Brasilien

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Brasilien ist das größte Land Südamerikas und das fünftgrößte der Welt. Es nimmt den gesamten Nordosten des Subkontinents ein und grenzt (von Nord nach Süd) an Französisch Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Uruguay.

Bekannt ist es wegen des ausgelassen gefeierten Karnevals in Rio de Janeiro, der tropischen Regenwälder des Amazonasgebietes und der damit verbundenen Naturschutzinitiativen zur Rettung des von der Abholzung bedrohten Naturraumes. Aber es gibt noch vieles mehr zu entdecken - das Land hat eine große Vielfalt von Landschaften und viele interessante Städte mit kolonialer Architektur und multikulturellem Flair zu bieten.


Lage
Weltkarte mit eingezeichneter Lage von Brasilien
Flagge
Flagge von Brasilien
Kurzdaten
Hauptstadt: Brasília
Staatsform: Bundesrepublik
Währung: Real (BRL)
Fläche: 8,51 Mio km²
Bevölkerung: 184 Mio
Sprachen: Portugiesisch (offiziell), Spanisch, Englisch, Französisch
Religionen: Römisch-katholisch 80 %
Stromnetz: 127V/ 60Hz oder 220V/ 60Hz (Nordamerikanischer oder Europäischer Stecker)
Telefonvorwahl: +55
Internet TLD: .br
Zeitzone: UTC -3 (MEZ - 4)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regionen

Das Land besteht aus 26 Bundesstaaten, einem Bundesdistrikt und ist in fünf Regionen aufgeteilt.

Regionen des Landes
  Norden: Acre ·  Amapá ·  Amazonas ·  Pará ·  Rondônia ·  Roraima ·  Tocantins

Amazonas, Regenwald und bemerkbarer indianischer Einfluss.
  Nordosten: Alagoas ·  Bahia ·  Ceará ·  Maranhão ·  Paraíba ·  Pernambuco ·  Piauí ·  Rio Grande do Norte ·  Sergipe

Der Nordosten wird gerne mit den schönsten Küstenabschnitten des Landes in Verbindung gebracht. Er besitzt das sonnenreichste und heißeste Klima, ist dafür jedoch auch die trockenste und ärmste Region.
  Zentralwesten: Distrito Federal ·  Goiás ·  Mato Grosso ·  Mato Grosso do Sul

Feuchtgebiete, große Farmen und junge Städte prägen diese Region.
  Südosten: Espírito Santo ·  Minas Gerais ·  Rio de Janeiro ·  São Paulo

São Paulo und Rio sind die größten Städte des Landes und wirtschaftliche sowie ökonomische Zentren. Daneben existieren auch einige jahrhundertealte Städte.
  Süden: Paraná (Bundesstaat) ·  Rio Grande do Sul ·  Santa Catarina

Die Region der Täler und Pampas. Sie ist die wohlhabendste Region des Landes mit nur zwei großen Städten (Curitiba und Porto Alegre) und mehreren mittelgroßen Städten mit sehr niedrigen Verbrechensraten. Deutsche, italienische und portugiesische Immigranten kolonisierten das Gebiet zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Süden ist außerdem die einzige Region, in der es jedes Jahr schneit und zwar hauptsächlich in den Bergen des Staates Santa Catarina.
Übersichtskarte

[Bearbeiten] Städte

Karte von Brasilien

Die bekannteste und meistbesuchte Stadt Brasiliens ist sicherlich die ehemalige Hauptstadt Rio de Janeiro mit ihren etwa 13 Millionen Einwohnern, das mit einer unvergleichlich schönen Lage zwischen Bergen und Meer punkten kann und auch architektonische Sehenswürdigkeiten bietet, zudem ist sie mit einer lebendigen Kulturszene und natürlich dem berühmten Karneval im Februar gesegnet. Die heutige Hauptstadt, Brasília, ist dagegen wohl am ehesten für Freunde moderner Architektur interessant. Sie wurde in den 50er Jahren auf dem Reißbrett geplant und hat viele Avantgarde-Bauten aus dieser Zeit. Noch größer und turbulenter als Rio ist der 20-Millionen-Einwohner-Moloch São Paulo, mit einer Kulturszene von Welt, aber nur wenigen architektonischen Sehenswürdigkeiten. Hier liegt das Zentrum der brasilianischen Wirtschaft. Ebenfalls eine wichtige Industriestadt ist Belo Horizonte in Minas Gerais (4 Mio. Einwohner).

