Niederlande

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Die Niederlande liegen in Europa. Das Land grenzt im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Die Nord- und Westseite wird von der Nordsee eingeschlossen.

Lage
noframe
Flagge
Flagge der Niederlande
Kurzdaten
Hauptstadt: Amsterdam
Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
Währung: Euro
Fläche: 41.528 km²
Bevölkerung: 16,5 Mio
Sprachen: Niederländisch, Friesisch
Religionen: Konfessionslos 42 %, Römisch-Katholisch 29 %, Protestantisch 19 %, Muslimisch 4,4 %
Stromnetz: 230 V / 50 Hz
Telefonvorwahl: +31
Internet TLD: .nl
Zeitzone: ME(S)Z

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regionen

Karte von Niederlande

[Bearbeiten] Provinzen der Niederlande

Die Niederlande sind unterteilt in die folgenden Provinzen (provinicies):

[Bearbeiten] Autonome Landesteile außerhalb Europas

Außerhalb des Kernstaats gibt es in der Karibik die Niederländischen Antillen. Sie bestehen aus den autonomen Inseln Aruba, Curaçao und Sint Maarten mit jeweils eigener Regierung und Verfassung.

Die ebenfalls in der Karibik gelegenen Inseln Bonaire, Saba und Sint Eustatius zählen zwar auch zu den Niederländischen Antillen, sind aber nicht autonom, sondern Teil des niederländischen Kernstaats und werden als Bijzondere gemeenten (Besondere Gemeinden) bzw. als Karibische Niederlande bezeichnet. Für Touristen hat dieser staatsrechtliche Status noch keine Bedeutung, da die Karibischen Niederlande wie auch die Niederländischen Antillen derzeit als assoziierte Gebiete nicht der EU angehören.

[Bearbeiten] Grenzüberschreitende Regionen und Großlandschaften

  • Die Küstenniederung der Nordsee schließt große Teile der Niederlande ein. Sie setzt sich unter anderem in Belgien und Deutschland fort.
  • die übrigen Teile der Niederlande (außer der Küstenniederung und dem Vaalserberg) sind Teil der Großlandschaft Mitteleuropäisches Tiefland. Diese Großlandschaft setzt sich in Deutschland und Belgien fort.
    • Das Maastal erstreckt sich auch nach Belgien und Frankreich.
    • Die historische Region Limburg, mit gleichnamigen Provinzen in den Niederlanden und in Belgien sowie in einem Teil der heutigen belgischen Provinz Lüttich.
    • Die historische Region Brabant, das Kernland des späteren Belgiens, reicht mit Noord-Brabant in die Niederlande.
  • Der Vaalserberg am Südzipfel der Provinz Limburg, liegt am Dreiländereck zu Belgien und Deutschland.

[Bearbeiten] Städte

Die wichtigsten Städte sind:

  • Amsterdam - Hauptstadt und größte Stadt .
  • Arnhem - Hauptstadt der Provinz Gelderland.
  • Den Haag - Regierungssitz sowie Hauptstadt der Provinz Zuid-Holland, drittgrößte Gemeinde des Landes.
  • Eindhoven - große IT-Technologie- und Universitätsstadt in der Provinz Noord-Brabant. Fünftgrößte Stadt der Niederlande, größte Stadt Noord-Brabants.
  • Enschede Industrie- und Universitätsstadt in Overijssel im Osten des Landes
  • Groningen - Hauptstadt der Provinz Groningen.
  • Maastricht - Hauptstadt der Provinz Limburg.
  • Nijmegen, Universitäts- und größte Stadt der Provinz Gelderland.
  • Rotterdam - wichtigster Überseehafen Europas und zweitgrößte Stadt der Niederlande.
  • Utrecht - Hauptstadt der Provinz Utrecht, Universitätsstadt und viertgrößte Stadt der Niederlande, Eisenbahnknotenpunkt.

[Bearbeiten] Weitere Ziele

[Bearbeiten] Hintergrund

[Bearbeiten] Vor- und Frühgeschichte

Mit dem Ende der letzten Eiszeit begann das Holozän (9700 v.Chr. - heute). Die Temperatur stieg an sowie der Meeresspiegel. Die Nordsee strömte voll. Das sumpfige Flussdelta, das später die Niederlande werden sollte, war allerdings wenig attraktiv für eine Besiedlung. Erst mit der Jungsteinzeit siedelten Menschen auf den höheren Lössböden. Auch während der keltischen La-Tène-Kultur (450-1. Jh. v. Chr.) blieb die Region ein unbedeutendes Randgebiet. Angezogen vom keltischen Wohlstand zogen germanische Völker nach Westen.

[Bearbeiten] Römerzeit

Mit der Ankunft der Römer (57 v.Chr.) begann die Frühgeschichte in den Niederlanden. Nach anfänglichen Versuchen, das Reich bis an die Elbe auszudehnen, wurde ab 47 der Rhein die Nordgrenze (Limes). Nachdem der Aufstand der Bataver im Vier-Kaiser-Jahr (68-69 n. Chr.) unterdrückt worden war, war es für die nächsten 200 Jahre ruhig in den Rheinprovinzen. Die Aufnahme in das römische Reich führte zu einer Periode wirtschaftlicher Expansion und starkem Bevölkerungswachstum. Der Ausbau des Straßennetzes und der Schifffahrt lie0en die Mobilität und damit den Handel wachsen, unterstützt von der zunehmenden Verfügbarkeit von Münzgeld.

[Bearbeiten] Mittelalter

Der germanische Druck auf den Limes nahm jedoch zu. Die Völkerwanderungen, die rund zwei Jahrhunderte andauerten, läuteten eine instabile Periode ein. 406 wurde die Rheingrenze durchbrochen. Es folgte ein Niedergang, von dem sich das Römische Reich nicht mehr erholte und eine Zersplitterung Europas, die bis heute erkennbar ist. Die Bevölkerung und der Handel schrumpften; der Gebrauch von Geld wurde unüblich.

Kaiser Karl der Große (768-814) gelang es, die Frieden im Norden und die Sachsen im Osten zu unterwerfen und zum Christentum zu bekehren. In den folgenden Jahrhunderten sollte der christliche Glaube vollständig die Gesellschaft durchdringen. Unter Karl dem Großen waren die Niederlande nicht länger ein Randgebiet, sondern befanden sich in der Nähe des Zentrums des Frankenreichs.

Das Feudalsystem schwächte die zentrale Autorität. Als Folge von Überfällen der Wikinger und von Teilungen des Reichs folgte nun eine Periode der Instabilität. Im 10. Jh. endeten die Überfälle von Wikingern, Mauren und asiatischen Reitervölkern auf Europa. Die nun folgende Stabilität brachte ab dem 11. Jh. eine Expansionsbewegung. Torfgebiete und Sümpfe wurden trockengelegt, Wälder gerodet und das Land kultiviert. Ab ca. 1100 entwickelten sich die Lehensgebiete in den Niederlanden zu praktisch unabhängigen Fürstentümern.

