München/Englischer Garten
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Der englische Garten von München, ist mit einer Fläche von 3,7 km² die größte innerstädtischen Grünanlage der Welt.
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[Bearbeiten] Hintergrund
Der Englische Garten wird durch den Isarring als Teil des mittleren Rings in einen "Südlichen Teil" und in einen "Nördlichen Teil getrennt"
Bis zum Jahre 1788 befand sich im Bereich des heutigen Englischen Gartens eine Auenlandschaft. Das Gelände war Überschwemmungsgebiet der Isar und wurde von den Bauern der umliegenden Orte als Rinderweide genutzt, die undurchdringlichen Waldbereiche waren Jagdrevier der bayrischen Fürsten. Die Namen Hirschau und Hirschangerwald konnten sich bis heute erhalten.
Der zuständige Bauherr war der bayrische Kurfürst Karl Theodor (wikipedia), Initiator war der Amerikaner Benjamin Thompson, später geadelt als Reichsgraf von Rumford (wikipedia) aus Massachusets . Thompson war über einige Umwege nach München gekommen und hatte sich bereits hohe Verdienste im militärischen und zivilen Bereich erworben, so hatte er unter anderem die Kartoffel in Bayern eingeführt und den Rumford-Herd, einen sparsamen Küchenherd, erfunden. Die Grundidee seines Projekts war zunächst die eines "Militärgartens", in dem sich die Soldaten in Friedenszeiten weitgehend selbst versorgen sollten. Vorbild war eine ähnliche Anlage in Mannheim, die dort vom Hofgärtner Friedrich Ludwid Sckell (wikipedia) bereits realisiert worden war. Am 6.Juli 1788 legte Thompson seine Pläne der zuständigen Kommision vor, und bereits am 8.Juli 1788 fand auf der Schönfeldwiese durch die Soldaten der erste Spatenstich statt. Früh und abends gab es Freibier für die arbeitenden Soldaten, eine Militärkapelle spielte türkische Musik.
Schon bald gelang es Thmpson, den Kurfürsten zur großzügigen Erweiterung des Projekts als Volkspark zu begeisten, für die weiteren Planungen wurde der Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell am 7. August 1789 nach München bestellt.
Die Anlage wurde jetzt als Park im englischen Landschaftsstil geplant, damals ein weltweites Novum. Wichtigste Voraussetzung war ein Hochwasserdamm gegen die Isar, der durch Adrian Riedl bereits 1790 mit zwei km Länge fertiggestellt wurde. Heute verläuft die Ifflandstrasse auf dem damaligen Kamm des Dammes.
Der weitere Baufortschritt erfolgte Dank des Schaffensdrangs Thompsons und der finanziellen Unterstützung durch den Kurfürsten überaus zügig, sodass im Mai 1790, zehn Monate nach Baubeginn und dokumentiert durch eine Inspektion des Kurfürsten, die Bauarbeiten in weiten Bereichen schon fast abgeschlossen waren. So stand der Chinesische Turm im Rohbau, die Fundamente der Halbinsel für die Apollostatue (die heutige halbrunde "Steinbank") waren fertiggestellt.
Eine offizielle Eröffnungsfeier für den Englischen Garten ist nicht bekannt, der Chinesische Turm war anlässlich eines Hoffestes am 26.Juli 1792 jedoch bereits verpachtet und in Betrieb, ein erster Reiseführer zum Englischen Garten erschien bereits am 26. Juli 1793 als "Skizze des neu angelegten Englischen Gartens oder Thedors-parks zu München".
Auch im weiteren Wirken war Rumford sehr erfolgreich. Im Französisch-Österreichischen Konflikt konnte er nach der Flucht des Kurfürsten im Jahre 1798 als Kommandeur der 14000 neutralen bayrischen Soldaten die von Soldaten besetzte Stadt München schadensfrei zu halten. Das scheint Rumford jedoch auch viele Neider geschaffen zu haben, er wurde von Karl Theodor entlassen und als Gesander nach London abgeschoben, behielt aber die "Oberdirektion" über den Englischen Garten. Ein weiterer Grund für die "Degradierung" war möglicherweise Rumfords unglücklicher Hand im Umgang mit Menschen, er galt auch als Frauenheld und rücksichtsloser Karrierist. Seine Aktivitäten für den Englischen Garten und München waren aber damit beendet, es gibt aber noch heute das Denkmal, den Rumfordweg, einen Rumfordsaal , die Graf Rumford-Buchen, den Thompsonweg, die Thompsonwiese und einiges mehr, was an den Erbauer des Englischen Garten erinnert.
Nachfolger Rumfords als Direktor des Englischen Gartens wurde 1799 Oberst Reinhard Freiherr zu Werneck, im gleichen Jahr verstarb auch Kurfürst Karl Theodor, sein Nachfolger wurde Max IV. Joseph.
