Samannūd

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Samannud (auch Samanud, Samanoud, Samannoud, arabisch: سمنّود, Samannūd, altäg.: Sabnuti, koptisch: Djemnuti bzw. Djebnnuti), das antike Sebennytos (griech. Σεβεννῦτος), ist eine Stadt im Nildelta nordöstlich von Tanta und östlich von el-Mahalla el-Kubra im ägyptischen Gouvernement el-Gharbīya am Westufer des Damietta-Zweiges des Nils. In der Stadt leben ca. 53.0000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

In der Ortsbezeichnung Samannud verbirgt sich noch die antike Ortsbezeichnung Sebennytos. Die antike Stadt lag im 12. unterägyptischen Gau „Kuh mit Kalb“ (äg. Zeb-nuter) und war seine Hauptstadt. Archäologisch ist die Existenz dieser Stadt seit der 13. Dynastie belegt. Die meisten Hinterlassenschaften stammen aber erst aus dem Neuen Reich, aus der Spät- und griechisch-römischen Zeit.

Aus Sebennytos stammen die Pharaonen der 30. Dynastie, die noch unentdeckten Königsgräber müssen hier irgendwo verborgen liegen. Auch der Historiker Manetho stammte aus Sebennytos. Manetho teilte in ptolemäischer Zeit die ägyptischen Herrscherhäuser in 30 Dynastien ein.

Zu den hier verehrten Gottheiten gehörte der Jagd- und Militärgott Onuris, meist mit dem Luft- und Sonnenlichtgott Schu vereinigt, und sein weibliches Gegenstück Mehit. Die Göttin Isis soll Ihren Ursprung in Sebennytos haben.

Samannud war der Überlieferung zufolge Station auf der Fluchtroute der Heiligen Familie nach Ägypten. Sie soll sich hier zwischen 14 und 17 Tage aufgehalten haben.

[Bearbeiten] Anreise

[Bearbeiten] Auf der Straße

Man verbindet den Besuch von Busiris/Abu Sir Bana von Kairo aus auf einer Mitteldelta-Tour mit den altägyptischen Stätten Mendes (Tell er-Rub'), Behbeit el-Higara und Abu Sir Bana. Von Behbeit el-Higara kommend ist Sammanud gut ausgeschildert (ca. 12 km südwestlich).

Im Jahre 2003 war ein Besuch dieser Stätte noch ohne Konvoi möglich.

[Bearbeiten] Mit der Bahn

Die Anreise kann auch mit mit dem Zug von Kairo aus erfolgen.

[Bearbeiten] Mobilität

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Pharaonische Zeit

In Sebennytos befindet sich die Überreste eines Tempels des Luft- und Schöpfergottes Onuris-Schu, der unter Nektanebos II. letztmalig umgebaut wurde. Bis Ende der 90er Jahre lagen die spärlichen Reste für jeden zugänglich umgeben von Wohnhäusern. Erst Ende der 90er Jahre wurde der kleine Tempelbezirk mit einer Mauer umgeben und die restlichen Steine in einer Art Freilichtmuseum oder Magazin geschützt. Die meisten Blöcke, wie in Behbeit el-Higara aus Granit, gelangten in Museen.

[Bearbeiten] Moscheen

  • Minarett der Moschee des Sidi Salama (arabisch: جامع سيدي سلامة, Ǧāmiʿ Sīdī Salāma).
  • Eingang, Kuppelhalle und Minarett der el-'Adawy-Moschee (arabisch: مسجد العدوي, Masǧid al-ʿAdawī).
  • Minarett der el-Mitwalli-Moschee (arabisch: مسجد المتولي, Masǧid al-Mitwallī).
  • El-Qadi-Husein-Moschee (arabisch: مسجد القاضي حسين, Masǧid al-Qāḍī Ḥusain) mit dem Mausoleum und der Holzkapelle.

