersteigausrüstung versehen, mit der sie sich an den Sicherungsseilen einhängen.
  • freies Klettern ist, im Gegensatz zm Klettersteig, das Klettern frei im Gelände, wobei frei im originären Sprachbegriff freie Streckenwahl bedeutet. Die Kletterer bauen sich ihre eigene Sicherungen entlang einer gewählten Route mit ihrem mitgebrachten Seil und Haken auf und auch wieder ab, wobei die Route aber in der Regel dann doch aus einem Kletterführer entnommen wird.
  • Freiklettern ist das Klettern mit Seil und Haken wie vor, wobei die angebrachten Sicherungen (Seil und Haken) nur zur Sicherung, und nicht zur Fortbewegung verwendet werden dürfen.
  • ungesichertes Klettern ist das Klettern ohne Sicherung, hier nur zur Begriffsklärung gelistet und ohne weiteren Kommentar.
  • steil beschreibt die Neigung des Anstiegs oder Abstiegs.
  • exponiert oder ausgesetzt beschreibt die Absturzgefahr

[Bearbeiten] Sicherheit

Die Bergsteigersprache unterscheidet zwischen den subjektiven Gefahren und den objektiven Gefahren.

[Bearbeiten] subjektive Gefahren

Subjektiven Gefahren sind die Gefahren, die vom Bergsteiger selbst ausgehen wie z.B. Konditionsmangel, Selbstüberschätzung usw.

[Bearbeiten] objektive Gefahren

Objektive Gefahren sind Gefahren, die von außen auf den Bergsteiger einwirken:

  • Steinschlag und Eisschlag

[Bearbeiten] Wetter

Das Wetter wird hier wegen seiner Bedeutung gesondert gelistet.

  • Sonne
  • Kälte
  • Regen und Gewitter

[Bearbeiten] Ausrüstung

Die folgenden Ausführungen zur Grundausrüstung sollen nur als Anhaltswert dienen und ersetzen nicht die individuelle Anpassung an die vor Ort gegebene Verhältnisse und Situation der geplanten Tour, die einem ständigen Wandel je nach Witterung und Jahreszeit unterliegt. Die alpine Fachliteratur informiert über aktuelle Modelle, der fachkundige Verkäufer im Fachgeschäft berät gern.

Darüberhinaus ist die Verfassung und Erfahrung des Tourteilnehmers mit zu berücksichtigen, wer die Tour zum 15ten mal geht, rüstet sich anders aus, als einer, für den die Strecke neu ist.

