Lhasa
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Lhasa (Tibetisch=༸ཧ་ས་) ist die Hauptstadt der autonomen Provinz Tibet. Berühmt ist sie vor allem wegen dem Potala, der Residenz des Dalai Lama. Neben dem Potala gehören auch das Jokhang-Kloster und der Norbulingka-Palast (die traditionelle Sommerresidenz des Dalai Lama) zum Weltkulturerbe der UNESCO.
| Lhasa | |
| Region: | Tibet |
|---|---|
| Einwohner: | 255.000 |
| Höhe: | 3.650 m |
| Lage
| |
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Hintergrund
Die tibetische Hauptstadt Lhasa, auch Lasa geschrieben, liegt in einem geschützten Tal des Kyi Chu oder Lhasa-Fluss auf einer Höhe von 3.650 m. Die Gipfel des umliegenden Bergland erreichen Höhen bis zu 5.300 m. An Sommertagen steigt die Temperatur selten bis 30°, im Winter fällt das Thermometer im Schnitt auf kalte -15°C. Dennoch kann Lhasa im Schnitt mehr als 300 Sonnentage pro Jahr aufweisen.
Die Gründung der Stadt geht zurück auf das 7. Jahrhundert und den 33. tibetischen König Songtsen Gampo. Sein Palast stand an der Westseite der Stadt auf dem Maripori oder roten Berg, an dieser Stelle befindet sich heute der Potala-Palast, das Wahrzeichen der Stadt. Südwestlich des Maripori ist der Chakpori oder eiserne Berg, westlich des Marpori ist der kleinere Barmari oder Hasenberg. Im Osten Lhasas entstanden damals zwei Tempel, die heute zu den wichtigsten buddhistischen Heiligtümern des Landes zählen, es sind dies der Jokhang und der Ramoche.
[Bearbeiten] Anreise
[Bearbeiten] Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Lhasa-Gonggar (IATA-Code: LXA, ICAO-Code: ZULS) liegt ca. 60 km südöstlich von Lhasa in der Provinz Shannan, er wird überwiegend von innerchinesischen Flughäfen angeflogen, es gibt auch auch Flüge von und nach Kathmandu.
[Bearbeiten] Mit der Bahn
Die Lhasa-Bahn verbindet Lhasa über Golmud nach Xining. Von dort aus fahren Züge zum Knotenpunkt nach Lanzhou und weiter nach Peking.
[Bearbeiten] Mit dem Bus
Der größte Busbahnhof in Lhasa ist in der Nähe des Norbulingka bzw. des Tibet-Museums beim Lhasa-Fluss. Da man als Ausländer ein Gruppenvisum braucht, können Einzelpersonen in der Regel keine Fahrkarten kaufen.
[Bearbeiten] Auf der Straße
Die wichtigste Straßenverbindung nach Lhasa ist der Friendship Highway, er kommt von Zhangmu an der nepalesischen Grenze und endet in Lhasa. Tatsächlich ist dieser Highway nur eine Etappe der chinesischen Fernstraße G318, die im 4760 km entfernten Shanghai ihren Anfang nimmt.
[Bearbeiten] Mobilität
Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt lassen sich zu Fuß erkunden, es gibt zahlreiche Fahrrad-Rikschas und Taxen.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Weltkulturerbe
Die drei bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen seit 1994 als Ensemble zum Weltkulturerbe der UNESCO, es sind dies der Potala, der Jokhang und der Norbulingka.
[Bearbeiten] Potala-Palast
Der Potala, ehemaliger Sitz des Dalai Lama, weltliches und geistliches Machtzentrum des alten Tibet befindet sich im Zentrum der Stadt auf dem Marpori-Hügel nördlich der Beijing Dong lu. Auf der südlichen Seite der Straße ist der riesige Potala Platz, der eine gute Aussicht auf den Palast bietet. In den späten Abendstunden zaubern Wasserspiele und farbige Beleuchtung zusammen mit musikalischer Untermalung eine kitschig-schöne Kulisse.
[Bearbeiten] Jokhang
Die im 7. Jahrhundert errichtete Klosteranlage Jokhang ist das wichtigste buddhistische Heiligtum Tibets. Es liegt mitten in Lhasa am Barkor-Platz und wird umrundet vom alten Pilgerweg Barkor. Für Touristen ist der Nebeneingang auf der rechten Seite geöffnet. Im Inneren der Anlage ist das Gotteshaus, der Tsuglagkhang, vollständig umgeben von einem Wandelgang, dem Nangkor. Eine seiner Kapellen im Inneren ist der eigentliche Jokhang oder das Haus des Jobo mit der Statue des Jobo Shakyamuni. Fotografieren ist im Inneren des Gebäudes nicht gestattet. Ein Ziel vieler Touristen ist das Obergeschoss. Von hier hat man einen guten Blick auf den Barkor-Platz und die umliegenden Gassen, im Westen erhebt sich der Potala über die Dächer Lhasas.