[Bearbeiten] Entstehen der Städte

Der Bevölkerungswachstum in dieser Zeit wirkte sich positiv auf den Handel und damit auf die Städte aus, die vor allem wegen ihrer Mauern ein bedeutender Machtfaktor wurden. Die Städte waren nicht nur eine Einkommensquelle für den Landesherrn, sondern wurden auch zu einer starken Konkurrenz. In Gebieten mit wenig Städten, wie z. B. im Osten der heutigen Niederlande, spielte der Adel allerdings noch lange Zeit eine wichtige Rolle. Es entstand eine Struktur, um die Arbeit an den Deichen und Schleusen zu koordinieren, wozu Waterschappen und Heemraadschappen (im Dt. Wasserverbände) als frühe demokratische Organe eingerichtet wurden. Dadurch wurde die soziale und ökonomische Struktur verändert und man orientierte sich auf Fischfang, Lakenindustrie und den Überseehandel. Mit der wachsenden Macht des Bürgertums wurde das kulturelle Monopol der Kirche gebrochen. Das kulturelle Aufblühen in dieser Zeit, in der auch die ersten Schulen und Universitäten gegründet wurden, wird auch die Renaissance des 12. Jhs. genannt.

[Bearbeiten] Konsolidierung

Das 14. Jh. war für Europa eine Zeit der Krisen, mit u.a. der Pest (1347-1351) und dem Hundertjährigen Krieg. In wirtschaftlicher Hinsicht konnte man sogar einen allgemeinen Rückgang feststellen, der bis ca, 1475 andauerte. Für die Niederlande traf dies jedoch nicht zu und konnte man eher von einer wirtschaftlichen Expansion sprechen. Während die Position des französischen Königs in den vorhergehenden Jahrhunderten gestärkt wurde und Frankreich eine eigene Identität entwickelte, entstand eine starke deutsche Identität erst lange, nachdem eine solche Entwicklung in den Niederlanden stattgefunden hatte. Dies war einer der Faktoren, die dazu führten, dass die Niederlande schließlich kein Teil des Heiligen Römischen Reiches sein sollten.

Dank einer geschickten Hochzeitspolitik gelang es den Herzögen von Burgund zwischen 1384 und 1428 einige nördliche und fast alle südlichen Gebiete der Niederlande zum ersten Mal seit der Karolingerzeit zu vereinigen. Unter den Burgundern wurde danach gestrebt, die einzelnen Landesteile mehr unter einen Hut zu bekommen. Diese profitierten vom Wegfall der gegenseitigen Rivalitäten und es begann eine Periode des Wohlstands.

[Bearbeiten] 16. Jahrhundert

Maria von Burgund heiratete 1477 den österreichischen Erzherzog Maximilian. Die Burgundischen Lande, ohne Burgund selbst, kamen in die Hände Habsburgs.Für diese waren die wirtschaftlich starken Niederlande von Bedeutung. Unter Kaiser Karl V (1515-1555) wurde das Gebiet Teil des spanischen Weltreichs. Der Schwerpunkt verschob sich nach Spanien, die Verwaltung der Niederlande wurde einem Landvogt überlassen. Die Niederlande wurden so zu einer weitgehend selbständigen Einheit.

Die protestantische Reformation fand ab den zwanziger Jahren Anhänger in diesem Gebiet, das schon lange eine kritische Haltung gegenüber der römisch.katholischen Kirche einnahm. In wirtschaftlicher und demographischer Hinsicht konnte man seit Ende des 15.Jhs. von einem starken Wachstum sprechen. Die Kriege mit ihren hohen Steuern und Handelsblockaden bedrückten jedoch die Bevölkerung schwer. Mit der Reformation und vor allem mit ihrer strengen Verfolgung kam noch ein weiterer Faktor hinzu. Dieses explosive Gemisch sollte zum Aufstand führen. Der erste Aufstand (1567-1568) konnte noch unterdrückt werden, doch das autoritäre Regime weckte erneut viel Widerstand. Am 1.4.1572 gelang es den Aufständischen (Geusen) die Festungsstadt Brielle einzunehmen und es begann ein zweiter Aufstand. Die Einnahme von Antwerpen - damals mit 100.000 Einwohnern die hrö0te Stadt der Niederlande - durch die Spanier (1585) besiegelte danach in militärischer Hinsicht die Trennung der nördlichen und der südlichen Niederlande. Mangels geeignetem Landesherrn entstand 1588 die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande.

[Bearbeiten] Republik

Wegen der imperialen Überdehnung Spaniens konnte die Republik ihre Rückeroberung verhindern. Es gelang ihr sogar vielmehr, vom Verschieben des wirtschaftlichen Mittelpunkts vom Mittelmeer nach Westeuropa maximal zu profitieren. Standen die nördlichen Niederlande früher im Schatten der südlichen Landesteile übernahm Amsterdam nach dem Fall und der anschließenden Blockade von Antwerpen dessen Stelle als Handelszentrum Europas ein, während Holland die Schifffahrt Europas beherrschte. Obwohl die Vereinigte Ostindische Compagnie durch die Ausgabe von Aktien große Profite machte, trug der Handel mit Ostindien (dem heutigen Indonesien) nur zu einem geringen Teil der Gewinne bei, die hauptsächlich im europäischen Handel erzielt wurden. Das nun folgende "Goldene" Jahrhundert war eine Periode mit einer größeren politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Niederlande, als diese je zuvor oder danach erreicht hatten. Wegen seiner wirtschaftlichen Übermacht dominierte Holland die Generalstaaten (das ndl. Parlament). Sobald die Interessen Hollands und der Oranier nicht mehr übereinstimmten, konnte dies die eine Landesregierung vollständig lähmen.

Obwohl die Regierung protestantisch war, existierte Gewissensfreiheit, aber es bestand keine Freiheit des Gottesdienstes. Die Toleranz war zwar wesentlich größer als im restlichen Europa, doch sie war in erster Linie opportunistisch. Man konnte so einen Exodus von Katholiken verhindern, wie es das dogmatische Spanien mitgemacht hatte. Das Bürgertum wurde die herrschende Klasse, während der Einfluss des Adels und bereits früher der Geistlichkeit abnahm. Regenten begannen das politische Klima zu beherrschen. 1648 wurde mit dem Westfälischen Frieden auch der Krieg der Niederlande mit Spanien beendet. Darauf folgte innenpolitisch eine Zeit religiöser Auseinandersetzungen, außenpolitisch war man mit Handelskriegen beschäftigt.

England und Frankreich hatten inzwischen ihre internen Probleme erledigt und beanspruchten ihren Platz in Handel und Schifffahrt. Den folgenden Ersten Englischen Krieg verlor die Republik. Obwohl sie den Zweiten Englischen Krieg haushoch und die niederländische Flotte wurde beherrschend, doch es wurde stets deutlicher, dass die Republik Probleme bekäme, sobald es nicht mehr gelingen würde, die Großmächte gegeneinander auszuspielen. Das zeigte sich im Katastrophenjahr 1672, als die Republik gleichzeitig von England, Frankreich und den Bistümern Köln und Münster angegriffen wurde. Während die ausländischen Truppen mit ertstaunlicher Geschwindigkeit bis an die (Alte) Holländische Wasserlinie vorrückten, wurden in Den Haag die regierenden Ratspensionäre, Johan und Cornelis de Witt, gelyncht.Der Oranier Willem III wurde danach zum Statthalter ernannt. Dem Admiral Michiel de Ruyter gelang es, die gemeinsame Flotte Frankreichs und England zu besiegen. Danach sollte sich Willem III darauf konzentrieren, eine europäische Koalition gegen den Expansionstrieb Ludwigs XIV. ui schmieden. 1688 kam es in England zur Glorious Revolution nachdem Willem III. mit einer großen Armee in England einzog und deinen Schwiegervater Jakob II. zu Fall brachte. Zusammen mit seiner Gattin Mary Stuart übernahm er auch die Macht in England. So konnte er sich noch stärker der Bekämpfung der französischen Hegemonie widmen.