[Bearbeiten] Bergwanderer/ Grundausrüstung

  • Der Bergschuh ist das wichtigste Teil der Grundausrüstung, wer hier spart, spart am falschen Ende.
Entscheident für die Qualität eines Bergschuhs ist die verwindungssteife Sohle (z.B. Marke Vibram), und die erhält man nicht beim Discounter oder im Grossmarkt zum Schnäppchenpreis. Ein Markenname (z.B. LoWa, HanWag, Raichle) verbürgt eine gute Verarbeitung.
Als das beste Material für den Aufbau des Schuhschaftes gilt immer noch das Leder. Bergschuhe aus Leder werden nicht eingecremt, sondern gewachst, und sind dann auch eine Zeitlang bedingt wasserdicht. Goretex wird für leichte Wanderschuhe aber zunehmend mitverwendet.
Der Begriff "steigeisenfest" bezeichnet einen mittelschweren Bergschuh, der an Absatz und Vorderkappe Führungsnuten für Steigeisen mit Schnellspann-Kipphebelbindung besitzt.
Vor dem Kauf sollten beide Schuhe im Laden mindestens eine halbe Stunde geschnürt am Fuss getragen werden, um mögliche Druckstellen festzustellen. Gute Schuhgeschäfte bieten eine geneigte Fläche an, in der man sich mit beiden Füssen in abwärts gerichteter Position aufstellen kann. Die Zehenspitzen sollten in dieser Stellung dann vorne noch nicht am Schuh anstossen, um auch ein längeres Bergabgehen ohne Blasen an den Zehen überstehen zu können. Auf der Tour hilft bei diesem Problem auch ein etwas engeres Nachschnüren der vom Aufstieg gelockerten Schuhe. Aus gleichem Grund sollten vor Tourbeginn die Zehennägel ausreichend gekürzt worden sein.
Das neue Schuhe vor der ersten Tour eingelaufen sein sollten (mehrmals mehrere Stunden am Stück getragen) dürfte klar sein.
Während der Tour nass gewordene Schuhe trocknet man immer noch am besten nach Großmutterart mit zerknülltem und locker eingelegtem Zeitungspapier.
  • Die Wasserflasche(n) mit Füllung ist das zweitwichtigste Teil der Ausrüstung. Im Winter, bei großer Kälte, empfiehlt sich die Thermosflasche, im Sommer tut es auch eine leichtere PET-Plastikflache. Die Menge variiert von einem Liter bei einer kurzen Tour im Winter, bis zu mehreren Litern bei Hitze im Sommer. Lieber zuviel als zuwenig. Der Inhalt je nach Geschmack, aber nicht zu sehr gezuckert. Wer aus dem fließenden Wasser eines Bachlaufs nachfüllt, sollte sich überlegen, ob der Wasserlauf vorher an einer Hütte (ohne Kläranlage?) oder an einem Hochlager (das begrenzte Umfeld ist oft versch..ssen) vorbeiführt. Zugegebene Magnesiumtabletten helfen Mineralienmangel auszugleichen und beugen Wadenkrämpfen vor.
  • Der Sonnenschutz, bestehend aus Sonnenbrille und Hautcreme:
Wichtig: Die Sonneneinstrahlung ist im Gebirge, wegen der dünneren Luftschicht, viel stärker als z.B. am Meer. Je höher, umso stärkere Einstrahlung.
Für die Sonnenbrille empfiehlt sich ein Modell mit Kunststoffgläsern, diese haben materialbedingt grundsätzlich 100% Schutz für UVA und UVB, außerdem ist die Gefahr von Schnittverletzungen, z.B. bei Sturz, geringer als bei echtem Glas. Die Gläser sollten möglichst kein seitliches Streulicht auf das Auge fallen lassen, modische Modelle mit kleinen Gläsern sind daher weniger geeignet. Einfache Exemplare gibt es als Sportbrille schon recht preisgünstig beim Discounter. Der Sonnenschutz für die Augen ist absolute Pflicht, im Sinne der eigenen Gesundheit!
Der Lichtschutzfaktor der Hautcreme ist vom Wetter, der Aufenthaltsdauer im Freien und von persönlichen Faktoren abhängig, sollte aber den Lichtschutzfaktor 16 nicht unterschreiten. Ab dem Frühsommer, bei stark reflektierenden Flächen wie Schnee oder Gletscher empfiehlt sich sogar der Lichtschutzfaktor 30. Bedeckter Himmel oder Wolken reduzieren die Sonneneinstrahlung im Gebirge nur wenig, und sind daher kein Argument, den Lichtschutz herabzusetzen. Im Winter, bei großer Kälte, ist die aufgebrachte Cremeschicht ein zusätzlicher Schutz gegen Kälte, Wind und Austrocknung, macht also auch im Dämmerlicht des Dezembers Sinn.
Ein Fettstift (UV-Blocker) schützt die Lippen vor Austrocknung und dem schmerzhaften Aufplatzen, unbedingt zu empfehlen bei Wind und Kälte.
  • Der Anorak hat zunächst die Funktion des Windschutzes, dann den Schutz vor Nässe und die Funktion des Warmhaltens. Eine eingewebte Windprotector-Folie aus XXX-Tex ist daher Pflicht. Einfachere Ausführungen für das Wandern gibt es recht preisgünstig in den Farben des Vorjahresmodells, aufwändigere Teile haben Features wie herausnehmbares Innenfutter aus Fleece und Lüftungsschlitze unter den Achseln. Lieber etwas zu groß als zu klein wählen.
  • Die Wanderstöcke gibt es in verschiedenen Ausstattungen: Markenhersteller wie Leki und Komperdell bieten Dämpfungssysteme, Spezialgriffe und hochwertige Verstellmechanismen, der Wanderstock vom Discounter funktioniert aber auch (zumindest eine Zeitlang). Der Einsatz beim Bergabgehen ist unumstritten: die Entlastung der Gelenke, insbesondere für das Knie, ist erheblich. Der Einsatz bergauf ist umstritten: Der Wanderer tut sich beim Gehen sicherlich leichter, demgegenüber steht aber ein Verlust des Gleichgewichtsgefühls, außerdem stören die Stöcke im Felsgelände mit beginnenden technischen Schwierigkeiten. Bergab wird die Länge der Stöcke etwas größer als Bergauf eingestellt. Für das Bergwandern nicht geeignet sind "Nordic-Walking" - Stöcke wegen der fehlenden Metallspitze und infolge der erhöhten Verletzungsgefahr aus den speziellen Hand-Daumenschlaufen.

