Ruanda

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Ruanda (Rwanda) ist ein zentralafrikanischen Binnenland. Es grenzt im Westen an die Demokratische Republik Kongo, im Norden an Uganda, im Osten an Tansania und im Süden an Burundi. Das Land der tausend Hügel gilt als relativ stabiles und sicheres Reiseland. Bekannt wurde es im negativen Sinne durch den grausamen Genozid von 1994 in dem nahezu eine Million Menschen ums Leben kamen. Das Land arbeitet hart an der Aufarbeitung dieses Konfliktes und ist definitiv eine Reise wert. Es verfügt über eine einzigartige Natur mit den Berggorillas in den Virunga Bergen im Nordwesten und den Bergregenwäldern von Nyungwe im Südwesten des Landes. Allein drei Nationalparks bieten vielfältige Möglichkeiten.

Lage
noframe
Flagge
Flagge von Ruanda
Kurzdaten
Hauptstadt: Kigali
Staatsform: Republik
Währung: Rwandan franc (RWF)
Fläche: 26.300 km²
Bevölkerung: 7,95 Mio
Sprachen: Kinyarwanda, Französisch, Englisch
Religionen: Roman Catholic 56.5%, Protestant 26%, Adventist 11.1%, Muslim 4.6%,
Stromnetz: 220 V/ 50 Hz (Europäischer Stecker)
Telefonvorwahl: +250
Internet TLD: .rw
Zeitzone: UTC +2 (MEZ+1)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regionen

Ruanda besteht offiziell aus fünf Provinzen die sich wie folgt einteilen:

Karte von Ruanda

[Bearbeiten] Städte

  • Hauptstadt Kigali, Butare,
  • am Kivusee: Cyangugu, Kibuye und Gisenyi
  • am Fuß der Vulkane: Ruhengeri
  • im Osten des Landes: Kibungo

[Bearbeiten] Weitere Ziele

  • der Kivu-See
  • Nationalmuseum Butare
  • Königspalast in Nyanza,
  • heiße Quelle von Bugarama,
  • Rusumo Falls an der Grenze zu Tansania

[Bearbeiten] Nationalparks

[Bearbeiten] Hintergrund

Ruanda ist mit einer Fläche von der Größe des deutschen Bundeslandes Brandenburg eines der kleinsten und zugleich mit ca. 8,7 Millionen Einwohnern eines der am dichtesten besiedelten afrikanischen Länder. Die Masse der Einwohner gehören zu den Hutu (ca. 85%) und Tutsi (ca. 14%) wobei seit dem Genozid die Trennung verschwindet und die Menschen sich als Ruander bezeichnen. Die dritte größere Volksgruppe sind mit 1% die Twa, die auch als Pygmäen bezeichnet wurden. Alle drei Gruppen teilen Sprache und Kultur, ein weiterer Faktor der dazu geführt hat, dass sich die Menschen als Ruander bezeichnen. Wenngleich Ruanda such noch zu den ärmsten Ländern Afrikas gehört, zählt es doch zu den fortschrittlichsten Ländern südlich der Sahara. In den letzten Jahren hat das Land enorme Fortschritte gemacht und ist auf Platz 18 der am besten regierten Länder Afrikas (von 48) wie in einem Bericht der BBC gesagt wird.

[Bearbeiten] Anreise

[Bearbeiten] Einreisebestimmungen

Zur Einreise nach Ruanda ist für Bürger der unten genannten Staaten ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass ausreichend. Kinder unter 10 Jahren werden im Pass der Eltern eingetragen oder besitzen einen Kinderausweis/ Kinderreisepass. Das Auswärtige Amt empfiehlt älteren Kindern einen eigenen Reisepass. Bürger der Bundesrepublik Deutschland, Kanadas, Schwedens, des Vereinigten Königreichs, der Vereinigte Staaten von Amerika, Südafrikas, Hongkongs sowie der unmittelbar angrenzenden Staaten benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen Dauer kein Visum. Für längere Aufenthalte bzw. Studium und Arbeit ist ein Visum erforderlich, das über die ruandische Botschaft in Berlin beantragt werden kann (siehe Weblinks). Die Gebühr beträgt 65,- € und die Bearbeitungszeit ca. 4-5 Tage. Dieses Visum ist drei Monate gültig. Die Verlängerung muß in Kigali beim Immigrationsservice erfolgen.