In dem ab 1702 folgenden 2. statthalterlosen Zeitraum sackte die Republik in politischer und militärischer Sicht auf die zweite Reihe. Wirtschaftlich spielte die gewaltige Staatsschuld nach 40 Jahren Krieg mit Frankreich eine schwerwi(1756-1763)egende Rolle und machte die Republik abhängig Großbritannien. Zwar war das Regime der Niederlande auch zuvor keine Demokratie gewesen, so hatte das Volk doch einen gewissen Einfluss gehabt, doch jetzt war die Macht völlig in den Händen der Regentenklasse, die sich stets mehr abschottete. International war die Republik nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), wodurch sich ein neues Machtgleichgewicht gebildet hatte, stets mehr dem Wohlwollen der Großmächte ausgeliefert.

Der Vierte Englische Krieg (1780 - 1784) beendete ein Jahrhundert des Bündnisses mit England. Der Krieg verlief verheerend für die Republik und führte zu großen internen Spannungen. 1786/1787 begann sich von unten eine Revolution abzuzeichnen, die aber mit Hilfe preußischer Truppen zum Vorteil der Oranier gestoppt werden konnte. Viele Revolutionäre flüchteten nach Frankreich, wo sie eine nicht unwichtige Rolle bei der Französischen Revolution spielten. Sie sollten während der Batavischen Revolution in die Niederlande zurückkehren.

[Bearbeiten] Batavische und französische Zeit

Nach der Französischen Revolution fielen 1795 die französischen Truppen in die Niederlande ein. Sie brachten dabei die Patrioten, die zusammen mit der französischen Armee zurückkehrten, an die Macht. Diese gründeten die Batavische Republik. Statthalter Willem V. floh nach England. Innenpolitisch war anfangs von einer gewissen Unabhängigkeit die Rede. 1798 wurde die erste niederländische Verfassung eingeführt. Wirtschaftlich brachte der Krieg mit England jedoch einen herben Rückschlag. Die Niederlande wurden zu einer agrarischen Gesellschaft, so verlor sogar Amsterdam einen großen Teil seiner Bevölkerung. Stück für Stück wurde das Land vom französischen Kaiserreich einverleibt. 1813 verließen die französischen Truppen das Land. Der Sohn des verstorbenen Willem V. wurde zum Souverän erhoben. Die Einführung von französischer Gesetzgebung und Verwaltung sollte jedoch von bleibendem Einfluss bleiben.

[Bearbeiten] Vereinigtes Königreich

Willem I wurde 1814 der erste König des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Auf dem Wiener Kongress wurden der Norden und der Süden vereinigt. Willem I. setzte alle Kraft in den Wiederaufbau: zahlreiche Kanäle wurden gegraben und Straßen verbessert. Die im Süden während der Franzosenzeit florierende Industrie wurde stimuliert, während im Norden der Nachdruck auf den Wiederaufbau von Handel und Schifffahrt gelegt wurde. Allerdings war Willems Innenpolitik äußerst konservativ. Die Französischsprachigen wehrten sich gegen den Zwang, niederländisch zu lernen, die Katholiken forderten Unterrichts- und Religionsfreiheit und die Liberalen kritisierten den autoritären Regierungsstil des Königs. Letztendlich führten diese Auseinandersetzungen 1830 zur Abtrennung Belgiens.

[Bearbeiten] Königreich der Niederlande

Willems I. Politik der Nichtanerkennung der belgischen Unabhängigkeit (dies geschah erst 1839) bescherte dem Land große finanzielle Probleme. Die folgenden Jahre waren ruhig, Auch das Revolutionsjahr 1848 verlief relativ ruhig, da Willem II. rechtzeitig eine neue Verfassung machen ließ. Ende des 19. Jhs. kam endlich die Industrialisierung in Gang. Dadurch entstand auch eine Arbeiterklasse und mit ihr eine Arbeiterbewegung, die in den ersten zwanzig Jahren des 20, Jhs. allgemeines Wahlrecht und eine Verbesserung der sozialen Lebensverhältnisse erreichte. Es entwickelte sich eine "Versäulung" der Gesellschaft, die bis in die siebziger Jahre bestimmend für das alltägliche Leben werden sollte. Hintergrund war, dass jede gesellschaftliche Strömung (v.a. die Liberalen, Protestanten, Katholiken und Sozialisten) ihre eigenen parallel nebeneinander existierenden sozialen Organisationen (Kirche, Rundfunk, Zeitung, Standesorganisation, Gewerkschaft, Partei, Wohnungsgesellschaft, Schule, Krankenhaus, Sportverein bis hin zu Geschäften und Betrieben) besaß und man nur wenig Kontakt miteinander hatte.

Im Ersten Weltkrieg gelang es den Niederlanden neutral zu bleiben, der Krieg führte aber wohl zum Ende des starken Wirtschaftswachstums. In der Nachkriegszeit wurde die Infrastruktur ausgebaut und im industriellen Sektor entstanden einige seht große Betriebe. Auch wurde mit der Zeit ein soziales System aufgebaut. Die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre führte zu großer Arbeitslosigkeit und dauerte in den Niederlanden besonders lang, um dann im den Zweiten Weltkrieg überzugehen.

In der Zeit der deutschen Besatzung (1940-1945) wurde das Land ausgeplündert..Rund 100.000 Juden - 75 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes - wurde in den Vernichtungslagern umgebracht. Nur einem kleine Teil gelang es zu überleben, indem sie untertauchten.

Nach dem Krieg gab das Land die Neutralitätspolitik auf und wurde Mitglied der UNO, der Montanunion und vor allem der NATO. Niederländisch-Indien ging 1948 nach einem Unabhängigkeitskrieg verloren. Bis 1957 blieben allerdings die wirtschaftlichen Beziehungen zu der ehemaligen Kolonie erhalten, was, neben dem Marshallplan, von enormer Wichtigkeit für den Wiederaufbau war, bei dem der Versorgungsstaat aufgebaut wurde.

In den fünfziger Jahren wurde mit einer gesteuerten Tarifpolitik die Konkurrenzposition gegenüber den Ausland verbessert. Zehn Jahre später nahm der allgemeine Wohlstand mit der Entdeckung von Erdgas im Norden des Landes stark zu. Ende der sechziger Jahre entstanden wie auch in anderen Ländern des Westens verschiedene soziale Bewegungen. Die Gesellschaft "entsäulte" sich, auch die Bindung an Religionsgemeinschaften ging stark zurück.

Nach der Ölkrise (1973) folgte eine wirtschaftlicher Rückgang. Vor allem die arbeitsintensive Industrie wurde in Billiglohnländer verlagert. Die darauf folgende Arbeitslosigkeit schlug vor allem unter schlecht Ausgebildeten, darunter vielen Migranten, die während des Wirtschaftswachstums der sechziger Jahre eingewandert waren, zu. Dies hatte erste Kürzungen des Versorgungsstaates zur Folge.

In den neunziger Jahren zog die niederländische Wirtschaft wieder an. Frustrationen über die vermeintlich misslungene Regierungspolitik auf vielerlei Ebenen wurde von dem neuen Politiker Pim Fortuyn artikuliert. Nachdem dieser neun Tage vor der Parlamentswahl (2002) ermordet worden war, brachte dessen Partei eine ungekannte Verschiebung der politischen Verhältnisse zustande.

