Raschīd

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Der Norden von Raschid
Der Norden von Raschid

Raschid (arabisch: رشيد, Raschīd, englisch Rashid oder Rasheed), auch Rosette oder Rosetta, ist eine Hafenstadt im Nildelta (Ägypten) im Gouvernement el-Buheira. Die Stadt liegt ca. 65 km östlich des Stadtzentrums von Alexandria, 50 km nördlich von Damanhur, der Hauptstadt des Gouvernements el-Buhaira, und 11 km oberhalb der Mündung des westlichen Nilarms in das Mittelmeer. Die Einwohnerzahl wird mit 40.000 angegeben. Sie ist jedoch deutlich höher, man schätzt sie auf 70.000.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

Die Stadt wurde 870 gegründet und auf dem Westufer des westlichen Nilarms errichtet. Damit hat sie eine vergleichbare exponierte Lage wie die Stadt Damietta am zweiten, dem östlichen Nilarm. Das Gebiet ist bereits seit prähistorischer Zeit besiedelt, die Pharaonen nennen ihre Ansiedlung Rehyt. Die ersten hier siedelnden Einwohner koptischen Glaubens nennen diese Stadt Rikhit, woraus sich die spätere arabische Bezeichnung Raschīd ableitet.

Ihren ersten Aufschwung erlebt die Stadt in koptischer (9. Jahrhundert) und fatimidischer Zeit (10. – 12. Jahrhundert). Grund für diesen und die folgenden Aufschwünge ist die exponierte und militärstragische Lage der Stadt.

Ähnlich wie in Alexandria lässt Qait Bey (1416 – 1496), Sultan der letzten Mamelucken-Dynastie, 7 km nördlich der Stadt im Bereich des heutigen Burg Raschīd an strategisch wichtiger Stelle 1479 eine Festung errichten, um sich gegen die aufstrebende Osmanenmacht in Kleinasien erwehren zu können. Unter dem Osmanenherrscher Selim I. wurden die Mamelucken 1516/ 1517 dennoch besiegt, auch wenn das mameluckische Herrschaftssystem auch in der Folgezeit weiter bestand. Die Stadt Raschīd blieb weiterhin wichtige Hafenstadt, weil sie die kürzeste Anbindung an Istanbul bot. Sie wurde in der Folge die bedeutendste Mittelmeer-Hafenstadt Ägyptens, bis ihr im 19. Jahrhundert Alexandria den Rang ablief.

Auch wenn hier Araber seit dem 10. Jahrhundert siedelten, so nahm doch erst in osmanischer Zeit ihr Anteil an der Bevölkerung beträchtlich zu. Im 17. Jahrhundert wurde sie die zweitgrößte Stadt nach Kairo, in ihr lebten ca. 19.000 Einwohner zu dieser Zeit. In der Stadt siedelten auch immer mehr europäische, vorwiegend griechische, und türkische als auch einheimische Händler.

Die Festung im Norden der Stadt erlangte 1799 erneute Bedeutung, als hier Napoléon Bonaparte auf den Ruinen der alten Festung eine neue Festung, das Fort St. Julien bzw. Fort Rosetta, errichten ließ. Der Neubau dieser Festung ließ die Stadt weltberühmt werden, nicht wegen der Napoléonischen Militärexpedition – diese war ein Desaster –, sondern wegen des Fundes des Steins von Rosetta durch den französischen Leutnant Bouchard im Jahre 1799. Dieser Stein enthält eine dreisprachige Inschrift (Hieroglyphen, Demotisch (Hieroglyphen-Schreibschrift) und Griechisch) mit einer Lobpreisung Ptolemaios’ V. und befindet sich heute im British Museum in London. Mit ihm gelang 1822 Champollion der Durchbruch bei der Entzifferung der altägyptischen Hieroglyphen.

Die Anlage des Maḥmūdīya-Kanals vom westlichen Nilarm nach Alexandria 1819 unter Muḥammad ʿAlī bedeutete jedoch einen tiefen Einschnitt. Mit dem Bedeutungsaufschwung Alexandrias nahm die von Raschīd ab, deren Einwohnerzahl von 35.000 zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf 15.000 im Jahr 1848 sank. Ganz bedeutungslos wurde die Stadt aber nicht: am Ende des 19. Jahrhunderts zählte man noch 2300 Häuser, 600 Geschäfte, 25 Moscheen, 52 Gewürz-, 13 Öl- und 10 Reismühlen sowie 30 Hotels.

