Südtirol
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Südtirol ist der zu Italien gehörende Teil von Tirol, südlich des Brennerpasses.
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[Bearbeiten] Regionen
Die Gebirgsgruppen:
- Stubaier Alpen mit dem Ratschingser Tal;
- Ortleralpen mit der Ortlergruppe, dem Martelltal, Ultental, Deutschnonsberg und dem Nonstal;
- Sarntaler Alpen mit dem Sarntal, das Herz Südtirols;
Die grossen Täler zwischen den Gebirgsgruppen:
- Pustertal und Hochpustertal (Südtirol) mit Tauferer Ahrntal und dem Tal der Drau, südlich der Zillertaler Alpen und nördlich der Dolomiten;
- Eisacktal und Wipptal (Südtirol): das Tal des Eisack und Teil der Nord-Süd-Achse;
- Etschtal mit Vinschgau (dem Oberlauf der Etsch), Schnalstal und Passeiertal im Westen und Nordwesten Südtirols;
- Überetsch und Südtiroler Unterland, der Unterlauf der Etsch im Süden;
[Bearbeiten] Orte
Die Städte:
- Bozen (100.000 Einwohner), ital. Bolzano
- Meran (34.000 Einwohner), ital. Merano
- Leifers (20.000 Einwohner), ital. Laives
- Brixen (15.000 Einwohner), ital. Bressanone
- Bruneck (12.000 Einwohner), ital. Brunico
- Sterzing (8.000 Einwohner), ital. Vipiteno
- Glurns (1.500 Einwohner), ital. Glorenza, eine der kleinsten Städte Europas mit komplett erhaltener Stadtmauer
Kleinere, aber touristisch interessante Orte:
- Eppan
- Gais
- Kaltern, ital. Caldaro sulla strada del vino
- Laas, ital. Lasa
- Luttach, (1.000 Einwohner), ital. Lutago, Ferienort im schönen Ahrntal
- Mals (4.500 Einwohner), ital. Malles
- Martell, ital. Martello
- Olang, ital. Valdaora
- Prad, ital. Prato allo Stelvio
- Reschen am See (2.000 Einwohner), ital. Resia
- Ritten, ital. Renon,
- Schlanders (5.400 Einwohner), ital. Silandro, Ferienort im wunderschönen Vinschgau
- Schnals, ital. Senales
- Sulden, ital. Solda
- Tisens, ital. Tesimo
- Dorf Tirol
[Bearbeiten] Weitere Ziele
- Kalterer See, wärmster Badesee in den Alpen bei Kaltern.
[Bearbeiten] Hintergrund
1363 übergab die Gräfin von Tirol Margarethe Maultasch dem Habsburger Herzog von Österreich Rudolf IV. die Grafschaft Tirol. Benannt ist diese nach dem Stammsitz der Grafen, dem Schloss Tirol bei Meran. Im Zuge der napoleonischen Kriege verlor Österreich 1805 Tirol an Bayern. 1809 erhoben sich die Tiroler unter der Führung von Andreas Hofer, einem Wirt aus dem Passeiertal gegen die bayrisch-französischen Truppen. Nach anfänglichen Erfolgen wurde der Aufstand niedergeschlagen und Hofer in Mantua hingerichtet. Nach dem Sturz Napoleons wurde Tirol 1813 wieder an Österreich angeschlossen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die südliche Hälfte Tirols, das heutige Südtirol, mit dem Friedensvertrag von Saint Germain der Siegermacht Italien zugesprochen. Die Brennerlinie wurde zur Staatsgrenze erklärt. 1922-1939: Die faschistische Regierung Italiens betreibt eine "Italienisierung" Südtirol. Der Unterricht in deutscher Sprache wird verboten, italienische Ortsnamen eingeführt, große Industriebetriebe werden in Südtirol angesiedelt um italienischen Arbeitern aus dem ganzen Land einen Anreiz bieten zu können. 1939: Hitler und Mussolini stellen die deutschsprachigen Südtiroler vor die Wahl (Option): Ins Deutsche Reich auswandern oder im Land bleiben und auf jede sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit verzichten. Der Krieg verhindert die Auswanderung eines Großteils der Bevölkerung. 75.000 wandern aus. Im Mai 1945 wird Südtirol von den Alliierten besetzt. Am Rande der Pariser Friedenskonferenz wird ein Schutzvertrag für die Interessen der deutschsprachigen Minderheit unterzeichnet. 1948 genehmigt die italienische Nationalversammlung das 1. Autonomiestatut für die Region Trentino-Südtirol. 1960 fordert eine UNO-Resolution eine Ausweitung dieser Autonomie. 1972 tritt das neue Autonomiestatut in Kraft welches der Autonomen Provinz Bozen weitreichende Selbstbestimmungsrechte einräumt.