Im Nordosten und Norden gibt es alte Kolonialstädte wie Salvador da Bahia (3,5 Mio.), die Stadt des Capoeira und ebenfalls eine der ehemaligen Hauptstädte des Landes. Auch die Doppelstadt Recife / Olinda und Belém, Hauptstadt des Staates Pará, können mit architektonischen Reizen punkten. Einzigartig auch die Amazonasmetropole Manaus, eine alte Goldgräber und Gummisucherstadt, eine seltsame Vermischung ursprünglicher Indianerkulturen mit europäischer Hochkultur sowie Ausgangspunkt für ökologische Kreuzfahrten und biologischer Forschung.

Der Süden bietet das geschäftige Curitiba, die wohl bei allen Globalisierungskritikern bekannte moderne Stadt Porto Alegre und die Inselstadt Florianópolis mit seinen sehr reizvollen Stränden, eines der Hauptziele südamerikanischer Reisender.

Kleinere Orte von touristischer Bedeutung sind die am besten erhaltene Kolonialstadt des gesamten Kontinents, Ouro Preto, der Nobel-Badeort Buzios nördlich von Rio de Janeiro, die folkloristische Stadt Parintins im Amazonas mit seinem Festival "Boi Bumbá", ebenfalls im Amazonas Novo Airão (Ausgangspunkt zum Nationalpark Jaú) und Presidente Figueiredo (bekannt für seine geheimnisvollen Grotten), die denkmalgeschützte Kolonialstadt Diamantina, sowie Petrópolis, die Residenz der brasilianischen Kaiser mit Palast.

[Bearbeiten] Weitere Ziele

[Bearbeiten] Hintergrund

Die wechselvolle Geschichte des riesigen Landes hat entscheidend zum heutigen multikulturellen Brasilien beigetragen, in dem sich alte indianische, europäische (aus nahezu allen Ländern) und afrikanische Einflüsse vermischt und eine einzigartige, vielfältige Kultur gebildet haben.

Bereits kurz nach den Spaniern kamen auch die Portugiesen um 1500 nach Südamerika und konzentrierten sich auf die Ostküste, die ihnen im Vertrag von Tordesillas 1494 zugesprochen worden war. Sie trafen dort auf Jäger- und Sammlervölker, die kaum Widerstand entgegenzusetzen hatten. Von neueren Funden her wird aber vermutet, dass in der Gegend von Mato Grosso eine Hochkultur ähnlich wie im Andenraum existiert haben könnte, diese wurde jedoch bereits vor dem Eintreffen der Europäer, wahrscheinlich durch Epidemien, vernichtet.

Der portugiesische König Johann III. teilte das neu entdeckte Land in sogenannte Capitanías auf, die an Adelige vergeben wurden. Schnell wurde ein Netz von Zuckerrohrplantagen aufgebaut, so dass Brasilien bereits um 1600 der größte Produzent dieses Rohstoffs war. Die negative Begleiterscheinung waren die sehr harten Arbeitsbediungen auf den Plantagen, die unter Aufsicht der europäischen Besitzer von Indianern und bereits ab 1538 eingeschleppten Afrikanern betrieben wurden, dabei starben zahlreiche von ihnen.

Die Expeditionstruppen der Bandeirantes erschlossen im 17. Jahrhundert auch das Hinterland und fanden dort Gold und andere Rohstoffe, rund um die Förderstätten entstanden weitere Städte.

Die Unabhängigkeit war in Brasilien ein weit weniger revolutionäres Unterfangen als im Rest Südamerikas. So floh der gesamte portugiesische Hofstaat infolge der Napoleonischen Kriege 1807/1808 nach Brasilien und richtete in Rio seinen Regierungssitz ein. Ab 1815 hatte Brasilien den selben Status wie das Mutterland Portugal, war also keine Kolonie mehr. Die Teilung verlief graduell und wurde vom Sohn des ab 1817 wieder in Portugal regierenden Königs João VI, Pedro, unterstützt, der zunächst als provisorischer Regent in Rio zurückgeblieben war und sich den Idealen des Kopfes der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung Simón Bolívars angeschlossen hatte. Nach der Unabhängigkeit 1823 wurde er als Pedro I. zum Kaiser gekrönt. Im selben Jahr spaltete sich Uruguay nach einem langen Streit mit Argentinien ab.