[Bearbeiten] Bergsteiger

Wenn Sie Bergsteiger sind, wissen Sie selbst, was Sie brauchen, wenn nicht, ist Wikivoyage die falsche Stelle für eine derart grundlegende Einführung. Siehe Deutscher Alpenverein, Schweizer Alpen Club u.a.

[Bearbeiten] Felstour

[Bearbeiten] Klettersteig

  • Der Helm (scherzhaft oft auch knitterfreier Hut bezeichnet) gehört in der Regel immer zur Tour dazu. Er dient dem Schutz vor Steinschlag von oben. Heute gebräuchlich sind Modelle aus Styropor, zur Not tut es auch ein Fahrradhelm in gleicher Ausführung, diese sind in der Regel jedoch etwas schlechter belüftet (der Fahrtwind entfällt beim Klettersteig). Wichtig ist passender Sitz, im Klettersteig hat man mit beiden Händen zu tun, und keine Zeit den Helm ständig nachzurichten.
  • Anseilgurt - Eine Kombination aus Sitz- und Brustgurt oder ein (nicht mehr so weit verbreiteter) Kombigurt ist auf dem Klettersteig immer notwendig. Anders als beim Sportklettern verlaufen Stürze hier aufgrund der besonderen Sicherungstechnik oft unkontrolliert und sind wegen der fehlenden Länge des Seile (kein Abfedern) sehr "hart". Daher muss der Anseilpunkt oberhalb des Körperschwerpunkts liegen. Dazu verbindet man Sitz- und Brustgurt mit einer Bandschlinge oder einem Seilstück (Reepschnur ab 8 mm), in das man die Klettersteigbremse einbindet. Wichtig ist der richtige Knoten: Sackstich in Ringform bzw. Bandschlingenknoten!!. Den Knoten in "alle Richtungen" nachziehen und sorgfältig kontrollieren.
  • Sicherung - Die Sicherung erfolgt über ein ca. 3 m langes gegabeltes Seilstück (Y-Form), dessen Mitte durch die Klettersteigbremse gefädelt ist, und an dessen Enden sich je ein Klettersteigkarabiner befindet. Klettersteigkarabiner zeichnen sich durch eine besonders weite Öffnung aus. Während des Gehens ist ein Karabiner eingehängt, der zweite frei (sonst funktioniert bei einigen Sets die Bremse nicht), beim Umhängen wird zunächst der freie Karabiner auch in die Sicherung eingehängt, und erst dann der andere ausgehängt, sodass man also auch beim Umhängen immer gesichert ist. Die Klettersteigbremse am Anseilpunkt hat den Zweck, im Falle eines Sturzes den Bremsweg durch starke Reibung zu verlängern und so die auftretende Sturzbelastung zu verringern. Beim Freiklettern wird dieser Effekt durch die Elastizität des längeren Seils und den Sichernden erzielt. Bei den Klettersteigbremsen hat es aufgrund des Problems der genannten "harten Stürze" in letzter Zeit einige neue Entwicklungen gegeben. Zur eigenen Sicherheit macht es Sinn, sich die allerneueste Technik zuzulegen.
  • Schuhwerk - Feste Bergschuhe sind bei Zu- und Abstieg immer von Vorteil. Für Klettersteige im unteren und mittleren Schwierigkeitsbereich sind die Bergschuhe nicht unbedingt ein Nachteil, für die obere Schwierigkeitsklasse der Klettersteige sind zusätzliche (straffe, aber nicht zu enge) echte Kletterschuhe oder auch Turnschuhe zu empfehlen. Dieser schwierigere Klettersteigtyp ist aber nur für den erfahrenen Klettersteiggänger interessant.
  • Klettersteighandschuhe schonen die Handflächen und sind daher eine große Hilfe. Wer den Preis für die etwas teurere spezielle Bergausführung scheut, kann es auch mal mit den preisgünstigeren fingerlosen Fahrradhandschuhen (Handflächen lederbesetzt) probieren. Wichtig ist fester, straffer Sitz.
  • Rucksack - Der falsche Rucksack kann auf dem Klettersteig zu einer furchtbaren Plage werden. Ein geeigneter Rucksack ist nicht breiter als der Rücken und überragt diesen weder nach oben noch nach unten. Er sollte durch Bänder zusammengezogen werden können, so dass der Inhalt nicht ständig hin- und herwackelt. Und der gefüllte (50+15) L - Trekkingrucksack hat im Klettersteig sowieso nichts verloren.