[Bearbeiten] Kirchen

Kirche der Jungfrau Maria und des Aba Nub
Kirche der Jungfrau Maria und des Aba Nub
Reliquienschrein des Aba Nub
Reliquienschrein des Aba Nub
Schiffe der Kirche der Jungfrau Maria
Schiffe der Kirche der Jungfrau Maria
Kreuz an der Ikonstase
Kreuz an der Ikonstase

Die bedeutendste Kirch der Stadt ist die Kirche der Jungfrau Maria und des Aba Nub (arabisch: كنيسة السيدة العذراء و الشهيد ابا نوب, Kanīsat as-Sayyida al-ʿAḏraʾ wa asch-Schahīd Abā Nūb). Diese dreischiffige Kirche im Basarbereich stammt aus dem Jahr 1585. Der Heilige Abu Nub lebte zur Zeit des Kaisers Diokletian. Seit seinem 12. Lebensjahr war er überzeugter Christ und starb in demselben Jahr als Märtyrer unter dem damaligen alexandrinischen Gouverneur Armianus im Rahmen der Christenverfolgung. Hiesige Christen berichten, dass Aba Nub immer wieder aus seiner Ikone kommt, um mit den Kindern zu spielen.

Die Kirche verfügt über drei Allerheiligste (Heikale) für Aba Nub (links), für die Jungfrau Maria und für Aba Mussa. Die Ikonostase wird von einem Kreuz bekrönt, das von zwei geflügelten Schlangen mit vier Beinen flankiert wird. Neben dem Kreuz befinden sich die Darstellungen der Maria (links) und der Maria Magdalena (rechts). Darunter befinden sich die Abendsmahldarstellung und 20 Abbildungen von den vier Evangelisten und weiteren wichtigen Kirchenvertretern Ägyptens. An der Nordwand befinden sich mehrere Reliquien. Dies sind im Westen die des Hl. Georg und des Hl. Mussa und eine Reliquie, die 8000 Märtyrer zur Zeit des Aba Nub repräsentiert. Im Osten befindet sich die Reliquie des Aba Nub.

Außerhalb des Kirchengebäudes findet man eine Quelle, aus der bereits Maria und ihr Kind getrunken haben sollen. In einer Glasvitrine ist eine Granitschüssel ausgestellt, in der Maria das Brot für Jesus gebacken haben soll.

Eine weitere Kirche, die der Hl. Rifqa bzw. Hl. Rebecca (arabisch: كنيسة الشهيدة رفقة, Kanīsat asch-Schahīda Rifqa) befindet sich in Sunbat (arabisch: سنباط, Sunbāṭ), ca. 20 km von Samannud entfernt.

[Bearbeiten] Profanbauten

  • Ghoneim-Palast (arabisch: قصر غنيم, Qaṣr Ghunaim)

[Bearbeiten] Aktivitäten

Die Kirche des Heiligen Aba Nub ist das Ziel zahlreicher Pilger, insbesondere am 31. Juli eines jeden Jahres.

[Bearbeiten] Einkaufen

[Bearbeiten] Küche

[Bearbeiten] Nachtleben

[Bearbeiten] Unterkunft

  • Omar el-Khayyam Hotel, El-Mahalla el-Kubra, 26 July Square (Mīdān Sitta wa Aschrīn Yulyu), Tel.: (040) 223 4299, 223 4866, Fax: (040) 224 0555, ca. 300 m nördlich des Bahnhofes, ist das beste Hotel der Nachbarstadt el-Mahalla el-Kubra mit 36 Zweibettzimmern.
  • Dream Inn Hotel, El-Mahalla el-Kubra, Gamal Abd el-Nasser St., Manschiyat el Bakry, Tel.: (040) 212 0951, 212 0819, 212 0563, Fax: (040) 212 0951, ist ein nicht klassifiziertes Hotel mit 32 zumeist Zweibettzimmern.

[Bearbeiten] Klarkommen

Das Inspektorat für koptische und islamische Altertümer befindet sich am Nil neben der Taxihaltestelle nahe dem Hammam von Samannud. Leiter der Behörde ist Herr Gamal, Tel. (040) 580 0088.

[Bearbeiten] Ausflüge

[Bearbeiten] Literatur

  • Meinardus, Otto F. A. : Two thousand years of Coptic Christianity. Cairo : American University in Cairo Press, 2002, ISBN 978-9774247576, S. 174 (englisch).

[Bearbeiten] Weblinks

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