Krakau

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Die Vorgabe für Großstädte erklärt, welche Informationen an welche Stelle passen.

Krakau (polnisch: Kraków) [1] ist die Hauptstadt der Wojewodschaft Kleinpolen. Die ehemalige Hauptstadt gilt als schönste Stadt Polens und ist neben Prag und Budapest das beliebteste Reiseziel im östlichen Mitteleuropa. Sie ist die einzige Großstadt im heutigen Polen, die nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. (Lemberg und Wilna wurden auch nicht zerstört, gehören aber ab 1939 nicht mehr zu Polen).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stadtteile

Krakau ist seit 1990 in 18 Stadtteile eingeteilt, die mit römischen Nummern versehen sind. Von den Krakauern werden die Namen der Einteilung aus den Jahren 1951-73 benutzt:

  • Stare Miasto (Altstadt)
  • Zwierzyniec
  • Kleparz
  • Grzegórzki
  • Podgórze
  • Nowa Huta

oder der Einteilung aus den Jahren 1973-90

  • Śródmieście (Innenstadt)
  • Podgórze
  • Krowodrza
  • Nowa Huta

Weiterhin sind historische Namen von Vierteln innerhalb der Stadtteile im Umlauf.

  • Dębniki
  • Kazimierz
  • Kleparz
  • Nowa Huta
  • Nowa Huta - Centrum
  • Bieńczyce
  • Czyżyny
  • Mistrzejowice
  • Wzgórza Krzesławickie
  • Mogiła
  • Bieżanów
  • Płaszów
  • Prokocim
  • Wola Justowska
  • Zabłocie
  • Zwierzyniec
  • Bronowice
  • Swoszowice
  • Kurdwanów

[Bearbeiten] Hintergrund

Der Legende nach geht der Name auf den Fürsten Krak zurück, der im 6. Jahrhundert auf dem Wawelhügel wohnte. Zwei Hügelgräber, das des Krak und seiner Tochter Wanda, und die Drachenhöhle unterhalb des Wawelschlosses gehören zu den ältesten, erinnern an diese legendäre Zeit. Von 1038 bis 1609 war Krakau Königsstadt. Bis heute gilt die Stadt für viele Polen als wichtigstes geistiges Zentrum des Landes. Für die nationale Identität hat Krakau einen ganz besonderen Stellenwert. Die Ernennung zur "Kulturstadt Europas" im Jahr 2000 drückte auch die internationale Bedeutung der Stadt aus. Heute ist Krakau mit rund 750.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Polens und ein europäisches Kulturzentrum. Hier leben berühmte Künstler wie der Filmemacher Andrzej Wajda, der Komponist Krzystof Penderecki oder der Schriftsteller Stanislaw Lem. Ein rund vier Kilometer langer Grüngürtel anstelle des ehemaligen Mauerrings, die Planty, schirmt die weltberühmte Altstadt von Krakau vom Autoverkehr ab.

[Bearbeiten] Anreise

Krakau ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Südpolen. Hier kreuz(t)en sich die alten Handelswege von West nach Ost (Hohe Straße) und von Nord nach Süd (Bernsteinstaße).

[Bearbeiten] Flugzeug

Der Johannes-Paul-II-Flughafen liegt in Balice an der A4. Er ist vom Zentrum bequem mit dem Bus zu erreichen bzw. mit dem neu installierten Airport-Shuttle der Bahn (15 Min. Fahrt, Fahrpreis: 4 Zloty).

[Bearbeiten] Bahn

Das direkte Anreisen mit der Bahn ist von Deutschland (Hamburg, Berlin) und Österreich (über Wien) problemlos möglich. Man sollte es durchaus in Betracht ziehen. Vor allem bei längeren Reisen wird empfohlen, einen IC oder Ex (Expresszug) zu benutzen. Diese fahren meistens im Stundentakt. Die Reise nach Warschau dauert ca. 2:45h. Von Krakau ist auch Katowice (Kattowitz) mit der Bahn gut erreichbar, wo jeden Tag Züge nach Prag, Bratislava, Wien und Budapest abfahren.

[Bearbeiten] Bus

Zahlreiche Busunternehmen bieten die Anreise nach Krakau von Deutschland und Österreich mit dem Omnibus an, z.B. Sindbad, Eurolines, Touring, Omnia.

