Türkei

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Die Türkei (Türkiye) ist ein Staat, der zum Großteil in Asien (Vorderasien), mit einem kleinen Teil jedoch auch in Europa liegt. Der asiatische Teil ist auch unter der Bezeichnung Kleinasien bekannt. Die Zugehörigkeit zu zwei Kontinenten und Kultursphären spiegelt sich unter anderem in Istanbul, der Metropole am Bosporus die auf beiden Kontinenten lebt, wieder.

Lage
Karte von Südosteuropa und Vorderasien mit eingezeichneter Lage der Türkei
Flagge
Flagge der Türkei
Kurzdaten
Hauptstadt: Ankara
Staatsform: parlamentarische Demokratie, Republik
Währung: Yeni Türk Lirasi (YTL)/
Türkische Lira (TRY)
Fläche: 781.000 km²
Bevölkerung: 74.709.412 Mio
Sprachen: Türkisch
Religionen: Muslimisch 99,8 % (hauptsächlich Sunniten), andere 0,2 % (hauptsächlich Christen und Juden)
Stromnetz: 220 V/ 50 Hz (Europäischer Stecker)
Telefonvorwahl: +90
Internet TLD: .tr
Zeitzone: MEZ+1h (OE[S]Z)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regionen

Die Türkei besteht aus insgesamt 81 Provinzen, die ihrerseits in Kreise und Gemeinden eingeteilt sind.

Für den Reisenden sinnvoll lässt sich die Türkei in folgende Regionen untergliedern (nach der Karte rechts):


Die Regionen der Türkei
  Marmara-Region: Dies ist der Nordwesten der Türkei. Diese Region umfasst den europäischen Teil der Türkei vollständig und einige Teile im Nordwesten Anatoliens.
  Zentralanatolien: Die Region ist der zentrale Teil Anatoliens. In ihm liegt die türkische Hauptstadt Ankara.
  Ägäische Region: Diese Region befindet sich im Westen der Türkei.
  Mittelmeer-Region: Diese Region befindet sich im Süden der Türkei und grenzt an das Mittelmeer.
  Türkische Schwarzmeer-Region: Dies Region befindet sich im Norden der Türkei und grenzt an das Schwarze Meer.
  Südostanatolien: Diese Region befindet sich im Südosten der Türkei.
  Ostanatolien: Diese Region befindet sich im Osten der Türkei.
Übersichtskarte

[Bearbeiten] Weitere Unterteilungen (siehe Hintergrund)

  • Anatolien bildet den asiatischen Teil der Türkei. Er umfasst die sechs Regionen Zentralanatolien, Ägäische Region, Mittelmeer-Region, Türkische Schwarzmeer-Region, Südostanatolien und Ostanatolien. Der Südostteil der Marmara-Region gehört ebenfalls zu Anatolien.
  • Thrakien. Der Nordwesten der Marmara-Region, nämlich der europäische Teil der Türkei, wird auch als Ostthrakien bezeichnet.

[Bearbeiten] Städte

Karte der Türkei
Karte der Türkei

[Bearbeiten] Weitere Ziele

Düden-Wasserfall in Antalya.
Düden-Wasserfall in Antalya.

[Bearbeiten] Hintergrund

Der Bosporus, eine Meerenge des Marmarameeres, trennt Europa von Asien. Der Teil der Türkei, der westlich des Bosporus liegt gehört geographisch zu Europa und wird auch Thrakien genannt, während der Teil der Türkei auf der östlichen Seite zum Nahen Osten gezählt und auch Anatolien genannt wird.

Im Norden des Landes liegt das Schwarze Meer, im Westen das Ägäische Meer und im Süden das Mittelmeer. Landesgrenzen hat die Türkei im Westen mit Bulgarien und Griechenland, im Nordosten mit Georgien, Armenien und Aserbaidschan, im Osten mit dem Iran und im Südosten mit Syrien und dem Irak.

Der Berg Ararat ist mit 5166 m der höchste Punkt im Land und die legendäre Strandungsstelle der Arche Noah. Er liegt in der Bergregion ganz am östlichen Ende des Landes.

