Madeira
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Madeira (port. madeira = Holz) ist eine portugiesische Insel etwa 1.000 km südwestlich von Lissabon und 600 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Sie gehört mit der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten Inselgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvagens, zu einem Archipel, der die autonome Provinz Madeira bildet.
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[Bearbeiten] Regionen
[Bearbeiten] Orte
Südküste
- Funchal - für Funchal (eigentlich: Funchall) sollte man ruhig mehrere Tage einplanen. Es gibt viel zu sehen, wenn man die Stadt zu Fuß erobert. Da es aber sehr hügelig ist, wird die Sache auch recht anstrengend. Daher lieber mit mehr Zeit sich auf Funchal einlassen. Der botanische Garten liegt weit oberhalb des Stadtzentrums und hier kann ein Taxi schon einen Muskelkater verhindern. Es gibt sehr schöne, kleine Museen - teils von Privatleuten liebevoll ausgestattet.
- Camacha
- Caniço
- Câmara de Lobos - nahe bei der zweithöchsten Klippe der Welt, das Cabo Girão
- Ribeira Brava
- Ponta do Sol
- Madalena do Mar
- Calheta
- Paúl do Mar
Ostküste
- Machico
- Santa Cruz - Flughafen
- Caniçal - Hafen und Industrieort
- São Lourenço - unberührte Natur im Osten der Insel
Nordküste
- Porto Moniz
- Ribeira da Janela - Insel mit Fenster, die von oben wie eine Figur von der Osterinsel aussieht
- Seixal
- São Vicente - Lavahöhlen
- Ponta Delgada (Madeira)
- Boaventura - schmalste Stellen der Inselrundstraße
- Arco de São Jorge
- São Jorge
- Santana (Madeira) - viele traditionelle Häuser
- Faial (Madeira)
- Porto da Cruz
Westküste
- Ponta do Pargo - westlichster Punkt mit Leuchtturm
- Achadas da Cruz - Seilbahn zu den Feldern an der Küste
Landesinneres
- Pico Ruivo - höchster Berg Madeiras
- Pico do Areeiro - über Straße erreichbar, Wanderungen zum Pico das Torres und Pico Ruivo
- Curral das Freiras
- Ribeiro Frio
- Caldeirão Verde und Caldeirão do Inferno
- Encumeada-Pass
- Serra de Água
- Paúl da Serra
- Rabaçal mit Risco-Wasserfall und 25 Fontes
[Bearbeiten] Hintergrund
[Bearbeiten] Sprache
Da Madeira zu Portugal gehört, wird hier auch Portugiesisch gesprochen. Aufgrund der Geschichte als Urlaubs- und Erholungsort für die englische Aristrokatie und Upper-Class im 19. und 20. Jahrhundert kommt man hier mit Schul-Englisch nahezu problemlos fast überall klar.
[Bearbeiten] Anreise
In der Regel wird man Madeira über den bei Santa Cruz gelegenen Flughafen erreichen. Die Flugzeit von Frankfurt beträgt dabei ungefähr vier Stunden. Der Anflug selbst ist dabei ein echtes Erlebnis, da man das Gefühl hat, mitten im Meer zu landen. Im Jahr 2000 wurde die Landebahn durch eine Konstruktion aus Betonstelzen verlängert und anders ausgerichtet. Dieser 520 Millionen Euro teure Ausbau ermöglicht es nun auch größeren Maschinen aus Übersee hier zu landen. Bis dahin war die Landung nur erfahrenen Piloten vorbehalten, welche eine spezielle Madeira-Lizenz benötigten. Alternativ kann man Madeira auch mit dem Schiff anfahren, beliebt sind die Kreuzfahrten zwischen den kanarischen Inseln und Madeira mit der z.B. der AIDA-Flotte.
[Bearbeiten] Mobilität
Auf der ganzen Insel sind Leihwagen erhältlich, lokale Anbieter sind billiger als die bekannten Marktführer, allerdings ist der Zustand der Fahrzeuge auch nicht so perfekt. Da die Straßen auf Madeira häufig sehr schmal sind, macht es Sinn, eher kleinere Modelle anzumieten. Oft kann man auswählen, ob man auf den schnellen Tunnelstraßen oder den alten kurvigen Straßen ein Ziel erreichen will. Auch die alten Sträßchen werden erhalten, manche im Norden sind jetzt Einbahnstraßen Richtung Westen.
Auch wenn ein Leihwagen recht bequem ist, sollte man auch die Busverbindungen ausprobieren. Speziell für Wanderer ergibt sich so die Möglichkeit, Ziel- statt Rundwanderungen anzugehen. Die Busse fahren sehr pünklich, daher bei der Planung etwas aufpassen! Allerdings fahren sie oft nur passend für Pendler und Schüler. Sie sind sehr auf Funchal ausgerichtet. An der Nordküste gibt es oft nur drei Busse pro Tag. Abgelegene Ecken abseits der Küstenstraße kann man nur mit Mietauto oder trampend erreichen.