[Bearbeiten] Norbulingka
Im Südwesten von Lhasa befindet sich eine Parkanlage, die 1754 als Sommerresidenz des 7. Dalai Lama begonnen wurde. Unter seinen Nachfolgern wurde dieser Norbulingka, das bedeutet Schatzpark, erweitert. Das letzte Bauwerk entstand in den Jahren 1954-1956, es ist der Tagten Minjur Phodrang, der Sommerpalast des 14. Dalai Lama, der nur drei Jahre später ins Exil ging. In dem Gebäude sind sehr viele Erinnerungsstücke an seinen früheren Herrn zurückgeblieben, die Bilder der Person wurden jedoch alle entfernt. Zu sehen sind das Audienzzimmer, die Privaträume wie Schlafraum und Bad, persönliche Gegenstände wie z.B. ein altes Rundfunkgerät aus sowjetischer Produktion. In der früheren Sommerresidenz, dem Kelsang Phodrang, sieht man in der Audienzhalle etliche Thangkas. Zu dem Park gehören Freilichtbühnen, Pavillons und Teiche, es gibt einen für Tibetische Verhältnisse ungewöhnlich schönen Bestand an alten Bäumen.
Der Park ist der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, in seinem westlichen Teil befindet sich als weitere Attraktion ein Zoo. In den Innenräumen des Norbulingka ist Fotografieren nicht gestattet.
[Bearbeiten] Klöster und Tempel
[Bearbeiten] Kloster Drepung
Am westlichen Stadtrand von Lhasa liegt das 1416 gegründete Kloster Drepung (chin.: Zhaibung). Bevor der 5. Dalai Lama seinen Amtssitz von diesem Kloster in den Potala-Palast verlegte, war Drepung das Zentrum der politischen Macht Tibets. Vor der friedlichen Befreiung Tibets mit über 10.000 Mönchen das größte Kloster, heute leben dort ca. 600 Mönche.
Das Kloster liegt am Fuß des 4.645 m hohen Mount Gephel. Die Berghänge rings um das Kloster sind übersät mit Gebetsfahnen, mit großen tibetischen Inschriften und Bildnissen. Teile des Klosters und seine Zufahrtsstraße werden zur Zeit renoviert (Stand 2010).
Sehenswert in der großen Anlage ist der Ganden Phodrang, der ehemalige Sitz des 5. Dalai Lama. Im Inneren sind verglaste Schränke gefüllt mit zahlreichen Figuren, in Regalen lagern buddhistische Schriften. Weiterer interessanter Bau ist die große Versammlungshalle Tsogchen Dukhang mit den Buddha-Statuen der Drei Zeiten. Im ehemaligen Pfirsichgarten des Dalai Lama sind Mönche damit beschäftigt, tantristische Figuren mit Gebetszetteln zu bestücken und zum Verkauf an Gläubige oder als Souvenir fertigzustellen. Beeindruckend auch die neue große Versammlungshalle und die daneben befindliche Küche, von der die Mönche mit Buttertee, Tsampa oder anderen traditionellen Speisen versorgt werden.
[Bearbeiten] Kloster Sera
Etwa 5 km nordwestlich des Stadtzentrums liegt das Kloster Sera. Beim Besuch wird man immer wieder auf Kinder aufmerksam, die eine schwarze Nase haben. Im Sera Je werden sie von einem pferdeköpfigen Beschützergott gesegnet, in dem ihnen ein Mönch mit dem Ruß der Yak-Butter-Lampen über die Nase streicht. Im Gebäude daneben sind zeitweise kunstvolle dreidimensionale Mandalas ausgestellt (fotografieren kostet wie fast immer extra). Für westliche Besucher ein besonderes Ereignis ist der Besuch des Debattierhofs, in dem sich täglich ab 15 Uhr junge Mönche recht temperamentvoll im Diskutieren üben.
[Bearbeiten] Nonnenkloster Ani Sangkhung
Das kleine Nonnenkloster liegt in der Innenstadt nur wenige Meter vom Pilgerweg Barkor entfernt. Heiligtum ist eine Höhle, in der im 15. Jahrhundert Songtsen Gampo meditierte. Die Nonnen bauen Pflanzen an und verkaufen sie, auch verpflegen sie Pilger in einem kleinen Teehaus. Dem Kloster ist ein Souvenirladen angeschlossen, etwas teurer aber stilvoller als die Shops am nahen Markt.
[Bearbeiten] Ramoche-Tempel
Der Tempel zählt zu den ältesten der Stadt. Er liegt nur wenig nördlich des Jokhang.
[Bearbeiten] Lukhang-Tempel
Nördlich des Potala am Fuß des Marpori-Hügels ist der Lukhang-Tempel auf einer kleinen Insel im beliebten Lukhang-Park (chin.: Zhonggyablukhang).