[Bearbeiten] Sprache
68 Prozent der Südtiroler haben Deutsch als Muttersprache (natürlich in der typischen, harten Tiroler Mundart (Dialekt "Südtirolerisch"). 28 Prozent sprechen Italienisch und 4 Prozent Ladinisch. In den größeren Städten ist der Anteil der italienischsprachigen Bevölkerung wesentlich höher (Meran ca. 50%, Bozen ca. 73% Italiener). Die Amtssprachen sind deutsch, italienisch und ladinisch.
[Bearbeiten] Anreise
Die klassische Anreise sowohl per Auto als auch per Bahn erfolgt von Innsbruck kommend über den Brennerpass. Wer ins Vinschgau möchte, kann auch über den Reschenpass anreisen, der nicht so stark frequentiert ist wie der Brenner. In Bozen befindet sich ein Regionalflughafen, der ganzjährig mit Rom und Mailand im Linienverkehr verbunden ist.
Mautfreie Anreise aus Deutschland über Fern- und Reschenpass:
- Achtung: Der Landecker Umgehungstunnel ist vignettenpflichtig. Wer keine Vignette für die österreichischen Autobahnen besitzt sollte durch die Stadt Landeck fahren. Wichtig: Die offizielle Ausschilderung zum Rechenpass führt durch den Tunnel (also nicht beachten). Es wird oft am Tunnel kontrolliert.
[Bearbeiten] Mobilität
Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, der Bahnverkehr beschränkt sich aber auf die dem Eisack- und Etschtal folgende Hauptverbindung Innsbruck - Verona und die Bahnlinien durch das Pustertal nach Lienz und durch den Vinschgau. Allerdings sind die Züge nicht sehr schnell, dafür sehr billig. Gute Bahnanbindung auch bis Venedig.
Das Fahrradnetz wurde in den letzten Jahren sehr gut ausgebaut mit dem Ziel alle Täler zu verbinden. Die Fahrradstrecke bis Bozen bis Verona ist schon befahrbar. Sehr beliebt auch der grenzüberschreitende Fahrradweg von Toblach/Innichen im Pustertal nach Lienz (Österreich).
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Die berühmten Drei Zinnen im Hochpustertal
- Die Sextner Sonnenuhr - weltgrößte steinerne Bergsonnenuhr
- Schloss Tirol bei Meran
- Archäologiemuseum in Bozen mit der weltberühmten Eismumie "Ötzi"
- Bunker- und Festungsanlagen/-ruinen des 1. Weltkriegs in ganz Südtirol
- 3-Burgenwanderung bei Eppan
- Reinhold Messners Bergvölker Museum Firmian auf Schloss Sigmundskron bei Eppan
- Eislöcher Eppan/Berg - ungewöhnliches Kältewunder Klima/Vegetation von 2000 Höhenmetern auf 500 Höhenmetern
[Bearbeiten] Aktivitäten
[Bearbeiten] Sommer/Frühling/Herbst
17.000 km markierte Wanderwege: Höhenwege und Gipfeltouren, Talwanderungen und Seenrundwege, Wanderungen auf Schutzhütten und Almen.
