Istanbul/Kadıköy
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Kadıköy ist ein Stadtteil von Istanbul auf der asiatischen Seite. Hier wohnen viele Studenten und junge Leute, der Tourismus ist hier nicht sehr verbreitet. Trotzdem ist es ein sehenswerter lebhafter Stadtteil, der aber auch ruhige Ecken, gemütliche Cafes und Parks hat. Außerdem gibt es hier ein eigenes Nachtleben.
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[Bearbeiten] Hintergrund
Das Gebiet von Kadıköy (auf deutsch: Richterdorf) wurde bereits im 7. Jhdt. v. Chr. von Griechen besiedelt und wurde Chalcedon genannt. Da diese offensichtlich die wesentlich bessere strategische Lage des Gebietes auf der anderen Seite des Bosporus, wo ca. 20 Jahre später andere Griechen Byzanz mit seinem natürlichen Hafen, dem Goldenen Horn, gründeten, soll Chalcedon auch "Stadt der Blinden" genannt worden sein. So wurde sie immer wieder von Angreifern aus Asien bedroht und auch schon viel früher als Konstantinopel von den Osmanen besetzt. 451 n. Chr. fand hier das Vierte Ökumenische Konzil statt. Nennenswerte historische Bauten befinden sich hier heute kaum mehr.[Bearbeiten] Anreise
Von der europäischen Seite aus kommt man den ganzen Tag am schnellsten über mit der Fähre von den Anlegestellen Karaköy, Eminönü oder Besiktas aus nach Kadıköy. Von Bakirköy aus (Flughafennähe) gibt es eine Expressfähre (Deniz Otobüs). Von Anatolien aus führen nahezu alle Autobus- oder Minibuslinien zum Busbahnhof, der direkt neben den Fähranlegestellen liegt. Der asiatische Hauptbahnhof Haydarpasa liegt außerdem nur wenige Gehminuten vom Busbahnhof entfernt.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Kirchen
Im Zentrum von Kadıköy befinden sich einige historische Kirchen, die immer wieder wechselnde christliche Religionsgemeinschaften beherbergen (armenisch- und griechisch orthodox, französisch-katholisch, protestantisch und seit jüngerer Zeit auch freikirchliche Missionsgemeinden, die immer mehr Zulauf aus der muslimischen Bevölkerung finden.
[Bearbeiten] Bauwerke
Das Kadıköy-Konservatorium ist ein schönes Gebäude aus osmanischer Zeit direkt an der Anlegestelle.
Auffallend schon von der Fähre aus ist der riesige Komplex der Selimiye-Kaserne. Hier war während des Krimkrieges ein Lazarett, in dem die englische Krankenschwester Florence Nightingale verwundete Soldaten betreute. Ein kleines Museum erinnert an sie.
Auch der Bau des Bahnhofes Haydarpaşa ist bemerkenswert. Nach Inbetriebnahme des Eisenbahntunnels unter dem Bosporus soll das Gebäude zum Hotel umgebaut werden.
[Bearbeiten] Straßen und Plätze
Interessant sind die Bahariye Caddesi, eine Einkaufsstraße mit Kinos, parallel dazu die Barlar Sokagi mit netten Lokalen. Der Moda-Yolu führt vom Zentrum Kadıköy nach Moda und wird von einer Nostalgiestrassenbahn in einer Rundtour befahren.
[Bearbeiten] Parks
Der Moda-Park mit seinen wunderschönen Teegärten ist einen Besuch wert. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf das Marmara-Meer und die Prinzeninseln. Moda ist der reichste Teil Kadıköys und hier leben noch eine hohe Anzahl von Armeniern und Griechen.
Weiter südlich erstreckt sich der Caddebostan-Park über mehrere Kilometer an der Küste entlang. Die Einheimischen nutzen ihn bei gutem Wetter gerne zum Joggen, Fahrrad- oder Inlineskatefahren, zum Angeln oder für Pikniks. Außerdem gibt es ein paar kleinere Strände, an denen man bei entsprechendem Wetter baden kann.
[Bearbeiten] Verschiedenes
Kadıköy ist ein aufgeschlossener Bezirk mit eher intellektueller Bevölkerung, die sich aber ihre Bodenständigkeit bewahrt hat. Das Bevölkerungsstruktur reicht von der von der unteren bis zur oberen Mittelschicht. Man spricht in Istanbul oft von einer "Kadıköy"-Kultur. Dies ist synonym für Lebenslust, religöse und politische Toleranz, gegenseitige Hilfeleistung, aktives Gemeinschaftswesen, vergleichsweise hoher Alkoholkonsum, offen gekleidete Menschen u.a. Die Atmosphäre erinnert zuweilen an die "Plaka" in Athen, den Prenzlauer Berg in Berlin oder den Spittelberg in Wien. Hier findet man die sympathischen Seiten der Istanbuler konzentriert. Teilweise trendy - aber nicht arrogant; alternativ - aber nicht punkig; politisch offen - aber nicht anarchistisch. Gemeinschaftlich - aber kein Gruppendruck.
Viele Istanbuler Armenier und auch viele europäische StudentInnen leben dort. Das Stadion des berühmten Istanbuler Fußballvereins Fenerbahçe befindet sich ebenfalls hier.Zusammengefasst: Gemütlicher, aber lebendiger Stadtteil am überall riechbaren Meer mit südeuropäischer Fröhlichkeit.