[Bearbeiten] Gletschertour

Grundsätzlich ist festzustellen, das das Begehen eines Gletschers ohne sachgerechte Seilsicherung lebensgefährliche Dummheit ist. Auch die ersten paar Meter am Gletscherrand können verdeckte Spalten aufweisen, tödliche Unglücke infolge Spaltensturz in diesem Bereich sind leider genug bekannt. Für die Begehung eines Gletschers sind theoretische und praktische Kenntnisse über grundlegende Anseiltechniken und Spaltenbergungstechniken absolute Pflicht. Dieses Wissen kann zum Beispiel über Einführungskurse beim Deutschen Alpenverein DAV oder beim Schweizer Alpen Club SAC erworben werden und ist nicht Thema in diesem Artikel.

[Bearbeiten] Klettern

[Bearbeiten] Gehzeiten

  • Der "Panoramaweg" ist ein gemütlicher Weg über dem Talgrund, er bietet wunderbare Aussichten, oft sogar mit Sitzbank, führt an Bachläufen und Wiesen vorbei und lädt zum geruhsamen Spaziergang ein. Höhennunterschiede und Streckenlänge sind begrenzt, der Weg ist gut befestigt und gut ausgeschildert. Er ist oft schon im zeitigen Frühjahr oder auch noch im Spätherbst begehbar, der Zustand ist in der Regel im nächsten Ort oder im Wirtshaus bekannt, im Idealfall befinden sich mehrere bewirtschaftete Verpflegungsstationen an der Strecke, zumindest am Wegebeginn oder Wegende.
Die angegebenen Zeiten sind vom gemächlichen Wanderer problemlos einzuhalten.
  • Der "Hüttenzustieg" bewegt sich hinsichtlich der Schwierigkeiten zwischen dem Abstecher vom Panoramaweg zur Almhütte und dem hochalpinen Zustieg über den Gletscher für eine 4000er Begehung in den Westalpen. Entsprechend den Anforderungen an die hüttenumgebende Bergwelt können auch die konditionellen Anforderungen an die angegebenen Gehzeiten für den Hüttenzustieg abgeschätzt werden. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Im Grundsatz besteht aber bei den meisten Hütten ein ökonomisches Interesse an Tagesgästen, sodass technische Schwierigkeiten im Hüttenzustieg vielfach begrenzt oder entschärft sind.
Mt.Blanc: Sonnenaufgang über dem Wallis
Mt.Blanc: Sonnenaufgang über dem Wallis
  • Im "hochalpinen Bereich" über 2000 m wird als selbstverständlich unterstellt, dass die Bergtouristen die erforderliche Erfahrung und auch Kondition entsprechend den Anforderungen der hochalpinen Strecke mitbringen. Die angegebenen Zeiten gelten somit für einen gut durchtrainierten Bergsteiger. Wer also nicht die entsprechende Kondition mitbringt, wird Probleme haben, die angegebenen Zeiten einzuhalten, und sollte dies in seiner Tourenplanung unbedingt berücksichtigen.
Die angegebenen Zeiten können vom trainierten Bergsteiger bei günstigen Bedingungen eingehalten werden.
  • Die "Extremtour" ist nicht Thema in diesem Artikel.
  • Ein Anhaltswert für die Bergauf-Gesamtgehzeit ergibt sich wie folgend aus zwei Anteilen:
- Für den Höhenunterschied wird 400 mH in der Stunde gerechnet, 1000 mH also 2,5 Std..
- Für den Streckenunterschied wird 4km/ h gerechnet, 12 km also 3 Stunden.
Die Gesamtzeit ist dann die längere Zeit ganz plus die kürzere Zeit zur Hälfte, also:
3 Stunden + die Hälfte von 2,5 Stunden = 4,25 Stunden Gesamt-Gehzeit bergauf, bergab weniger.
Das ist ein Anhaltswert für "normale Strecken" und gilt für trainierte Geher. Für grössere Distanzen ist ein Zuschlag zu berücksichtigen.