[Bearbeiten] Auto

Die A4 verbindet Krakau mit Katowice, Breslau und führt bis nach Liegnitz. Bis zu den Grenzübergängen nach Deutschland in Ludwigsdorf und Forst fehlen noch jeweils ca. 30 bzw.50 km. Für das 55 km Teilstück zwischen Krakau und Katowice muss eine Mautgebühr (11 złoty = ca. 4€) bezahlt werden.

[Bearbeiten] Schiff

Die Weichsel in Krakau ist eine schiffbare Wasserstraße.

[Bearbeiten] Mobilität

Im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs verfügt Krakau über ein gut ausgebautes Bus- und Straßenbahnnetz. Für den Regional- bzw. Vorortverkehr gibt es Vorort- und Überlandbusse. Für den Fernverkehr gibt es einen modernen Zentralbahnhof ca. 300 m nördöstlich von der Altstadt und einen gleich daneben gelegenen großen Busbahnhof (gerade neu umgebaut). Über den internationalen Flughafen (mit dem Bus und der Bahn erreichbar) kann man eine große Zahl von Zielen weltweit direkt erreichen (v.a. in Europa und Nordamerika). Krakau hat eine Anbindung an das landesweite polnische Fernstraßen- und Autobahnennetz.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Krakau ist das Ziel vieler Touristen. Die Stadt ist bei Besuchern auf Grund ihres südlichen Flairs sehr beliebt. Krakau hat:

  • über 100 Kirchen und Klöster
  • 28 Museen mit bedeutenden Ausstellungsstücken
  • das jüdische Viertel Kazimierz
  • über 200 Kellerkneipen.
  • Königlicher Weg. Der königliche Weg beginnt nördlich der Altstadt am Denkmal der Grunwaldschlacht auf dem Platz vor der Floriankirche. Man überquert die innere Ringstraße mit dem Planty-Garten um die Altstadt, die der alten Stadtmauer folgt, und steht vor der Barbakane, die als größter gotischer Wehrturmbau Europas gilt. Weiter kommt man zu den Resten der Stadtmauer mit dem Krakauer Florianstor. Durch dieses letzte erhaltene Stadttor betritt man die Altstadt. Im Verlauf der Floriansstraße kommt man am Apothekenmuseum vorbei und erreicht den größten europäischen Marktplatz des Mittelalters. Am und um den Hauptmarkt liegen mehrere Sehenswürdigkeiten, dazu gehören die Marienkirche mit dem berühmten Hochaltar von Veit Stoß, die Barbarakirche, die Tuchhallen mit einer Gemäldegalerie und Souvenirläden, der Rathausturm, die Adalbertkirche und weitere Denkmäler und Bürgerhäuser. Etwas abseits des Marktplatzes liegt der alte Teil der Jagiellonen-Universität. Entlang der Grodzkastraße kommt man an weiteren Kirchen vorbei. Dazu gehören die Franziskanerkirche, die Dominikanerkirche, die Peter-und-Paul-Kirche, die evangelische Kirche. Am Ende des Weges sieht man das überwältigende Wawel-Schloss auf dem Wawelhügel am Ufer der Weichsel mit dem feuerspeienden Denkmal des Wawel-Drachen. Nach einem Brand erhielt die Anlage Anfang des 16. Jahrhunderts nach italienischem Vorbild einen dreistöckigen Arkadenhof. In der Krypta der Kathedrale haben zahlreiche Könige und andere berühmte polnische Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden. In Kraków entstand 1364 eine der ersten europäischen Universitäten. Das gotische Collegium Maius mit seinem sehenswerten Arkadenhof ist der älteste erhaltene Teil und beherbergt neben der prachtvollen Aula auch ein Universitätsmuseum.
  • Jüdisches Viertel. Der Stadtteil Kazimierz war einst eine selbstständige Stadt. In Kasimir gab es früher einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Das ehemalige jüdische Viertel ist heute überwiegend saniert und zu einem Anziehungspunkt für Besucher geworden. Der Regisseur Steven Spielberg drehte seinen Film "Schindlers Liste" an Originalschauplätzen. Die Alte Synagoge in der ul. Szeroka 24 beherbergt ein Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Aufwändig saniert wurde in jüngster Zeit die herrlich ausgemalte Tempelsynagoge. In dem Viertel gibt es mehrere jüdische Restaurants, in denen abends Klezmer-Gruppen auftreten. In der ul. Meisela 17 öffnete ein Zentrum für jüdische Kultur, das auch Führungen und Seminare organisiert.