[Bearbeiten] Sonstiges
[Bearbeiten] Pilgerwege
zahlreiche Tibeter besuchen vor allem während der buddhistischen Feiertage ihre wichtigsten Heiligtümer, und sie umrunden diese im Uhrzeigersinn auf einem Kora, während sie ihre Gebetsmühlen drehen, ihre Gebetsketten durch die Finger gleiten, oder sich immer wieder auf den Boden werfen. Meist haben sie ihren Körper geschützt durch Lederschürzen oder Gummipolster. Die wichtigsten Ritualwege in Lhasa sind:
- Der Lingkor: Er beginnt an den westlichen Hügeln der ehemaligen Altstadt am Chakpori, geht nördlich am Barmari und am Marpori vorbei bis hinter das Kloster Jokhang und wieder zurück bis zum Chakpori. Dieser Weg entspricht in etwa den früheren Stadtgrenzen von Lhasa. Die meisten Pilger benutzen wegen einer geänderten Straßenführung einen etwas anderen Weg.
- Der Tsekor: Dieser Pilgerweg beginnt bei den Stupas südwestlich des Potala an der Hauptverkehrsstraße Beijing Dong lu und umrundet einmal diesen Palast. Er geht nördlich am Fuß des Marpori entlang zum Lukhang-Park und an der Umfassungsmauer des Palastes wieder zurück zum Ausgangspunkt.
- Der Barkhor: Der rund 800 m lange Umwandlungsweg geht vom Barkhor-Platz einmal rund um den Jokhang, den ältesten Tempel der Stadt, vorbei an unzähligen kleinen Läden und Marktständen.
[Bearbeiten] Tibet-Museum
Das Tibet-Museum befindet sich unweit des Norbulingka, Schwerpunkt der Ausstellung sind Handwerk und Alltag der Bevölkerung.
[Bearbeiten] Einkaufen
- Barkhor-Markt: Vor dem Jokhang und entlang des Barkhor-Umrundungswegs gibt es zahlreiche Läden und kleine Marktstände, die sich auf die Bedürfnisse der Pilger und besonders der Touristen spezialiert haben. Verkauft wird alles, was irgendwie als Souvenir taugen kann. Im Angebot sind typische gestreifte Kleidungsstoffe, es gibt Klangschalen, Vajras, Buddha-Figuren. Die Qualität ist in den Geschäften höher als an den Marktständen, die Preise ebenso.
[Bearbeiten] Küche
- In der Umgebung des Barkhor-Platzes gibt es zahlreiche tibetische Gaststätten, meist einfacherer Art und auch von Pilgern besucht.
- Gute Restaurants und Cafés sind entlang der Hauptverkehrsstraße Beijing Road und in der Fußgängerzone zwischen dem Potala-Platz und dem Barkhor-Platz.
[Bearbeiten] Unterkunft
- Thangka Hotel (Homepage nur chinesisch, Hotel liegt unmittelbar am Barkhor Platz in der Altstadt), YuTuo Road 38, Lhasa China, Tel.: 0086-891-6308866, Fax: 0086-891-6367299. Das Haus ist in fußläufiger Entfernung zum Potala, es verfügt über (kostenlosen) LAN-Anschluss. Freundlicher, preisgünstiger Service.
- Shangbala Hotel, Danjielin Rd, Lhasa (In einer Seitenstraße des Barkhor Platzes), Tel.: 0086 891 6323888, Fax: 0086 891 632577. Das Haus hat ein ausgezeichnetes Restaurant im Erdgeschoss. Direkt nebenan ist das Summit-Café, falls es jemand in Lhasa nach einem wirklich guten Cappucino sucht.
[Bearbeiten] Sicherheit
Lhasa hat nach einem Prospekt des Staatsamtes für Tourismus der VR China heute (2010) eine Bevölkerung von 477.500 Einwohnern. Davon sind ein Großteil keine Tibeter, genaue Zahlen sind nicht bekannt. Vor allem am Potala und am Jokhang gibt es zahlreiche tibetische Pilger, die durch ihre Gebete und Niederwerfungen offen ihren buddhistischen Glauben bekennen. Überall dort, wo sich große Menschenmengen versammeln können, sind auch verschiedene Uniformen präsent. Das beginnt mit der normalen Polizei, die gegen die zweifellos vorhandenen Taschendiebe und sonstigen Kleinkriminellen ankämpft. Auch bewaffnete militärische Einheiten patroullieren durch die Stadt, ihre Fremdsprachkenntnisse beschränken sich auf die Worte No Picture, und das sollte man ernst nehmen. Teilweise sind sie auch als Wachtposten auf den Dächern traditioneller Häuser sichtbar, und in den Seitenstraßen parken neben Mannschaftstransportwagen auch Wasserwerfer. Offensichtlich ist die friedliche Befreiung des Landes noch nicht völlig abgeschlossen.
[Bearbeiten] Gesund bleiben
- Hauptproblem ist die Anpassung an die Höhe, an zweiter Stelle stehen wohl die Verbrennungen durch UV-Strahlung der Sonne.
- Tibetisches Essen (Tsampa, Buttertee) schmeckt besser als sein Ruf, wird aber nicht von jedermann vertragen.
[Bearbeiten] Post und Telekommunikation
- Das Postamt von Lhasa liegt gegenüber der südöstlichen Ecke des Potala.
- Vorwahl China: 0086.
- Vorwahl Lhasa: 0891
[Bearbeiten] Weblinks
- Tibet Heritage Fund, Informationen über das alte Lhasa

