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ʿAin Manāwir

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Ain Manawir (arabisch: عين مناور, ʿAin Manāwir, „Quelle (mit) Lichtschächten“) ist eine archäologische Stätte in der Senke el-Chārga, ca. 5 km nordwestlich von Qasr Dusch an den Ausläufern des Sanddünenfeldes von Dusch gelegen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

Siedlungsruinen von ʿAin Manāwir
Siedlungsruinen von ʿAin Manāwir
Tempelruinen von ʿAin Manāwir
Tempelruinen von ʿAin Manāwir
Qanat (Aquädukt) von ʿAin Manāwir
Qanat (Aquädukt) von ʿAin Manāwir

Die archäologische Stätte besteht aus einer Siedlung, einem Tempel und zehn unterirdischen Aquädukten (arabisch: قناة, Qanāt), letztere stellen die umfangreichsten Systeme in der Senke el-Chārga dar. Seit 1992/1993 finden hier Grabungen durch das französische Institut français d’archéologie orientale unter Leitung von Michel Wuttmann statt. Die überkommenen Zeugnisse stammen aus saitischer, persischer und römischer Zeit, an dieser Stelle gab es aber Besiedelungen seit dem Ende der Altsteinzeit. Das früheste datierbare Zeugnis ist ein Ostrakon (beschriftete Steinscherbe), das Bezug auf das Jahr 43 des Königs Amasis (26. altägyptische Dynastie, 528 v. Chr.) nimmt.

Die Forschungen in der Siedlung ließen Rückschlüsse auf den hier betriebenen Gartenbau und die gehaltenen Tiere (Rinder) zu. Von großer Bedeutung waren die hier gefundenen demotisch beschriebenen Ostraka, auf den die Namen der persischen Großkönige Xerxes, Artaxerxes I. und Darius II. (27. Dynastie) zu lesen sind. So muss die Senke bereits in persischer Zeit vollständig besiedelt gewesen sein und es muss Kontakte zwischen den einzelnen Siedlungen untereinander gegeben haben.

Da sich die Sanddünen auf die Stätte zu bewegen, wird der Zugang zu ihr in der Zukunft eingeschränkt oder unmöglich sein.

[Bearbeiten] Anreise

Man verbindet den Besuch der Stätte günstigerweise mit dem Besuch von Qasr Dusch. Kurz vor Erreichen von Qasr Dusch, hinter dem Dorf, gibt es einen Abzweig in nordöstlicher Richtung von der Straße nach Qasr Dusch, den man etwa bis zur Stelle 24° 34' 32" N 30° 41' 48" O folgt. Wenn man über kein gelängegängiges Fahrzeug verfügt, muss man des restlichen, ca. 1 km langen Weg nach Norden zu Fuß zurücklegen.

[Bearbeiten] Mobilität

Es erscheint im Interesse des Erhalts der archäologischen Stätte sinnvoll, diese zu Fuß zu ergründen.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • An der Stelle 24° 34' 29" N 30° 40' 33" O befindet sich der ca. 20 m lange Lehmziegeltempel, den man im Süden betritt. Das Allerheiligste wurde im Fels angelegt.
  • Im Umfeld des Tempels, insbesondere im Norden, stößt man auf Reste der antiken Siedlung.
  • Südwestlich des Tempels, an der Stelle 24° 34' 27" N 30° 40' 40" O, trifft man auf die Überreste eines von zehn unterirdischen Aquädukten (arabisch Qanat). Man erkennt an seinem Ende den oberirischen Kanal, an dem sich der unterirdische Teil in nordwestlicher Richtung anschließt. Man erkennt deutlich die Reinigungsschächte des Wasserversorgungssystems, die sicher dem Ort ihren modernen Namen gegeben haben.

[Bearbeiten] Unterkunft

Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga, seltener in Bārīs gewählt.

[Bearbeiten] Ausflüge

Der Besuch der archäologischen Stätte lässt sich mit dem Besuch von Qasr Dusch und el-Maks el-Qibli verbinden.

[Bearbeiten] Literatur

Bisher gibt es nur wissenschaftliche Vorberichte, die zumeist im „Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale“ (BIFAO) veröffentlicht wurden. Sie beschreiben hauptsächlich die Siedlungsstrukturen und Qanate:

  • Wuttmann, Michel, u.a. : Premier rapport préliminaire des travaux sur le site de 'Ayn Manawir (oasis de Kharga), BIFAO, Band 96, 1996, Seiten 385–451 (französisch).
  • Wuttmann, Michel, u.a. : 'Ayn Manawir (oasis de Kharga). Deuxième rapport préliminaire, BIFAO, Band 98, 1998, Seiten 367–462 (französisch).
  • Newnton, Claire, u.a. : Un jardin d’oasis d’époque romaine à ‘Ayn-Manâwir (Kharga, Égypte), BIFAO, Band 105, 2005, Seiten 167–195 (französisch).

Weiterhin gibt es in dieser Zeitschrift auch zusätzliche Informationen in den Jahresberichten.

[Bearbeiten] Weblinks

  • Dush von Su Bayfield (englisch)
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