Oberfranken

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Oberfranken ist ein Regierungsbezirk im fränkischen Teil Bayerns und wird auch als Bierfranken (Unterfranken zählt zu Weinfranken) bezeichnet. In Oberfranken gibt es etwa 250 bis 300 kleine und mittelständische Brauereien. Der Schwerpunkt der Brauereien liegt im Dreieck Bayreuth, Nürnberg und Bamberg.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regionen

Der Regierungsbezirk Oberfranken besteht aus den vier kreisfreien Städten Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof, und aus den folgenden neun Landkreisen: Bamberg, Bayreuth, Coburg, Forchheim, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und Wunsiedel.

Die touristisch orientierte Regionseinteilung sieht wie folgt aus:

[Bearbeiten] Orte

Stadtbild Kronach
Stadtbild Kronach
  • Bamberg - der historische Stadtkern ist Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Bayreuth - Richard-Wagner-Festspiele.
  • Coburg - ehemalige Residenzstadt mit der Veste Coburg.
  • Forchheim - alte Königsstadt und Kaiserpfalz; das „Eingangstor zur Fränkischen Schweiz“.
  • Hof - Industriestadt im äußersten Nordosten mit dem Motto „Hof - in Bayern ganz oben“.
  • Kronach - Stadt am Fuße des Frankenwaldes; über Kronach thront die Veste Rosenberg, eine der besterhaltenen Festungsanlagen Europas.
  • Kulmbach die Bierstadt am Weißen Main mit ihrem Wahrzeichen, der Plassenburg.
  • Lichtenfels - Eisenbahnknoten im Obermainland; katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, unweit entfernt die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen.
  • Wunsiedel - Kreisstadt im Fichtelgebirge, bekannt durch die Luisenburg-Festspiele.
  • Pottenstein - im Herzen der Fränkischen Schweiz
Altes Rathaus in Bamberg
Altes Rathaus in Bamberg

[Bearbeiten] Weitere Ziele

[Bearbeiten] Hintergrund

Staffelberg, der Hausberg von Bad Staffelstein
Staffelberg, der Hausberg von Bad Staffelstein

Es gibt drei, für die Oberfranken, heilige Berge. Die schon in der prähistorischen Zeit besiedelten Berge Walbala bei Kirchehrenbach und der Staffelberg bei Bad Staffelstein sowie der Kreuzberg bei Hallerndorf mit der 1463 erbauten Wallfahrtskirche und den Bierkellern von drei Brauereien.

[Bearbeiten] Sprache

Burgberg mit Plassenburg in Kulmbach
Burgberg mit Plassenburg in Kulmbach

In Oberfranken findet man die Vielfalt der fränkischen Dialekte. Aussprache, Grammatik und Begriffe ändern sich von Dorf zu Dorf. Das "breite Brett" wird z.B. in der Bayreuther Gegend als "braades Breed" bezeichnet und in der Coburger Ecke als "breedes Braad".

Eine halber Liter Bier wird allgemein als "Seidla" bezeichnet, Rippchen findet man auch als "Rippla" (Ribbla gesprochen) auf der Speisekarte.

In der Bamberger Gegend geht man nicht in den Biergarten, sondern "nauf´nan Kella" (hinauf in den Keller). Dies hat seinen Ursprung bei den Bierlager-Kellern, die meist außerhalb des Dorfes in einen Berg gegraben wurden. Irgendwann kam jemand auf die Idee, dass es einfacher ist, im Sommer, das frische Bier direkt aus dem Lagerkeller auszuschenken, als es umständlich in die Ortschaft, zu den Biertrinkern zu transportieren. Mit der Zeit sind an vielen ehemaligen Bierkellern wunderbare Biergärten entstanden, zu denen man ´hinauf in den Keller´ geht.

[Bearbeiten] Anreise

Der Mittelpunkt Oberfrankens
Der Mittelpunkt Oberfrankens

Durch oder nach Oberfranken führen folgende Autobahnen:

  • A 9 Berlin–Dreieck Bayerisches Vogtland–Dreieck Bayreuth/ Kulmbach–München
  • A 70 Schweinfurt–Kreuz Bamberg–Dreieck Bayreuth/ Kulmbach
  • A 72 Chemnitz–Dreieck Hochfranken–Dreieck Bayerisches Vogtland
  • A 73 Nürnberg–Kreuz Bamberg(–Suhl)
  • A 93 Regensburg–Dreieck Hochfranken

[Bearbeiten] Mobilität

Der OVF - Omnibusverkehr Franken fährt in ganz Oberfranken, Einzelheiten über Strecken, Fahrpläne und Preise finden Sie im Internet OVF.

Jeden Samstagabend fährt der Freizeitbus im Landkreis Bayreuth die gängigen Discotheken und Tanzsäle an.

Die Porzellanstraße führt durch Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz entlang den Stätten der Porzellanherstellung, wie Porzellanfabriken, Manufakturen, Ateliers, Spezialmuseen sowie Werksverkäufen.