Die Türkische Republik wurde 1923 als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, auf einem Restteil des ehemaligen Staatsgebietes von Mustafa Kemal Atatürk gegründet. Bald wurde eine strikte Trennung von Religion und Verwaltung eingeführt. 1945 ist die Türkei den Vereinten Nationen- und 1952 der NATO beigetreten.

[Bearbeiten] Anreise

[Bearbeiten] Einreisebestimmungen

Deutsche und Schweizer Staatsangehörige können mit einem Reisepass einreisen. Für eine Anreise direkt aus Europa genügt auch der Personalausweis. Von einer Einreise mit einem vorläufigen Personalausweis wird abgeraten, da die Einreise mit diesem Dokument in der Vergangenheit in Einzelfällen verweigert wurde. Kinder müssen in den Reisepass eines mitreisenden Elternteils eingetragen sein oder – was empfohlen wird - mit eigenem Kinderausweis einreisen. Bei Vorlage des Personalausweises wird ein kleiner Schein ausgegeben, der bei der Ausreise vorgelegt werden muss. Bei der Einreise aus den Anrainerstaaten, die nicht dem Europarat angehören (Iran, Irak und Syrien) muss ein Reisepass mitgeführt werden. Reist man mit dem PKW ein, ist immer ein Reisepaß vorzulegen. Österreicher benötigen ein Visum, das gegen Gebühr direkt bei der Einreise in Form eines kleinen Aufklebers problemlos erhältlich ist.

[Bearbeiten] Flugzeug

Es gibt täglich viele Nonstop-Linienfüge von vielen deutschen Städten nach Ankara, Antalya, Istanbul oder Izmir. Weitere Ziele an der Süd- und Westküste werden auch per Charter bedient.

[Bearbeiten] Bahn

Der ehemals nach Istanbul verkehrende „Orient-Express“ endet heute schon in Italien, so dass Istanbul heute in etwa 40 Stunden mit Umsteigen in Wien und Bukarest erreicht werden kann. Zwischen İstanbul und Teheran verkehrt einmal wöchentlich der Asya Express.

Aus Deutschland ist über Villach die Anreise mit dem Autoreisezug der DB und dem Autoreisezug der Fa. Optima Tours möglich.

[Bearbeiten] Bus

Reisebusse sind in der Türkei sehr komfortabel und auch sehr günstig. Da auf dem Gebiet der Reisebusse große Konkurrenz herrscht, sind Busse sehr gut ausgestattet und es werden kostenlose Getränke und Gebäck angeboten.

[Bearbeiten] Auf der Straße

Die Grüne Versicherungskarte muss unbedingt mitgeführt werden. Hier darf die Türkei (TR) nicht durchgestrichen sein. Anderenfalls muss eine Versicherung an der Grenze gekauft werden. Von Vorteil ist eine Bestätigung der Versicherung, dass auch Unfälle im asiatischen Teil gedeckt sind. Achtung! Bei vielen Versicherungen ist die Türkei nicht durchgestrichen, trotzdem gilt der Versicherungsschutz nicht für den asiatischen Teil. Dies erfährt man jedoch nur bei genauer Nachfrage oder nach einem Unfall in Asien.

Eine unproblematische Route führt durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien. Visa und Carnet sind nicht erforderlich. An der türkischen Grenze erhält man ein Triptik, dass bei der Ausreise wieder abgegeben wird. Das Fahrzeug/ Triptik wird in den Pass des Besitzers eingetragen. Um ein geliehenes Fahrzeug einführen zu können, wird eine Vollmacht benötigt.

Fahren in Bulgarien und Serbien während der Dunkelheit ist wegen der teils schlechten Straßen nicht zu empfehlen.

[Bearbeiten] Schiff

Es gibt verschiedene Fährverbindungen v.a. aus Rumänien (Konstanza) und der Ukraine (Jalta). Wird hier ein Fahrzeug mitgeführt, bitte auf der Fähre nach dem „Triptik“ fragen, damit es bei der Einreise mit dem Fahrzeug keine Probleme gibt. Ein Carnet des Passages ist nicht erforderlich.

[Bearbeiten] Mobilität

[Bearbeiten] Flugzeug

Zwischen den größeren Städten bestehen Flugverbindungen zu günstigen Preisen.