Die lang gepriesene Toleranz der Niederlande gegenüber ethnischen Minderheiten nahm zugunsten eines stärkeren Nachdrucks auf die nationale Kultur des Landes ab. Nach der "Entsäulung" ist für viele Menschen eine deutliche ideologische Orientierung verschwunden, die sich in verstärktem Irrationalismus niederschlägt. Nichtsdestotrotz sind die Niederlande ein sehr wohlhabendes Land mit einem guten Sozialsystem und einer stabilen Gesellschaft das eine recht gewaltarme Entwicklung hinter sich hat.

[Bearbeiten] Orange

Informell gilt die Farbe orange (Ndl.: oranje) allgemein als Symbol für die Niederlande. Abgeleitet ist dies von der französischen Grafschaft Orange, die 1530 an die Grafschaft Nassau fiel. Seitdem nennt sich das entsprechende Adelsgeschlecht, aus dem 1533 Willem, prins van Oranje, entspross, Oranje-Nassau (dt.: Oranien-Nassau). Heute tritt die Farbe vor allem bei der Kleidung der nationalen Sportmannschaften und, wesentlich auffälliger, bei den entsprechenden Fans auf.

[Bearbeiten] Anreise

[Bearbeiten] Flugzeug

Mit dem Flughafen Schiphol (IATA-Code: AMS, ICAO-Code: EHAM, international: Amsterdam Airport Schiphol) verfügt die Stadt Amsterdam über einen der größten Flughäfen Europas. Der Flughafen wird von allen größeren Fluggesellschaften angeflogen.

Weitere Flughäfen gibt es in Eindhoven, Groningen (IATA-Code: GRQ, ICAO-Code: EHGG, international: Groningen Airport Eelde), Maastricht (IATA-Code: MST, ICAO-Code: EHBK, international: Maastricht Aachen Airport) und Rotterdam (IATA-Code: RTM, ICAO-Code: EHRD, international: Rotterdam Airport).

Die Flughäfen Düsseldorf und Brüssel sind aus vielen Städten der Niederlande schneller erreichbar und gleichermaßen wie Schipol für die Anreise geeignet.

[Bearbeiten] Bahn

Die Niederlanden verfügen über ein dicht vertaktetes Bahnnetz, welches sich allerdings auf die Anbindung von Großstädten beschränkt. Von Deutschland verkehren auf der Strecke Frankfurt (Main)KölnUtrechtAmsterdam zweistündlich schnelle ICE-Verbindungen, weiterhin existieren auf der Strecke BerlinHannoverOsnabrückHengeloAmsterdam InterCity-Verbindungen im Zweistundentakt. Das Hauptdrehkreuz des Bahnnetzes ist Utrecht.

Im Regionalverkehr gibt es Verbindungen zwischen Aachen und Heerlen (und von dort aus nach Maastricht), zwischen Hamm, Wuppertal, Düsseldorf und Venlo (und von dort aus weiter nach Eindhoven und RotterdamDen Haag); von Dortmund sowie Münster nach Enschede; von Leer nach Groningen.

Weitere Informationen bietet die Homepage der Nederlandse Spoorwegen (NS).

Hinweis: In den Niederlanden wird, über den regionalen Verkehr hinaus, die ov-chipkaart eingeführt. Bahnsteige können in Zukunft ohne ov-chipkkaart nicht mehr betreten werden. Gleiches gilt für Tunnel unter den Bahnhöfen wie z.B. in Sittard. Etliche Situationen/Fälle der täglichen Praxis sind nicht gelöst, z.B. für Reisende mit im Ausland erworbenen "normalen Fahrtkarten". Für die Begleitung anderer Reisende bis zum Zug (Oma, Mama, etc.) gibt es im Moment keine "legale Lösung".

[Bearbeiten] Bus

[Bearbeiten] Auto

Mit dem Auto sind die Niederlande bequem zu erreichen und das ist sicherlich auch der am häufigsten genutzte Anreiseweg. Man sollte jedoch beachten, dass insbesondere an Feiertagen und am Ferienanfang sich regelmäßig viele Deutsche auf den Weg ins Nachbarland machen, was lange Staus zur Folge haben kann. Und jeder zweite Verkehrsteilnehmer ist ein Fahrradfahrer.

Geschwindigkeitbegrenzungen:

  • PKW Straße: 80 km/ h - Autobahn: 120 km/ h
  • PKW + Anhänger Straße: 80 km/ h - Autobahn: 80 km/ h

[Bearbeiten] Schiff

  • Es besteht auch die Möglichkeit auf dem Rhein und auf der Maas Schifffahrten zu unternehmen, die in die Niederlande führen. Hierbei ist jedoch zumeist die Reise das Ziel und eine Flusskreuzfahrt steht im Mittelpunkt.
  • Es bestehen Fährverbindungen aus Großbritannien

[Bearbeiten] Mobilität

[Bearbeiten] Flugzeug

Seit dem Bankrott der Inlandsfluggesellschaft KLM Exel gibt es keinen regulären Inlandsflugverkehr mehr.

[Bearbeiten] Bahn

Sämtliche größeren Städte sind per Bahn miteinander verbunden. Die überregionale Bahngesellschaft ist die Nederlandse Spoorwegen (NS - Niederländische Eisenbahnen). Sie bietet im Nahverkehr Sprinter und Stoptreinen an, im Fernverkehr nicht-zuschlagpflichtige Intercity's, die an größeren Bahnhöfen oder wichtigen Umsteigepunkten halten. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys nach Paris hat ein eigenes Preissystem und kann nicht im Inland benutzt werden. Für den ICE International nach Frankfurt/Main muss ein Zuschlag bezahlt werden. Der Zug kann auch für Reisen innerhalb der Niederlande benutzt werden.

[Bearbeiten] Nachtnetz

Zwischen Rotterdam C, Delft, Den Haag HS, Leiden, Schiphol, Amsterdam C und Utrecht C verkehrt in jeder Nacht stündlich in beide Richtungen ein Nachtzug. In beide Richtungen hält der erste Zug (ca. 1.30 h) in Amsterdam Bijlmer ArenA. In den Nächten von fr auf sa und sa auf so wird das Nachtnet durch die Verbindungen Rotterdam C, Dordrecht, Breda, Tilburg, Eindhoven; Utrecht C, 's-Hertogenbosch, Eindhoven, 's-Hertogenbosch - Tilburg sowie die Strecke Utrecht C - Gouda - Rotterdam C ergänzt.

[Bearbeiten] Bus

Die Niederlande verfügen über ein dichtes Regionalbusnetz das von unterschiedlichen Anbietern, aber mit einem einheitlichen Tarifsystem angeboten wird.

[Bearbeiten] Buurtbus

In dünner besiedelten Gegenden gibt es buurtbus-Projekte, auf Nachbarschaftsinitiativen beruhende Linien, die mit Kleinbussen befahren werden. Unter Buurtbus ist aufgeführt, wo diese Linien verkehren. Achtung: sehr oft gilt der nationale Tarif (strippenkaart) hier nicht.