Reisende aus anderen Staaten benötigen vor der Einreise ein Visum. Bei Einreise kann ein Visum für 8 Tage gegen eine Gebühr von ca. 60,- € ausgestellt werden. Es wird jedoch empfohlen ein gültiges Visum mitzuführen, zumal die Kosten für ein Dreimonats-Visum ähnlich hoch sind. Für österreichische Staatsbürger ist die Botschaft in Berlin mit zuständig, für Schweizer ist die zuständige Botschaft in der Rue de la Servette 93 in 1202 Genève ( geöffnet von 9h00 - 12h00 und 14h00 - 18h00; email: mission.rwanda@ties.itu.int, tel: 022/ 919 10 00).

Für die Einreise nach Ruanda ist eine gültige Gelbfieberschutzimpfung vorgeschrieben!

[Bearbeiten] Einfuhrbestimmungen

Verboten ist die Einfuhr von Waffen, Drogen und pornographischem Material aller Art. Die Einfuhr von technischem Gerät für den persönlichen Bedarf wie Foto- oder Computerausrüstung ist zollfrei möglich. Zur Sicherheit sollten die Gegenstände bei der Einfuhr deklariert werden. Devisen können ohne Beschränkung der Summe eingeführt werden.

Tabak, Alkohol und Parfüm darf nur begrenzt eingeführt werden. Die Einfuhr von Medikamenten des persönlichen Bedarfs ist unproblematisch, grössere Mengen z.B. für Spenden sind nur nach zuvor eingeholter Genehmigung einführbar.

Die Nachverzollung beträgt 15 - 25 % des Warenwertes.

Zu Plastiktüten: Plastiktüten, die Reisende mitbringen müssen bei der Einreise abgegeben werden (z.B. am Flughafen in Kigali). Es gibt im Land ein entsprechendes Gesetz. Plastiktüten können in Ruanda nur schwer entsorgt werden. Im Land selbst werden Papiertüten und Stoffbeutel eingesetzt.

[Bearbeiten] Flugzeug

Alle internationalen Flüge landen auf dem Kigali International Airport (KGL, früher Aeroport Grégoire Kayi Banda) in der Hauptstadt Kigali. Direktflüge aus Deutschland gibt es derzeit keine. Aus Europa gibt es zweimal wöchentlich Direktflüge von Brüssel nach Kigali. Zwei weitere Flüge gibt es jeweils aus Nairobi und Johannesburg.

[Bearbeiten] Bahn

Ruanda verfügt über kein Bahnnetz.

[Bearbeiten] Bus

Überland Busverbindungen existieren vor allem nach Kampala in Uganda und nach Benako in Tansania. Die Busse fahren jeweils nach Kigali. Eine weitere reguläre Busverbindung besteht von Kigali nach Bujumbura in Burundi. Aufgrund der schwierigen Situation in der DR-Kongo könne hier keine verlässlichen Angaben gemacht werden. Es existieren Busverbinungen nach Goma und Bukavu. Hier ist es am Besten sich vor Ort zu erkundigen. Teilstrecken (z.B. nach Rusomo um dort den Bus nach Tansania) werden teilweise mit dem Taxi zurückgelegt.

  1. Uganda: Die Reise dauert ca. 8 Stunden und kostet etwa 15.000 bis 20.000 RWF. Die Busse fahren vom Nyabugogo Markt in Kigali ab 06:00 Uhr morgens.
  2. Tanzania: Diese Route ist etwas schwieriger, da man zuerst von Kigali nach Benako und von dort nach Mwanza fährt. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse ist es schwierig eine Fahrtzeit anzugeben. Die durchschnittlichen Reisezeiten sind ca. 30 Stunden nach Arusha.
  3. Kenia: Die Fahrtdauer beträgt ca. 24 Stunden von Kigali (Nyabugogo Markt) nach Nairobi.
  4. Burundi: Tägliche Busverbindung mit z.B. Yahoo Cars oder Belvedere. Die Fahrzeit beträgt ca. 6 Stunden.