[Bearbeiten] Mietwagen

Mit dem Mietwagen in der Türkei zu reisen ist grundsätzlich unproblematisch. Die Anforderungen der Mietwagenfirmen sind unterschiedlich, aber spätestens mit 21 Jahren bekommt man überall einen Wagen. Der nationale Führerschein ist ausreichend.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

[Bearbeiten] Erlaubte Geschwindigkeiten

Ortschaft Landstraße Autobahn
PKW 50 km/h 90 km/h 120 km/h
Motorrad 50 km/h 70 km/h 80 km/h

Achtung! Das Tempolimit für Motorräder wird oft fälschlicherweise mit 80 km/h für Landstraßen und 90 km/h für Autobahnen angegeben!

Verkehrsdelikte sind teuer. Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt häufig mit Laser und die eigentliche Kontrolle etwa 2 bis 3 Kilometer später.

[Bearbeiten] Treibstoff

Die Preise für Benzin und Diesel sind um ca. 0,30 € höher als in Deutschland. Es gibt so gut wie keine Preisunterschiede zwischen den Tankstellen, Autobahntankstellen eingeschlosen. Manchmal der Preis falsch ausgezeichnet, es gilt immer der Preis direkt an der Zapfsäule.

[Bearbeiten] Zustand der Straßen

Es gibt vermutlich nur wenige Länder, in denen ein derart reger Straßenbau anzutreffen ist wie in der Türkei. Die meisten wichtigen Landstraßen sind bereits als großzügig angelegte vierspurige (zwei Spuren pro Fahrtrichtung) Schnellstraßen ausgebaut und in gutem Zustand. Entlang der Fernstraßen befinden sich viele Tankstellen und Raststätten. Besonders im Osten und Südosten sind die Bautätigkeiten noch in vollem Gange, obwohl auch hier schon ein großer Fortschritt erzielt wurde. An zahlreichen Baustellen wird der Verkehr über etliche Kilometer Schotterpiste umgeleitet. Solche Stellen sind frühzeitig ausgeschildert, so dass man sich rechtzeitig auf die Behinderung einstellen kann. Oft werden mit großem Aufwand neue, begradigte Trassen gelegt. Somit ist zu erwarten, dass sich das Straßennetz in den nächsten Jahren noch deutlich verbessert. Dennoch gibt es immer noch abgelegene Orte, die nur über kilometerlange unbefestigte Pisten zu erreichen sind.

Auch auf gut ausgebauten Schnellstraßen sollte man bedenken, dass man besonders im Landesinnern diesen Straßen mit der örtlichen Bevölkerung teilt - und diese ist häufig noch mit Eselkarren oder Wagen mit Hilfsmotoren unterwegs. In der Nacht besteht daher erhöhte Unfallgefahr durch unbeleuchtete Fahrzeuge auf den Straßen.

Innerhalb von Orten oder Städten weisen die Straßen erhebliche Qualitätsunterschiede auf. Hauptstraßen können sechs- oder gar achtspurig ausgebaut sein, während kleine Seitenstraßen im Extremfall ohne jeglichen Belag sind. Auf Seitenstraßen muss mit unerwarteten Schlaglöchern gerechnet werden.

[Bearbeiten] Fahrstil

Der Fahrstil in der Türkei unterscheidet sich deutlich von dem in Europa. Das macht sich besonders innerhalb der Städte bemerkbar.

Jegliche Lücken zwischen Fahrzeugen werden gerne zum eigenen Vorteil ausgenutzt. Das gilt auch für Lücken, die eigentlich als Sicherheitsabstand gedacht waren oder die eine Kreuzung freigehalten hätten. Fahrspuren werden häufig und plötzlich gewechselt, wenn die andere Spur ein etwas schnelleres Vorankommen verspricht. Dabei wird das Schneiden anderer Fahrzeuge in Kauf genommen. Besonders vor roten Ampeln oder bei zähflüssigem Verkehr werden die markierten Fahrspuren eher als freundliche Empfehlung verstanden. So können vor einer Ampel einer eigentlich zweispurigen Straße auch schon mal vier Fahrzeuge nebeneinander stehen.

