Burg Raschīd
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Burg Raschid (arabisch: برج رشيد, Burǧ Rashīd), auch 'Izbat Burg Raschid (arabisch: عزبة برج رشيد, ʿIzbat Burǧ Rashīd) ist ein Dorf auf dem Westufer des westlichen Nilarms ca. 7 km nördlich von Raschīd.
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[Bearbeiten] Hintergrund
Über das Dorf selbst weiß man wenig. Es ist im Laufe der arabischen Geschichte Standort einer bedeutenden Festungsanlage.
Ähnlich wie in Alexandria lässt Qait Bey (1416 – 1496), Sultan der letzten Mamelucken-Dynastie, an dieser strategisch wichtigen Stelle 1479 eine Festung errichten, um sich gegen die aufstrebende Osmanenmacht in Kleinasien erwehren zu können. Unter dem Osmanenherrscher Selim I. wurden die Mamelucken 1516/1517 dennoch besiegt, die Festung war weiter in Gebrauch
Erneute Bedeutung erlangte die Festung 1799, als hier Napoléon Bonaparte auf den Ruinen der alten Festung eine neue Festung, das Fort St. Julien bzw. Fort Rosetta, errichten ließ. Der Neubau dieser Festung ließ die Nachbarstadt Raschīd weltberühmt werden, nicht wegen der Napoléonischen Militärexpedition – diese war ein Desaster –, sondern wegen des Fundes des Steins von Rosetta durch den französischen Leutnant Bouchard im Jahre 1799.
Dieser Stein aus dunkelgrauem Granodiorit ist 115 cm hoch und 72 cm breit. Er enthält eine dreisprachige Inschrift (Hieroglyphen, Demotisch (Hieroglyphen-Schreibschrift) und Griechisch) mit einer Lobpreisung Ptolemaios’ V. und einem Dekret des Rates der ägyptischen Priester aus dem Jahr 196 v. Chr. und befindet sich heute im British Museum in London. Mit ihm gelang 1822 Jean-François Champollion (1790 – 1832) der Durchbruch bei der Entzifferung der altägyptischen Hieroglyphen. Eine Übersetzung des Steins hat Champollion aber nie vorgelegt.
[Bearbeiten] Anreise
Man erreicht das Dorf mit einem Taxi von Raschīd aus entlang der Fernverkehrsstraße 58. Die Kosten einschließlich des Besuchs der Mündung des Nils liegen bei ca. LE 30.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Das einzig Sehenswerte ist die restaurierte Festung Qait Bey, die in der Zeit von 9 bis 15 Uhr besichtigt werden kann. Der Eintrittspreis beträgt LE 12.
Man betritt die 90 m lange und 65 m breite Festung im Südosten. In den Ecken besitzt die Festung Bastionen, bis auf die halbrunde Bastion im Nordosten sind die anderen eckig. Entlang der Innenseite der Mauer verläuft ein breiter Gang, von dem aus mehrere Treppen auf die Mauerkrone führen.
In mittleren Bereich finden sich mehrere meist nicht zugängliche Gebäude, im Süden eine große Moschee.
[Bearbeiten] Küche
Restaurants bzw. Stände mit einfachen Speisen findet man in Raschīd.
[Bearbeiten] Unterkunft
Hotels findet man in Raschīd oder Alexandria.
[Bearbeiten] Ausflüge
- Der Besuch der Qait-Bey-Festung lässt sich mit dem der Nilmündung in das Mittelmeer (31° 27' 46" N 30° 22' 0" O) und dem von Raschīd verbinden. Die Entfernungen bis nach Raschīd bzw. Nilmündung betragen 7 bzw. 4 km.
[Bearbeiten] Weblinks
- Der Wikipedia-Artikel Stein von Rosette beschreibt den Stein einschließlich der Übersetzung des Textes.