Etwas besonderes für den Westen Südtirols sind die Waalwege. Der Vinschgau und der Raum rund um Meran sind seit jeher äußerst regenarm. Deshalb konstruierten die Bauern vor Jahrhunderten ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem: die Waale. Sie hoben viele Kilometer Gräben aus, bauten Holzrohre und Rinnen und leiteten damit das Gletscherwasser zu ihren Wiesen und Feldern. Diese alten Konstruktionen durchziehen noch die Landschaft. Abenteuerliche Pfade und Stege, bilden die Waalwege. Einst zur Instandhaltung der künstlichen Wasseradern gedacht, sind sie heute als Wanderwege sehr beliebt.
Ganz Südtirol ist von einem Radwegenetz durchzogen. Besonders reizvoll ist der Pustertal-Radweg, der bis nach Lienz (A) führt und der Vinschger Radweg von Mals nach Meran. An der Strecke liegen die Haltestellen der Vinschgerbahn, von denen einige einen Radverleihe betreiben. Dadurch bietet sich eine Kombination von Bahn&Bike an.
- Gustav Mahler (konzerte)in Toblach
[Bearbeiten] Winter
27 größere und kleinere Skigebiete stellen die Hauptattraktion im Winter dar. Der Skiverbund Ortler Skiarena deckt die westliche Landeshälfte ab. In den Dolomiten sind alle Skigebiete zum größten Skikarussell der Welt Dolomiti SuperSki zusammengefasst. Langlaufloipen gibt es in vielen Hochtälern (z.B. Höhlensteintal, Ridnauntal) und auf Almen (z.B. der Seiser Alm, der Villanderer Alm). Rodeln, Schneeschuhwandern, Skitouren und Eislaufen gehören ebenfalls zu den beliebtesten Winteraktivitäten.
Die Skigebiete Südtirols werden im Artikel Skigebiete in Italien behandelt.
- Christkindl Märkte von November bis Dezember
- Dolomiten Balloon Festival im Jänner in Toblach
- Moonlight Marathon ein Marathon-Lauf
- Toblach nach Cortina Marathon im Feber
[Bearbeiten] Küche
Der italienisch-mediterrane Einfluss auf die bodenständige alpine Küche ist natürlich in Südtirol besonders stark ausgeprägt. Neben traditionellen Gerichten wie Knödeln, Schlutzkrapfen, Tirtlen und Krapfen sind Nudelgerichte, Pizza, Risotto und andere italienische Köstlichkeiten sehr beliebt.
In Buschen- und Hofschankbetrieben wird die bäuerliche Küche auf gutem Niveau gepflegt. Von Oktober bis Dezember ist in allen Weinbaugebieten das Törggelen gepflegt, eine Verkostung der erntefrischen Kastanien, Obstsorten und des jungen Weines. Dazu werden Gerstesuppe, Selchfleisch, Sauerkraut und süße Krapfen serviert.
In den Pizzerias und Restaurants findet man eine Kombination der italienischen und der alpinen Küche. Alle Bars und Cafes servieren den obligatorischen italienischen Caffe, als espresso, macchiato, cappuccino, latte macchiato...
In den letzten Jahren erlebte die Gourmetküche einen enormen Aufschwung. 11 Restaurants halten einen Michelin-Stern, das St. Hubertus in St. Kassian (Gadertal) sogar zwei. 68 Hauben-Lokale kochen auf hohem Niveau und favorisieren die Verwendung heimischer, saisonaler Produkte.
[Bearbeiten] Wein
Seit Jahrhunderten wird der Weinbau in Südtirol gepflegt. Hohe Tages- und niedrige Nachttemperaturen wirken sich günstige aus und geben den Südtiroler Weinen eine besondere Fruchtigkeit. Südtirol ist eine der kleinsten Weinbauregionen Italiens. 98% der Weine stehen unter DOC-Schutz. Trotz der geringen Anbaufläche von 5000 ha und der produzierten Menge von nur 350.000 hl stammen über 7% der "Drei-Gläser-Weine" aus Südtirol. Diese wichtige italienische Auszeichnung wurde 2008 an 22 Südtiroler Weine vergeben. Die zwei autochthonen Weinsorten, der Vernatsch (St. Magdalener) und der Lagrein, werden mit Schwerpunkt auf Qualität angebaut. Das Eisacktal hat sich auf die Weißweinproduktion spezialisiert und konnte sich damit an die italienische Spitze setzen.