[Bearbeiten] Höhenanpassung

Wer in den Bergen Höhen oberhalb von ca. 3000 m überschreitet, bewegt sich in einer Region mit maßgeblich verringertem Luftdruck, für die Atmung und die Lungen spricht man von einem verminderten Sauerstoffproportionaldruck.

Der menschliche Körper braucht eine gewisse Zeitdauer um die Vorgänge im Körper an diese geänderten Bedingungen in der Höhe anzupassen, man nennt diesen Zeitraum Höhenanpassung oder Akklimatisierungsphase. Nach einer erfolgreich durchgeführten Höhenanpassung kann sich dann der normale Mitteleuropäer auf Dauer in Regionen bis ca. 5500 m Höhe aufhalten, das ist damit auch die Obergrenze für das Basislager beim Höhenbergsteigen. In Höhen über diese Grenze von ca. 5500 m hinaus spricht man dann von einer Adaption für einen nur noch zeitlich begrenzt möglichen Aufenthalt in diesen Regionen.

Die genauen Vorgänge im Sauerstoffaustausch der Lunge werden derzeit noch intensiv von der Sportmedizin erforscht. Die bisher gültige Theorie der Höhenanpassung über eine erhöhte Anzahl der roten Blutköperchen ist heute zum Teil wieder umstritten. Die grundsätzlichen Verhaltensregeln für eine erfolgreiche Akklimatisierungsphase im Trekkingbereich bis ca. 6000 m sind jedoch bekannt und sollten, um der eigenen Gesundheit willen, eingehalten werden.

