Korfu
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Korfu (Κέρκυρα, Kerkyra) ist eine Insel im griechischen Mittelmeer. Sie gehört zu den Ionischen Inseln und hat eine Größe von ca. 638 km². Es leben ca. 115.000 Einwohner auf Korfu. Die Inselhauptstadt ist Korfu-Stadt, auch Kerkyra genannt.
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[Bearbeiten] Hintergrund
Die Insel Korfu, bei den Byzantinern und Türken Korphus (von korypho, "Gipfel") genannt, hieß in der ältesten Zeit Drepane ("Sichel") von ihrer halbmondförmig gedehnten Gestalt. Mehrere Geographen verlegen, wiewohl mit Unrecht, das Homerische Scheria, das Land der Phäaken, hierher. Später hieß die Insel Korkyra oder Kerkyra.
Sie wurde in der ältesten Zeit von illyrischen Liburnern bewohnt, dann 734 v. Chr. von Korinthern unter dem Herakliden Chersikrates kolonisiert. Die Insel hatte eine für den damaligen Handel höchst günstige Lage, und die Bewohner trieben ihn mit solchem Erfolg, dass die Herrschaft, die sie durch ihre zahlreichen Niederlassungen auf dem Ionischen und Adriatischen Meer ausübten, die Eifersucht der Mutterstadt Korinth rege machte. Es kam 665 zwischen beiden zum offenen Kampf, in welchem die Korkyräer den Korinthern ein siegreiches Treffen auf dem Adriatischen Meer, die erste Seeschlacht in der griechischen Geschichte, lieferten, worauf sie sich unabhängig machten. Doch war Korfu unter dem Tyrannen von Korinth, Periandros, 625-585 der Mutterstadt wieder unterworfen. Ein neuer Streit mit Korinth wegen der gemeinschaftlichen Kolonie Epidamnos 434-432 gab den Anlass zum Peloponnesischen Krieg, während dessen Korfu auf seiten der Athener stand, aber durch blutige Bürgerkriege zerrüttet wurde, so dass es durch Syrakus vom Handel im Ionischen und Adriatischen Meer verdrängt wurde und mehr und mehr sank. 229 eroberte Agathokles von Syrakus die Insel und trat sie an Pyrrhos von Epirus ab. Später wurde sie von illyrischen Seeräubern besetzt, denen die Römer sie 229 entrissen, um ihr die nominelle Freiheit zurückzugeben, dann sie aber mit der Provinz Epirus zu vereinigen, mit der sie bei der Teilung des römischen Reichs an das oströmische Reich fiel.
Im 11. Jahrhundert verloren es die byzantinischen Kaiser zweimal an die Normannen. Die Insulaner entzogen sich jedoch der Herrschaft derselben wieder, und bei dem Zerfall des byzantinischen Reichs fiel Korfu 1386 den Venezianern zu. Korfu wurde nun als Vormauer gegen die Türken stark befestigt. Letztere landeten 1537 mit 50.000 Mann auf Korfu, durchstrichen die Insel verheerend und verwüstend und belagerten die Festung, mussten aber nach acht Tagen unverrichteter Sache wieder abziehen. Eine neue Landung versuchten sie 1716, aber auch diesmal konnten sie bei der tapfern Verteidigung der Festung durch den Grafen v. d. Schulenburg nichts ausrichten. Seit 1797 teilte die Insel Korfu durch die französische Herrschaft das Schicksal der Ionischen Inseln. 1815 unabhängig, wurde sie 1864 ein Teil des modernen Griechenlands.
[Bearbeiten] Regionen
Korfu ist 62 km lang und an der breitesten Stelle fast 30 km breit. Die Insel wird von zwei Bergzügen gebildet; der nördliche, welcher von West nach Ost verläuft und aus Kalken besteht, erreicht im Pantokrator (914 m) die größte Höhe der Insel, während der südliche meridional mit stark östlicher Ablenkung streicht, aus Konglomeraten, Gipsen, Sandsteinen und Kalken besteht und nach Westen schroff in das Meer abfällt. Tertiärgebiete erfüllen die ganze Nordwestecke der Insel, die Umgebung der Hauptstadt und die von Levkimo im Süden.
[Bearbeiten] Orte
Orte entlang der Küste. Anordnung im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden:
- Roda (Ρόδα). Eher kleinerer Ort am schmalen aber dafür langgezogenen Sand/Kiesstrand von Roda mit guter touristischer Infrastruktur.Wenige kleine Hotels bzw. Appartements die allerdings hauptsächlich auf dem britischen Markt angeboten werden. Das Gesamtbild des Ortes ist schon sehr stark auf britische Touristen ausgelegt (Britische Pubs, Fußballkneipen und englisches Frühstücksangebot).