Von Reichtum der Stadt künden noch heute zahlreiche zumeist drei-, seltener vierstöckige Bürgerhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert mit ihrem charakteristischen Ziegelmauerwerk aus roten und schwarzen Ziegeln. Die Fenster täuschen über die Größe der Häuser hinweg, nicht selten befinden sich zwei Fensterreihen auf einer Etage. Der Grundriss der Häuser und ihr Aufbau sind ähnlich: Das Erdgeschoss wurde für den Handel, für Brunnen, Ställe und Speicher benutzt. Das zweite Geschoss war den Männern vorbehalten, hier gab des den Empfangsraum und die Küche, während die dritte Etage den Frau vorbehalten war, hier befand sich auch das Bad (Ḥammām). Falls eine vierte Etage vorhanden war, so befanden sie in ihre die Schlafräume. Die Fenster wurden häufig mit Maschrabīyen (hölzerne Fensterziergitter), im 19. Jahrhundert auch mit Eisengittern versehen. Heutzutage sind diese Häuser verlassen, weil sie nicht mehr zeitgemäß oder komfortabel erscheinen, und verfielen.

Das Stadtzentrum besaß viele Geschäfte und Gewerke, die hier heute noch ansässig sind. Heute ist die Stadt Zentrum der Nahrungsmittel-, Tabakwaren- und Textilindustrie. Die „Stadt der Millionen Palmen“ ist Lieferant von Datteln, die Reismühlen am Ortseingang verarbeiten den Reis aus weiten Teilen des Nildeltas. Die ehemals hier ansässige Fischindustrie ist mit den Bau des Assuan-Staudamms merklich zurück gegangen, die Fangmengen sanken von ca. 300 Tonnen täglich auf heutzutage 20 Tonnen.

[Bearbeiten] Anreise

[Bearbeiten] Mit der Bahn

Raschīd verfügt zwar über einen Bahnhof in der Schariʿ Gheisch, allerdings verkehrt nur ein Zugpaar pro Tag zwischen Alexandria und Raschīd. Um 15:30 Uhr fährt der Zug nach Alexandria. Der Zug benötigt für die Strecke zwei Stunden.

[Bearbeiten] Auf der Straße

Raschīd erreicht man mit Minibussen u.a. von Alexandria, el-Ma'mūra bei Abu Qir (el-Ma'mūra ist selbst von Alexandria aus erreichbar), Kairo, Port Said und Damanhūr aus. Der Bahnhof für die Minibusse (Service-Taxis) liegt am Westende der Schariʿ ʿAzzūz Sama westlich des Kūhīya-Hauses (arabisch: منزل كوهية, Manzil Kūhīya, 31° 24' 5" N 30° 25' 6" O). Vom Minibusbahnhof in Raschīd läuft man in südöstlicher Richtung bis zur Corniche (Uferstraße) und von dort nach Norden, bis man das Stadtzentrum mit dem Museum erreicht hat.

In Alexandria fahren die Minibusse vom neuen Busbahnhof (arabisch: الموقف الجديد, al-Mauqif al-ǧadīd) im Süden der Stadt ab. Für die einstündige Fahrt nach Raschīd bezahlt man LE 3, für die Taxifahrt aus der Innenstadt von Alexandria zum neuen Busbahnhof etwa LE 10. Die Reiseziele sind im Busbahnhof auf arabisch beschrifteten Schildern lesbar, die Haltestelle nach Raschīd befindet sich fast am nördlichen Ende der zentralen Straße.

Wer mehr Zeit hat, kann auch mit dem Service-Taxi (Minibus) nach el-Ma'mūra bei Abu Qir fahren. Sie starten in Alexandria in der Schariʿ Ahmad Muharram (im Stadtzentrum) östlich des Midan Orabi in der Nähe der Straßenbahnlinie, nach Abu Qir. Der Umstieg zu den Service-Taxis nach Raschīd muss wohl kurz vor Abu Qir in el-Ma'mūra erfolgen.

[Bearbeiten] Mobilität

Die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erreichen. Ansonst gibt es zahlreiche gelb-grüne Taxis.