Es wird reger Gebrauch von Hupe und Lichthupe gemacht. Der Fahrer eines anderen Autos wir durch ein kurzes Hupen darauf aufmerksam gemacht, dass man sich im Wege steht (fährt). Ebenso wir oft vor dem Überholen oder beim Vorbeifahren an einem Fahrzeug, das möglicherweise in den Verkehrsfluss einscheren will, gehupt. Ortskundige Fahrer machen andere durch kurzes Hupen darauf aufmerksam, dass die rote Ampel in wenigen Sekunden grün wird.

[Bearbeiten] Bus

Möchte man günstig in der Türkei reisen, so empfiehlt sich das Reisen mit Bussen. Die Busse fahren zu festen Zeiten und sind in den meisten Fällen sehr ordentlich und sauber. Auf der Fahrt gibt es einen Stewart, der die Passagiere mit Getränken und kleinen Süßigkeiten versorgt. Die Busse verkehren hauptsächlich zwischen Städten und starten vom Busbahnhof, den es in fast jeder Stadt gibt. Um zum Busbahnhof zu gelangen bieten manche Unternehmen einen kostenlosen Shuttleservice an. Die Preise für die Reisen sind günstig. Im Sommer 2004 lag der Preis für eine Fahrt von Ankara nach Istanbul bei umgerechnet 12 Euro. Besonders angenehm ist es, dass die Busse auch über Nacht fahren, so erreicht man sein Reiseziel schlafend. Fährt man als Paar oder Gruppe, sollte man die Tickets zusammen kaufen, ansonsten werden die Sitzplätze nach Geschlechtern getrennt. Das Preis-Leistungsverhältniss ist bei Busreisen innerhalb der Türkei extrem gut.

[Bearbeiten] Dolmuş

Diese „Sammeltaxis“ sind ein zweckmäßiges und günstiges Nahverkehrsmittel. Sie werden sehr stark auch von Einheimischen benutzt und bieten wenig Komfort. Die Dolmuschs verkehren immer im grösseren Umkreis um Dörfer oder Städte. Haltstellen sind meist mit einen grossen D (für „Durak“, Haltestelle) gekennzeichnet. Ein Einstieg zwischen den Haltestellen ist ebenfalls möglich, hierbei sollte man dem Fahrer entsprechende Handzeichen geben. Zum sofortigen Aussteigen ruft man dem Fahrer „Dur“ („Stopp“) zu, „durakta“ sagt, wer an der nächsten Haltestelle aussteigen möchte. Der Fahrpreis berechnet sich nach Zonen, im Dolmuş sind sie in einer Tabelle angegeben. Eine Fahrt ist preiswert und bleibt in der Regel unter 1 Euro, maximal aber 2 Euro für eine sehr lange Strecke (Fahrtzeit über 30 min.)

[Bearbeiten] Schiff

Deniz Otobüsü (schnelle Fähren) sind schnelle (50-60 km/ h) Katamaranfähren, die z.B. Istanbul mit der anderen Seite des Marmarameeres verbindet. Sie können die Reisezeit erheblich verkürzen: Man kann von Yeni Kapı in Istanbul (ein bißchen südwestlich von der Blauen Moschee gelegen) innerhalb von zwei Stunden Bursa Otogar erreichen, bei einer tatsächlichen Fahrzeit von weniger als einer Stunde nach Yalova. Ähnliche Verbindungen verbinden verschiedene Teile Istanbuls mit der asiatischen Seite oder Orten weiter oben am Bosporus. Diese Art Fähre wird überall im Land eingesetzt, wo genug Wasser vorhanden ist.

[Bearbeiten] Sprache

Landessprache ist Türkisch. Weitere gesprochene Sprachen sind Kurdisch, Arabisch. In den Touristenzentren (v. a. an der Ägäis-Küste und in Istanbul) kann man sich oft in den meisten gängigen europäischen Fremdsprachen, darunter besonders verbreitet Englisch und Deutsch, verständigen. Deutsch ist vor Englisch die am weitesten verbreitete Fremdsprache. In İstanbul und Antalya ist auch das Russische verbreitet.