Es gibt sieben Synagogen und viele weiter jüdische rituelle Gebäude sowie zwei jüdische Friedhöfe, wobei auf einem noch viele Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert erhalten sind.

  • Die wichtigsten der 28 Museen
    • Czartoryski Museum (u.a. Leonardo da Vinci, Rembrandt)
    • Das Nationalmuseum (in mehrere Sammlungen gegliedert mit über 1 Mill. Kunstwerken)
    • „Bunkier Sztuki“ (Moderne Kunst)
    • Galerie der Tuchhallen Sukiennice (Malerei 19. Jhdt)
    • Jan-Matejko-Haus
    • Das Manggha-Haus (japanische Sammlungen)
    • Archäologisches Museum mit den Daueraustellungen: 1000 Jahre Krakau und Ägypten
    • Pharmazeutisches Museum
    • Trakl-Museum (Sterbezimmer, im Militärhospital)

[Bearbeiten] Aktivitäten

Die Altstadt steht seit 1978 als einzigartiges Architekturensemble auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Ihr Zentrum ist der 200 mal 200 Meter große Rynek Glówny, einer der größten und schönsten Marktplätze Europas. Den Platz teilen die mächtigen Tuchhallen, im 13. Jahrhundert errichtet und 1550 im Stil der Renaissance umgebaut. Der ganze Marktplatz ist unterkellert. Die mittelalterlichen, miteinander verbundenen Keller, die von Häusern stammen, die vor der Lokation 1257 auf dem Marktplatz standen, wurden restauriert und sind teilweise für Touristen zugänglich. Ringsum laden enge Gässchen mit prachtvollen Kirchen und Bürgerhäusern zum Bummeln ein. Das Nachtleben findet zum großen Teil unter dem historischen Pflaster statt. In viele alte Backsteingewölbe zogen Cafés und Restaurants, Jazzclubs und Diskotheken ein. Hier pulsiert abends das Leben.

  • Die bekanntesten Theater
    • das Alte Theater (Teatr Stary)
    • das Juliusz-Słowacki-Theater (Teatr im. Juliusza Słowackiego)
    • die Oper
    • die Operette
    • Theater „Bagatela“
  • Kabarett - Krakau ist bekannt für seine alte Tradition des literarischen Kabaretts, die bis heute gepflegt wird. Bekannteste Kabarett-Theater sind "Piwnica pod baranami" und "Jama Michalika". Ein neues, junges Kabarett ist "Loch Camelot". Im "Piwnica pod baranami" hatte die legendäre Chansonsängerin Polens Ewa Demarczyk ihre ersten Auftritte. Sie ist dem Kabarettkeller bis heute eng verbunden.
  • Die wichtigsten Veranstaltungen
    • Stündliches Trompetensignal vom Turm der Marienkirche (von einem Trompeter gespielt)
    • Internationales Festival der Seemannslieder (Shanties) - (Februar)
    • Internationales Festival des Alternativ- und Experimentaltheaters - Krakowskie Reminiscencje Teatralne - (März)
    • Tage der Orgelmusik - (April)
    • Internationales Festival der Kurzfilme - (Mai)
    • Juvenalia - Studentenfestival - (Mai)
    • Festival der Jüdischen Kultur - (Juni) - eine der Höhepunkte des Krakauer Kulturjahres
    • Jazzfestival im „Pod Baranami“ - (Juli)
    • Festival „Klassische Musik an historischen Orten“ - (August)
    • Festival der Jazztrompeter - Miles Davis Memorial Night - (September)
    • Festival „Genius Loci“ in Kazimierz - (Oktober)
    • Wettbewerb der Krakauer Weihnachtskrippen - (Dezember)

[Bearbeiten] Einkaufen

[Bearbeiten] Küche

Lebensmittel und Restaurantbesuche sind in Krakau preiswert.

[Bearbeiten] Unterkunft

Alle, die eine günstige und saubere Unterkunft suchen, sollten am besten in einem Studentenwohnheim übernachten (siehe ZACZEK: Hotel Studencki). Die Zimmer sind sehr modern eingerichtet und auf Wunsch bekommt man auch ein Zimmer mit integriertem Bad (nur geringer Aufpreis). Es gibt auch Einbettzimmer. Die Ausstattung ist sehr modern und die Zimmer sind größtenteils frisch renoviert (Radio/Wasserkocher gibt es meistens auch). Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt und die Studenten sind sehr freundlich und hilfsbereit. Das Hotel ist sehr gut gelegen am Rande des Zentrum. Supermärkte und Bahnhaltestellen befinden sich auch direkt in der Nachbarschaft.