Aufgrund der Enge der Straßen in der Altstadt scheint es sinnvoll, zu Fuß zu laufen. Die Straßen verlaufen parallel oder senkrecht zum etwa von Süd nach Nord verlaufenden Nil.

Es ist recht wahrscheinlich, dass Sie während des Stadtrundgangs von Touristenpolizisten begleitet werden. Aber sie kennen ja die Wege…

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Midan el-Hurriya im Stadtzentrum
Midan el-Hurriya im Stadtzentrum
Arab-Killī-Haus
Arab-Killī-Haus

Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist ihr ca. 1 km2 großer Altstadtkern. Es gibt hier etwa 50 Moscheen, zwei Kirchen, 24 Bürgerhäuser und ein Bad. Viele Moscheen existieren schon seit Alters her oder befinden sich an der Stelle früherer Moscheen.

Die meisten Bürgerhäuser wurden aber seit dem 20. Jahrhundert nicht mehr genutzt, weil sich der Lebensstil der Bevölkerung änderte, und verfielen. Deshalb kaufte die ägyptische Altertümerverwaltung 1951 22 Häuser auf. Sie werden seit 1978 restauriert, allerdings dauern die Restaurationsarbeiten heute noch an, weil zum Teil die Fehler der früheren Restaurationen beseitigt werden müssen.

Die meisten Häuser sind heute im Inneren leer, so dass sie nur von außen zu besichtigt werden können.

Ein günstiger Ausgangspunkt für die Besichtigung ist der Hauptplatz der Stadt, der Midan el-Hurriya (31° 24' 17" N 30° 25' 23" O). Auf ihm steht ein Denkmal, das an die Militärgeschichte und den Fund des Steins von Rosetta erinnern soll.

[Bearbeiten] Arab-Killī-Haus

Das Arab-Killī-Haus (arabisch: منزل عرب كلي, Manzil Arab Killī, 31° 24' 18" N 30° 25' 20" O) befindet sich in der Schāriʿ el-Geisch (arabisch: شارع الجيش). Man erreicht es, wenn man der Straße im Nordwesten des Hauptplatzes folgt. Das größte Haus der Stadt stammt aus dem 18. Jahrhundert und gehörte dem hiesigen Gouverneur. Das dreistöckige Haus beherbergt heute das Rosetta National Museum. Das Museum ist aber seit langer Zeit geschlossen, und auch im September 2007 dauerten die Arbeiten am Haus noch an. Wenn es eröffnet sein wird, wird der Eintrittspreis LE 20 betragen.

Die Fenster der zweiten Etage verfügen über Eisengitter, alle anderen sind mit hölzernen Maschrabīyen versehen.

Das Museum soll 200 hiesige Fundstücke und 600 Fundstücke aus Kairo (Islamisches, koptisches und Gayer-Anderson-Museum) zeigen, darunter Münzen, Keramik, Geschirr, Waffen, Teppiche, Möbel und Kleidung. Weiterhin sind Kopien historischer Dokumente, ein Modell der Qait-Bey-Festung und eine Replik des Rosetta-Steins zu sehen. Nachgestaltet wurden Empfangshalle mit Brunnen und Fontäne, Schlafzimmer, Küche und Bad, wie sie in osmanischer Zeit bestanden haben.

Südlich des Hauses befindet sich der Museumsgarten. Hier gibt es zukünftig ein Buchgeschäft, ein Café und Vortrags- und Verwaltungsräume.

[Bearbeiten] Gebäude der Altstadt

Die meisten Bürgenhäuser der Altstadt sind heute leer. Drei der Wohnhäuser und das Bad kann man in der Zeit von 9 bis 16 Uhr besichtigen. Das dafür nötige, LE 20 teure Ticket erhält man im el-Amasili-Haus.

Auf der Höhe des Museumsgartens kann man nach Westen laufen und erreicht dort nach etwa 60 m die von Nord nach Süd verlaufende Schāriʿ el-Maḥallī (arabisch: شارع المحلّي). Hier befindet sich auf der Westseite die el-Mahalli-Moschee (arabisch: مسجد المحلّي, Masǧid al-Maḥallī, 31° 24' 15" N 30° 25' 16" O), die zweitgrößten Moschee der Altstadt. Wenn man der Straße nach Süden folgen würde, so würde die Straße in die Schāriʿ Zaghlūl (arabisch: شارع زغلول) einmünden, auf deren Ostseite sich die größte Moschee der Altstadt, die Zaghlūl-Moschee befindet.