Werneck beabsichtigte eine wirtschaftliche Nutzung der Anlage, er vergrößerte sie durch Zukauf von dreihundert bayrischen Morgen an der Nordseite auf fast das Doppelte. Durch die Schaffung eines künstlichen Sees im Sumpfgebiet und die Gewinnung von Wiesen- und Ackerland mit dem Bodenaushub sollte der Englische Garten, zu dem damals auch noch eine Getreidemühle und eine Sägemühle gehörte, profitabel werden. Dies gelang aber nicht, die Leitung des Englischen Gartens als "Hofgarten-Intendant" erhielt im Jahre 1804 Friedrich Ludwig Sckell.
Unter der Leitung Sckells erhielt dann der Englische Garten nach sorgfältigen Vorplanungen, im Wesentlichen die heutige Form. Unter anderem wurde der Kleinhesseloher See ab 1812 erweitert, der künstliche Wasserfall am Abzweig vom Eisbach zum Schwabinger Bach entstand, das "Aujägermeisterhaus" wurde gebaut. Daneben war Sckell als "Hofgarten-Intendant" auch noch für den Hofgarten, Nymphenburg, Schloss Schleißheim und Dachau zuständig. Er verstarb am 24 Februar 1823.
Nachfolger Max Josephs, der im Jahre 1825 verstarb wurde Ludwig I. Unter seiner Herrschaft wurde, nach einem Entwurf Klenzes, der Monopteros geschaffen. Die ersten Arbeiten am Erdhügel begannen bereits 1823 nach Ideen von Sckell, die Fertigstellung war 1837.
[Bearbeiten] Mobilität
[Bearbeiten] PKW
Unmittelbar im Englischen Garten gibt es nur sehr wenige Parkplätze (siehe Biergärten, Seehaus und Chinesischen Turm)es empfiehlt sich die Anfahrt mit dem MVV;
[Bearbeiten] MVV
An der Westseite (Schwabing) von der U3 / U6, Haltestellen Universität, Giselastrasse, Münchner Freiheit, Dietkindenstrasse, Nordfriedhof und Studentenstadt. Meistbenutzt ist wohl die Haltestelle Universität.
Von der Südseite: U4 / U5, ab Haltestelle Lehel, Richtung Haus der Kunst;
[Bearbeiten] Zu Pferd
Der Englische Garten lässt sich auch hoch zu Roß erkunden, es gibt ein eigenes Wegenetz für Reiter. Die Universitäts-Reitschule befindet sich in Schwabing in der Königinstrasse.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Chinesischer Turm
Der hölzerne Turm hat mit fünf Stockwerken eine Gesamthöhe von 25m und ist auf einem Rost aus Eichenstämmen gegründet. Vorbild ist eine steinerne Pagode in den königlichen Gärten von Kiew. Der Entwurf stammt vom Architekten Joseph Frey aus Mannheim, die Ausführung leitete Jiohann Baptist Lechner. Im ersten Stock spielt die Blaskapelle und sorgt für Stimmung im Biergarten.
- Anfahrt MVV: Bus, Linie 54 oder 154, Haltestelle Chinesischer Turm; Tram, Linie 17, Haltestelle Tivolistraße;
- Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm, "Münchens romantischter Weihnachtsmarkt", Kunsthandwerk und traditionelle Weihnachts- und Geschenkartikel; Christbaumverkauf;
- Geöffnet in der Adventszeit Mo. - Fr. 12-20 Uhr, Sa., So. 11-20Uhr; Anfahrt: siehe vor;
[Bearbeiten] Karusell
Das Kinderkarusell ersetzt seit 1913 das Vorgängermodell aus dem Jahre 1850/1851 und wurde von Joseph Erlacher und August Julier erbaut. Es befindet sich unmittelbar nördlich am Chinesischen Turm.
[Bearbeiten] Monopteros
Der Tempel im griechischen Stil wurde 1836 von Leo von Klenze errichtet. Die Gesamthöhe ist ca. 31m über der Carl-Theodor Wiese, davon entfallen ca. 16 m auf den Tempel selbst und ca. 15 m auf den Ziegelsockel darunter. Der Hügel um das Ziegelfundament ist aufgeschütteter Bauschutt der Münchner Residenz.
[Bearbeiten] Japanisches Teehaus
Das Japanisches Teehaus "KanShoAn" ist ein Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft. Es wurde zusammen mit einem japanischer Garten anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972 und der seitdem bestehenden Städtepartnerschaft Münchens mit Sapporo, Austragungsort der Winterspiele, erbaut. Es liegt am Südende des Englischen Gartens auf einer kleinen Insel in dem zu einem kleinen See erweiterten Schwabinger Bach.