Zunächst führten Streitigkeiten um die Verfassung des neuen Landes zu Instabilität. 1835 kam es zu einer Rebellion in Südbrasilien, in der sich Rio Grande do Sul und Santa Catarina für zehn Jahre lang von Brasilien abspalteten. Etwa ab dem Krieg mit Paraguay 1865-1870, bei dem Brasilien Landgewinne im Süden verbuchen konnte, setzte auch die Industrialisierung ein, auf Basis der Kautschukproduktion.

1889 wurde der Kaiser abgesetzt und die Republik ausgerufen. In der Folge war die Lage bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 stabil, zahlreiche Einanderer aus Europa ließen die Einwohnerzahl stark anwachsen. 1930 putschte der Sozialist Getúlio Vargas, der eine "wohlwollende Diktatur" einrichtete. Obwohl er 1945 gestürzt wurde, wählten ihn die Brasilianer 1951 wiederum zum Präsident - er beging aber 1954 nach Anfeindungen aus der Rechten Selbstmord. Nach einer instabilen Phase putschte 1964 das Militär und richtete ähnlich wie im Rest des Kontinents eine rechtsgerichtete Diktatur ein.

1985 kehrte das Land zur Demokratie zurück, die bis heute anhält. Nachdem es 1997 bis 1999 in eine tiefe Wirtschaftskrise gefallen war, die auch die Nachbarländer (insbesondere Argentinien) in die Rezession zog, erholte es sich schnell und gehört heute zu den wirtschaftlich stabilsten Ländern Südamerikas.

[Bearbeiten] Anreise

Bürger der Europäischen Union benötigen für die Einreise nach Brasilien kein Visum (sofern der Aufenthalt im Land touristischen Zwecken dient und man nicht länger als 90 Tage bleiben will). Man muss eine Einreisekarte ausfüllen, die in der Regel schon im Flugzeug ausgeteilt wird. Der untere Abschnitt dieser Karte sollte sorgfältig aufbewahrt werden, da er bei der Ausreise wieder vorgelegt werden muss. Der Reisepass muss bei der Einreise noch sechs Monate gültig sein. Wer länger als 90 Tage im Land bleiben will, kann eine Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis um weitere 90 Tage beantragen. Dies geschieht bei der Policia Federal, die sich in den Hauptstädten der Bundesstaaten befindet. Insgesamt darf man sich als Tourist pro Kalenderjahr nur 180 Tage in Brasilien aufhalten - dies sollte man bedenken, wenn man längere Touren vorhat. Es ist auch schon vorgekommen, dass Brasilien weniger als 90 Tage bei der Einreise bewilligt hat - dies sind oft diplomatische Retourkutschen für die restriktive Einreisepolitik insbesondere Portugals und Spaniens für Brasilianer, die mit der Zeit wechseln.

[Bearbeiten] Flugzeug

Blick auf Rio
Blick auf Rio

Internationale Flughäfen mit direkten Verbindungen aus Europa: Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte, Brasilia, Salvador, Forteleza, Natal und Recife. Verbindungen mit allen großen Airlines, Rio und Sao Paulo direkt ab vielen europäischen Metropolen. TAP über Lissabon verfügt über das dichteste Netz. Bei Umsteigeverbindungen in São Paulo zwischen internationalen und nationalen Flughafen (Fahrzeit 60 min) verkehren Airline-Busse der Tam und GOL umsonst, wenn einer der Flüge mit der jeweiligen Airline erfolgt.

Brasiliens Fluggesellschaften: TAM (dichtes Streckennetz, Frankfurt, London, Paris, Mailand, Madrid und New York), Varig (nach Umstrukturierung kleines Netz), GOL (Billigflug, dichtes Netz, einige Verbindungen in südamerikanische Metropolen, für Nichtbrasilianer nur mit American Express buchbar, sehr zuverlässig), Webjet (Billigflug, kleines Netz).

Viele kleine regionale Airlines, meist mit Webpräsenz und Internetbuchungsmöglichkeit.