[Bearbeiten] Berghütten
Die Marende entspricht der süddeutschen Brotzeit oder österreichischen Jause. Sie ist eine kalte Zwischenmahlzeit am Nachmittag, oft mit Speck, Rohschinken, Kaminwurzen oder Geselchtem, Wurst, Almkäse und Schüttelbrot.
Der nur in Tirol bekannte Graukäse ist ein Magermilchkäse mit 0 bis 2 % Fett i.d.Tr, er wird bei Kaspressknödeln verwendet, oder mit Essig, Öl und Gewürzen angemacht (Saurer Graukäse).
An alkoholfreien Getränken werden auf Berghütten oft Skiwasser, ein Mischung aus Himbeersirup mit Zitronensaft und Wasser, oder auch Mischgetränke aus Pfefferminz- und Holunder(Holler-)sirup angeboten.
[Bearbeiten] Nachtleben
[Bearbeiten] Sicherheit
Ratschläge für Wanderer:
- Wandern Sie ohne Bergerfahrung nicht allein und lassen Sie sich Zeit, genießen Sie die Natur.
- Geben Sie Ihrem Wirt das Wanderziel bekannt, lassen Sie sich über die Tour und das Wetter beraten
- Machen Sie sich nicht zu spät auf den Weg und machen Sie unterwegs keine vermeintlichen Abkürzungen, die Sie nicht kennen. Halten Sie sich bei den Bergwanderungen an die Markierungen.
- Denken Sie bei der Wahl der Ausrüstung immer an das schlechte Wetter, nie an das gute. Feste Bergschuhe und ein dichter Wetterschutz sind erste die Voraussetzung. Auch genügend Sonnenschutz und Getränke sind unbedingt erforderlich.
- Ein kleine Apotheke mit Erste-Hilfe-Material für sich selbst und für die anderen Wanderer ist ebenfalls notwendig.
- Im NOTFALL Tel. Nr. 118
Ausführliche Infos zur Ausrüstung und zum Verhalten im Gebirge siehe auch im Artikel Bergsteigen;
[Bearbeiten] Klima
Die Lage südlich des Alpenhauptkammes beschert Südtirol ein ausgesprochen mildes Klima, das auch dem Weinbau (etwa am Kalterer See südlich von Bozen) sehr entgegenkommt. Je weiter man nach Süden gelangt, desto mediterraner wird das Klima. Statistisch gesehen kann Südtirol mit 300 Sonnentagen im Jahr aufwarten.
[Bearbeiten] Ausflüge
Südlich von Salurn (also außerhalb Südtirols) lohnen Abstecher nach Trient (Trento) und zum Gardasee.
[Bearbeiten] Literatur
- Ursula Eckert, Wolfgang Eckert : Wandern in Südtirol: 35 Touren, exakte Karten, Höhenprofile. Ostfildern : DuMont Reiseverlag, 2008 (4. Auflage), ISBN 3770147766, 168 Seiten (deutsch). 12,00€
- Georg Weindl : Winterguide Südtirol: Die schönsten Winterwanderungen, Loipen und Schneeaktivitäten. München : Bruckmann, 2008 (1. Auflage), ISBN 978-3-7654-4808-9, 142 Seiten (deutsch). 19,95€
- Georg Weindl : Langlaufen in Südtirol: Die schönsten Loipen für Skater und klassische Läufer. Wien : Folio, 2007 (1. Auflage), ISBN 3852563755, 96 Seiten (deutsch). 9,40€
[Bearbeiten] Karten
[Bearbeiten] Weblinks
Offizielle regionale Touristikseiten (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
- Ferienregion Südtirols Süden
- Tourismusverband Eisacktal
- Ferienregion Meraner Land
- Tourismusverband Vinschgau
- My-happening.com/Suedtirol (Veranstaltungstipps)

