Stolberg (Harz)

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Stolberg im Harz ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Die Stadt trägt die Beinamen Thomas Müntzer Stadt und Historische Europa-Stadt. Ersterer geht auf den 1468 hier geborenen Theologen und Reformator, letzteren trägt die Stadt seit 1993 aufgrund der historischen Bausubstanz. Die Stadt ist weiterhin ein anerkannter Luftkurort.

Stolberg im Harz
Stolberg im Harz

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

Stolberg (Harz)
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Einwohner: ca. 1500
Höhe: 340 m
Lage
Lagekarte
Stolberg
Stolberg

In Stolberg fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt, da das gesamte Stadtbild von alten Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert geprägt ist. Diese drängen sich komplett von Wäldern umgeben in einigen engen Tälern des Südharzes. Wegen seiner alten Bausubstanz erhielt Stolberg 1993 den Titel „historische Europastadt“. Fürs Shoppen und Ausgehen ist die Stadt weniger geeignet, es ist eher etwas für Erholungssuchende und Naturfreunde mit Ambitionen zu einer Zeitreise in die Vergangenheit.

Der Ort entstand um das Jahr 1000 als Bergmannssiedlung, wobei bereits seit 796 in der Gegend Bergbau nachweisbar ist. Schon in alten Zeiten wurden hier Eisen, Kupfer, Silber, Zinn und Gold gefördert. Im 13. Jahrhundert wurde Stolberg das Stadtrecht verliehen. Die nunmehrige Stadt war bald Residenz der Grafen von Stolberg-Wernigerode. Auf deren Schloß wurde 1506 Juliana zu Stolberg-Wernigerode geboren. Sie war in erster Ehe mit mit dem 1529 gestorbenen Grafen Philipp II. von Hanau-Münzenberg und in zweiter Ehe ab 1531 mit dem verwitweten Grafen Wilhelm „Der Reiche" von Nassau-Dillenburg verheiratet. Sie gilt als Stammutter der niederländischen Dynastie der Oranier die mit Königin Beatrix gegenwärtig die Königin der Niederlande stellt. Grund ist der älteste Sohn aus zweiter Ehe Wilhelm von Oranien (1533-1584), der als Wilhelm I. von Oranien-Nassau die Niederlande von der spanischen Herrschaft befreite.

Unter dem hier geborenen Bauernführer Thomas Müntzer war Stolberg im Deutschen Bauernkrieg Stätte mehrerer Kämpfe. Am 2. Mai 1525 drangen aufständige Bauern in die Stadt ein und zwangen den Grafen zur Annahme ihrer Forderungen (24 Stolberger Artikel), der sie nach der Niederlage der Bauern jedoch schnell wieder rückgängig machte.

Bereits seit dem 12. Jahrhundert wurden in der Stadt Münzen geprägt, und im 16. Jahrhundert hatte das Handwerk seine Blütezeit. Der Bergbau wurde hingegen ab dem 17.Jahrhundert eingestellt. 1815 kam die Stadt zu Preußen, und 1833 hatte Stolberg schon 2.392 Einwohner. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Stolberg Fremdenverkehrsort, 1923 wurde eine Eisenbahn nach Berga-Kelbra eröffnet, und seit 1946 ist die Stadt schließlich Kurort.

[Bearbeiten] Anreise

[Bearbeiten] Mit der Bahn

An der Bahnstrecke zwischen Halle (Saale) und Kassel gibt es nach wie vor den Abzweig am Bahnhof Berga-Kelbra. An diesem steigt man in einen kleinen Zubringerzug um und gelangt dann mit der Deutschen Bahn direkt bis zum Bahnhof Stolberg (Harz). Dank des Fremdenverkehrs wurde diese kleine Strecke von der Bahn noch erhalten.

Seit dem 9. Dezember 2007 verkehren Personenzüge nur noch am Wochenende (5 Zugpaare täglich). Werktags muß man den Bus nutzen.