Fluglotsen unterstehen in Brasilien dem Militär. Nach dem GOL-Absturz 2006 (Kollision mit einer anderen Maschine durch falsche Übergabe zwischen den Lotsenbereichen) wird Dienst nach Vorschrift geleistet. Dadurch kommt es derzeit (März 2007) zu erheblichen Verspätungen.

Die Banderolen sollte man bis zum Verlassen der Sicherheitszone am Gepäckstück lassen, da es immer wieder zu Nachkontrollen kommt.

[Bearbeiten] Bahn

[Bearbeiten] Bus

Von den großen Städten Argentiniens, Uruguays und Paraguays gibt es Direktbusse in die Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo sowie die Städte auf dem Weg dorthin.

[Bearbeiten] Auto

[Bearbeiten] Schiff

[Bearbeiten] Mobilität

Praktisch jeder Ort in Brasilien ist per Bus oder Minibus erreichbar. Die Busse in entlegene Gebiete fahren nicht regelmäßig und sind sehr gut besucht. Busfahrten sind günstig - brauchen jedoch Zeit. In den meisten Orten gibt es sog. „Rodovíarias“ (Busbahnhöfe), von denen regelmäßig Busse in die wichtigsten Städte der Umgebung abfahren. Dabei gibt es verschiedene Busgesellschaften, die aber im Allgemeinen für den gleichen Komfort die gleichen Preise verlangen. Für Langstrecken gibt es Busse neben „normalen“ Reisebussen auch Busse mit Liegesitzen oder Sitzen, die sich quasi zum Bett umklappen lassen. Allgemein lässt sich sagen, dass brasilianische Reisebusse um einiges bequemer sind (Beinfreiheit, klappbare Sitze, Toiletten usw.) als deutsche Reisebusse. Auf größeren Touren wird i.A. an Restaurants angehalten, in denen gegessen werden kann.

[Bearbeiten] Sprache

In Brasilien wird Portugiesisch gesprochen. Das brasilianische Portugiesisch unterscheidet sich jedoch etwas von der Version, die in Portugal gesprochen wird. Die Brasilianer verwenden in der gesprochenen Sprache häufig eine vereinfachte Grammatik und es wird auch weicher gesprochen als in Portugal.

Ohne einen gewissen portugiesischen Grundwortschatz wird man sich in Brasilien recht schwer tun, da Englisch und andere Fremdsprachen nur sehr vereinzelt gesprochen werden. Besonders für Alleinreisende ist es empfehlenswert, Portugiesisch zu können. Dies gilt vor allem dann, wenn man ein nur begrenztes Budget zur Verfügung hat. Wenn Sie nur Spanisch sprechen können, sollten Sie darauf höflich hinweisen. Sie können dann, wenn Sie langsam sprechen, meist verstanden werden bzw. selbst die Brasilianer können Sie aufgrund der offensichtlichen Ähnlichkeit der beiden Sprachen verstehen .

[Bearbeiten] Kaufen

Der brasilianische Real (Mehrzahl Reais, Kurzzeichen R$) war lange Zeit an den Dollar gekoppelt. Man erhält (Stand Oktober 2008) ca. 3 R$ für einen Euro. Der Kurs kann kurzfristig schwanken, so erholte er sich zwischen 2001 und 2007 deutlich gegenüber dem Dollar, fiel dann 2008 jedoch infolge der Finanzkrise wieder ab. Brasilien ist selbst in den Metropolen ein recht preiswertes Reiseland.

[Bearbeiten] Küche

[Bearbeiten] Nachtleben

Nicht zu Unrecht gilt Brasilien als eines der feierfreudigsten Länder der Erde. Die Feste, insbesondere die rund um die Wintersonnenwende (Juni) und den in Europa bekannteren Karneval, der übrigens in ganz Brasilien und keineswegs nur in Rio und Salvador bunt und ausgelassen gefeiert wird, mobilisieren die Bevölkerung.

Als Zentren des Nachtlebens gelten São Paulo und Rio de Janeiro sowie die Südküste rund um Florianópolis im Sommer. In diesen Gebieten kann man neben den traditionellen brasilianischen Rhythmen durchaus auch ein "europäisches" Nachtleben finden, etwa in Form von Techno- und House-Diskotheken und Rockmusik aller Spielarten.