Außerhalb der touristischen Zentren ist eine Verständigung manchmal nur in der Landessprache möglich. Wer nicht türkisch (oder kurdisch) spricht, sollte wenigstens ein Wörterbuch dabei haben. Auch in günstigeren Fällen erfolgt die Verständigung häufig nur auf sehr einfachem Englisch oder manchmal auch Deutsch.

[Bearbeiten] Kaufen

Die neue Türkische Lira (Yeni Türk Lirası) wurde am 1. Januar 2005 eingeführt und ersetzt die Türkische Lira (TL). Die alten Scheine waren noch parallel für ein Jahr gültig. Nachdem sechs Stellen gestrichen wurden, ist ein Euro etwa 2,10 YTL wert (September 2009). Euro und Dollar können einfach getauscht werden und werden teilweise in den Touristenzentren auch direkt zur Zahlung angenommen. Die Bargeldversorgung am Geldautomaten ist problemlos, manchmal können neben YTL auch Euro oder US-Dollar abgehoben werden. Viele Hotels, Restaurants, Läden und Supermärke akzeptieren meist auch die gängigen Kreditkarten.

Achtung: Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklıch davor, altertümliche oder auch nur so aussehende Gegenstände (auch Fossilien oder Münzen) oder jegliche Art von bearbeiteten Steinen (und seien es auch nur simple Kiesel) aus der Türkei mitzunehmen. [[1]] Der türkische Zoll nimmt regelmäßig Touristen fest, die das versuchen und läßt sie erst nach wochen- oder monatelanger Untersuchungshaft und sehr hoher Geldstrafe frei. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, daß diplomatische Hilfe in der Regel wirkungslos bleibt. Die Einstufung, welche Gegenstände als altertümlich eingestuft werden, erfolgt ausgesprochen willkürlich und keinesfalls sachgerecht. Wer an speziellen Kunstwerken İnteresse hat, benötigt eine Bescheinigung eines Museums und muß sich damit unaufgefordert beim Zoll melden. Für den normalen Touristen ist es dringend empfehlenswert, auf Reisemitbringsel dieser Art völlig zu verzichten, selbst wenn es sich um offensichtliche Imitate oder nur einfaches Gestein handelt.

Wie auch in vielen anderen Ländern zahlen Touristen sogenannte Doppelte Preise, also einen höheren Preis als Einheimische. Deshalb sind in Touristengegenden bei vielen Läden keine Preise bei den Waren angegeben.

Wer einen günstigen Teppich erwerben will, für den gilt eine einfache Regel: Man kauft ihn zu Hause. Dort sind sie wesentlich billiger. Den Teppichhändler unterscheidet eıne ganz simple Eigenschaft vom Touristen: Der Händler ist Profi, der Tourist nicht. Er wird sich nie auf ein schlechtes Geschäft einlassen. Teppichschnäppchen gibt es in der Türkei nicht! Anfangsgebote liegen etwa beim fünf- bis zehnfachen des echten Wertes. Wenn man extrem hart verhandelt (damit ist nicht das übliche 3-Minuten-Gefeilsche gemeint), kann man den Preis etwa auf das Doppelte dessen drücken, was man zu Hause bezahlt hätte. Sollte der Kauf-Gaul durchgegangen sein, beachtet unbedingt folgendes: Es ist weit verbreitet, sich den Teppich liefern zu lassen (was prinzipiell funktioniert). Angestellte des Teppichhändlers verkaufen diese Adressen sehr oft gegen Bestechungsgelder an Händler in Mitteleuropa, die sich dann als der Händler von damals ausgeben. Man sei gerade in der Nähe, ein Kunde sei abgesprungen, man habe ganz tolle Teppiche, die könne man aber nicht mit zurücknehmen etc blabla. Jedenfalls könne man superbillig Teppiche kaufen, der Händler würde sofort vorbeikommen (Überrumpelungstaktik). Das da überhaupt nichts günstig ist, versteht sich von selbst.

Wer am Reiseende noch ein paar Lira übrig hat, sollte damit nicht auf den zollfreien Einkauf am Flughafen Antalya spekulieren. Dort nimmt man nur Euro.

