Erzgebirge
Aus Wikivoyage
Das Erzgebirge erstreckt sich vom Elbsandsteingebirge entlang der sächsisch-tschechischen Grenze 125 km südwestwärts bis zum Elstergebirge, das zum Vogtland zählt und die Verbindung zum Fichtelgebirge darstellt. Diese Seite behandelt das Erzgebirge im Bundesland Sachsen. Für den tschechischen Teil sei auf die Seite Böhmisches Erzgebirge verwiesen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Regionen
Grob lässt sich das Erzgebirge in das
- Ost- und
- Westerzgebirge unterteilen. Hinzu kommt das
- Erzgebirgsbecken, das sich nördlich des Westerzgebirges anschließt und den dichtbesiedelten Raum zwischen Chemnitz und Zwickau ausmacht.
[Bearbeiten] Orte
Touristisch bedeutsame Dörfer und Städte (weitere Orte in den drei oben aufgelisteten Unterseiten):
- Altenberg - Wintersportort an der tschechischen Grenze.
- Annaberg-Buchholz - hier hielt sich von 1523 bis zu seinem Tode (1559) der Mathematiker Adam Ries auf.
- Aue - bekannt durch den FC Erzgebirge Aue.
- Chemnitz - Großstadt am Nordrand mit einer Viertelmillion Einwohner.
- Freiberg - Freiberg ist eine alte Bergbaustadt, außerdem mit der TU Bergakademie Hochschulstandort.
- Johanngeorgenstadt - Stadt der Meilensteine und Postmeilensäulen, ehemaliger Uranerzbergbau, in der näheren Umgebung der 1.019 m hohe Auersberg.
- Oberwiesenthal - Wintersportzentrum mit dem Fichtelberg, Schmalspurbahn nach Cranzahl.
- Schwarzenberg - Schwarzenberger Schloss; bildete 1945 mit Aue die von den Alliierten vergessene „Freie Republik Schwarzenberg“.
- Seiffen - Hauptstadt des erzgebirgischen Weihnnachstsschmucks und des Holzspielzeugs.
[Bearbeiten] Weitere Ziele
- Auersberg
- Fichtelberg
- Talsperre Eibenstock
- Zschopautal
[Bearbeiten] Hintergrund
Das Erzgebirge ist ein Pultschollengebirge. Es wurde im Süden einseitig angehoben, so dass es auf böhmischer Seite schroff abfällt, im Norden jedoch fließend in das Norddeutsche Tiefland übergeht.
[Bearbeiten] Sprache
Erzgebirgisch (westliches und mittleres Erzgebirge) sowie Sächsisch (Osterzgebirge).
[Bearbeiten] Anreise
Entlang der nördlichen Grenze verläuft von Dresden bis Chemnitz die mittlerweile sechsstreifig ausgebaute A 4, ab Chemnitz die A 72 in Richtung Hof. Fertiggestellt ist inzwischen auch die A 17 von Dresden über den Osterzgebirgskamm nach Prag. Seitdem kann man die einst überlastete B 170 von Dresden über Altenberg nach Tschechien für Reisen in das Osterzgebirge umgehen.
Das sächsische Eisenbahnnetz wurde in den letzten Jahren ausgedünnt. Während die Stilllegungswelle vor allem die Querverbindungen betraf, wurden zumindest die von Chemnitz sternförmig ausgehenden Strecken erhalten:
- Chemnitz–Stollberg (in eine Überlandstraßenbahn umgebaut)
- Chemnitz–Aue (Zwönitztalbahn)
- Chemnitz–Flöha–Annaberg-Buchholz–Bärenstein (Zschopautalbahn, Abschnitt Erdmannsdorf-Augustusburg–Annaberg-Buchholz unt Bf bis 8. Dezember 2007 wegen Bauarbeiten gesperrt)
- Chemnitz–Flöha–Pockau-Lengefeld–Marienberg/ Olbernhau-Grünthal (Flöhatalbahn, früher über Olbernhau hinaus nach Neuhausen)
Weiterhin gibt es Zufahrtsstrecken von Zwickau nach Johanngeorgenstadt, von St. Egidien (Glauchau) nach Stollberg, von Freiberg nach Holzhau und von Heidenau im Elbtal nach Altenberg.
[Bearbeiten] Mobilität
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Die meisten Sehenswürdigkeiten stehen eng mit der traditionellen Geschichte des Erzgebirge in Zusammenhang. Das sind zum einen der Erz- und Kohlebergbau, die Kunsthandwerke Schnitzen, Drechseln, Klöppeln sowie Posamentenherstellung, aber auch der Wintersport und die Gebirgslandschaft selbst.