Vom Bahnhof läuft man ca. 15 Minuten bis in das Stadtzentrum. Ein Taxi ist unter 034654 579 zu erreichen, dann geht's noch schneller.

Bus - Fernbusse steuern meist den Bahnhof an, der sich ca. 15 Minuten Fußweg südlich vom Stadtzentrum befindet. Einige Fernbusse halten auch direkt auf dem Marktplatz.

[Bearbeiten] Auf der Straße

Stolberg ist mit dem eigenen Kfz über folgende Routen erreichbar:

  • aus Richtung Westen bis Göttingen bzw auf der A7 bis zum Dreieck Dramfeld, weiter auf der A 38 Richtung Nordhausen/ Leipzig bis zur Ausfahrt Berga dann über auf der L236 bis Rottleberode und weiter auf der K2354 nach Stolberg.
  • aus Richtung Osten, auf der A 38 Richtung Göttingen bis zur Ausfahrt Berga, dann wie oben beschrieben.

[Bearbeiten] Mit dem Flugzeug

Nächster Großflughafen ist Leipzig-Halle, von dort Bahn oder Auto nutzen.

[Bearbeiten] Mobilität

Stolberg kann man wegen seiner Größe bequem zu Fuß erkunden, da es auch die beste Art ist in den meist schmalen und verwinkelten Gassen vorwärts zu kommen.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Rechts unten der Saigerturm, in der Mitte die St.-Martini-Kirche, links oben das Schloss
Rechts unten der Saigerturm, in der Mitte die St.-Martini-Kirche, links oben das Schloss
Rathaus
Rathaus

Das Heimatmuseum / Alte Münze, Niedergasse 19, Tel.: 034654/85960, Mo-Di: geschlossen, Mi-Fr: 10-12:30, 13-17 Uhr, Sa/ So/ feiertags 10-12, 13-17 Uhr, ist ein prachtvolles Fachwerkhaus, welches eine komplett erhaltene historische Münzwerkstatt enthält. Hier können Sie sich Ihre eigene Münze prägen lassen.

Ein altes Bürgerhaus, Rittergasse 14, Tel.: 034654/ 80152, Mo: geschlossen, Di-So/ feiertags 13-17 Uhr, ist ein original Fachwerkhaus aus dem Jahre 1470. Die Innenaustattung vermittelt die Lebensumgebung und Lebensumstände der damaligen Zeit. Hier wohnte einst ein Schuster und Leistenmacher.

Sehenswert ist auch das Schloss Stolberg, das auf einem nach drei Seiten abfallenden Berg steht und dessen älter Teile aus der Zeit um 1200 stammen, dessen neuere Teile jedoch im Stil der Renaissance zwischen 1539 und 1547 erbaut wurden. Im Südostflügel befindet sich der klassizistische Rote Saal, ein Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Das Schloss, ehemaliger Sitz der Fürsten zu Stolberg-Stolberg, wird derzeit restauriert, so dass eine Besichtigung nur nach Voranmeldung möglich ist. Tel.: 03946/ 810030 (Helga Junge), Email: Helga.Junge@denkmalschutz.de oder Kontakt@deutsches–fachwerkzentrum.de.

Das Rathaus dominiert den zentralen Marktplatz. Es ist ein mehrstöckiges Fachwerkhaus ohne eine eigene Treppe. Diese wird durch einen öffentlichen Weg neben dem Haus ersetzt. Prachtvolle Malereien an der Fassade künden von den Handwerkszünften der Stadt. Die Treppe führt auch zur spätgotischen St.-Martini-Kirche hoch.

Gegenüber vom Rathaus befindet sich der Saigerturm. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der obere Teil wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erneuert. Seinen Namen hat er von der Schmelzhütte (ausschmelzen: aussaigern), die im Mittelalter neben ihm stand.

In der Thomas-Müntzer-Gasse steht an Stelle des 1851 abgebrannten Geburtshauses von Thomas Müntzer das heutige Thomas-Müntzer-Haus.