Günstigster Busunternehmer der Insel mit Reiseführung in englischer und deutscher Sprache ist das Unternehmen Strawberry. Die Ganztagsfahrten WEST und OST erschließen die wichtigsten Schönheiten der Insel optimal, die blauen Busse sind mit allem Komfort und Air-condition ausgestattet und starten ab dem Hotelviertel im Westen Funchals bzw. Hotelabholung innerhalb Funchals gratis. Die Preise liegen weit unter denen der renommierten Reisegesellschaften wie TUI etc.
Sehr empfehlenswert auch ein Halbtagsausflug ins Tal der Nonnen, welcher auch leicht und günstig mit den öffentlichen Bussen ab Funchal (Abfahrt bei Seilbahnstation) organisiert werden kann.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Einzigartig für Madeira sind die Levadas. Hierbei handelt es sich um Bewässerungskanäle, die die ganze Insel durchziehen. Alle Levadas werden von Wirtschaftswegen begleitet. Der große Vorteil der Levadas ist, dass man kaum Steigungen überwinden muss, wenn man ihnen folgt. Der Zustand dieser Wege und deren Absicherung variiert jedoch gewaltig. Man sollte sich daher über die Beschaffenheit der Wege informieren, falls man eine Wanderung plant. Sehr empfehlenswert ist hierzu das Buch von Rolf Goetz aus dem Rother Wanderführer Verlag. Hier erhält man genaue Informationen über die Wege. Teilweise sind die Levadas bzw. die Wege in Felswände gehauen und es geht neben dem Weg ungesichert steil in die Tiefe. Auch wenn in letzter Zeit vermehrt Anstrengungen unternommen wurden, die Wege touristengerecht herzubereiten, so gibt es doch immer wieder ernsthafte Verletzungen und sogar Todesfälle. Auch für Leute mit Platzangst sind nicht alle Wanderungen geeignet, da es oftmals gilt lange, dunkle und enge Tunnels zu durchqueren. Daher sollte eine Taschenlampe zur Grundausstattung eines jeden Levada-Wanderers gehören.
In der Nähe von Camara de Lobos hat Madeira mit dem Cabo Girao eine der höchsten Steilküsten der Welt zu bieten. Hier geht es fast 600 m steil in die Tiefe.
Wer sich nur das Madeira (Wein)-Museum ansieht, verpasst sehr viel.
[Bearbeiten] Aktivitäten
Levada-Wanderungen sind sehr empfehlenswert. Nur so bekommt man einen Eindruck von diesem überwältigenden Garten mitten im Meer. Alle paar Meter ändert sich die Landschaft, man trifft entlang der Levadas immer mal wieder andere Wanderer und hat Spaß daran, aneinander vorbei zu balancieren. Voraussetzung ist allerdings gute körperliche Verfassung, teilweise sollte man schwindelfrei sein, gute Informationen (Reiseführer z.B. von Sunflower, Goldstadt-Wanderkarte) und etwas Ausrüstung (Trillerpfeife für Notfälle, immer genug zu trinken). Alle Einheimischen sind gern bereit zu helfen, wenn man sich nach dem Weg erkundigen will.
Als "Newcomer" empfiehlt sich etwa die wunderschöne Levada-Wanderung von Blandy´s Garden (von Funchal leicht mit Bus erreichbar) nach Monte. Zum Besuch laden Teehäuser entlang der Strecke wie z.B. das prächtig oberhalb Funchals gelegene Hortensia Teahouse ein. Von Monte dann mit Korbschlitten oder Seilbahn zurück nach Funchal.
Weitere beeindruckende Levada-Wanderungen: zum Risco-Wasserfall, entlang der Levada das 25 Fontes, zum Caldeirão Verde und weiter in den Caldeirão do Inferno.
Eine einfache Wanderung (etwa 1 Stunde) führt vom Parkplatz Achada do Teixeira (1592 m) zum Pico Ruivo (1862 m).
Eine besonders bei schönem Wetter (auch wenn unten Wolken sind, kann es in der Höhe sonnig sein!) empfehlenswerte Wanderung führt auf dem Grat vom Pico do Areeiro über den Pico das Torres zum Pico Ruivo. Früher war es eine bergsteigerische Leistung, jetzt gibt es aber einen Treppenweg mit Geländer. Etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ist weiterhin nötig, außerdem Kondition und gutes Schuhwerk: es geht dauernd auf und ab. Eine Taschenlampe ist für den 100 m langen Tunnel mit Pfützen sinnvoll. Wenn der leichtere Weg durch weitere Tunnels wieder gerichtet ist, kann man die 3 bis 3,5 Stunden um fast eine Stunde verkürzen. Hin und zurück ist es eine echte Tageswanderung. Nimmt man den kürzeren Abstieg zur Achada do Teixeira sind es um die 4 Stunden.
Ein weiterer interessanter Abstieg vom Pico Ruivo führt nach Westen zum Encumeada-Pass, das dauert etwa 5 Stunden.