Üblicherweise biegt man unmittelbar im Süden der el-Mahalli-Moschee in eine Seitenstraße nach Westen, an deren südwestlichem Ende sich das aus dem Jahre 1754 (1168 AH) stammende 'Asfūr-Haus (arabisch: منزل عصفور, Manzil ʿAṣfūr) befindet.

Nun befindet man sich in der von Nord nach Süd verlaufenden Schāriʿ esch-Scheich Qandīl (arabisch: سارع الشيخ قنديل), der man etwa 100 m nach Süden folgt. Im Süden eines kleinen Platzes trifft man auf das el-Amasili-Haus (auch Amasyali-Haus, arabisch: منزل الامصيلي, Manzil al-Amasīlī, 31° 24' 13" N 30° 25' 10" O) des ʿUthmān Aghā el-Amasīlī (arabisch: عثمان أغا الامصيلي) aus dem Jahr 1808 (1223 AH). Hier erhält man die Eintrittskarten. Besondere architektonische Details sind der dekorierte Türsturz über den Hauseingang und eine aus koptischer Zeit stammende Säule, die die Nordwestecke des Hauses schmückt.

Das östliche Nachbargebäude ist die Mühle des Abu Schahin (arabisch: طاحونة أبو شاهين, Ṭāḥūna Abū Schāhīn), die im 19. Jahrhundert von ʿUthmān Aghā aṭ-Ṭōpǧī (عثمان أغا الطوبجي) errichtet wurde und mit dem el-Amasili-Haus eine architektonische Einheit bildet. Die beiden Mühlsteine wurde von Pferden angetrieben, deren Ställe sich im hinteren Teil der Mühle befanden.

Nach der Besichtigung kehrt man zur Schāriʿ esch-Scheich Qandīl zurück. Im Süden gibt es weitere Häuser auf der westlichen Straßenseite, das Thābit- (arabisch: منزل ثابت, Manzil Thābit) und das aus dem 18. Jahrhundert stammende el-Qanādīlī-Haus (arabisch: منزل القناديلي, Manzil al-Qanādīlī).

Nach etwa 40 m erreicht man eine weitere Kreuzung, man läuft nun nach Osten und erblickt das el-Māzūnī-Haus auf Südseite der Straße. Das Haus des el-Mazuni (auch Haus des el-Meizuni arabisch: منزل المازوني, Manzil al-Māzūnī) wurde 1740 (1153 AH) durch ʿAbd al-Raḥmān al-Bauwāb al-Māzūnī errichtet. Im vorderen Raum der ersten Etage befindet sich an der Zimmerrückwand ein großer, begehbarer Schrank. In der zweiten Etage befinden sich die Küche mit einer Kochstelle mit Abzug und das Schlafzimmer. In der dritten Etage befinden sich das Bad und das Sommerzimmer.

Haus des al-Amsili
Haus des al-Amsili
Im Inneren der Abu-Schahin-Mühle
Im Inneren der Abu-Schahin-Mühle
Haus des el-Mazuni
Haus des el-Mazuni
Türsturz am Eingang des Hauses des al-Amsili
Türsturz am Eingang des Hauses des al-Amsili
Pferdemühle der Abu-Schahin-Mühle
Pferdemühle der Abu-Schahin-Mühle
Wandschrank im Haus des el-Mazuni
Wandschrank im Haus des el-Mazuni

Nach der Besichtigung kehrt man wieder zur Schāriʿ esch-Scheich Qandīl zurück. Etwa 30 m weiter südlich folgt man der nächsten Seitenstraße nach Osten. An der Nordseite der Straße findet man das el-Toqatli-Haus (arabisch: منزل التوقاتلي, Manzil et-Tūqātlī), weiter östlich auf der Südseite das Farahat-Haus (arabisch: منزل فرحات, Manzil Faraḥāt) und noch weiter östlich und ebenfalls auf der südlichen Straßenseite die Dimiqsis-Moschee. Unmittelbar westlich der Moschee befindet sich das el-Baqrawali-Haus (arabisch: منزل البقراولي, Manzil al-Baqrāwalī).