Bei den Einheimischen besonders beliebt ist dagegen die Musica Popular Brasileira (MPB), eine Mischung aus Popmusik und traditionellen Tänzen. Sie ist gekennzeichnet durch einfache Melodiestrukturen und einem gitarrenlastigen Sound, Vertreter sind beispielsweise Gilberto Gil (der es bis zum Kulturminister brachte), Milton Nascimento, Caetano Veloso und den von Reggae- und Afroklängen beeinflussten Chico César und Sérgio Mendes.

Eher als Musik der Favela-Bewohner gilt der Baile Funk, der es aber auch in die Großraumdiskotheken Südamerikas geschafft hat. Es handelt sich um einen Ableger des US-amerikanischen Electro. Die Veranstaltungen dieser Musikrichtung, besonders in der Peripherie von Rio de Janeiro verbreitet, sind für Touristen nicht zu empfehlen - sehr häufig kommt es zu Schlägereien (oder schlimmer) mit Verletzten und sogar Toten.

Die Samba-Shows, die besonders in Rio de Janeiro verbreitet sind, gelten als sehr touristisch und kommerziell. Einblick in die wahre brasilianische Folklore sollte man nicht erwarten.

[Bearbeiten] Unterkunft

Hotels und Pusadas in allen Preisklassen von einfach bis Nobel sind ausreichend sind überall vorhanden. In der Regel bezahlt man pro Zimmer, ab der dritten Person für ein Beistellbett extra. Frühstück ist in der Regel inbegriffen. Sauberkeit ist Standard. Der Tourismus in Brasilien ist erst im Begriff sich zu vernetzen. Informationen erhält man in der Regel nur vor Ort.

Eine Warnung vorweg: ein Motel-Zimmer wird in Brasilien stundenweise gebucht und dient als ruhiger Ort für Sex-Eskapaden. Man sollte also nicht versuchen, dort zu übernachten. Die Aufmachung dieser Motels ist aber ziemlich eindeutig, sie heißen "Venus" oder "Club 69" und sind mit grellen Leuchtreklamen verziert. Ein normaler Tourist verirrt sich nicht ohne weiteres in so ein Motel.

Auch wenn es nicht der eigentliche Zweck ist: man kann dort auch übernachten. Viele Motels haben nicht nur Stundenpreise, sondern auch Preise für eine ganze Nacht. Die Einrichtung ist eher zweckdienlich, also kein Kleiderschrank, Schreibtisch und keine helle Beleuchtung, dafür je nach Preisklasse ggf. eine größere Badewanne (sonst selten in brasilianischen Hotels). Frühstück ist im Zimmerpreis wohl meist nicht inklusive.

[Bearbeiten] Lernen

Die staatlichen Universitäten gelten als qualitativ gut, die Studienplätze sind aber hart umkämpft. Daher sind viele junge Brasilianer in privaten Universitäten eingeschrieben, die aber nicht als vollwertig gelten. Auch für Ausländer kann ein Studium oder zumindest ein Austauschprogramm attraktiv sein. Weitere Informationen gibt es beispielsweise beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD).

[Bearbeiten] Arbeiten

[Bearbeiten] Feiertage

Gesetzliche Feiertage:

Termin Name Bedeutung
1. Januar Confraternização Universal Neujahrstag
Februar Carnaval Karneval
2. April 2010 Sexta-Feira da Paixão Karfreitag
21. April Tiradentes Gedenktag für den Nationalhelden Joaquim José da Silva Xavier.
1. Mai Dia do Trabalho Tag der Arbeit
3. Juni 2010 Corpo de Deus Fronleichnam
7. September Independência do Brasil Unabhängigkeitstag
12. Oktober Nossa Senhora Aparecida
2. November Finados Allerseelen
15. November Proclamação da República Tag der Republik
31. Dezember Reveillon Silvester
25. Dezember Natal Weihnachten

[Bearbeiten] Sicherheit

Notrufe: Polizei 190

In Brasilien ist es für Touristen nicht gefährlicher als in Europa, wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet. Man sollte vor allem beachten, dass man oft als "reicher Tourist" angesehen wird. Deswegen sollte man seinen Reichtum nie zur Schau stellen, also nicht den Goldschmuck heraushängen lassen, so dass die arme Bevölkerung neidisch werden könnte.