Auch die Burgenstraße führt quer durch Oberfranken, von Burg zu Burg.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Der Schlosspark Fantasie mit Gartenkunst-Museum befindet sich in Donndorf-Eckersdorf 5 km westlich von Bayreuth.
  • Das Schloss Weißenstein in Pommersfelden, eines der Hauptwerke des deutschen Barocks.
  • Ebrach mit der ehemaligen barocken Zisterzienserabtei und der gotisch - frühklassizistischen Abteikirche;

[Bearbeiten] Aktivitäten

Bedeutende, regelmäßige Veranstaltungen:

Kultur

Kaskade im Schlosspark Fantasie in Eckersdorf-Donndorf
Kaskade im Schlosspark Fantasie in Eckersdorf-Donndorf
  • Juli bis August - die weltberühmten Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth
  • Juni bis August - Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel
  • Der FRÄNKISCHER THEATERSOMMER ist ein „wanderndes Freilichttheater“, das mit einem kleinen Ensemble nach Art mittelalterlicher Vagantenbühnen ganzjährig die Region der Fränkischen Schweiz bereist.
  • Die Naturbühne Trebgast, Trebgast, hat sich zu einem künstlerischen Kleinod entwickelt und wird die schönste Amateurnaturbühne Deutschlands genannt. Sie bietet von Mai bis August vier eigene Stücke und diverse Gastspiele an.
  • Die Studiobühne Bayreuth ist nicht nur für ihre Wagnerparodie, zur Festspielzeit bekannt, sie bietet ganzjährig ein abwechslungsreiches Programm an verschieden Spielorten.

Kirchweih

Während der warmen Monate findet immer irgendwo eine Kirchweih (Kerwa) statt. Die Kirchweih beginnt häufig am Donnerstag, da wird sie ´ausgegraben´. Am Donnerstag gibt es "Krenfleisch" (gekochtes Fleisch mit Meerrettichsoße und Klößen), am Freitag gibt es Gerichte vom Schwein: Blut- und Leberwürste, Presssack, Schlachtplatten oder Braten. Zum Kaffee gibt es "Küchla", das fränkische Schmalzgebäck, das sich oft von Ort zu Ort unterscheidet. Am Samstag und Sonntags wird richtig gefeiert, entweder im Dorfgasthaus, oder in einem Festzelt, mit Blas- und/oder Rockmusik, oft auch mit einem Festumzug. Montag ist "Nachkerwa", häufig mit einem Rockkonzert und am Dienstag wird die Kirchweih wieder ´eingegraben´, bis zum nächsten Jahr. Am dritten Sonntag im Oktober findet in vielen Ortschaften die Allerweltskirchweih statt.

[Bearbeiten] Küche

Auf jeder Speisekarte in Wirtshäusern finden sich Brotzeiten (woanders Jausen, Vesper, usw.). Hauptbestandteile sind häufig selbstgemachte Wurst, wie Göttinger oder roter und weißer Pressack. Beim Käse gibt es oft "Backstakäs" (Limburger) oder "Ziebeleskäs" (angemachter Quark) auch als "Weißer Käs" oder auch noch anders bezeichnet. Wichtiger Bestandteil ist der Schinken, oft als Geräucherte, Schwarzfleisch, oder in der Bamberger Gegend als "Zwetschgenbammes" bezeichnet. Beilage zur Brotzeit ist Brot, am besten selbstgebacken.

  • Braten mit „Gliis“ (Klößen)
  • „ei'gschniedna Gliis“ (feingeschnittene Klöße vom Vortag in Rührei angeröstet)
  • Rouladen
  • Bratwürste, von der groben Coburger bis zur feinen Kulmbacher
  • Schüpf oder Schipf, oder Schlachtschüssel, bezeichnen Kesselfleisch
  • Bier von kleinen Handwerksbrauereien

[Bearbeiten] Nachtleben

Das Stärk’ antrinken ist ein alter Brauch, der am Vorabend des 6. Januar oder am 6. Januar selbst statt findet. Die „Stärke“ bedeutet dabei Gesundheit und Kraft für das neue Jahr, um sich gegen die zukünftigen Widrigkeiten zu wappnen. Ettliche Brauereien bieten aus diesem Grund Starkbier, auch Bockbier genannt, an, das häufig auf -or endet z. B. Markator (Schinner, Bayreuth) oder Mobilator (Gottmannsgrüner Brauerei). In vielen Wirtshäusern gibt es spezielle Angebote und Speisen um sich eine anständige Stärk´ anzutrinken.

[Bearbeiten] Sicherheit

In regelmäßig veröffentlichten Statistiken der Polizei, wird Oberfranken als der Regierungsbezirk in Bayern dargestellt, mit den wenigsten Straftaten pro Einwohner. Im Bundesdurchschnitt liegt Bayern bei der Sicherheit mit an der Spitze.

[Bearbeiten] Klima

Das Klima in Oberfranken ist oft anders als im Radio für Bayern durchgesagt. Oft ist es hilfreich, sich die thüringer Wettervorhersagen zusätzlich anzusehen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Ralf Nestmeyer: Franken. Ein Reisehandbuch. Michael-Müller-Verlag, Erlangen, 4. Auflage 2007. ISBN 3-89953-278-4.
  • Michael Petzet, Denis A. Chevalley, Hans W. Lübbeke, und Michael Nitz, Bayern, Landesamt für Denkmalpflege, München (Hg.): Denkmäler in Bayern, 7 Bde. in 8 Tl.-Bdn., Bd.4, Oberfranken: IV. München : Oldenbourg, 1986, (Denkmäler in Bayern), ISBN 978-3486523959, 562 Seiten. Denkmalliste, ca. 79€

[Bearbeiten] Weblinks

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