In Roda gibt es ausserdem recht gutes Wassersportangebot, was sich allerdings auf den Verleih von Tretboten (Pedalos), Kanus aber auch Motorbooten beschränkt. Mit den Motorbooten kann man etwa bis Sidari in westlicher Richtung oder Kassiopi in östlicher Richtung fahren, weitere Fahrten sind nicht gestattet. Hierbei sollte man aber schon im Vorfeld den Preis für den Sprit klären, damit es nach der Rückkehr keine Unklarheiten gibt!
Roda ist außerdem Ausgangspunkt für die Fahrt mit dem Linienbus nach Kerkyra (Morgens hin und Abends 22 Uhr wieder zurück, was auch empfehlenswerter ist als einen Ausflug nach Kerkyra zu buchen bzw. die Stadt selbst mit dem Mietwagen zu besuchen). Desweiteren ist Roda der Verkehrsknotenpunkt im Norden Korfus, an dem die wichtigsten Hauptstraßen in Richtung Kerkyra oder Sidari zu finden sind. - Acharavi (Αχαράβη). Acharavi ist ein recht netter, touristisch sehr gut erschlossener Ort am schmalen, langezogenen Sand/Kiesstrand in der Bucht von Roda/Acharavi.
Das Ortsbild selbst ist durch viele typische Touristengeschäfte, Souvenierläden, Bars, Restaurants und sogar eine Diskothek geprägt. Desweiteren findet man in Acharavi eine Bank, den einzigen deutschssprachigen Arzt der Insel sowie die wichtigsten größeren Autovermieter wie Herz, Europcar oder Avis vor.
Zentrum Acharavis ist der Kreisel, der zwar weniger an die uns bekannten Kreisel erinnert aber ein sehr guter Orientierungspunkt innerhalb des langgezogenen Ortes ist. Fährt man am Kreisel in Richtung Süden gelangt man über eine sehr enge Bergstraße zu den abgelegenen Bergdörfern Korfus, sowie zum Pantokrator und über das Bergdorf Spirilia über eine sehr interessante Route in Richtung Kerkyra (Alternative zur West- oder Ostumfahrung des Pantokrators).
Eine durchgehende Strandpromenade existiert nur eingeschränkt, ansonsten ist aber eine Strandwanderung z.B. nach Roda problemlos möglich. - Kassiopi (Κασσιώπη). Touristisch gut erschlossenes aber dennoch recht ruhiges und urprüngliches Städtchen am Nord-Ost-Zipfel Korfus mit einer langen Kiessbucht mit kristallklarem Wasser und einigen Badeplateaus. Auf jeden Fall einen Besuch wert.
- Agios Stefanos. Wer dem Tourismus in Kassiopi oder Sidari entfliehen möchte fährt nach Agios Stefanos (ca. 4km südöstlich von Kassiopi). Hier gibt es zwar alles, was das Touristenleben angenehm macht, wie z.B. Tavernen, Bootsverleih, Supermärkte, aber viel weniger Verkehr und Menschen als in den vorgenannten Orten. Zudem eine hübsche Bucht und wohl der beste Blick auf das albanische Festland, welches hier zum Greifen nah erscheint.
- Chalikunas. Absoluter Geheimtipp der Insel ist der 7 Kilometer lange feinsandige Strand von Chalikunas. Touristisch zum Glück noch überhaupt nicht erschlossen, bietet er eine kleine Dünenlandschaft die zum Verweilen einlädt. Hinter den Dünen erstreckt sich der Lake Korission, ein Süßwasserbinnensee in dem Fischzucht betrieben wird. Auf Grund der guten Windverhältnisse ein sehr geeignetes Surfrevier.
- Glyfada (Γλυφάδα). Kleinerer Ort in einer wunderschönen Bucht mit schönem, langen Sandstrand. Im Ort selbst gibt es einige kleinere Geschäfte und Tavernen sowie ein paar nette Hotels in ruhiger Lage. Besonders hervorzuheben ist hierbei das Louis Grand Glyfada ein ausgezeichnetes All Inklusive Hotel direkt am flach abfallendem Sandstrand der ideal für Familien mit Kindern ist.
- Paleokastritsa (Παλιοκαστρίτσα). Typischer Touristenort mit mehreren schönen Badebuchten, jedoch im Sommer recht überlaufen. Anlaufpunkt vieler angebotenen Ausflüge, zum angeblich schönsten Ort der Insel. Lohnenswert ist ein Fotostopp oberhalb des Ortes an der Küstenstrasse an einer der Schöne Aussicht Tavernen, sowie eine halbstündige Wanderung zum Kloster Angleokastro. Im Ort selbst werden Bootstouren zu den abgelegenen und nur vom Meer aus erreichbaren Badebuchten angeboten.