In einigen Gebieten der Großstädte, insbesondere in den ärmeren Stadtteilen (Favelas) von São Paulo und Rio de Janeiro, muss man als Tourist in Brasilien jedoch erhöhte Vorsicht walten lassen. Bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Brasilien kann es vorkommen, dass man Touristen trifft, die dir erzählen, wie sie selbst mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt wurden. Um dem unvermeidlich erscheinenden Raub vorzubeugen oder dessen schadvollen Effekt wenigstens zu begrenzen, reicht es schon einige simple Regeln zu befolgen:

  • Wenn man ausgeht, dann nur mit so viel Geld, wie man voraussichtlich brauchen wird (Niemals mehr als 20 Euro, also ein Geldbetrag der verkraftbar erscheint).
  • Immer einige Münzen (Kleingeld oder kleine Scheine) in der Hosentasche bereithalten und diese im Falle eines Überfalls bereitwillig geben. Zeigen bzw. behaupten, dass das alles sei, was man habe. Den Hauptteil des Geldes in einer um den Bauch gebundenen Geldbörse bzw. Geldgürtel unterbringen.
  • Nachts niemals alleine ausgehen, außer in gut beleuchteten und belebten Stadtteilen.
  • In ärmeren Gebieten, insbesondere nachts, lieber keine Wertgegenstände wie Armbanduhr oder Digitalkamera mitführen. Es gibt günstige Einwegkameras, die auch gute Bilder machen, deren Verlust lange nicht so schwer wiegt, wie der der geliebten Digitalkamera.
  • Niemandem in dunkle oder verlassene Gassen folgen. Jedem, vor allem denjenigen, die von Anfang an Vertrauen erwecken zu versuchen, das nötige Misstrauen entgegenbringen. Eine nahezu klassische Variante des Überfalls bei hellichtem Tage ist es, dass drei bis vier Jungs lächelnd auf einen zukommen, die Hand ausstrecken, die der gute Europäer natürlich sofort reflexartig greift, um dann festzustellen, dass sich unter dem T-Shirt einer der Jungs leider die Spitze eines nicht zu kleinen Messers abzeichnet, die in Richtung der eigenen Leber zeigt. Also: Gar nicht erst die Hand geben.

Sei nicht überrascht, wenn dir in den Einkaufsstraßen mancher touristisch gut erschlossenen Badeorte bis unter die Zähne bewaffnete Streifen begegnen. Nicht minder bewaffnet sind die Begleiter von Geldtransporten. Fünf Sicherheitskräfte, die vor dem Verlassen der Geldboten die Umgebung sichern, sind keine Seltenheit. Auch gibt es Jugendherbergen, vor denen Tag und Nacht Sicherheitskräfte stehen.

Besonders in ärmeren Vierteln der Großstädte greifen die Sicherheitsbeamten, angeblich wegen der hohen Kriminalität, zum Selbstschutz sehr schnell zur Waffe. In manchen Orten hat die Bevölkerung mehr Angst vor der Militärpolizei als vor Kriminellen.

Bereiten Sie sich auch darauf vor, dass Sie in einigen Regionen sehr penetrant angebettelt werden. Besonders negativ fällt hier Salvador auf. Hier vor allem in den Stadtvierteln Barra (um den Farol de Barra) und Pelourinho (historische Altstadt).

Seien Sie zurückhaltend, freundlich und informieren Sie sich vorher, in welchen Stadtvierteln Sie sich bewegen. Denn mit der nötigen Vorsicht ist Brasilien ein tolles Reiseziel.

[Bearbeiten] Gesundheit

Hinweis: Diese medizinischen Hinweise sind sorgfältig recherchiert, allerdings erfolgen sie ohne Gewähr. Ein Gespräch mit dem zuständigen Hausarzt oder einer reisemedizinischen bzw. tropenmedizinischen Beratungsstelle wird bei gesundheitlichen Problemen oder Unsicherheiten empfohlen. Siehe auch: Gesund Unterwegs

Brasilien ist Endemiegebiet für Dengue- und Gelbfieber. Eine Gelbfieberimpfung ist zwingend vorgeschrieben. Daneben ist Brasilien Endemiegebiet für Malaria inklusive der besonders gefährlichen Malaria Tropica.