Die 1704 (1116 AH) von Ṣāliḥ Aghā Dimiqsīs (Dumaqsīs) errichtete osmanische Dimiqsis-Moschee (arabisch: مسجد دمقسيس المعلق, Masǧid Dimiqsīs al-Muʿallaq, „die schwebende Dimiqsīs-Moschee“) ist zweigeschossig. Im unteren Geschoss befinden sich Speicher und Ställe und im Obergeschoss die eigentliche Moschee. Auf der Nordseite besitzt die Moschee eine gedeckte Holzveranda und auf seiner Ostseite ein achteckiges Minarett. Das Holzdach der Moschee ruht auf Marmorsäulen im Gebetsraum.

Begibt man sich nun in die südliche Querstraße (Schāriʿ Azzuz Sama), so findet man weitere Häuser, die allesamt aus dem 18. Jahrhundert stammen, am Ende der Straße, die zum Bahnhof der Service-Taxis führt. Dies sind auf der Südseite der Straße das el-Gamal-Haus (arabisch: منزل الجمل, Manzil al-Ǧamal) und das Ramadan-Haus (arabisch: منزل رمضان, Manzil Ramaḍān). Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Abuhum-Haus (arabisch: منزل أبوهم, Manzil Abūhum). Wenige Meter weiter westlich gibt es noch auf der Südseite das Kūhīya-Haus (arabisch: منزل كوهية, Manzil Kūhīya).

Nun läuft man wieder zurück nach Osten bis zur Schāriʿ Zaghlūl (arabisch: شارع زغلول). Nach ca. 300 m befindet sich auf deren Ostseite die größte Moschee der Altstadt, die Zaghlul-Moschee (arabisch: مسجد زغلول, Masǧid Zaghlūl). Die heutzutage teilweise zerstörte Moschee wurde 1577 (985 AH) errichtet. Sie erinnert an Zaghlūl, einem Mamelucken unter dem Prinzen Harūn. Sie vereinigt zwei ältere Moscheen und beeindruckt durch den Mihrab, den Minbar und den 300 wiederverwendeten Säulen. Der größte Teil der Moschee, der Arkadenumgang um den Moscheehof, liegt in Ruinen. 1807 wurde auf der Moschee die ägyptische Flagge als Zeichen des Beginns der Rosetta-Schlacht gegen die englischen Truppen gehisst.

Unmittelbar nordöstlich der Zaghlul-Moschee befindet sich das Bad ʿAzzuz (arabisch: حمام عزوز, Ḥammām ʿAzzūz, 31° 23' 58" N 30° 25' 21" O), das im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Der Hauptraum besteht aus einer runden Kuppelhalle. Im Bad kann man noch die Baderäume, Reste der Öfen zum Erhitzen des Badewassers und ein Wasserrad betrachten. Wer mag, kann das Dach des Bades erklimmen. Neben dem Bad steht das Haus des Eigentümers des Bades.

Dimiqsis-Moschee
Dimiqsis-Moschee
Zaghlul-Moschee
Zaghlul-Moschee
Im Inneren des Bads ʿAzzuz
Im Inneren des Bads ʿAzzuz
Im Inneren der Dimiqsis-Moschee
Im Inneren der Dimiqsis-Moschee
Im Inneren der Zaghlul-Moschee
Im Inneren der Zaghlul-Moschee
Eingang zum Bad ʿAzzuz
Eingang zum Bad ʿAzzuz

[Bearbeiten] Denkmäler außerhalb des Stadtzentrums

Im Süden der Stadt erhebt sich die el-ʿAbbāsī-Moschee (arabisch: مسجد العباسي, Masǧid al-ʿAbbāsī), die 1809 (1224 AH) von Muḥammad Bey eṭ-Ṭuppūzāda im Stile der innerstädtischen Bürgerhäuser errichtet wurde. Prägend ist auch hier das Ziegelmauerwerk, auch wenn die hier verwendeten Ziegel kleiner sind. Im Eingangsbereich und über den Fenstern werden mit den Ziegeln Ornamente gebildet. Die Moschee wird von einer großen Kuppel bekrönt, hinter der sich das achteckige Minarett befindet. Der Oberteil des Minaretts ist säulenförmig und wird von einer Galerie umgeben. Wenn man die Moschee betritt, so befindet sich zur Rechten das Mausoläum des es-Saiyid Muḥammad el-ʿAbbāsī, des Namensgebers der Moschee. Der Innenraum wird von Arkaden umgeben, die auf Marmorsäulen ruhen.