  • Amadeus Hotel **** - entstand in dem altertümlichen Gebäude in einer wunderschönen Umgebung, in der Nähe von der Altstadt und an Grünanlagen, die Krakau umgeben. In der Nähe gibt es das Gebäude der Musikakademie und das Słowacki-Theater, welches das größte Theater von dem Habsburger Galizien war. Das Theater ist heutzutage als Opernbühne und Operettenbühne der königlichen Stadt Krakau berühmt.
  • Die Gesellschaft Hostel Service bietet Unterkünfte in vier im Stadtzentrum liegenden Hostels.

[Bearbeiten] Lernen

Krakauer Universitäten pflegen Austauschprogramme, z.B. Erasmus, mit Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Polnischkurse für Ausländer werden von verschiedenen Veranstaltern (auch Universitäten) in Krakau angeboten.

[Bearbeiten] Arbeiten

Arbeiten in Krakau für EU Ausländer ist grundsätzlich problemlos möglich, soweit dies auf Gegenseitigkeit beruht. Deutsche Muttersprachler werden gerne als Sprachlehrer angestellt und haben auf diesem Markt recht gute Chancen. Das Musizieren oder Vorführen von Kunststücken auf den Plätzen der Altstadt erregt reges Interesse und mit etwas Talent kann man den einen oder anderen Zloty dazu verdienen. Daneben ist es nicht einfach Gelegenheitsjobs zu bekommen, wenn man nicht polnisch spricht.

[Bearbeiten] Sicherheit

Krakau gilt als sichere Stadt. Man sollte jedoch in großen Menschenmengen - wie überall auf der Welt - die notwendige Sorgfalt nicht außer Acht lassen. Den Arbeiterstadtteil Nowa Hutta sollte man in den Abendstunden meiden.

[Bearbeiten] Gesund bleiben

Die ärztliche Versorgung ist sehr gut. Die meisten Krankenkassen aus dem EU-Ausland übernehmen die Kosten einer Behandlung in Polen. Eventuell sollte bei der eigenen Kasse nachgefragt werden. Einige Kassen bezahlen auch Kuren in Polen. Es gibt einen ärztlichen Notdienst. In Krakau haben immer einige Apotheken Nachtdienst.

[Bearbeiten] Klarkommen

Touristeninformationen befinden sich am Bahnhof und am Marktplatz.

[Bearbeiten] Post und Telekommunikation

Polen ist mit Festnetzanschlüssen gut abgedeckt und auch das Mobilfunknetz ist gut ausgebaut, was vor allem für die großen Städte wie Krakau gilt. Telefonautomaten sind zahlreich und funktionieren mit Karten, Jetons oder Münzen. In Krakau befinden sich zahlreiche Internetcafés mit günstigen Preisen. W-Lan Hotspots gibt es auch, der erste in Europa war auf dem Krakauer Marktplatz. Die polnische Post ist an mehreren Orten in Krakau vertreten. Briefe und Postkarten kommen in der Regel zügig an. Pakete brauchen in der Regel etwas länger. Pakete werden auch von privaten Anbietern befördert. Die Versendungskosten sind niedriger als in Westeuropa.

Neben der polnischen Sprache werden in Krakau von vielen Menschen auch Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch gesprochen. Spanisch und Italienisch sind auch sehr populär unter jungen Leuten.

[Bearbeiten] Ausflüge

Krakau liegt im Talkessel der Weichsel und ist im Norden (Jura, Heiligkreuzgebirge) sowie Süden (Beskiden, Pieninen, Hohe Tatra) von Bergen umgeben. Auch an Burgen (z.B. die Alderhorste im Jura) und Schlössern mangelt es nicht in der näheren Umgebung. Eigentlich ein Muss ist das Salzbergwerk von Wieliczka, das vor der Haustür Krakaus liegt und seit 1978 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Ein weiteres mittelalterliches Salzbergwerk befindet sich in Bochnia. Es gibt auch die Möglichkeit das Museum des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu besuchen, das ca. 70 km westlich von Krakau liegt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

50° 3' 16" N 19° 57' 20" O

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