[Bearbeiten] Küche

Wer türkisches Essen nur mit Döner Kebab verbindet, wird sich wundern, wie schwer es ist, im Land außerhalb der größeren Städte dieses „türkische Fast Food“ zu finden. Die Küche ist vielfältig, verzichtet aber aus religiösen Gründen auf Schweinefleisch. Touristen können in den meisten Restaurants zwar problemlos Alkohol bestellen, dieser ist (insbesondere in den Hotels) aber überteuert.

Ausländische Gäste sind immer wieder überrascht über die variantenreiche Zubereitung von Gemüse hier. Das Angebot auf dem Markt von Bodrum macht es deutlich: frisches Gemüse hat in der türkischen Küche den höchsten Stellenwert. Es wird auch gebraten, frittiert oder mit Joghurt serviert. Gemüsegerichte werden allein oder mit Fleisch warm gegessen, mit Reis und Hackfleisch gefüllt (Dolma) oder auch mit Olivenöl zubereitet und kalt gegessen.

Natürlich wird zudem auch Lamm-, Kalb- und Rindfleisch und viel Huhn angeboten. Fisch, das muß auch gesagt werden, ist in den letzten Jahren teuer geworden.

Die gegenwärtige türkische Küche ist das Resultat einer Vermischung der ursprünglichen einfachen nomadischen Kochtradition der türkischen Stämme mit der indischen, persischen, kurdischen und arabischen Küche. Sie bezieht seit ihrer Völkerwanderschaft darüber hinaus Einflüsse aus dem Mittelmeerraum ein. Diese Vielfalt der Einflüsse entwickelte sich durch die Jahrhunderte besonders unter der Prägung der osmanischen Kultur und Lebensweise zur heutigen charakteristischen türkischen Küche.

Die türkische Küche hat auch die griechische und die Balkanküche geprägt. So stammt zum Beispiel der „Zaziki“ aus dem türkischen „Cacık“ und „Cevapcici“ kommt von „Kebap Şişi“ (Kebap-Spieß; Spießbraten). Auch der „Jogurt“ kommt vom türkischen „Yoğurt“. Döner Kebap wird aus Rind-, Kalb- oder Geflügelfleisch hergestellt. In der Türkei, aber auch in anderen (europäischen) Ländern, wird der Döner auch auf dem Teller serviert.

[Bearbeiten] Nachtleben

[Bearbeiten] Unterkunft

Nichtverheiratete Paare erhalten - streng genommen - kein gemeinsames Zimmer. Hiermit gibt es in der Westtürkei und vom Tourismus geprägten Gegenden keine Probleme. Es empfiehlt sich in ländlicheren Gebieten, Eheringe zu tragen, selbst wenn man nicht verheiratet ist oder sich zumindest als Ehepaar auszugeben (auf der Meldekarte am Check-In das Feld „Datum der Heirat“ ausfüllen. Die Handhabung kann sich jedoch in verschiedenen Gegenden und auch Orten stark unterscheiden.

[Bearbeiten] Lernen

In vielen Städten wird Türkisch Unterricht vor Ort angeboten. Das Kursangebot geht hier vom Crashkurs über Einsteigerkurse bis hin zur Klassengröße. Die Kursdauer beträgt meistens zwischen einer und 12 Wochen.

Angebote findet man z.B. in

[Bearbeiten] Arbeiten

[Bearbeiten] Feiertage

Religiöse Feiertag durchlaufen aufgrund der Orientierung am muslemischen Kalender die Jahreszeiten. Nationale Feiertage sind

Datum Name Bedeutung
1. Januar Neujahr
23. April Unabhängigkeitstag (und zugleich Tag des Kindes)
19. Mai Atatürk-Gedenktag und Tag der Jugend
30. August Tag der Befreiung
29. Oktober Tag der Republik

An religiösen Feiertagen haben viele Geschäfte geschlossen. Der Fastenmonat Ramadan ist 2010 vom 22. August 2009 bis zum 19. September 2009.

[Bearbeiten] Sicherheit

Die Gewaltkriminalität in der Türkei ist relativ niedrig. Es gibt aber Taschendiebstahl und Betrug.