[Bearbeiten] Rumfordhaus
Im Jahre 1791 als Offizierskasino erbaut, heute Kindertagesstätte;
[Bearbeiten] Denkmäler
- Rumford-Denkmal
- Im Süden an der Prinregentenstrasse 1796 zu Ehren des Erbauers errichtet;
- Werneck-Denkmal in der Nähe des Seehauses, 1838 errichtet von Ludwig I.;
- Sckell-Denkmal am Kleinhesseloher See, errichtet von König Max I. Joseph im Jahre 1824 nach einem Entwurf von Leo von Klenze;
[Bearbeiten] Seen und Gewässer
- Kleinhesseloher See
- Der künstlicher See hat eine Fläche von ca. 86400 m² Fläche und drei Inseln: Königsindel, Kurfürsteninsel und Regenteninsel. Bekannt ist das Seehaus mit dem Biergarten direkt am sonnigen Seeufer. Außerdem gibt es einen Tretbootverleih.
- Zum Baden ist das Wasser zu flach.
- Im Winter ist der zugefrorene See eine Attraktion für Schlittschuhläufer und Eisstockschützen;
- Eisbach
- Der Eisbach ist der östliche der beiden großen Bäche.
- Am seinem südlichen Eintritt in den Englischen Garten, direkt nach der Prinzregentenstrasse, befindet sich die große Welle, diese ermöglicht wagemutigen Wassersportlern das Surfen mitten in der Stadt. Das Ganze ist, wegen der beachtlichen Strömung, eigentlich verboten und fordert auch alljährlich wiederholt Todesopfer. Die Stadt denkt daher derzeit darüber nach, die Welle zu entschärfen.
- Am Abzweig des Schwabinger Bachs befindet sich der Wasserfall.
- Schwabinger Bach
- Der westliche der beiden großen Bäche, trennt im Süden die Schönfeldwiese von der Karl Theodor Wiese;
- Oberjägermeisterbach, ein weiterer Abzweig des Eisbachs, er speist den Kleinhesseloher See;
[Bearbeiten] Die Wiesen
- Schönfeldwiese, bekannt geworden in der Neuzeit als öffentliches FKK-Gelände mit den "Nackerten"
- große Karl Theodor Wiese
- Hirschanger
- Werneckwiese, Lage südlich des Kleinhesseloher Sees;
[Bearbeiten] Biergärten
- Chinesischer Turm, "zweitgrößter" Münchner Biergarten, etwas schräges Publikum aus Münchnern, Münchner Lebenskünstlern und Touristen aus aller Welt;
- 7000 Plätze, täglich 10-24 Uhr;
- Anfahrt mit U3 und U6, Universität oder Giselastrasse, dann noch ca. 15 min. durch den Englischen Garten; oder Buslinie 54 oder 154, Haltestelle Chinesischer Turm;
- Englischer Garten 3, 80538 München; Tel.: 089/ 38 38 73-27; Info;
- kostenpflichtiger, kleiner Parkplatz, Anfahrt über die Iffland- und Tivolistrasse;
- Seehaus am Kleinhesseloher See fast am Mittleren Ring, recht jugendliches und schickes Publikum;
- 2500 Plätze, täglich 11-24 Uhr; Kinderspielplatz vorhanden;
- Anfahrt mit U3 und U6, Münchner Freiheit, dann noch ca. 15 min. durch den Englischen Garten; oder Buslinie 144 ab Dietlindenstraße (U-Bahn Münchner Freiheit) bis Osterwaldstraße;
- kostenpflichtiger Parkplatz, Anfahrt über den Isarring;
- Kleinhesselohe 3, 80802 München; Tel.: 089/ 38 16 13-0; Info;
- Aumeister, ehemaliges Königliches Jägerhaus (erbaut 1810) im Nordteil des Englischen Gartens und entsprechend "vornehm";
- 3000 Plätze, Mo. - Sa. ab 10.00 Uhr, So ab 9:30 Uhr; ab 10. Okt. bis Mitte April: Mo. Ruhetag;
- Großer Kinderspielplatz, Toilette behindertengerecht.
- Anfahrt mit der U6 bis Studentenstadt dann 10-15 Minuten zu Fuß ca. 1 km durch den Englischen Garten.
- Sondermeierstraße 1, 80939 München; Tel: 089/ 32 52 24; Info;
[Bearbeiten] Literatur
- Anette von Aretin, "Mein Englischer Garten", 1989, Verlag nymphenburger, ISBN 3-485-00882-6
[Bearbeiten] Links
- Infos der Bayerischen Schlösser- und Gärtenverwaltung
- Infos auf muenchen.de
- Infos der Bürgeraktion Unser Englischer Garten ;
- Infos zum Teehaus im Englischen Garten ;
- weitere Infos zur Ausführliche Geschichte und Englischen Garten ;