[Bearbeiten] Tarife

  • Bahn: Die Niederländischen Eisenbahnen (NS) hantieren einige Besonderheiten, die sich von denen anderer Länder unterscheiden. Wenn man sie kennt, wird es einfacher und billiger.
  • Dagretour ist eine Rückfahrkarte, die nur am Tag der Hinfahrt gilt. Sie ist allerdings 40 % billiger als zwei einfache Strecken. Verlangt man am Schalter eine Rückfahrkarte, so bekommt man in der Regel ohne Nachfragen die dagretour. Bei der OV-Chipkaart entfällt diese Form der Rückfahrkarte.
  • Kortingskaart vergleichbar mit der BahnCard 50, wobei es in den Niederlanden nur 40 % Ermäßigung gibt. Die Kortingskaart kostet allerdings auch nur € 55,00. Die Ermäßigung gilt für alle einfache Fahrten, dagretours. Wochenendrückfahrkarten und Tageskarten, für die 2. wie für die 1. Klasse. Die Ermäßigung wird nur während der voordeeluren, also außerhalb der Hauptverkehrszeit (mo-fr nach 9 Uhr morgens), gegeben, an Wochenenden ganztägig, ebenso in den Monaten Juli und August, vom 25.12-1.1. sowie an den Wochenfeiertagen 25.4,, 30.4., 2.6. und 13.6..
Am Schalter verlangt man dann ergänzend zu seiner Bestimmung "met Korting".
  • Seitdem es an jedem Bahnhof Fahrkartenautomaten gibt, die meistens keine Banknoten annehmen, kostet die Bedienung am Schalter für alle Produkte, die man am Automaten hätte kaufen können, einen Zuschlag von € 0,50.
  • Busse und Straßenbahnen/U-Bahnen: Bis zur landesweiten Einführung der ov-chipkaart gilt in allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln die Nationale strippenkaart. Das ist eine Streifenkarte mit 15 (oder 45) Streifen, bei der je nach Anzahl der befahrenen Zonen entsprechende Streifen abgestempelt werden (+ 1 zusätzlich für den Grundtarif). Es können mehrere Personen auf einer Karte fahren. Die Strippenkaarten kosten im Vorverkauf 15 strippen € 7,70, ermäßigt (Senioren 65+ und Kinder 4-18) € 5,00, 45 strippen € 22,80. Beim Fahrer/Schaffner sind sie wesentlich teurer. Dort bezahlt man für 2 strippen € 1,60, für 3 strippen € 2,40 und für 8 strippen € 6,40. Ermäßigung gibt's nicht.
  • Es gibt auch eine Tageskarte für den ÖPNV. Das sind zwei beim Fahrer/Schaffner quer gestempelte 8-strippenkaarten zu € 12,80. Damit kann man einen kompletten Tag mit dem Bus die Niederlande durchkreuzen.

[Bearbeiten] Kinder

Ein Kind bis zu 3 Jahren reist kostenlos mit.

Ein Kind von 4 bis 11 Jahren reist, wenn es von einem Erwachsenen begleitet wird, für nur € 2,50 (Railrunner, nur als Papierkarte erhältlich) mit.

Ein unbegleitetes Kind zwischen 4 und 11 Jahren reist stets mit 40-prozentiger Ermäßigung.

[Bearbeiten] OV-chipkaart

Die OV-chipkaart (ÖPV-Chipkarte) wurde als Nationaler Fahrausweis für den gesamten Personennah- und -fernverkehr in den gesamten Niederlanden entwickelt. Mit einigen Verzögerungen wird sie nun bis Ende 2011 im ganzen Land peu à peu eingeführt. In den Provinzen Gelderland, Noord- und Zuid-Holland ist sie bereits jetzt das einzige gültige Ticket.

  • Funktionsweise

Die OV-chipkaart sieht aus wie eine Scheckkarte. Sie enthält einen (nicht sichtbaren) Chip und ist erkennbar am nationalen rosafarbenen Logo. Die Karte muss mit einem reissaldo oder reisproduct geladen sein. Das Saldo ist ein Betrag in Euro, mit dem man in alle Gebiete, in denen die OV-chipkaart gilt, reisen kann. Ein ReiseproduKt ist zum Beispiel ein Abonnement, eine Einfache Fahrt oder eine Rückfahrkarte.

  • Ein- und Auschecken

Sofern die OV-chipkaart mit einem Reiseprodukt oder einem ausreichenden Saldo geladen ist, kann eingecheckt werden. Zu Beginn der Reise hältst du deine OV-chipkaart gegen den Bildschirm des Zugangstors oder eines Kartenlesegeräts, das mit dem Logo versehen ist. Daraufhin öffnet sich der Zugang oder gibt das Kartenlesegerät ein Bestätigungssignal. Am Ende der Reise checkst du auf die gleiche Weise aus: du hältst die Karte gegen den Bildschirm des Ausgangstors oder des Kartenlesegeräts.

  • Unterschied zwischen Reiseguthaben und Reiseprodukt

Die OV-chipkaart kann mit einem Guthaben bis zu € 30 aufgeladen werden. Die OV-chipkaart kann mit einem Jahres- oder Monatsabonnement und bei den NS auch mit einer Einfachen Fahrt oder einer Rückfahrkarte aufgeladen werden. Beim Einchecken und Auschecken kontrolliert das Kartenlesegerät, ob ein gültiges Reiseprodukt auf der karte steht.

  • Wo kann ich die OV-chipkaart benutzen?

Die OV-chipkaart kann überall dort benutzt werden, wo das Logo sichtbar ist: Zu- und Ausgangstore, mobile Kartenlesegeräte, Aufladestationen, Saldlesegeräte, am Schalter und/oder anderen Verkaufsstellen.

  • Funktionsweise des Aufladens

Die OV-chipkaart kann an den Schaltern der Verkehrsbetriebe oder bei besonderen Verkaufsautomaten aufgeladen werden.

  • Kartenarten

Es gibt drei Kartenarten: eine persönliche, eine unpersönliche sowie eine Einwegkarte. Die ersten beiden Arten können z. B. mit Abonnements oder Rabatten geladen werden, benötigen aber eine gewisse Bearbeitungszeit. Sie lohnen sich also meistens nicht für einen nur begrenzten Aufenthalt. Touristen werden meist auf unpersönliche oder Einweg-Tickets zurückgreifen.

  • Preise

Der Abgabepreis einer OV-chipkaart ist vom ausgebenden Verkehrsbetrieb abhängig. Zur Zeit kostet eine unpersönliche Karte rund € 4,00, eine persönliche Karte € 7,50. Diese beiden Kartenarten sind fünf Jahre gültig.

  • Besonderheiten bei der NS

Beim Reisen auf Guthaben wird beim Einchecken ein Einsteigetarif vom Saldo abgezogen. Beim Auschecken wird dieser Betrag mit den zurückgelegten Kilometern verrechnet. Wer das Auschecken „vergisst“, bezahlt also den gesamten Einsteigetarif. Der Einsteigetarif im Zug beträgt € 20,00. Reicht das Guthaben auf der Karte nicht dafür aus, so ist es nicht möglich zu reisen. Man muss vorab im Chipkarten-Konto festlegen in welcher Klasse man immer(!) reist.

  • "Zugang zu den Bahnhöfen/Bahnsteigen"

Der Zugang zu den Bahnsteigen, Zugangstunnel, etc. wird nur noch mit OV-chipkaart möglich sein. Der "Fall Touristen mit im Ausland erworbenen normalen Fahrkarten" ist noch nicht gelöst. Ebenso ist nicht gelöst die "legale" Begleitung von Reisenden (Oma, Mama, etc.) bis zum Zug, z.B. da schweres Reisegepäck. Wer am selben Bahnhof ein- und dann wieder auscheckt (weil er jemand zum Zug begleitet hat), erhält eine Geldstrafe auferlegt.

  • Weitere Regelungen

Es gibt immer einen Grundtarif von € 0,75 (€ 0,50 mt Rabatt). Wenn innerhalb von 35 Minuten nach dem Verlassen eines Verkehrsmittels umgestiegen wird, muss dieser Grundtarif nicht nochmals gezahlt werden.

  • Weitere Informationen

Website von www.9292ov.nl (auch auf englisch).