Baden ist etwas Besonderes auf Madeira. Aufgrund der südlichen Lage sind Luft- und Wassertemperaturen optimal. Die meisten Strände auf Madeira bestehen jedich aus Kies, lediglich in Prainha existiert ein Sandstrand. Zahlreiche Meeresschwimmbäder (das bekannteste ist das LIDOS in Funchal) mit direktem Zugang zum kristallklaren Atlantik laden ein. Wer allerdings weißen Strand sucht, hat nur zwei Möglichkeiten, die künstlich mit Sahara-Sand aufgeschüttete Lagune von Calheta oder man schippert auf die kleine Nachbarinsel Porto Santo mit dem legendären 9 km langen Sandstrand.
[Bearbeiten] Kaufen
Die Markthallen sollte man sich nicht entgehen lassen! In Funchal bekommt man deutsche Tageszeitungen (wenn man früh genug da ist) - das ist in den anderen Orten nicht selbstverständlich. Die Preise im Obergeschoß für Südfrüchte, die fast alle importiert werden müssen, sind kräftig überhöht. Günstig dagegen sind Erzeugnisse des Landes wie Blumenzwiebel oder z.B. kleine süße Bananen. Ein besonderer exotischer Genuss ist der Verzehr der Ananasbanane, einer sehr süßen Frucht, die tatsächlich wie eine Mischung aus den namensgebenden Bestandteilen schmeckt. Allerdings handelt es sich hierbei um kein preiswertes Vergnügen, für eine einzelne Frucht muss man um die 5 Euro hinlegen (Dezember 2006).
Als Souvenir eignet sich neben den Madeiraweinen auch Poncha, ein sehr süßes Getränk, das aus Honig und Rum besteht. Eine weitere wohlschmeckende Spezialität sind Fenchelbonbons.
[Bearbeiten] Küche
Degenfisch. Der Degenfisch (port.: ESPADA) ist ein Tiefseefisch, der in der Tiefe mit Angeln gefangen wird. Der Fisch erreicht dabei die Wasseroberfläche in bereits totem Zustand, da durch den schnellen Druckunterschied beim Heraufholen der Angeln die Schwimmblasen platzen. Er hat ein urtümlich bizarres Aussehen und erreicht eine Länge von ca. 1,5 Metern, wobei der Kopf mit dem großen Maul circa ein Viertel der Gesamtlänge ausmacht. Erhältlich ist der Fisch jeden Tag frisch in den Markthallen von Funchal.
Trotz seines bizarren Äusseren ist der Degenfisch ein sehr beliebter und wohlschmeckender Speisefisch auf Madeira. Er wird auf vielfältige Weise zubereitet: gegrillt, gebacken oder gebraten. Besonders abenteuerlich erscheint die Zubereitungsvariante mit Bananen - Aber als Besucher von Madeira sollte man diese Spezialität unbedingt einmal in einem kleinen Restaurant der Madeirenser Einheimischen probieren.
Auf so ziemlich jeder Restaurantkarte findet man Fleischspieße (Espetada). Wird der Spieß auf traditionelle Art und Weise zubereitet, so sind die Fleischstücke auf einem Lorbeerzweig aufgespießt.
Typisch für Madeira ist das überall anzutreffende Bolo do Caco. Hierbei handelt es sich um ein sehr sättigendes Gebäck, das es wahlweise mit Knoblauchbutter oder Chorizo zu kaufen gibt.
[Bearbeiten] Sicherheit
Auf Madeira sind generell keine besonderen Probleme hinsichlich der Sicherheit zu erwarten. Was oft nervt, sind aufdringliche Werber für Hotelanlagen (mit "gewonnenen Gewinnspiel, kostenlosem Wein, Taxitransfer etc."). Gerüchten zufolge soll es helfen, sich wie Einheimische zu verhalten, d.h. Schlüssel z.B. außen am Hosenbund zu tragen usw. An einigen Sehenswürdigkeiten versuchen manchmal Kinder Blumen zu verkaufen. Darauf sollte man sich ruhig einlassen, die Preise sind minimal und die Familien der Kinder sind oft auf diese Einnahmen angewiesen.
[Bearbeiten] Klima
Madeira íst als die Insel des ewigen Frühlings bekannt. Das Klima der Insel ist sehr ausgeglichen. Extremwerte gibt es nicht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 19 °C. Die Temperaturspanne (Durchschnittswert) reicht von 16 °C im Winter bis 23 °C im Sommer. Auf der Inselnordseite ist es ganzjahrig feucht,während die Südseite nur im Winter größere Niederschlagsmengen verzeichnet. Man sollte Temperaturen von 25 °C+ - nicht unterschätzen (Sonnenschutz ist unbedingt notwendig), da die Insel weit im Süden liegt und die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist! Auch wenn sich die Temperaturwerte für diesen Breitengrad nicht sehr hoch anhören, ist die "gefühlte Temperatur" bei direkter Sonneneinstrahlung viel höher. So wird aus dem Baden im Atlantik doch eine willkommende Erfrischung.