[Bearbeiten] Bummel

Weg noch Zeit hat, kann entlang der Corniche (Uferstraße) am westlichen Ufer des Niilarms verweilen.

[Bearbeiten] Aktivitäten

Mitte November findet in Raschīd ein Fest statt, ein so genanntes Mulid. Es ist das letzte seiner Art einer Reihe gleichartiger Feste, die ihren Ausgangspunkt in Tanta haben.

[Bearbeiten] Einkaufen

Der Basar im Süden der Altstadt öffnet am späten Vormittag, wird aber schon am Nachmittag geschlossen. Es werden Obst, Gemüse und fangfrischer Fisch feilgeboten.

[Bearbeiten] Küche

Restaurants gibt es im Rasheed International Hotel.

Daneben gibt es im Basar Ful, Falafel (Tamiya) und Hühnchen sowie an der Corniche gebratenen Fisch.

[Bearbeiten] Nachtleben

[Bearbeiten] Unterkunft

[Bearbeiten] Günstig

  • Das Nile Hotel (arabisch: فندق النيل, Funduq an-Nīl), Tel.: (045) 292 2382, befindet sich an der Corniche ca. 300 m südlich des Platzes Mīdān el-Ḥurrīya (31° 24' 10" N 30° 25' 24" O). Die Zimmer mit Bad und Ventilator kosten LE 30 pro Person (Stand 8/2007). Ein Frühstück gibt es nicht.

[Bearbeiten] Mittel

  • Das 2005 eröffnete Rasheed International Hotel (arabisch: فندق رشيد الدولي, Funduq Raschīd ad-Daulī), Schariʿ al-ʿAkārī, Tel.: (045) 293 4399/499, Fax: (045) 293 4399, Email: rasheed-hotel@yahoo.com, ist ein 3-Sterne-Hotel im Stadtzentrum südlich des Museumsgartens (arabisch: الحديقة المتحفية, al-Ḥadīqa al-Matḥafīya, 31° 24' 15" N 30° 25' 21" O). Seine Zimmer verfügen über Klimaanlage, Fernseher, Telefon, Kühlschrank, Bad und Balkon. Die Preise für ÜF betragen LE 90 in Einbett-, LE 123 im Zweibett- und LE 157 im Dreibettzimmer (Stand 8/2007). Das Hotel verfügt über zwei Restaurants für Frühstück, Mittag- und Abendessen, das gehobenere ist das Royal Restaurant. Kreditkarten werden nicht akzeptiert.

Unterkunftsmöglichkeiten gibt zudem es im nahe gelegenen Alexandria.

[Bearbeiten] Respekt

Besucherinnen sollten auf angemessene Kleidung achten.

[Bearbeiten] Kommunikation

Die Telefonvorwahl von Raschīd ist 045.

[Bearbeiten] Ausflüge

Mündung des westlichen Nilarms ins Mittelmeer
Mündung des westlichen Nilarms ins Mittelmeer
Nilfischer in der Nähe der Festung Qait Bey
Nilfischer in der Nähe der Festung Qait Bey
  • Man sollte nicht versäumen, der Qait-Bey-Festung in Burg Raschīd (arabisch: برج رشيد, Burǧ Raschīd, 31° 26' 21" N 30° 23' 24" O) und der Nilmündung in das Mittelmeer (31° 27' 46" N 30° 22' 0" O) einen Besuch abzustatten. Man kann sich hierzu in Raschīd ein Taxi für etwa LE 30 mieten. Die Entfernungen bis zur Festung bzw. Nilmündung betragen 7 bzw. 11 km.
  • Der Besuch von Raschīd lässt sich mit dem Besuch von Abū Qīr verbinden.

[Bearbeiten] Literatur

Für zwei der hiesigen Moscheen, der Dimiqsīs-Moschee und der el-ʿAbbāsī-Moschee, gibt es in der Literatur Kurzbeschreibungen:

  • Egyptian Kingdom, Ministry of Waqfs : The Mosques of Egypt, Bd. 2. Giza (Orman) : The Survey of Egypt, 1949; Nachdruck: London : Hazar, 1992, ISBN 1-874371-01-6, S. 128 f., Tafeln 197 – 199 (in Englisch).

[Bearbeiten] Weblinks

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