Zu den Must-sees gehören:
- Frohnauer Hammer und Sankt-Annen-Kirche in Annaberg-Buchholz
- das Schloss Augustusburg
- der Freiberger Dom
- die Greifensteine zwischen Geyer, Ehrenfriedersdorf, Jahnsbach und Thum
- der Kurort Seiffen
[Bearbeiten] Aktivitäten
Nicht nur auf dem Fichtelberg steht das Erzgebirge vorrangig für den Wintersport. Bereits im 18. Jahrhundert notieren die Chronisten Skiläufer. Damals diente der Skilauf noch nicht der Freizeit, sondern einzig und allein der Fortbewegung in den damals noch gefürchteten, eiskalten Wintermonaten der Erzgebirgskämme. Doch der Skilauf blieb für das Erzgebirge untypisch und wie auch anderswo in Deutschland auf sein Ursprungsgebiet - Skandinavien - beschränkt. In Folge der Verbesserung der Verkehrswege geriet er sogar in Vergessenheit. Im 19. Jahrhundert waren Eislauf und Rodeln sehr populär, bis dann der Skilauf um 1890 zuerst in Annaberg-Buchholz wieder Einzug hielt, wo nordische Studenten aus Freiberg, Dresden und Mittweida die Sportart praktizierten. 1896 gründeten Annaberger Bürger den Skiklub „Norweger 1896“, den ersten Skiklub in Sachsen und einen der ersten in Deutschland. Durch den Bau der Bahnstrecke Cranzahl–Oberwiesenthal 1897 hielt dann der Wintersport auch in Oberwiesenthal Einzug.
[Bearbeiten] Küche
[Bearbeiten] Nachtleben
[Bearbeiten] Sicherheit
Auch wenn in den Medien immer sehr intensiv darüber berichtet wird und es im sächsische Teil des Erzgebirges eine zum Teil recht ausgeprägte Neonazi-Szene gibt, die vor allem bei Fußballspielen (z.B. Erzgebirge Aue) in Erscheinung tritt, so nimmt man dies im normalen Alltag nicht wahr. Die Region hat insgesamt eine relativ hohe Arbeitslosigkeit.
[Bearbeiten] Klima
Das Klima des Erzgebirges ist in seinen höheren Teilen rauh, so dass in den höchsten Gebieten selbst der Hafer zurückweicht und nur noch die Kartoffel gedeiht. Freilich oft auch leidend durch Spätfröste oder früh eintretende Winter. Das Volk rechnet dort 8 Monate Winter, 4 Monate Sommer. In Oberwiesenthal, am Südfuß des Fichtelbergs, in 917 m Meereshöhe, beträgt die mittlere Jahrestemperatur nur 4,5 °C.
Typisches Merkmal ist, dass die Niederschlagsmenge einerseits mit steigender Höhe zunimmt und andererseits von West nach Ost abnimmt. Der letzte Umstand ist auf die hauptsächlich aus Westen und Norden wehenden Winde zurückzuführen, die die Hauptmasse der Niederschläge mit sich bringen.
| Station | Meereshöhe (m) | Jahrestemp. (°C) | Frostfreie Tage | Frosttage | Jahresniederschlag (mm) |
|---|---|---|---|---|---|
| Freiberg | 380 | 7,7 | 197 | 90 | 776 |
| Schneeberg | 450 | 7,0 | 159 | 107 | 890 |
| Annaberg | 610 | 6,3 | 156 | 127 | 882 |
| Reitzenhain | 778 | 4,6 | 115 | 165 | 961 |
| Carlsfeld | 914 | - | - | - | 1145 |
| Oberwiesenthal | 950 | 4,5 | 137 | - | 1073 |
| Fichtelberg | 1214 | 2,9 | 117 | 181 | 1094 |
Wie die Tabelle zeigt, hat Freiberg durch die tiefere, aber auch durch die Leelage einen deutlich geringeren Niederschlag aufzuweisen als z.B. das im Westen und über 900 m hoch gelegene Carlsfeld. Die hohen Niederschläge von Reitzenhain sind auf die Lage in einem Hochmoorgebiet auf dem Gebirgskamm zurückzuführen.
[Bearbeiten] Ausflüge
Vom Westerzgebirge aus lohnt ein Ausflug in das tschechische Bäderdreieck mit Karlsbad, Franzensbad und Marienbad.
[Bearbeiten] Literatur
- Harald Häckel, Joachim Kunze: Unser schönes Erzgebirge. 4. Aufl. Häckel 2001, ISBN 3980368009
- NN: Erzgebirge, Vogtland, Chemnitz. HB Bildatlas, Heft Nr. 171. 2., akt. Aufl. 2001, ISBN 3616062713
- Bernd Wurlitzer: Erzgebirge, Vogtland. Marco Polo Reiseführer. 5., akt. Aufl. Mairs Geographischer Verlag, 2001, ISBN 3829700059
- NN: Kompass Karten: Erzgebirge West, Mitte, Ost. Wander- und Radwanderkarte. GPS kompatibel. 1:50.000. Kompass Verlag, 2002, ISBN 3854919549