[Bearbeiten] Überland mit eigenem Fahrzeug

Die Einreise aus Uganda und Tansania ist unproblematisch möglich. Ein wenig Zeit sollte man jedoch mitbringen.

[Bearbeiten] Schiff

Auf dem Kivu-See verkehren Schiffe zwischen Cyangugu, Kibuye und Gisenyi. Allerdings sollen diese bezüglich des Termins nicht sonderlich zuverlässig fahren.

[Bearbeiten] Mobilität

Strassenskizze Ruandas
Strassenskizze Ruandas

Es gibt gut ausgebaute (Mini-)Busverbindungen zwischen allen Städten in Ruanda. In den Bussen dürfen auch immer nur so viele Passagiere sitzen, wie es Plätze gibt. Für Afrika typisch: die Busse haben keinen festen Fahrplan. Abfahrt ist, wenn der Bus voll ist.

Man kann durch das Land mit Mietwagen reisen. Das Straßennetz ist ziemlich gut ausgebaut. Alle überregionalen Hauptstrasse sind asphaltiert. Die Nebenstrassen besitzen jedoch in der Regel keine Asphaltdecke. Es wird nur empfohlen, nicht nachts Auto zu fahren, da dann wegen schlechter Sicht die Unfallgefahr zu groß ist.

[Bearbeiten] Sprache

Die am meisten gesprochene Sprache ist Kinyarwanda, die Muttersprache nahezu aller Ruander. Rund 90 % der Landbevölkerung beherrschen ausschließlich diese Sprache.

Daneben sind Französisch und Englisch die weiteren offiziellen Amtssprachen. Französisch sprechen auch auf dem Land einige Menschen. Englisch sprechende Ruander dagegen trifft man nur in Kigali an.

[Bearbeiten] Kaufen

Landeswährung ist der Ruanda-Franc. 100 RWF entsprechen ca. 0,135 Euro (Stand 07/ 2007). Da der RWF einen sehr stark (nach unten) schwankenden Kurs hat, ist der US-Dollar die gern gesehene Zweitwährung. Bargeld von der Visa-Card erhält man nur in der Hauptstadt Kigali und in den großen Hotels. Das Einlösen von TravellerChecks kann problematisch sein.

Traditionelle Handwerkswaren, Flecht- und Töpferwaren sind landesstypische Produkte und daher sehr günstig. Auch gebrauchte Elektronikartikel sind sehr günstig. Traditionelle Textilien findet man vor allem im muslimischen Bezirk. Sie sind ebenfalls sehr günstig.

Besonders die Dienstleistungsgewerbe in den Städten sind empfehlenswert. Friseure beispielsweise sind sehr gut und günstig. Sollte mal ein elektrisches Gerät defekt sein, findet man an jeder Straßenecke einen kleinen Laden, in dem das Gerät repariert wird.

[Bearbeiten] Küche

Die Küche Ruandas besteht aus den lokal angebauten Zutaten. Dazu gehören Kochbananen, Bohnen, Getreide. Fleisch isst der Ruander sehr selten, da die meisten diese Tiere zur Selbstversorgung züchten und nicht über größere Viehbestände verfügen. In den Touristen-Restaurants erhält man aber eine große Auswahl an leckeren Rind-, Schwein- und Geflügelgerichten. In den Restaurants der Orte rund um den Kiwusee sollte man sich auf keinen Fall ein Fischgericht entgehen lassen.

[Bearbeiten] Nachtleben

Kigali und Butare sind die einzigen Städte mit einem nennenswerten Nachtleben. Auch in diesen beiden Städten gilt aber die Sperrstunde ab 22 Uhr.

Am Kiwusee entwickelt sich derzeit so etwas wie ein Touristenzentrum. Auch dort sollte sich in den nächsten Jahren ein (touristisches) Nachtleben entwickeln.

[Bearbeiten] Unterkunft

In Ruanda gibt es sehr viele Hotels, Gasthäuser o.ä. Viele Kirchen haben ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten, die sehr preiswert sind.

In den großen Städten wie Kigali und Kibuye findet man moderne Hotels wie z.B. das der Intercontinental-Gruppe oder das Mille Collines.