Aufgrund der Auseinandersetzung mit der PKK ist die Anschlagsgefahr auch für Touristenzentren erhöht.

In der Türkei ist in etwa das verboten, was auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten ist. Jegliche politische Kritik am türkischen Staat, an Kemal Atatürk und Sympathie für terroristische Organisationen sollten allerdings unbedingt unterbleiben. Drogenbesitz und Konsum steht unter strengen Strafen.

Bei der Polizei wird zwischen Polis und Jandarma unterschieden. Die Polis entspricht etwa dem, was im deutschsprachigen Bereich die Polizei ist. Die Jandarma sind eine am ehesten dem Bundesgrenzschutz vergleichbare Polizei, die auch für die Terror-Bekämpfung und den Grenzschutz zuständig ist. Sie ist kriegstauglich bewaffnet und vor allem in grenznahen Gebieten im Süden und Osten oft in Kampfanzügen anzutreffen. Die Notrufnummern sind 155 für die Polis und 156 für die Jandarma.

Streunende Hunde sind in der Türkei weit verbreitet. In der Regel halten sie jedoch einen respektvollen Abstand von Menschen, so dass keine Gefahr von ihnen ausgeht. Man sollte seine Tierliebe im Zaum halten und sie nicht zur Zutraulichkeit ermutigen. Alleine schon deshalb, weil jedes Tier mit großer Wahrscheinlichkeit einen ganzen Zoo von Ungeziefer mit sich herumträgt. Falls Hunde doch einmal zu aufdringlich werden sollten, hilft das altbewährte Mittel gegen Streuner: Den nächstbesten Stein aufheben und sie damit bewerfen. Falls kein Stein erreichbar ist, reicht es oft schon, nur so zu tun als ob man einen Stein aufheben würde. Auch ein gut platzierter Fußtritt kann helfen.

[Bearbeiten] Gesund bleiben

Auch in vielen Touristenzentren gibt es sie noch ab und zu: die Stehtoilette. Klopapier gibt es nicht, dafür einen Wasserschlauch, mit dem man dann umgehen lernen muß. Wer an Papier und Seife hängt, sollte selbst einen Vorrat mitführen. Ebenso kann wegen der Verstopfungsgefahr auch ein Eimer neben der Toilette stehen, in den das Toilettenpapier soll.

Die medizinische Versorgung ist gut. Apotheken finden sich in allen größeren Orten. Da aber die Türkei zum Teil recht dünn besiedelt ist, kann der Transport in ein Krankenhaus schon mal etwas dauern.

[Bearbeiten] Klima

Während die kalten Nordwinde für die Gegenden am Bosporus Schneestürme bringen, kennt man in den Küstenländern des Ägäischen Meers und auf den Inseln winterliche Witterung nur auf den Gebirgshöhen. Die Luft ist, wenige Sumpfstriche ausgenommen, überall rein und gesund. Istanbul hat mit Venedig die gleiche mittlere Jahrestemperatur. Die Türkei gehört zum größten Teil zu der subtropischen Regenzone mit dürren Sommern. Die Schwarzmeerküste macht hierbei eine Ausnahme, da man dort selbst im Sommer etwas gleich viele Regentage hat wie in Deutschland. Als Tourist wundert man sich daher oft über die grüne Landschaft mit vielen Wäldern und fühlt sich teils sogar an Alpentäler erinnert.

Durchschnittstemperaturen:

Ort/ Monat J F M A M J J A S O N D Jahr
Ankara 0,0 1,2 5,3 11,1 15,8 19,8 23,0 22,9 18,3 12,7 7,2 2,2 11,6
Antalya 9,9 10,4 12,6 16,2 20,3 24,9 28,1 27,9 24,7 19,9 15,2 11,5 18,5

[Bearbeiten] Respekt

Selbst in Großstädten wird man türkische Männer kaum in kurzen Hosen sehen. Wenn überhaupt, sollten mindestens die Knie bedeckt sein. Lediglich beim Baden sind Shorts üblich.

Besonders außerhalb touristischer Gebiete sollten sich Frauen zurückhaltend kleiden. Beine und Schultern müssen bedeckt sein. Die Oberbekleidung darf keinen Ausschnitt haben. Offenherzige Kleidung oder Blickkontakt kann als Aufforderung missverstanden werden.