Zu beachten ist, das aus diesem Grunde die ganztägige Prophylaxe gegen Insekten empfohlen wird, da die Gelbfiebermücke (Dengue) tag- und die Anophelesmücke (Malaria) nachtaktiv ist. Ein Moskitonetz sollte in keinem Fall fehlen. Je nach eigenem Reisevorhaben ist eine Chemoprophylaxe gegen Malaria sinnvoll.

Brasilien steht oft zu unrecht im Verdacht, eine hohe Aidsrate zu besitzen. Dies ist nicht so, die HIV-Prävalenz ist etwa so hoch wie in den USA und im Nachbarland Argentinien. Die brasilianischen Kondome sind allerdings nicht zuverlässig! Sie reißen oft. Auch hier gilt, wie überall in der Welt, ungeschützten Verkehr und Blutkontakt vermeiden.

Die medizinische Versorgung in den Städten ist auf europäischem Niveau jedoch teilweise erheblich teurer, weshalb eine Reisekrankenversicherung unbedingt empfehlenswert ist.

Zu den Dengue-Epedemien in Rio de Janeiro(2002, 2008) siehe auch:

[Bearbeiten] Klima

Bei der ungeheuern Ausdehnung des Landes muss das Klima je nach der Entfernung vom Äquator wie nach der Erhebung über dem Meer ein sehr verschiedenes sein. Während schon westlich von Rio de Janeiro aus der Serra do Espinhaco und häufiger noch weiter im Süden auf der Serra Geral in Rio Grande do Sul die Temperatur unter 0 °C sinkt, das Klima der letztgenannten außertropischen Gebiete überhaupt ein gemäßigtes ist, herrscht im Stromgebiet des Amazonas eine gleichförmig heiße Temperatur von 28-29 °C im Mittel und ohne wesentliche Abkühlung während der Nächte. In Rio de Janeiro selbst beträgt die Temperatur in den heißesten Monaten (Januar und Februar) 26,5 °C, im kühlsten Monat (Juli) 21,9 °C, doch bringt die täglich von 10 Uhr bis gegen 6 Uhr wehende Seebrise angenehme Kühlung. Im Amazonasbecken herrscht eine fast ununterbrochene Regenzeit, die Hauptregenmonate sind November bis März. In Südbrasilien sind im Sommer mehr Gewitterregen, im Winter mehr Landregen vorherrschend. Eine eigentliche Regenzeit gibt es hier nicht.


Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal 29° C 29° C 28° C 27° C 25° C 24° C 24° C 24° C 25° C 25° C 26° C 28° C
Wassertemp. 25° C 25° C 26° C 25° C 24° C 23° C 22° C 22° C 22° C 22° C 23° C 24° C
Regentage 13 11 12 10 20 7 7 7 11 13 13 14

[Bearbeiten] Respekt

Auch innerhalb Südamerikas haben Brasilianer den Ruf, ein sehr offenes Volk zu sein. Das "offen" bezieht sich dabei nicht nur auf den Umgang miteinander, sondern auch auf die Toleranz gegenüber Anderen, beispielsweise Homosexuellen. Hier ist das Land deutlich weiter als die Nachbarn im Süden und Westen.

Dennoch gibt es natürlich auch in Brasilien äußerst konservative Gebiete, besonders im Landesinneren. Auch der Rassismus ist leider noch weit davon entfernt, ausgerottet zu sein, trotz oder gerade wegen der bunten ethnischen Mischung aus Afro- und Euro-Brasilianern sowie Ureinwohnern, mit vielen Mestizen oder pardos.

[Bearbeiten] Post und Telekommunikation

[Bearbeiten] Literatur

Death in Brazil von Peter Robb. Englisch. Fein gesponnene Erzählung über Land und Leute vermischt mit dem umfassenden geschichtlichen und politischen Hintergrund Brasiliens. Prima Einstiegsliteratur für Neuentdecker Brasiliens.

Brasilien - Ein Land der Zukunft von Stefan Zweig. Von einem der aus der Hölle (Deutschland vor und während des Zweiten Weltkriegs) auszog und sein Paradies entdeckte.

[Bearbeiten] Weblinks

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