[Bearbeiten] Aktivitäten
- Ballonfahrt: Mit dem an einem Seil befestigten Gasballon am Hafen von Kadıköy kann man sich 200 m in die Höhe fahren lassen und hat bei Schönwetter einen wunderschönen Ausblick auf die ganze Stadt.
- Der Camlica-Tepesi, ein Aussichtsberg, liegt nicht weit entfernt.
[Bearbeiten] Einkaufen
Der Kadıköy-Pazari ist ein vergleichsweise ruhiger Markt mit anerkannt hochwertigen Lebensmitteln, Gewürzen und traditionellen Naturprodukten zu günstigeren Preisen als im mehr touristischen Gewürzbasar in der Altstadt. Zudem sind die Preise fixiert. Die einheimische Mittelschicht handelt nämlich nicht mehr. Im gesamten Zentrum Kadıköys (v.a. auf der "Bahariye Caddesi") befinden sich Boutiquen für Kleidung, Taschen und Schuhe - günstig, trendy und von guter Qualität. Auch interessante Trödel- und Antiquitätenläden sind hier zu finden.
Der Sali-Pazari ist eine Art Flohmarkt bzw Wochenmarkt und es findet sich jede Menge Billigware, hierher kommen eher, aber nicht nur, wirtschaftlich schwächere Schichten. Dieser Bazar findet am Dienstag und am Freitag statt. Dorthin gibt es verschiendene Busse vom Hafen in Kadıköy.[Bearbeiten] Küche
[Bearbeiten] Günstig
In ganz Kadıköy finden sich viele nationale und internationale Schnellimbisse mit großteils guter Qualität.
[Bearbeiten] Mittel
- Ciya Sofrasi, Caferaga Mah. Güneslibahce Sk. No:43 (Weitere Zweigstellen finden sich Caferaga Mah. Güneslibahce Sk. 48/B und Caferaga Mah. Güneslibahce Sk. No: 44), Tel.: (216) 330 31 90, Fax: (216) 349 19 02, Email: info@ciya.com.tr - Das Restaurant gewann schon Preise für seine ausgezeichneten Speisekreationen aus auschließlich Biologischer Landwirtschaft. Vegetarische Speisen werden getrennt von Fleischgerichten gekocht. Und dies zu leistbaren Preisen bei einem ausgezeichenten Service. Hier gibt es wie in vielen Restaurants in der Türkei keinen Alkoholausschank.
- Bursa Iskender, Bahariye Cad. Süleymanpaşa 15, Kadıköy - Istanbul, Tel.: (216) 330 8215, Fax: (216) 330 19 59 - Zentral gelegen kann man hier wie schon der Name sagt am besten Iskender essen. Dieser wird hier klassisch und in guter Qualität geliefert. Hier gibt es wie in vielen Restaurants in der Türkei keinen Alkoholausschank.
[Bearbeiten] Gehoben
Das Fasil ist berühmt für seine Meze (Vorspeisen) und seinen gut servierten Raki.
[Bearbeiten] Nachtleben
Da in Kadıköy viele junge Leute und Studenten leben, hat der Stadteil ein eigenes ausgiebiges Nachtleben. Die höchste Kneipendichte findet man in der Kadife Sokak. Hier finden sich etwas trendigere Pubs mit alternativ-schicken Publikum.
[Bearbeiten] Günstig
Direkt bei der Anlegestelle finden sich das Gügüm und das Son Gemi. Vor alem letzteres ist eine ausgesprochen nette Bierkneipe mit ein bisschen Seemannsatmosphäre. Wird von den alteingesessenen Kadıköyern und Studenten frequentiert, es wird über Politik, Gott und die Welt diskutiert. Gute Snacks zu günstigen Preisen. Die Besitzerin selbst ist fast immer da.
[Bearbeiten] Mittel
In der Barlar Sokagi (Bargasse) Das originelle Liman Cafe füllt ein ganzes historisches griechischen Haus. Hier gibt es gutes Bier und nettes Publikum in den Zwanzigern und Dreißigern. Ebenfalls empfehlenswert ist das LAL in der selben Gasse.
[Bearbeiten] Unterkunft
[Bearbeiten] Günstig
Das einzige Hostel in Kadıköy, die Hush Hostel Lounge befindet sich in der Iskele Sokak. Ein Bett im Mehrbettzimmer kostet ca. 12 Euro inkl. Frühstück. Es gibt mehrere Aufenthaltsräume, eine Garten mit gemütlicher Terasse sowie Internet & WLAN gratis.
Unzählige kleine Hotels befinden sich in den kleineren Gassen in der Nähe der Anlegestelle
[Bearbeiten] Mittel
Aden Hotel, Eysan Hotel und Rihtim Hotel nahe der Fähranlegestelle. Auch pauschal buchbar.
[Bearbeiten] Kommunikation
In Kadıköy haben sich wegen der hohen Lebensqualität viele westliche Ausländer angesiedelt (z.B. Austauschstudenten, Lehrer in Privatschulen, etc.). Daher und auf Grund des höheren Bildungsniveaus der ansässigen Bevölkerung kommt man mit Englisch gut klar. Deutsch wird weniger verstanden, da im Gegensatz zur Altstadt hier nur wenige "RemigrantInnen" leben oder arbeiten.