[Bearbeiten] Fahrrad

Die Niederlande sind ein perfektes Land für Fahrradfahrer. Nicht nur, weil das Land überwiegend flach ist, auch die Infrastruktur ist weitgehend den Bedürfnissen der Fahrradfahrer angepasst. Es wird unterschieden zwischen regelmäßigen Fahrern, die ihr Rad als Beförderungsmittel auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen benutzen, die also auf schnelle Durchgangsrouten angewiesen sind, und zwischen touristischen Radlern, die lieber einen Umweg fahren, solange sie dafür nicht durchs Industriegebiet müssen. Auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse wird auch in der Bewegweiserung geachtet: rote Wegweiser richten sich an den Alltagsfahrer, grüne Beschriftung ist für den touristischen Verkehr. Allerdings sollten die Radwege auf jeden Fall genutzt werden, wenn welche da sind.

Ebenfalls an touristische Radler richtet sich eine neue Entwicklung, die aus Belgien in die Niederlande gekommen ist: die fietsknooppunten, in Netzwerk von Fahrrad-Verknüpfungspunkten. Nummerierte Radwege über landschaftlich schöne Strecken führen zu diesen Knotenpunkten. An jedem Knoten hat man in der Regel die Auswahl zwischen mehreren weiterführenden Strecken. Der Vorteil zu bisherigen Radrouten ist, dass es jedem selbst überlassen bleibt, seine Route zusammenzustellen. Das Netz ist inzwischen flächendeckend, Hier kann man seine Provinz aussuchen (Schritt 1), den Ort wählen (Schritt 2) und dann die eigene Route anhand der Landkarte zusammenstellen (Schritt 3).


Eine weitere Besonderheit ist, dass das Gegenstück zum deutschen ADAC, der ANWB sich ausdrücklich auch an Fahrradfahrer richtet. Schließlich ist der Club aus einem Bund für Fahrradfahrer entstanden und hat in seiner Vergangenheit viele Radrouten entwickelt. Auch heute ist er noch für die Wegweiser an allen Wegen verantwortlich, auch für die Fahrradwegweiser und die kleinen Wegweise-Pilze (paddenstoelen) auf dem Boden, die sich an Rad- wie Fußwanderer richten. Wichtig ist dabei, dass alle Wegweiser eine Nummer haben, die auch auf den ANWB-Touristenkarten (bis 1:100.000) vermerkt sind.

Paddenstoel: Wegweiser für Radfahrer und Wanderer
Paddenstoel: Wegweiser für Radfahrer und Wanderer

Als Pendant zur Pannenhilfe für Automobilisten gibt es für Fahrradfahrer, die unterwegs Pech haben, die Fietssercivepunten (Servicepunkte für Fahrradfahrer) an Gasthäusern und Besucherzentren in der Nähe von Radrouten.

[Bearbeiten] Sprache

  • Die Amtssprache ist Niederländisch, wovon es je nach Region verschiedene Dialekte gibt. Als Minderheitssprache ist Friesisch anerkannt, welches von einem kleinen Teil der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird. Dazu spricht fast jeder Niederländer, vor allem die jüngere Generation, zusätzlich auch englisch und deutsch. Letzteres ist, vor allem bei der jüngeren Generation, allerdings weniger stark verbreitet als es mancher Deutscher erwartet.
  • In den Metropolen Amsterdam und Rotterdam kann man keine Deutschkenntnisse voraussetzen!
  • In Süden der Provinz Limburg wird ein Dialekt gesprochen, der dem der Aachener (Öcher Platt) sehr ähnlich ist.

[Bearbeiten] Kaufen

[Bearbeiten] Öffnungszeiten

Geschäfte sind normalerweise von 9.00 h oder 9.30 h bis 17.30 h oder 18.00 h geöffnet, außer samstags. Dann schließen die meisten Geschäfte schon um 17 Uhr. Am Montagmorgen sind die meisten Geschäfte, mit Ausnahme von großen Warenhäusern und Supermärkten, geschlossen. Am Donnerstagabend sind in den Großstädten die Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet (koopavond), viele kleinere Ortschaften haben ihren koopavond am Freitagabend. Am Sonntag sind die Geschäfte in großen Zentren geöffnet, außer an besonderen Kaufsonntagen. An Feiertagen sind die Geschäfte geschlossen: 1.1.; Karfreitag; Ostern; 30.4.; 5.5.; Himmelfahrt; Pfingsten; 25. und 26.12.. Am Nikolausabend (5.12.) und Oudejaarsavond (31.12.) schließen die Geschäfte früher.

Viele Supermärkte haben in den letzten Jahren ihre Öffnungszeiten ausgeweitet. Die meisten öffnen um 9 Uhr, einige sogar um 8. Uhr oder 8.30 Uhr. Kleine Supermärkte schließen um 18 Uhr, die größeren Ketten bleiben bis 20 Uhr, einige bis 20.30 h, 21 Uhr oder 22 Uhr geöffnet. In Gegensatz zu anderen Geschäften sind Supermärkte oft am Montagmorgen geöffnet.

Die Banken in den Niederlanden haben unterschiedliche Öffnungszeiten. Die meisten Banken sind von di-fr von 9-16 h und mo von 13-16 h geöffnet. An sa und so sind die Banken geschlossen. Man kann dann auf die Grenzwechselstuben (GWK) an den größeren Bahnhöfen ausweichen.

[Bearbeiten] Besonderheiten

Die Niederlande sind das einzige Land der Welt, in welchem Cannabis legal konsumiert werden kann. Jedoch darf man nur in sogenannten Coffee-Shops und Privateigentum konsumieren. Infos und Feedback über die verschiedenen Coffee-Shops.

Ab dem Herbst 2011 sollen sämtliche Coffeshops in geschlossene Clubs umgewandelt werden. Hanfprodukte dürfen dann nur noch an volljährige Einwohner der Niederlande (also auch an in den Niederlanden ansässige Ausländer, nicht jedoch an im Ausland lebende Niederländer) verkauft werden, die einen wietpas (Mitgliedskarte) und einen gültigen Ausweis besitzen. Nichtberechtigte dürfen dann nicht mehr bedient werden. Der Kauf von Hanfprodukten außerhalb der Coffeeshops ist strafbar.

Der Bürgermeister der Stadt Amsterdam hat allerdings Einspruch gegen das Verfahren eingelegt, da er fürchtet, dass wieder ein illegaler Straßenhandel entsteht, der dem Ansehen der Stadt mehr schadet als die Coffeeships.

[Bearbeiten] Küche

Die Küche in den Niederlanden ist sehr vielseitig, geprägt von den Kolonien und den multikulturellen Einwohnern. Eine Reihe typisch niederländischer Rezepte ist hier in Rezeptewiki zu finden.

Kaffee und Tee sowie alle Arten von nicht-alkoholischen Getränken gibt es in Koffiehuizen, tearooms oder lunchrooms. Das gewohnte deutsche Café mit Kaffee und Kuchen wird man vergeblich suchen. Café's gibt es in den Niederlanden zwar auch, doch diese beschäftigen sich vorwiegend mit dem Ausschank von Bier und härteren Alkoholika. In den besseren Grand-Café's gibt es auch trinkbaren Wein. Und in den Coffee Shops gibt es zwar auch Kaffee, dafür keinen Alkohol, aber wiederum ganz andere Arten von Betäubungsmitteln...