[Bearbeiten] Verhaltensregeln

  • Voraussetzung für eine erfolgreiche Höhenanpassung ist eine gute Konstitution. Bereits eine Erkältung verschlechtert die Anpassung erheblich. Eine gute Kondition ist hilfreich und Grundvoraussetzung für die Anstrengungen im Gebirge, ihre Bedeutung für eine erfolgreiche Höhenanpassung sollte aber nicht überbewertet werden. Wer sich unbedacht in der Höhe überanstrengt, nimmt seinem Körper die Kraft zur Erholung. Die Höhenkrankheit kommt aber sehr oft nachts in der Erholungsphase des Körpers. Auch die hervorragende Kondition eines Triathleten schützt diesen daher bei Fehlverhalten nicht vor der Höhenkrankheit und deren Symptome.
  • Trinken, trinken, trinken, auch wenn kein unmittelbares Durstgefühl besteht. Für jeweils 1000 m Höhe sind ca. ein Liter Wasser zu rechnen, hinzu kommt der weitere Flüssigkeitsbedarf für die Bewegung. Wer sich dauerhaft in 4000 m Höhe aufhält kann also einen Tagesbedarf von ca. sechs bis sieben Litern Trinkflüssigkeit einkalkulieren. Zum Trinken empfiehlt sich mäßig gesüsster Tee. Als Kontrollmöglichkeit gilt die Urinabgabe, die Menge sollte einen Liter am Tag nicht unterschreiten, die Färbung hell bis weißlich sein.
  • go high, sleep down: Eine einfache Regel die besagt dass, nach Möglichkeit, die Höhe der Schlafstätte deutlich niedriger sein sollte als die Höhe der sportlichen Betätigung. Der Optimalfall ist z.B. eine Passüberschreitung und der anschließend Abstieg zum Lager um mehrere hundert Höhenmeter. Wenn der Schlafplatz der höchste Punkt der planmäßigen Tagesetappe ist, macht es Sinn am Nachmittag zusätzlich noch weiter aufzusteigen um dann nach einer Verweildauer oder Rast am Hochpunkt wieder zum Schlafplatz in das Lager abzusteigen.
  • Der Höhenzugewinn, bezogen auf die Schlafstätte, sollte ab ca. 3000 m Gesamthöhe die Größenordnung von 600 Höhenmeter je Tag nicht überschreiten. Dieser Wert reduziert sich bis auf ca. 300 Höhenmeter je Tag in Höhen über 5000 m. Liegt der tägliche Zugewinn an Höhe über dem Richtwert, sollte er durch Ruhetage ausgeglichen werden um den Mittelwert einhalten zu können. Aus diesen Werten lässt sich die Dauer der Akklimatisierungsphase abschätzen, individuelle Abweichungen, je nach der persönlichen Verfassung, gibt es immer.
  • schnelle Bewegungen und starke Muskelanspannung oder eine Überanstrengung sind zu meiden. Rasende Kopfschmerzen, die dann oft den ganzen Tag anhalten, können die Folge sein. Also: Am Morgen langsam aus der Schlafstätte aufstehen, vor dem Losgehen den schweren Rucksack zuerst auf einem erhöhten Felsen abstellen und erst dann auf den Rücken aufnehmen und langsam und bedächtig loslaufen. Nach Möglichkeit auf der Toilette eine bequeme Sitzposition einnehmen.
Wer dann auf der Strecke langsam schreitet, und in den Körper "hineinhorcht", hört auch dessen Signale besser und vermeidet damit auch eine schädliche Überanstrengung leichter.
  • Kopfschmerzmittel wie Aspirin oder Thomapyrin können, vorsichtig angewendet, hilfreich sein und Kopfschmerzen lindern. Es wird oft die blutverdünnende Wirkung angeführt, aber auch hier ist die genaue Wirkung noch nicht hinreichend erforscht. Andere Medikamente sollten im Trekkingbereich im Regelfall nicht erforderlich sein. Für Sonderfälle sollte sowieso immer ein Arzt hinzugezogen werden.
  • Alkohol ist für die Höhenanpassung nicht förderlich. Der Durst sollte grundsätzlich immer zuerst mit Tee gelöscht werden. Wer auf sein Feierabendbierchen trotzdem nicht verzichten möchte (gibts bis in Höhe eines eventuellen Basislagers fast immer käuflich zu erwerben), sollte es bei einem oder maximal zwei "Halben" bewenden lassen.
  • Raucher haben gegenüber Nichtrauchern am Anfang der Höhenanpassung einen vermeintlichen Vorteil, da ihr Körper an Defizite gewohnt ist. Das Ganze relativiert sich mit der Dauer des Aufenthalts in der Höhen allerdings sehr schnell, nach wenigen Tagen ist der Nichtraucher im Vorteil.
  • Das Alter ist keine Grenze für die Höhenanpassung. Da ältere Herrschaften eher ein "ruhigeres" Verhalten aufzeigen, haben sie sogar gewisse Vorteile. Viele der knapp-Siebentausender der Anden haben schon Siebzigjährige auf ihrem Gipfel gesehen.
  • Eine vorbereitente Phase zur Akklimatisierung für eine Trekkingtour im Himalaya ist auch in Mitteleuropa möglich. Wer die Alpen erreicht, kann sich zur Vorbereitung in einem möglichst langen Zeitraum in Höhen über 3000 m aufhalten. Beispiele sind die hier die Auffahrt und Übernachtung auf der Zugspitze oder das Verweilen in den Gletscherskigebieten der Alpen. Diese Art der Höhenanpassung unterstützt die Anpassung spürbar, ist aber kein Ersatz für diese und hält auch nur "einige Tage" vor.
  • Der normale Mitteleuropäer sollte, auch nach einer erfolgreicher Höhenanpassung, nicht den Fehler machen, sich und seine eigene Leistungsfähigkeit mit den in der Höhe lebenden Einheimischen wie z.B. den Sherpas im Himalaya zu vergleichen. Diese sind nämlich durch die Jahrtausende der Evolution mit einigen biologischen Vorteilen ausgestattet.

[Bearbeiten] Höhenkrankheit

Symptome für eine nicht ausreichende und mangelnde Höhenanpassung sind:

  • Erhöhte Pulsfrequenz (tagsüber und in der Nacht). Hier empfiehlt sich unbedingt eine Kontrolle mehrmals täglich mit Übungen für Vergleichswerte vorab schon im Flachland. Die Dauer der Rückkehr der Pulsfrequenz auf den Ruhewert gilt als Indikator für den Anpassungsgrad.
  • Appetitlosigkeit (trotz des Kalorienverbrauchs vom Gehen im Gebirge).
  • Schlaflosigkeit (wird oft zum Dauerzustand).
  • Kopfschmerzen.
  • Kurzatmigkeit.
  • Schwindelgefühl.