Rund um die Nationalparks gibt es bereits zahlreiche Hotels, Lodges und Gästehäuser. Einige inzwischen auch mit Campingplätzen. Weitere sind in der Entwicklung.

[Bearbeiten] Lernen

In Schulen und Universitäten (z.B. an der National University of Ruanda) möglich.

[Bearbeiten] Arbeiten

Ausländern ist es untersagt ohne entsprechende Genehmigung zu arbeiten. Wenn Sie in Ruanda arbeiten möchten, benötigen Sie ein Arbeits-Visum bzw. eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Kosten betragen ca. 270 bis 300 Euro. Dieses wird zunächst durch die Botschaften für drei Monate ausgestellt und muß dann vor Ort verlängert werden.

[Bearbeiten] Feiertage

Datum Name Bedeutung
1. Januar Neujahr
1. Februar Nationaler Tag des Helden
7. April Gedenktag des Genozides Erinnerung an die grausamen Massaker 1994
1. Mai Tag der Arbeit Internationaler Tag der Arbeit
1. Juli Nationalfeiertag Tag der Unabhängigkeit von Belgien 1962
4. Juli Tag der Befreiung Gedenken an die Einnahme Kigalis 1962
25. September Tag der Republik
1 Oktober Patriotismus Tag
25. Dezember Weihnachten
26. Dezember Boxing Day

[Bearbeiten] Sicherheit

Auch wenn Ruanda ein anderes Image hat: Es ist zur Zeit eines der sichersten Reiseländer in Ostafrika. Auch alleinreisende Frauen haben keine Probleme.

[Bearbeiten] Gesund bleiben

Eine Schutzimpfung gegen Gelbfieber ist für alle Personen über 1 Jahr Lebensalter vorgeschrieben. Eine Malariaprohylaxe wird empfohlen, vor allem beim Aufenthalt im Osten und Südosten des Landes.

Europäische Mägen sind das Essen in Ruanda nicht gewohnt. Um Magen-Darm-Probleme auszuschließen, sollte man in den ersten Tagen das Hotelessen bevorzugen. Das Trinken aus Wasserhähnen wird nicht empfohlen, stattdessen ist es ratsam das Wasser abzukochen oder sich Mineralwasser zu kaufen.

Die medizinische Versorgung entspricht nicht dem europäischen Niveau, notwendige Medikamente sollten mitgebracht werden.

[Bearbeiten] Klima

Ruanda besitzt tropisches Hochlandklima. Die Temperatur liegt tagsüber je nach Höhenlage meist zwischen 19 ° und 25 ° Celsius.

[Bearbeiten] Regeln und Respekt

Jeder Reisende sollte in jedem Land der Bevölkerung allen Respekt entgegenbringen. Das ist in Ruanda nicht anders. Beim Fotografieren immer die Personen vorher fragen. Manche Einheimische sind ängstlich oder ärgerlich, wenn sie nicht wissen, was mit ihrem Konterfei passiert.

[Bearbeiten] Rechtliches

Das Fotografieren militärischer Anlagen, von Brücken, des Flughafens Kigali und von Regierungsgebäuden ist untersagt. Auf Drogenbesitz stehen harte Strafen - bis zu mehreren Jahren Haft (ein Aufenthalt in einem ruandischen Gefängnis ist nicht wirklich erstrebenswert). Gleichgeschlechtliche Beziehungen unter 18-jähriger sind mit Geld- oder Haftstrafe belegt. Die übrigen Regelungen sind nicht wesentlich anders als in Europa.

[Bearbeiten] Post und Telekommunikation

In den größeren Städten gibt es ein recht gut ausgebautes Telefonnetz. Es besteht nahezu vollständige GSM Abdeckung. Auch der Internetzugang via Internetcafés ist in den großen Städten kein Problem. Es kann jedoch zeitweise zu Netz- oder Stromausfällen kommen.

Deutsche Handys funktionieren in Ruanda. Von den deutschen SIM-Karten funktionieren leider nur die von Vodafone (D2). Für Kunden anderer Netzbetreiber empfiehlt sich der Kauf einer Prepaid-Karte.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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