Auch bei den Essgelegenheiten ist das Angebot unterschiedlich. Restaurants sind in unterschiedlichen Preislagen vorhanden. Die teuersten bieten eine wie auch immer französisch angehauchte Küche. Ziemlich preiswert ist de Chinees, chinesisch-indonesische Restaurants mit einer fast standardisierten Speisekarte. Das soll nicht abwertend sein, es gibt sehr viele gute asiatische Restaurants. Gaststätten wie in Deutschland mit Mittagstisch gibt es - auch wegen anderer Essgewohnheiten - nicht. Mittags wird ein Lunch gegessen, meistens ein Brot, ein Salat oder eine Suppe. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht. Die warme Mahlzeit isst man zu Abend gegen 18 Uhr. Darauf haben sich auch die Restaurants eingestellt.

Seit einigen Jahren gibt es auch Eetcafès, eine Stufe unterhalb der Restaurants angesiedelt mit geringerem Platzangebot und kleinerer Speisenauswahl, aber sehr sicher nicht mit schlechterer Qualität. Zu guter Letzt gibt es noch die Snackbars, Imbissstuben ohne Currywurst, aber mit Pommes frites und vielen anderen Fastfood-Gerichten. Dank der Erfindung des "Essens aus der Mauer", (wenn man davor steht, weiß man, warum es so genannt wird) kann der kleine Hunger immer schnell gestillt werden.

Wer niederländische Spezialitäten kennen lernen möchte, dem seien unter anderem Restaurants mit Schwerpunkt Fischgerichte und Pfannenkuchen-Häuser empfohlen.

[Bearbeiten] Nachtleben

Ein großer Festtag ist der sog. 'Königinnentag' (Koninginnedag), der am 30. April begangen wird. Besonders in Amsterdam ist an diesem Tage Ausnahmezustand angesagt. Viele Leute tragen irgendwas orangefarbenes am Körper und feiern den ganzen Tag.

Das Verhalten beim Ausgehen unterscheidet sich manchmal von dem unseren. So wird oft nur ein oder zwei Getränke in einer Kneipe zu sich genommen und dann weitergezogen und nicht wie in Deutschland meistens der Abend an einem Fleck verbracht.

[Bearbeiten] Unterkunft

Es gibt viele Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen in den Niederlanden.

Neben großen und teilweise auch ziemlich teuren Campingplätzen gibt es verschiedene Einrichtungen, die zwar den Komfort stark herunterfahren, aber auch ziemlich günstig im Preis sind. Dazu zählen Kamperen bij de boer (Zelten beim Bauern), vekabo und Stichting Vrije Recreatie (Stiftung Freie Erholung), die alle gegen einen Obolus ein Heft mit den Namen und Anschriften der beteiligten Bauernhöfe verschicken. Im Text mit KBB, VEKABO oder SVR gekennzeichnet.
Außerdem gibt es die Natuurkampeerterreinen (Naturzeltplätze) mit sehr unterschiedlichen Plätzen, meistens in schöner Natur gelegen, oft bei einem Landhaus oder in einer Försterei. Für € 15 kann man das Groene Boekje (Grünes Buch) beziehen, das die Naturzeltkarte erhält, mit der man auf den angeschlossenen Plätzen zelten darf. (Im Text mit NK gekennzeichnet.) Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Plätze des Staatlichen Forstamts Staatsbosbeheer. Diese liegen mitten in der Natur und sind zumeist sehr ruhig.
Eine besondere Art des Zeltens ist das Paalkamperen, "wildes" Zelten an dafür vorgesehenen Stellen. Komfort: ein Wasserhahn mit ungefiltertem Wasser, Kosten gibt es allerdings auch keine. Info: Vrij kamperen es nur auf niederländisch.) Ansonsten bleibt "wildes Zelten" in den Niederlanden natürlich streng verboten und ist dann auch ziemlich teuer. (€ 86, wenn man dann sofort einpackt und verschwindet).

[Bearbeiten] Lernen

Niederländische Bachelor- und Masterstudiengänge sind den deutschen Studiengängen gegenüber gleichwertig. In den Niederlanden gibt es sechs Universitäten mit einer breiten allgemeinbildenden Ausrichtung, drei Technische Universitäten, vier Universitäten mit einer speziellen Ausrichtung und vier Theologische Universitäten.

[Bearbeiten] Allgemeinbildende Universitäten

[Bearbeiten] Technische Universitäten

[Bearbeiten] Universitäten mit speziellem Schwerpunkt

[Bearbeiten] Theologische Universitäten

Die Universitäten halten in jedem Jahr einen Tag der Offenen Tür ab (Open dag) ab, an dem sich zukünftige Studenten über die jeweilige Bildungseinrichtung informieren können.

[Bearbeiten] Arbeiten

[Bearbeiten] Feiertage

Es gibt 8 gesetzliche Feiertage:

Termin Name Bedeutung
1. Januar Nieuwjaarsdag Neujahr
9. April 2012 Pasen Ostermontag
30. April Koninginnedag Geburtstag der Königin (tatsächlich der früheren Königin Juliana!)
5. Mai Bevrijdingsdag Tag der Befreiung
17. Mai 2012 Hemelvaart Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern
28. Mai 2012 Pinksteren Pfingstmontag, 50 Tage nach Ostern
25. Dezember Kerstdag 1. Weihnachtstag
26. Dezember Kerstdag 2. Weihnachtstag

[Bearbeiten] Sinterklaas

Außer den gesetzlichen Feiertagen gibt es einen Feiertag, der in dieser Form in Deutschland nicht gebräuchlich ist. Das ist der 5. Dezember eines jeden Jahres, der Sinterklaasavond (Nikolausabend). Der Tradition entsprechend kommt der wichtigste Heilige dieses eigentlich ziemlich unheiligen Landes in die Niederlande (in Flandern läuft die Geschichte ähnlich ab). Er kommt, wie jedes Kind weiß, Mitte November aus Spanien mit seinem Dampfschiff an und besucht in den folgenden Wochen alle Kinder des Landes.

Ein großer Event in vielen Städten ist die Ankunft von Sinterklaas und Zwarte Piet aus Spanien.

Wenn sie dann brav waren und dem Pferd, mit dem Sinterklaas über die Dächer reitet, ein Glas Wasser und eine Möhre hinstellen, gibt es als Gegenleistung am nächsten Morgen ein kleines Präsent. Natürlich klettert der Nikolaus nicht selber durch den Kamin, sondern schickt einen seiner kleinen Helfer, einen Zwarte Piet (Schwarzer Peter) hinunter. Am 5. 12. ist es dann soweit: Sint und Piet kommen in jedes Haus, streuen Süßigkeiten durchs Zimmer und während alle Beteiligten sich um die verstreuten Pfeffernüsse und Schuimpjes (einige Rezepte dazu sind auf dem Rezepte-Wiki zu finden) kümmern, hinterlassen die beiden einen Bottich voller Geschenke. Meist verschwinden sie ungesehen wieder, aber manchmal haben sie auch einen großen Auftritt, fragen das Kind, ob es auch immer brav war, wenn nicht, droht der Piet auch schon mal mit der Rute - früher war die einfache Fahrt nach Spanien im Sack von Sinterklaas ein beliebtes Drohmittel für ungebärdige Kinder - und dann gibt es die Geschenke. Auch dabei gibt es wieder einige Besonderheiten. Das Sinterklaas-Fest ist nicht mit einer deutschen Weihnachtsbescherung zu vergleichen, das wichtigste bei dem niederländischen Fest ist, dass alle Beteiligten ihren Spaß habe ... und ihre großen Geschenke erhalten.

Touristen werden selten die Gelegenheit haben, zu einem solchen Familienfest eingeladen zu werden. Aber es ist vielleicht schon gut zu wissen, warum man am 5. 12. keinen Spontanbesuch bei seinen niederländischen Bekannten machen sollte, zumal wenn sie kleine Kinder haben.