Für sich alleine ist jedes dieser Symptome zunächst noch nichts beunruhigendes. Sie mahnen nur zu vorsichtigem Verhalten und sind als Indiz für eine noch nicht ausreichende Höhenanpassung zu sehen.

Treten aber mehrere dieser Symptome gleichzeitig auf oder sind sie intensiver, spricht man von einer akuten Höhenkrankheit und es ist sofortiges Handeln, das heisst: Abstieg, erforderlich.

Übelkeit mit heftigem Erbrechen und Koordinationsstörungen mit oder ohne weiße Gesichtsfarbe sind ein sehr deutliches Symptom für die Höhenkrankheit.

Die Höhenkrankheit kann sich sehr schnell zum lebensbedrohendem Hirnödem oder Lungenödem weiterentwickeln. Vorbeugend hilft nur sofortiges Absteigen (unbedingt mit gesunder Begleitperson) um mindestens 500 bis 1000 Höhenmetern. Die Symptome klingen dann in der Regel sehr schnell ab, vorsorglich sollte jedoch einige Tage eine weitere Beobachtung erfolgen.

Der Überdrucksack (Certecbag oder Gamovbag) wird oft für Touren in Höhen über 5000 m mitgeführt. Er ist aber nur ein Notbehelf zum Zeitgewinn (bei schlechtem Wetter) für akute Fälle, der Notabstieg bleibt bei einer Erkrankung unumgänglich.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hochholzer Thomas, "Trekking und Höhenbergsteigen. Ein medizinischer Ratgeber"; München, Lochner, 1998, 160 Seiten, ISBN 3928026119.

[Bearbeiten] Regionen

[Bearbeiten] Afrika

[Bearbeiten] Amerika

[Bearbeiten] Asien

[Bearbeiten] Australien und Ozeanien

[Bearbeiten] Europa

[Bearbeiten] Deutschland

[Bearbeiten] Frankreich

[Bearbeiten] Italien

[Bearbeiten] Österreich

[Bearbeiten] Schweiz

[Bearbeiten] Skandinavien

[Bearbeiten] Spanien

[Bearbeiten] Nordamerika

[Bearbeiten] Südamerika

  • Aconcagua, der höchste Berg außerhalb Asiens.

[Bearbeiten] Literatur

  • Bergwandern - Bergsteigen, Olaf Perwitschky; alpine Lehrschrift; behandelt werden alle relevanten Themenkreise im Kernbereich wie Planung, Ausrüstung, Sicherung und Wetterkunde, aber auch Randthemen wie z.Bsp. unterwegs mit Kindern oder Schneeschuhgehen;
Bergverlag Rother, März 2008; 199 Seiten, kartoniert/broschiert; 19,90 €; ISBN 978-3-7633-6032-1 ;
  • Richtig Klettersteiggehen, Stefan Richter; Lehrbuch zu Klettertechnik, Taktik, Ausrüstung und Sicherheit;
BLV Verlag, München, Juli 2008; 92 Seiten, kartoniert; Preis 12,95€; ISBN 978-3-8354-0394-9 ;
  • Klettern in der Halle, Gabi Flecken; Schwerpunkt Indoorklettern für Kinder und Jugendliche;
Verlag Meyer + Meyer, März 2008; 130 Seiten; 14,95€; ISBN 978-3-89899-296-1

[Bearbeiten] Links

[Bearbeiten] Die Alpenvereine

[Bearbeiten] Wetterlinks

[Bearbeiten] Lawinenlinks

[Bearbeiten] Tourenlinks

  • steinmandl.de, sehr gute Tourenbeschreibungen (Wandern, Klettern, Klettersteige, Bergsteigen) überwiegend für den den Bereich des deutschen und benachbarten österreichischen Alpenraum.
  • kraxl.de, Tourenbeschreibungen im gesamten Bergsteigerspektrum.
  • Klettersteige-Online.de, Hochtouren- und Klettersteigbeschreibungen, überwiegend für den den Bereich des deutschen und benachbarten österreichischen Alpenraum.
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