Das Café-Maschinen-Museum im Hotel Beutel „Charlet Waldfrieden“ zeigt eine Menge alter Töpfe und Kannen, aber es gibt auch frischen Kaffee.

[Bearbeiten] Aktivitäten

Da Stolberg rund herum von Wald umgeben ist, lädt dies zum Wandern ein. Eine Reihe schöner Ziele in der näheren Umgebung lassen sich so auf gut ausgeschilderten Wegen erreichen.

Entweder Spaß auf den Rutschen und im Strömungskanal oder Entspannung in der Saunalandschaft kann man im Freizeitbad Thyragrotte am Stadtrand finden. Tel.: 034654/ 92110 So - Do: 10 - 21 Uhr; Fr/ Sa 10 - 22 Uhr

[Bearbeiten] Küche

  • Die Stolberger Lerchen sind keine gebratenen Singvögel, sondern eine deftige Mahlzeit mit gebratenen Würsten und Wirsingkraut.
  • Das Friwi-Gebäck ist legendär, schmeckt und ist eine gute Idee für ein Mitbringsel bei einem Besuch in der Stadt. Verkauf in der Niedergasse 21, Mo: 13:00 - 17:00 Uhr,Di - Sa: 9:00 - 18:00 Uhr, So: 11:00 - 18:00 Uhr

[Bearbeiten] Unterkunft

[Bearbeiten] Tourist Information

Touristeninformation Stolberg (Harz), Markt 2; 06547 Stolberg (Am zentralen Marktplatz), Tel.: +49(0)346 54-454, Fax: +49(0)34654-729, Email: info@stadt-stolberg.de. Mo.-Fr. 09:00 - 12:30 und 13:00 - 17:00; übrige Tage 10:00 - 12:00 und 13:00 - 15:00

[Bearbeiten] Ausflüge

  • Große Auerberg mit Aussichtsturm Josephskreuz- Unweit von Stolberg (ca. 5 km entfernt) erhebt sich der Große Auerberg (579 m). Auf ihm befindet sich der 38 Meter hohe Aussichtsturm mit dem Namen Josephskreuz. Ursprünglich aus Holz erbaut von Karl Friedrich Schinkel, wurde er 1880 durch einen Blitzeinschlag zerstört. 1896 wurde der Turm als Eisenkonstruktion, ganz im Sinne der Industriellen Revolution, wieder aufgebaut. Das Josephskreuz ist 123 Tonnen schwer und wird von etwa 100.000 Nieten zusammengehalten. Ideal ist es, von Stolberg dorthin entlang der Straße der Lieder zu wandern (Singen ist freiwillig). Der Turm ist täglich von 10.00 - 17.00 Uhr bzw. bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet (Eintritt). Bei Gewitter, Sturm, Vereisung, starkem Nebel, Regen oder Schneefall bleibt das Kreuz aus Sicherheitsgründen geschlossen.
  • Die Heimkehle ist eine der größten deutschen Karsthöhlen. Auf einem geführten Rundgang entdeckt man manches Geheimnis. Di bis So: Mai bis Okt 10:00 - 17:00 Uhr. Nov bis Apr täglich 10:00 -16:00 Uhr. Führungen nach Bedarf, in der Regel jede Stunde, mindestens fünf Personen. Achtung: im Winterhalbjahr fallen aus Teilnehmermangel oft Führungen aus (Entfernung 9 km).
  • Nach Schwenda mit der barocken Kuppelkirche St. Cyriaki und Nicolai (ca. 7km).
  • In der weiteren Umgebung findet man u.a. folgende Ausflugsziele:

Außerdem kann man von Stolberg aus den gesamten Harz erkunden. Dort kann man bizarre Felsgebilde und seltene Pflanzen erkunden, Geschichten aus der Kaiserzeit in Burgen hören, Bergwerke und Höhlen besichtigen oder eine Reise mit der alten Harzquerbahn z.B. zum sagenumwobenen Brocken unternehmen.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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