- Sidari (Σιδάρι). Sehr britisch geprägter Touristenort mit einem schmalen Sand/Kiesstrand und mehreren Badebuchten. Viele Aparthotels die aber kaum auf dem deutschen Markt zu finden sind, sowie viele "Tavernen", die jedoch alles andere als landestypisch sind und oftmals den Besuch in Kombination mit der kostenlosen Benutzung der Poolanlage anbieten.Dem Ort selbst sollte man hauptsächlich wegen seiner einzigen Sehenswürdigkeit, dem Canal D'Amour einen Besuch abstatten. Dieser soll der Sage nach jeder jungen, unverheirateten Frau die ihn durchschwimmt den perfekten Mann bescheren.
[Bearbeiten] Weitere Ziele
- Kap Drastis.Das aus Kalkstein bestehende Kap Drastis stellt den nördlichsten Punkt Korfus dar und ist ein lohnenswertes Ausflugsziel.
Zwischen Sidari und Peroulades folgt man einer Ausschilderung des Kaps und erreicht dieses über einen Feldweg. Von hier aus kann man in einer kurzen Wanderung entweder das Kap selbst oder eine anliegende Badestelle erreichen von der auch Bootstouren rund um das Kap Drastis und die Steilküste im Nordem Korfus angeboten werden.
Allein wegen der Aussicht und der imposanten Steilküste sollte man dem Kap einen Besuch abstatten.
[Bearbeiten] Sprache
Auf Korfu wird wie im restlichen Griechenland Griechisch gesprochen. Insbesondere in den Touristenzentren kommt man aber sehr gut mit Englisch und oft auch mit Deutsch weiter.
[Bearbeiten] Anreise
Viele deutsche, österreichische und schweizer Pauschalreiseveranstaltern und Chartergesellschaften bieten im Sommer Direktflüge nach Korfu an, sodass an allen Tagen der Woche An- und Abreisemöglichkeiten bestehen. Die Anreise per Linienflug führt sehr oft über Athen. Zwischen November und April bestehen keine Charterverbindungen, da (fast) alle Hotels geschlossen sind.
[Bearbeiten] Mobilität
Auf Korfu ist man am besten mit dem Mietwagen unterwegs, den es bei zahlreichen großen und kleinen Mietwagenanbietern gibt. Alternativ gibt es ein gut ausgebautes Linienbusnetz, welches z.B. die Touristenorte Roda, Acharavi oder Paleokastritsa mit der Inselhauptsadt Kerkyra in regelmäßigen Abständen verbindet.
Eine andere Möglichkeit ist die Teilnahme an organisierten Tagesausflügen zu den Sehenswürdigkeiten Korfus oder Inselrundfahrten, die von den Reiseveranstaltern oder örtlichen Agenturen angeboten werden.
Der Mietwagen jedoch hat den entscheidenden Vorteil sich unabhängig bewegen zu können und auch unbekanntere Ziele anzusteuern. Wichtig ist hierfür allerdings eine gute Straßenkarte (die rot gekennzeichneten Straßen sollten nach Möglichkeit nur verlassen werden wenn es unausweichlich ist, sonst kann es durchaus abendteuerliche Erlebnisse geben).
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Achilleon (Αχίλλειο): Palast von Elisabeth von Österreich-Ungarn, besser bekannt unter dem Namen Sisi.
- Angelocastro (Αγγελόκαστρο): Alte Festung im Nordosten der Insel
[Bearbeiten] Aktivitäten
[Bearbeiten] Küche
[Bearbeiten] Nachtleben
Wer an der südlichen Westküste unterwegs ist, findet in Pentaki auf der Straße nach Agios Gordis "Chris Place", eine kleine Taverne mit fantastischem Blick auf's Meer und leckerem frischen Orangensaft. Es gibt auch eine kleine Essenskarte.
Empfehlenswert ist auch die Taverna Sunrise im Norden. Sie liegt ca. 3 km von Roda entfernt Richtung Sidari an der Hauptstaße kurz vor der Ortschaft Karoussades und bietet eine sehr sehr gute griechische Küche sowie einen tollen Ausblick aufs Meer. Die Besitzer sind unheimlich nette Leute, wie halt fast alle Griechen.
[Bearbeiten] Sicherheit
[Bearbeiten] Klima
Im Vergleich zu den anderen griechischen Inseln gibt es auf Korfu deutlich mehr Regen. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September. Bereits Ende September steigt die Regenhäufigkeit stark an. Ende Oktober bis Ende März sind wenig empfehlenswert, auch die meisten Hotels sind in der Zeit geschlossen.
[Bearbeiten] Ausflüge
Korfu ist ein guter Ausgangspunkt für Touren zu den anderen Ionischen Inseln wie Kefaloniá, Lefkás und Zákynthos. Außerdem kann man von Korfu aus nach Albanien oder Italien gelangen.