Beim Betreten von Gotteshäusern müssen die Beine vollständig bedeckt sein. Kurze Ärmel sind dagegen akzeptiert, solange die Schultern bedeckt sind. Bei touristisch sehr bedeutenden Moscheen erhalten Besucher manchmal Tücher, um unbekleidete Beine und Schultern zu bedecken. Beim Betreten der Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden. Wer barfuß in Sandalen unterwegs ist, sollte sich vorher im Vorhof der Moschee die Füße waschen. Nicht-Moslems sollten nicht versuchen, die rituelle Waschung der Gläubigen nachzuahmen. Einfaches Waschen der Hände oder Füße ist jedoch in Ordnung. Während des Gebets sollten touristische Besucher im hinteren Bereich der Mosche bleiben.

Türkische Männer nehmen Flirts und nette Gespräche sehr viel ernster als Touristinnen sie oft meinen. Wer so einen Flirt anfängt, darf sich über die folgende Anhänglichkeit dann nicht wundern. Spätestens beim Angebot, die auch bei uns bekannte Süßspeise Baklava zu teilen, sollte man zucken, sie gilt als 'Liebesdessert'. Alleinreisende Frauen müssen damit rechnen, die ein oder andere Einladung zu bekommen. Wenn man keine Annäherungsversuche will, lehnt man höflich und bestimmt ab (und trägt einen Ehering aus dem Kaugummiautomaten), damit ist die Sache üblicherweise erledigt. Für wen das bereits eine Belästigung darstellt, der sollte sich vielleicht besser ein anderes Reiseland suchen.

Die linke Hand gilt in der Türkei (wie in anderen muslimischen Ländern) als unrein. Insbesondere sollte man auf das Benutzen der bloßen linken Hand beim Essen verzichten. Die Unreinheit rührt daher, dass man auf altmodischen Toiletten mit der linken Hand und Wasser das Gesäß reinigt. Allerdings gelten derartige Verhaltensregeln nur für ländlich geprägte Gegenden. Aus dem gleichen Grund sollte man auch darauf achten, dass man beim weit verbreiteten Grüßen aus der Ferne durch Zuwinken stets die rechte Hand benutzt.

Ein Besuch der türkischen Dampfbäder (Hamam) steht auch Touristen offen, sofern sie sich an die örtlichen Gegebenheiten halten - Eintritt in den Dampfraum nur mit umgelegten Handtuch (peştemal). Viele Hotels bieten im Wellnessbereich auch eine Sauna an, welche aber anders als vielerorts üblich nur in Badebekleidung (oder mit Handtüchern umwickelt) betreten werden sollte.

Beim Betreten einer türkischen Wohnung ist es üblich, die Schuhe auszuziehen.

Für Türken nimmt die Großfamilie einen wesentlich höheren Stellenwert ein als es im deutschen Sprachraum der Fall ist. Wer alleine reist wird ständig mit der Frage konfrontiert, warum man alleine ist, ob man verheiratet sei oder Kinder habe. Eine entsprechende Gegenfrage wird quasi erwartet. Es wird auch gerne nach dem Alter gefragt.

Türken haben ein anders Verständnis von Privatsphäre als Mitteleuropäer. Wer sich an einem öffentlichen Platz aufhält, wir schnell in ein Gespräch verwickelt oder zum Tee eingeladen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Bauer seinen Traktor anhält, um einen Plausch mit dem vorbeilaufenden Wandersmann abzuhalten oder dass der Besitzer eines Imbissstandes 200 m quer über den Parkplatz läuft um den rastenden Autofahrer zum Tee einzuladen. Solche Einladungen sind ehrlich gemeint und in aller Regel frei von geschäftlichen Hintergedanken.

[Bearbeiten] Post und Telekommunikation

Es besteht eine flächendeckende GSM-Versorgung durch drei Mobilfunkanbieter. Roaming - auch für Datendienste - funktioniert problemlos. Viele Hotels, Restaurants und Buchläden in den Großstädten bieten mittlerweile kostenlose WLAN-Zugänge.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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