[Bearbeiten] Schulferien

Ähnlich wie in Deutschland kennen auch die Niederlande eine regionale Verteilung der Ferientermine: dafür gibt es die Regionen Norden, Mitte und Süden.

  • Weihnachtsferien 2011
Alle Regionen: 24.12.-8.1.
  • Frühlingsferien 2012
Norden: 25.2.-4.3.
Mitte + Süden: 18.-26.2.
  • Maiferien 2012
Alle Regionen: 28.4.-6.5.
  • Sommerferien 2012
Norden: 14.7.-2.9.
Mitte: 7.7.-26.8.
Süden: 30.6.-19.8.
  • Herbstferien 2012
Norden: 20.-28.10.
Mitte + Süden: 13.-21.10.
  • Weihnachtsferien 2012
Alle Regionen: 22.12.-6.1.

[Bearbeiten] Sicherheit

In den niederländischen Städten und Gemeinden lebt es sich genauso unsicher oder vergleichbar sicher, wie z.B. in deutschen Städten mit ähnlichen Bevölkerungsstrukturen.

[Bearbeiten] Gesund bleiben

[Bearbeiten] Apotheken und Drogerien

Sucht man in niederländischen Orten nach einer Apotheke, fällt einem schnell der Unterschied zu deutschen Verhältnissen auf: es gibt nur wenige! Das hat seinen Grund in einem wesentlich stringenteren Zulassungssystem und einem vollkommen anderen Angebot. Niederländische Apotheken sind in der Regel Stadtteilapotheken und haben ihren festen Kundenstamm in ihrem Wohngebiet. Sie verkaufen fast nur Medikamente oder direkt mit einer Erkrankung im Zusammenhang stehende Mittel, z. B. Verbandmaterial. Eine Folge dieser Einschränkung ist der wesentlich niedrigere Preis für rezeptpflichtige Medikamente, den man in den Niederlanden bezahlen muss.

Nicht rezeptpflichtige Arzneimittel, z. B. Paracetamol o. ä., kaufen die Niederländer in der Drogerie und seit einiger Zeit auch im Supermarkt. Auch diese sind meistens wesentlich preiswerter als man es aus Deutschland gewohnt ist.

Auf dem Land, wo die Apothekendichte noch geringer ist als in der Stadt, leisten oft die Hausärzte zugleich Apothekerdienste.

Das Symbol für Apotheken ist entweder ein grünes, erleuchtetes, griechisches Kreuz oder die Giftschale von Hygeia mit der Äskulapschlange.

An einigen alteingesessenen Drogerien hängt noch das traditionelle Aushängeschild, das es so nur in den Niederlanden gibt: den Gaper, übersetzt ist es ein "Gähner", ein orientalisch wirkender Kopf mit weit herausgestreckter Zunge. Die schönsten Gapers gibt es im Drogeriemuseum im Maarssen zu bewundern. Dort wird auch erklärt, wie es zu diesem Symbol kam.

[Bearbeiten] Klima

Das Klima ist von der Nordsee geprägt. Das bedeutet milde Winter, milde Sommer. Es regnet häufig, aber meist nicht für längere Perioden. In der Provinz Limburg ist es meist deutlich wärmer.

Vorherrschende Windrichtung: Südwest (wichtig für die Planung von Radtouren!).

[Bearbeiten] Respekt

Die Niederländer sind zwar ein relativ kleines Volk, jedoch nicht minder stolz auf ihre Kultur und Sprache als andere. Besonders Deutsche sollten auf Grund des Zweiten Weltkrieges nicht großspurig auftreten. Auch sollte man nicht jedem Niederländer unterstellen, er könne Deutsch sprechen und einfach drauflos reden. Aber wenn man höflich nach den Fremdsprachkenntnissen fragt, kann man sogar schnell Kontakt knüpfen, denn eigentlich sind die Niederländer eher offen und tolerant. Sprachgewandt sind sie ebenso. Mit Englisch wird man überall weiterkommen und meistens auch mit Deutsch. In Amsterdam gilt es sogar als schick, wenn man Englisch anstatt Niederländisch spricht. Einige Einheimische freuen sich sogar, wenn sie ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Praxis üben können.

[Bearbeiten] Post und Telekommunikation

Nach der Privatisierung des Staatsbetriebes PTT (Posterijen, Telefonie, Telegrafie) 1989 in drei Betriebe (PTT Post, PTT Telecom und der bereits 1986 abgetrennten Postbank) wurden diese 1998 selbständig. Die ehemalige PTT Telecom geht jetzt weiter durchs Leben als Koninklijke KPN NV und ist noch stets der führende Dienstleister auf dem Telekomsektor der Niederlande.

Die PTT Post, 2002 umbenannt in TPG Post, wurde 2005 an das australische Postunternehmen Thomas Nationwide Transport verkauft. Seitdem nennt sich der Betrieb TNT Post. Eine der - auch für Touristen - signifikantesten Maßnahmen ist das Verschwinden der Postämter (postkantoren). Sie sind meist umgezogen in kleinere Räumlichkeiten und werden jetzt als TNT-postwinkel bezeichnet. Wie auch bei der DPAG werden neben den "normalen" postalischen Dienstleistungen jetzt viele Sachen verkauft, die es sonst im Schreibwarenhandel gibt. Die Öffnungszeiten wurden ausgedehnt auf die normaler Geschäfte. Schon seit vielen Jahren gibt es Postagenturen (postagentschappen) in Zigarrenläden, Schreibwaren- und Buchhandlungen oder Drogerien. Sie bieten eine eingeschränkte Palette von Dienstleistungen an. Ihre Öffnungszeiten entsprechen denen des betreffenden Ladens.

Postämter sind meist mo-fr 9-17 h und sa 9-13 h geöffnet. Ab 2011 beträgt das Porto für Postkarten und Briefe ins europäische Ausland 79 Cent (bis 20 Gramm). Briefmarken gibt es aber auch in vielen Zeitschriftenläden und an den Schaltern im Eingangsbereich von größeren Supermärkten.

Es gibt auch noch andere Postdienstleister. Diese verfügen jedoch nicht über ein ausgedehntes Filialnetz und sind daher für den Reisenden eher uninteressant.

Achtung! Niederländische Briefkästen sind rot. Seit TNT geht das Rot zwar etwas ins orange, doch gelbe Kästen sind in den Niederlanden meist Abfallbehälter.

[Bearbeiten] Museumskarte

Es gibt für das gesamte Land eine museumkaart, mit der man in der Regel die angeschlossenen Museen (400) ein Jahr lang gratis besuchen kann. Für Sonderausstellungen kann ein zusätzlicher Betrag verlangt werden. Die museumkaart ist bei den meisten angeschlossenen Museen erhältlich und kostet (2010) ab 25 Jahren € 39,95 zzgl. € 4,95 Verwaltungsgebühr. Bis 25 Jahren zahlt man € 19,95 zzgl. € 4,95 Verwaltungsgebühr. Das mag im ersten Moment happig klingen, bedenkt man aber die recht hohen Preise für die meisten Museen, hat man die Kosten meist sehr schnell wieder raus. In den Texten sind die beteiligten Museen, die freien Eintritt gewähren, mit MJK gekennzeicnet.

[Bearbeiten] Literatur

  • Geert Mak: Niederlande. Mit einem Geleitwort von Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker. Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens und Andreas Ecke. München: C.H. Beck, 2008

[Bearbeiten] Weblinks

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